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Kolumne: Wo sind unsere Achievements?

Sebastian Mauch, Michael Grönert, Nicola Hahn, Tjark Michael Wewetzer, am 28.04.2017, Seite 1 von 1

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Die Zeit verging und verging, doch Nintendo ließ sich reichlich Zeit mit der Enthüllung der Nintendo Switch. Irgendwann war es dann aber soweit und alle Welt richtete ihre Hoffnungen und Wünsche in Richtung des japanischen Spielekonzerns. Das Ergebnis: Eine recht durchdachte Hybrid-Konsole mit reichlich Potenzial und einem tollen Konzept. Aufgrund der ARM-Architektur des Rechenchips verspricht die Switch beinahe Konsolenqualität für Unterwegs. Trotz einiger Schwächen kommt das kleine Powerhouse bis dato recht gut in der Community an. Hervorzuheben ist vor allem der Aufschwung in Sachen Online-Services. Endlich möchte auch Nintendo reibungslose Community-Features und Online-Multiplayer-Partien ermöglichen. Dieser Schritt kam recht spät, sind doch solche Angelegenheiten bei Sony und Microsoft schon seit der letzten Konsolengeneration (Xbox 360, PlayStation 3) längst zum Standard geworden. Nun wagt auch Nintendo den Schritt in diese Richtung und startet ab kommendem Herbst einen Bezahldienst, um tiefergehende Online-Features wie Partybildung, Chat und Ähnliches anbieten zu können. So ganz zu Ende gedacht scheint uns dieses Vorhaben aber dennoch nicht. Darum betrachten wir in dieser Kolumne einmal die aktuelle Situation des Nintendo-Ökosystems, ziehen einen Vergleich zur Konkurrenz und werfen zu guter Letzt auch noch einen Blick in die Glaskugel. Wichtig ist aber, dass der Fokus dieses Artikels vor allem auf den bislang verschollenen Achievements liegt - ein Feature, das viele Spieler sehr verschieden bewerten. Da lassen wir es uns natürlich nicht nehmen, auch ein persönliches Fazit zu dieser Thematik zu ziehen. Wie immer wünscht euch die Redaktion von PlanetSwitch viel Spaß beim Lesen und Mitreden!

Nintendo und Achievements – wird das jemals etwas werden?
Der Launch der Switch ist längst vergangen und die Spielebibliothek der Plattform wird stetig um grandiose Titel erweitert. Das Argument zu Beginn, die Switch hätte zu wenig Spiele, zieht also nur noch bedingt. Viel tragischer finden wir den Umstand, dass man große Pläne zu neuen Online-Services preisgibt und diese dann nicht mal zum Start des neuen Unterhaltungssystems zur Verfügung stehen. Auch der Ausblick sorgte vielerorts für Ernüchterung. Ein Großteil der Online-Features soll nämlich ab Herbst ausgelagert über eine Android- und iOS-App verfügbar gemacht werden. Zwar besitzt heutzutage (fast) jeder ein Smartphone, dennoch hätte man das auch eleganter lösen können. Wir wäre es zum Beispiel, wenn man die Services auf der Konsole selbst und in einer App anbieten würde? In der PlayStation-Welt funktioniert dieses System nämlich ziemlich gut. Selbst wenn man nur über die Konsole online wäre, wäre das noch vollkommen okay. Aber entscheidet man sich dafür, das Ganze nur über eine externe Anwendung zu steuern, schließt man zugleich auch einen nicht unerheblichen Kundenkreis von den Online-Services aus. Beispielsweise Kinder, welche noch zu jung für ein eigenes Smartphone sind, oder Menschen, die aus Überzeugung keine Handys oder Smartphones nutzen. Ebensolche bleiben letztlich außen vor.


Da weiß man, was man geleistet hat!

