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Hardware: Die Nintendo Switch auf dem Prüfstand - Teil 2

Sebastian Mauch, am 15.03.2017, Seite 1 von 1

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Willkommen zum zweiten Teil unseres großen Nintendo Switch-Tests. Im ersten Teil warfen wir gemeinsam einen Blick auf die Hardware an sich und schauten uns an, was das Betriebssystem vor dem Day-One-Patch so alles hergab. Nun ist das Gerät schon ein paar Tage am Markt und der Patch längst verteilt. Drum nutzen wir rasch die Chance und fühlen den neuen Online-Funktionen mal etwas auf den Zahn. Viel Spaß!

Immer auf dem neuesten Stand: Die Neuigkeiten-Funktion
Eines hat die Nintendo Switch mit dem 3DS gemeinsam: Geöffnete Games können per Druck auf die Home-Taste minimiert werden. Ohne das Spiel beenden zu müssen kann man auch bei der Switch wieder ein paar Systemapps nutzen, um zwischenzeitlich etwas einstellen oder nachschauen zu können. Eines dieser Features ist die Neuigkeiten-Funktion. Diese öffnet man unten links per Druck auf das rote Sprechblasensymbol. Dort werden allerlei nützliche Verweise übersichtlich mit großen Kacheln dargestellt – eine konsequente Weiterentwicklung des Mitteilungssystems des 3DS. Einmal aktualisiert, lassen sich alle angezeigten Nachrichten auch offline lesen. Die kleinen Infofenster können aber auch Videos oder eShop-Links – etwa zu Spielen oder Demos – enthalten, weshalb für solche Angelegenheiten eine Internetverbindung notwendig ist. Auch in einer speziellen Meldung ist alles sehr übersichtlich und passgenau. Links etwas scrollbarer Text und gegebenenfalls ein Video (welches sehr schnell lädt), rechts Verweise und beispielsweise ein Link auf den eShop. Weiter unten in der Neuigkeitenübersicht finden sich zudem ein paar Tipps und Einführungen rund um das Betriebssystem der Nintendo Switch. Fraglich ist aber, wie lange die Übersicht letztlich auch so aufgeräumt wirkt. Ein paar Monate später könnte es nämlich nach aktueller Sicht etwas chaotisch werden. Dann sollte Nintendo dringend über eine Archivmöglichkeit oder Filter beziehungsweise News-Kategorien nachdenken. Von solchen Funktion ist momentan allerdings noch nicht viel zu sehen.

Der neue eShop: Top oder Flop?
Im letzten Abschnitt schon angeschnitten, kommt nun der neue eShop unter die Lupe. Obwohl der Name gleich ist, hat Nintendo den Store für digitale Inhalte aber komplett umgebaut. Das ist allerdings Fluch und Segen zugleich. Beginnen wir mit den positiven Veränderungen. Die erste Auffälligkeit ist, dass der eShop hier im Gegensatz zu Wii U und 3DS besonders flott startet. Nach einer klitzekleinen Animation ist der Store schon geladen - das wurde auch höchste Zeit! Im Store selbst laden dann nach und nach (je nach Signalstärke oder Internetgeschwindigkeit) die ganzen Icon und Bildchen. Derzeit ist der Shop mindestens genauso minimalistisch wie der Rest des Betriebssystems. Bei den paar Titeln, die derzeit kaufbar sind, macht das zunächst einen sehr aufgeräumten Eindruck. Doch auch beim eShop wird Nintendo über kurz oder lang ein paar Rubriken einführen müssen. Aktuell wird nämlich nur in „Aktuelle Veröffentlichungen“, „Bald erhältlich“ und „Code einlösen“ unterschieden. In Ersterem finden sich alle derzeit erhältlichen Spiele, in der zweiten Sektion Ausblicke auf zukünftige Titel und der letzte Menüpunkt ist wahrlich selbsterklärend. Mehr Ordnung gibt es derzeit nicht, ist aber auch noch nicht notwendig. Nimmt der eShop aber von der Softwaremenge her etwa 3DS-Dimensionen an, muss Nintendo da dringend noch schrauben, sonst dürfte auch hier die Übersicht schnell flöten gehen. Wenigstens gibt es für den Notfall schon eine Suchfunktion. Negativ ankreiden muss man außerdem die teils schlampige Datenpflege. Nehmen wir als Beispiel mal Mario Kart 8 Deluxe: Das Spiel ist offiziell für den 28. April angesetzt und wird auch so von Nintendo kommuniziert. Dumm nur, dass der Titel im eShop unter „Bald erhältlich“ noch immer als „noch offen“ geführt wird. Ebenfalls vermissen wir noch eine Funktion, kommende Titel vorbestellen zu können.