Hinzu kommt ein weiterer wichtiger Aspekt: Das Nintendo Network 2.0 bietet nach wie vor kein eigenes Achievementsystem. Für einige – darunter besonders eingefleischte Nintendo-Fans – mag das sicherlich vernachlässigbar sein. In Zeiten von GoG, Steam, PSN und Xbox Live darf man aber auch als Nintendo-Fan erwarten, dass ein solches System auf einer modernen Nintendo-Plattform Platz findet. Nun könnte man argumentieren, dass ein gutes Spiel solche Errungenschaften nicht braucht und eigene Anreize schaffen sollte. Dem stimmen wir auch vollkommen zu! Dennoch stellen die kleinen Belohnungen mehr oder weniger knifflige Herausforderungen dar, die sogar über das eigene Spiel hinausgehen. Vor allem die Gattung der 100%-Spieler hat Errungenschaften im Laufe der Jahre lieben gelernt. Nehmen wir als zeitgemäßes Beispiel mal den Launch-Kracher The Legend of Zelda: Breath of the Wild: Jemand spielt nach gut 50 Stunden die Story durch und hat schon einiges gesehen. Dann sind da aber noch die über 900 auf der Map verteilten Krogs die es zu finden gilt. Viele sagen sich: „Ach was soll’s, ich suche die jetzt nicht alle“. Gäbe es aber ein Achievement, hätten einige Spieler einen Anreiz, weitere Möglichkeiten des Spiels zu erforschen und es vielleicht sogar zu komplettieren. Diesen Drang zur Vervollständigung macht sich etwa Sony geschickt zunutze. Dort erhält man nach dem Freispielen aller regulären Errungenschaften die sogenannte Platintrophäe. Nicht nur Prestige für das Spielerprofil, sondern auch ein Zeichen dafür, einen Titel komplett ausgeschöpft zu haben. Der wohl wichtigste Aspekt ist aber das anschließende Erfolgserlebnis - das Gefühl, etwas im Spiel erreicht zu haben.

Spieler, die so etwas nicht brauchen, um ein Spiel bis zum Erbrechen zu erforschen, die können solch ein Feature ja getrost ignorieren. Gerade bei der Fülle an guten Spielen heutzutage wissen aber viele Spieler den Reiz der Achievements zu schätzen. Bislang war es bei Nintendo-Systemen jedoch leider so, dass Spiele regulär keine Errungenschaften mitbrachten. Teilweise implementierten Entwickler ein spielinternes System, um trotzdem Anreize zu schaffen. Ein Beispiel dafür ist etwa Shovel Knight: Treasure Trove auf der Nintendo Switch.

Nintendo und Achievements – so könnte es was werden!
Warum sich Nintendo in alles in der Welt den Achievements verschließt, die wie Mods die Spiele in ihrer Langlebigkeit extrem verlängern kann, können wir nicht beantworten. Aber zu jeder vernünftigen Kritik gehören auch einige Vorschläge, wie man das besser umsetzen könnte. Als Beispiel haben wir uns LEGO City Undercover genommen und das Steam-Erfolgssystem darübergelegt.


Findige Leser sehen natürlich sofort: Die Paint-Skills sind nicht stark in diesem Redakteur…

Das Grundsystem des oben gezeigten Achievmentsystems ist relativ einfach: Im Spiel sind verschiedene sogenannte Trigger einbauen, also eine Art Schalter, die beim Auslösen das Achievement an den Spieler vergeben. Dadurch wird ein Soundclip abgespielt und das Bild unten rechts eingeblendet, das den Namen des Erfolges sowie ein passendes Bild anzeigt. Grundlegend wichtig ist auch die Übersicht aller Achievements, denn hiermit werden 100 Prozent-Spieler zu Höchstleistungen angetrieben. Zwar bieten einige Spiele auch intern eine Fortschrittsanzeige, aber zur heutigen Zeit ist es gang und gäbe, den Status „durchgespielt“ erst dann an ein Spiel zu vergeben, wenn alle Erfolge erreicht wurden. Zuletzt ist auch der Vergleich unter Freunden und anderen Spielern ein Antrieb für jeden Zocker! Wir haben uns öfters dabei erwischt, wie wir die Achievements unserer Freunde mit unserer Sammlung verglichen. Steam hat das System noch ein wenig ausgebaut und sogar einen weltweiten Vergleich eingebaut, der die Prozent der Spieler angibt, die in diesem Spiel diesen Erfolg erreicht haben. Mit von der Partie ist auch ein Fortschrittsbalken um den Vergleich zu vereinfachen.


Warum nicht einfach das Optionsmenü um den Punkt „Erfolge“ erweitern? Ungenutzter Platz muss gefüllt werden!


Verlangt kein Achievement-Tracking oder Platin-Trophäen, sehnt sich aber zumindest simple Errungenschaften herbei:
Sebastian Mauch [Paneka]

Hach, Nintendo. Seit meiner Kindheit verzaubert ihr mich mit tollen Spielen und einzigartigen Konsolen und Handheld. Einen nicht unerheblichen Teil meiner Lebenszeit habe ich mit euren Produkten verbracht. Bereuen tue ich das keineswegs, so langsam kommt aber selbst mir als Ur-Fan der Gedanke, ob ihr irgendwann mal in der Gegenwart ankommt. Es kommt mir nämlich so vor, als würde die Konkurrenz gnadenlos davonziehen und ich sorge mich um die Zukunft Nintendos. Dabei lasse ich Dinge wie Grafikleistung und Abos wie PS Plus oder Games with Gold gezielt außer Acht. Online-Services inklusive motivierendem Achievement-System zählen für mich aber mittlerweile zur Must Have-Rubrik. Was freue ich mich, wenn ich nach unzähligen Stunden endlich die Platin-Trophäe in einem PlayStation-Spiel bekommen habe. Oder wie toll waren diese Momente, wo ich stundenlang etwas Bestimmtes in einem Steam-Spiel ausprobiert habe und aus heiterem Himmel ploppte eine versteckte Errungenschaft ins Bild. Man braucht es nicht, um Spaß zu haben, aber einen Spaß-erhöhenden Faktor kann ich diesen Spielereien auch beim besten Willen nicht abschreiben. Ich möchte, dass die Switch Erfolg hat und verzeihe viel. Doch auf dieses Feature habe ich sehnsüchtig hingefiebert, wurde aber letzten Endes enttäuscht. Selbst wenn im Herbst ein System nachgereicht werden sollte, was wäre dann mit Zelda, mit I am Setsuna, mit LEGO City Undercover? Der bittere Beigeschmack bliebe, ich könnte aber wenigstens voller Freunde alle Achievements freispielen und ein Spiel mit gutem Gewissen beiseitelegen. Nintendo, das könnt ihr besser!

Trotz der großen Liebe zu Nintendo wurde er enttäuscht:
Michael Grönert [BadToxic]

Bereits seit der ersten Erwähnung der Nintendo Switch, als man sie noch NX nannte, habe ich gehofft, Nintendo würde endlich in das Achievement-Zeitalter vordringen. Doch leider wurde ich enttäuscht. Spiele auf Nintendos Konsolen waren mir stets die liebsten, doch immer musste ich neidisch zu anderen Plattformen schielen, denn das Sammeln von Errungenschaften spricht mich durchaus an. Ein Achievement-System ist ein vergleichsweise einfacher Weg, um mehr aus Spielen heraus zu holen. Sie sprechen die Urinstinkte der Menschen an, wie den Sammler-Drang und das Wettbewerbsdenken. Auch um einem Titel so gefühlt mehr „Sinn“ zu verleihen - weitere Aufgaben, die es zu bewältigen gilt und an denen man sich Messen kann. Oft denke ich: „Warum sollte ich das noch machen? Es hat ja Spaß gemacht, aber eigentlich reicht es.“ Wenn man aber nach erfolgreichem Abschluss schwieriger Aufgaben eine Art Auszeichnung bekommt, die man dann auch noch stolz anderen vor die Nase halten kann, dann verleiht das dem ganzen einen gewissen Wert. Sicher wird nicht jeder diese Meinung teilen, aber wenn ich ehrlich bin, dann würde so ein System im Endeffekt definitiv dazu führen, dass ich mehr Spiele kaufe. Ein Gewinn für Nintendo steht bestimmt außer Frage. Ich hoffe, Nintendo wacht bei Zeiten auf und tut einen weiteren wichtigen Schritt in die richtige Richtung - vielleicht wird ja wirklich noch ein Achievement-System nachgeliefert.

Wundert sich über Nintendos Einstellung gegenüber bewährten Systemen:
Nicola Hahn [501.legion]

Auf Steam funktionieren Achievements großartig, auf PlayStation und Xbox haben sie auch längst die Spielerherzen erobert aber Nintendo stellt sich quer. Auch wenn das System inzwischen festes Bestandteil der anderen Plattformen ist, krümmt Nintendo in dieser Beziehung keinen Finger. Einige Entwickler bauen in ihre Switch-Spiele sogar eigene Achivements ein, die natürlich längst nicht die Wirkung wie die etablierten Systeme erzielen. Sie sollten jedoch Nintendo zeigen, dass hier unbedingt nachgeliefert werden muss. Vielleicht, aber nur vielleicht, sehen wir irgendwann noch in der Smartphone-App zum Switch-Online-Service eine entsprechende Implementierung. Zwar wäre das nicht so intuitiv und alle Spieler umgreifend, wie es die ganzen App wie oben ausgeführt auch nicht sein kann, aber immerhin ein Schritt in die richtige Richtung.