Die speziellen Spieleseiten fallen dafür umso positiver auf. Neben zahlreichen Informationen wie Alterseinstufung, Beschreibung, Spielerzahl, Sprachen und vielem mehr hat man außerdem Zugriff auf eine kleine Galerie mit Screenshots, Artworks und Videos. Demos und Spielerweiterungen (DLCs) werden – ganz wie bei der Wii U – nun auch direkt beim Spiel an sich angeboten, etwa der Expansion-Pass für The Legend of Zelda: Breath oft he Wild oder die feine Snipperclips-Demo. Zusätzlich hat man neben dem normalen Kauf auch wieder die Möglichkeit, eine Software auf die Wunschliste zu setzen. Diese findet man oben rechts im eShop, indem man auf seinen Nutzer tippt. In diesem Menü kann man aber noch einiges anderes machen, zum Beispiel sein Guthaben aufladen oder den Switch-Account mit dem Konto für alte eShops verbinden. Das dort „gebunkerte“ Guthaben lässt sich nämlich problemlos übernehmen. Ebenfalls gibt es für Käufe die Einstellung, ob die Switch jedes Mal vor einem Kauf nach dem Passwort fragen soll. Wer seine Switch oft transportiert oder mit anderen Nutzern teilt, der kann sich so gut absichern. Um seine digitalen Käufe auf einer anderen Switch-Konsole nutzen zu können, kann man dort außerdem die bestehende Registrierung als „aktive Konsole“ aufheben und sich anschließend auf einer anderen Switch wieder anmelden. Über den Menüpunkt „Erneut herunterladen“ lässt sich – oh Wunder – gekaufte Software erneut herunterladen. Das kennt man ja bereits vom 3DS und der Wii U, ist nun etwas flotter bedienbar – Touch sei Dank! Zum Schluss fällt aber noch etwas sehr Offensichtliches negativ auf, denn es fehlt aktuell schlicht und ergreifend ein Bewertungssystem, womit der eShop aus Sicht des Kunden gewaltig an Transparenz eingebüßt hat.

Nintendo Network in Grün oder doch komplett neu? Die neuen Online-Services:
Auch wenn wir gewisse Online-Funktionen abwarteten und nun in diesem zweiten Test unter die Lupe nehmen, können wir über die neuen Online-Services leider nur recht wenig berichten. Das liegt vor allem daran, dass ein Großteil der Funktionalität noch bis zum Herbst auf sich warten lässt. Erst dann soll das Netzwerk in vollem Umfang zur Verfügung stehen. Das heißt: Ein monatliches Leih-Spiel aus dem Virtual Console-Portfolio, Matchmaking, Partys und Voice Chat über eine separate Smartphone-App sowie ein paar andere Möglichkeiten. Allerdings wird ab Herbst dann auch eine Gebühr fällig, um Online zocken zu dürfen. Das testen wir natürlich zu gegebener Zeit, bis dato stehen also nur der eShop und der Online-Multiplayer zur Verfügung. An sich scheint das neue Netzwerk recht flott zu sein. Downloads von Spielen und Patches laden ähnlich wie bei Smartphone und Tablets sehr flott herunter, hat man sogar schon einen WLAN ac-kompatiblen Router, gibt es hier keinen Grund zur Klage. Über den Online-Multiplayer können wir leider auch nur bedingt eine Aussage treffen. Zumindest im Arcade-Racer Fast RMX lief alles spielbar ab, gelegentlich teleportierten sich andere Fahrzeuge aber merklich von A nach B und ein zwei Mal stürzte sogar das ganze Spiel während einer Online-Session ab. Das kann aber natürlich auch am Spiel selbst liegen. Spannend wird das Ganze spätestens mit dem Release von Mario Kart 8. Bei einem solch wichtigen Spiel ist ein tadelloses Online-Erlebnis nämlich unabdingbar. Ständige „Rauswurf-Meldungen“ wie in einem Monster Hunter Generations für den 3DS sollten dann besser der Vergangenheit angehören.

My Nintendo-Integration im Switch-System: Endlich wieder Punkte für Modulspiele?
Soviel sei vorweg gesagt: Ja! Doch halt, nicht so schnell. Die Sache hat nämlich einen großen Haken, auf den wir gleich zu sprechen kommen. Grundsätzlich ist es aber nun möglich, parallel zu digitalen Käufen auch teilnehmende Modulspiele über die Switch in My Nintendo-Goldmünzen umzusetzen. Dazu muss eigentlich nur das Modul im Slot stecken und mit einem Druck auf + oder – gelangt man zu Menüpunkt „My Nintendo-Belohnungsprogramm“. Dort kann man dann seine Goldmünzen beanspruchen und bekommt diese auch sofort gutgeschrieben, vorausgesetzt das Modul ist nicht schon registriert. Nun zum großen Aber: Registriert man ein Downloadspiel für mehr als 60 Euro (etwa Breath of the Wild), so erhält man üppige 80 Goldmünzen. Registriert man dasselbe Spiel allerdings als Modul, so erhält man lediglich magere 16 Goldpunkte. Die niedrigeren Staffelungen verhalten sich da ganz ähnlich. Scheinbar will Nintendo seine Spieler immer mehr in Richtung „digital only“ drücken. Modulkäufer, die gelegentlich sogar tiefer in die Tasche greifen, dürfen sich hier also mächtig veräppelt vorkommen. Das ist quasi ein Schlag ins Gesicht für Retail-Sammler, wie sie eigentlich unter Nintendo-Fans noch recht zahlreich vorkommen. Aber hey, macht euch nichts draus! Denn was bringen einem viele tolle Goldmünzen wenn diese dann doch nach einer relativ kurzen Zeitspanne wieder verfallen? An attraktiven Prämien mangelt es bei My Nintendo nämlich derzeit ungemein. Aktuell lassen sich mit den Goldmünzen nämlich lediglich ein paar unspektakuläre Rabatte oder eben ein digitaler Mini-Guide zu Breath of the Wild erwerben, wobei es sich bei Letzterem auch nur um einen kleinen Auszug des offiziellen Lösungsbuchen handelt. Richtige Spiele oder Software wie zum Launch des Programms sucht man derzeit vergeblich. Dazu gesellt sich der Fakt, dass die Veröffentlichung der Switch scheinbar noch nicht zu 100 Prozent im System angekommen ist. Die wöchentliche Mission für einen eShop-Besuch lässt sich nämlich nach wie vor nur auf Wii U oder 3DS erledigen - sehr schade! Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Möglicherweise so gegen Herbst?


Was gibt es sonst noch Interessantes?
Soviel zu den Hauptfunktionen der Switch, neben dem Spielen natürlich. Mit dem am 3. März veröffentlichten Day-One-Patch hat sich aber neben der Freischaltung der Online-Funktionen auch unter der Haube einiges getan. Nicht eliminiert wurden bisher allerdings die Konnektivitätsprobleme der Joy-Cons, worum sich derzeit die wildesten Gerüchte drehen. Subjektiv gefühlt haben sich die Aussetzer aber wenigstens ein bisschen gelegt. Zumindest in dieser Hinsicht heißt es also abwarten und Tee trinken mit dem Pro Controller spielen. Dank des Updates lässt sich nun in den Einstellungen auch permanent eine Prozentanzeige für den Ladestand des Akkus einstellen. Dieser erscheint dann im Home-Menü oben rechts neben der Uhrzeit. Außerdem kann man nun auch seinen Facebook- oder Twitteraccount verbinden, um etwa Screenshots aus dem Album direkt dort zu teilen. Zu guter Letzt noch ein wenig Trivia zum Ausklingen. Sicher haben sich einige von euch schon gefragt, was geschieht wenn die Slots für Spiele im Home-Menü belegt sind. Nachdem man zwölf Titel besitzt, erscheint am Ende der Liste einfach eine neue Schaltfläche, hinter der sich dann die gesamte Software-Bibliothek eines Nutzers verbirgt. Kennt ihr übrigens noch die Interneteinstellungen des Nintendo 3DS? Ganze drei (!) Verbindungen ließen sich dort einspeichern. Wer nicht komplett isoliert lebt, wird aber mindesten vier, wenn nicht sogar wesentlich mehr Hotspots nutzen. Etwa bei Freunden, den Eltern, der Schule oder dem Lieblingscafé. Viele Nutzer fühlten sich durch die drei Slots schon arg eingeschränkt. Die Switch macht das Gott sei Dank besser, denn nun lassen sich beliebig viele Drahtlos-Netzwerke einspeichern. Außerdem prüft das Gerät automatisch, welches WLAN in Reichweite ist und verbindet sich schnellstmöglich mit dem Internet. In die Freundesliste passen übrigens nach momentanem Stand maximal 300 Kontakte.

Fazit:
Zwei große Artikel später und um einige Erfahrungen reicher können wir nun ein wesentlich fundierteres Fazit für euch abliefern. Im Großen und Ganzen hat die Nintendo Switch den Test bestanden und weiß als potenter Handheld zu überzeugen. Im Vergleich zum 3DS macht die Switch einen grafischen Quantensprung möglich, säuft dafür aber auch schon nach maximal dreieinhalb Stunden Zelda-Spielens ab. Dafür verabschiedete sich Nintendo vom proprietären Ladeanschluss, was ein mobiles Aufladen via Powerbank ermöglicht. Die Hardware an sich wirkt im Falle des Tablets selbst und den Joy-Cons sehr hochwertig, das Dock hätte aber jedoch etwas mehr Feinschliff und Funktionalität gebrauchen können. Auf Seiten der Software überzeugt Nintendo mit Minimalismus und Übersicht. Das macht aber auch den Eindruck, dass noch vieles an Funktionalität fehlt, etwa der von 3DS-Usern liebgewonnene Aktivitätslog. Hinzu gesellen sich die Verbindungsabbrüche der Joy-Cons sowie das Fehlen der vollständigen Online-Services. Warum so etwas Fundamentales zum Launch nicht steht, ist uns schlichtweg nicht begreiflich. Sind die Kinderkrankheiten aber irgendwann mal beseitigt, haben wir es hier mit einem vielversprechenden System zu tun. Derzeit ist die Switch aber wohl eher etwas für Fans, da auch das Spiele-Lineup noch nicht allzu umfangreich ausfällt. Trotz alledem hatten wir schon jetzt jede Menge Spaß allein und mit Freunden, und das ist doch letztlich das was wir von einer Nintendo-Konsole erwarten, oder nicht?

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