Wäre auch auf Nintendos Plattform der Freizeit-Erfolgsjagd nicht abgeneigt:
Tjark Michael Wewetzer [Alanar]

Ich rede mir gerne ein, dass ich nicht sonderlich viel auf diese kosmetischen Erfolgs-Pop-Ups gebe und die ganze Sache eher gemächlich angehe. Allerdings würde ich lügen, wenn die von Microsoft lostgetretenen Achievements keinerlei Auswirkungen auf mein Spielerverhalten hätten. Klar sind nicht alle Erfolgsarten gleichermaßen kreativ - gerade sture Sammel- und Grindaufgaben der Marke „Bringe deinen Charakterlevel auf 99“, wenn für den einfachen Spielabschluss eine Stufe im 50er-Bereich ausreicht, meide ich wie die Pest. Doch selbst einfallslose Story-Trophäen, die lediglich den generellen Spielfortschritt messen, motivieren mich in gewisser Weise. Ich hätte mich wahrscheinlich nicht allzu schnell durch die Nebengeschichten von Fate/Extella auf der Vita gehäckselt, wenn es nicht für jede von ihnen eine kleine Teilnahmetrophäe geben würde. Dementsprechend bin ich mir da auch schon jetzt sicher, dass ich das nicht noch einmal auf der Switch wiederholen werde. In anderen Fällen stachelten mich bestimmte Erfolgsbedingungen auch zu alternativen Spielanläufen oder der Perfektionierung meiner Künste an. Zen Pinball 2 verlangt von mir, auf dem Fallout-Tisch meinen Charakter auf Stufe 5 hochzuleveln? Mit reichlich Übung machbar. Shantae: Half-Genie Hero regt mit einer digitalen Trophäe zum 100%-Speedrun an? Dafür habe ich mir sogar einen Wegplan zurechtgelegt! Visual Novels und Adventures wie Day of the Tentacle oder Steins;Gate habe ich wiederum dank der Trophäen-Anreize so gründlich durchgeschaut wie ich es ohne diese kleinen Wegweiser nie getan hätte - bei diesen Spielen wird man nämlich gerne mal für die kleinsten Dinge und abstrusesten Aktionen prämiert. Insofern wäre ich auch schwer dafür, wenn Nintendo endlich auch mal auf den Achievement-Zug aufspringt und ein spielübergreifendes System einführt - gerne auch für die Switch nachgepatcht. Ich meine, wenn schon Spiele wie Fire Emblem Echoes oder Super Smash Bros. mit internen Erfolgs-Katalogen daherkommen, dann kann man doch eigentlich auch gleich aufs Ganze gehen und das System vernetzen, oder etwa nicht?

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4 Kommentare

profil 193 comments
[29.04.2017 - 09:22 Uhr]
Kagenoryu:
Ich persönlich habe nie Achievements gebraucht.
Aber dabei ist mir der Gedanke gekommen: wäre "wollt ihr überhaupt Achievements" oder so nicht mal eine interessante Umfrage unter den Nintendo-Nutzern hier?
profil 153 comments
[29.04.2017 - 10:28 Uhr]
Paneka Sebastian Mauch
Hey Kagenoryu, eine solche Umfrage wollte ich passend zur Kolumne Anfang nächster Woche starten. Ist bestimmt mal interessant zu sehen was Nintendo-Fans so darüber denken :D
profil 62 comments
[01.05.2017 - 01:35 Uhr]
Desotho:
Pickel am Arsch und Achievements - zwei Dinge die ich nicht unbedingt brauche :)
profil 119 comments
[02.05.2017 - 15:58 Uhr]
JoWe:
Achievements benötige ich nicht. Eine detaillierte Spielfortschrittsanzeige halte ich da für viel sinnvoller. Auf der XBox stört mich die Notification darüber. Eine Einblendung mit Sound - das nervt. Was ich dann aber doch schon geguckt habe ist, wieviele der Spieler diese Achievements erreicht haben. Wenn man dann liest "5% der Spieler" vermittelt einem das dann doch das Gefühl, das Spiel ausreichend erkundet zu haben - geht mir dann aber eher um eine Einordnung meines Spielefortschritts ...
Anders ist das mit unlockables wie Artworks oder Musik - wenn diese als "Achievements" funktionieren, alle Daumen hoch - wo soll ich unterschrieben?!
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