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Event: Das ist Nintendo Switch! Unsere ersten Anspiel-Eindrücke

Tjark Michael Wewetzer, am 17.01.2017, Seite 1 von 2

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Nach gefühlt viel zu vielen Monaten Wartezeit, einem kleinen Teaser-Video an einem völlig normalen Wochentag und einem nie enden wollenden Schwall an Gerüchten ließ Nintendo endlich die Hüllen fallen und präsentierte am 13. Januar die kommende Konsole Nintendo Switch. Und Zeit wird’s, immerhin soll das schmucke Gerät doch schon am 3. März in den Läden stehen – also in gerade mal eineinhalb Monaten! Während der japanische Firmenpräsident Tatsumi Kimishima in den frühen, deutschen Morgenstunden alle Welt über die wichtigsten Infos zur neuen Konsole aufklärte, machten sich Journalisten und glückliche Wildcard-Gewinner bereit für einen Trip zu den ersten Anspiel-Events in Europa, Japan und den USA. Wir haben uns natürlich nicht lumpen lassen und sind auf Geheiß von Nintendo direkt losgepilgert, um uns den kuriosen Mix aus Heimkonsole und Handheld-System genauer anzusehen.

Die knuffigsten Controller der Welt: Die Joy-Cons
Dreh- und Angelpunkt einer jeden Konsole ist der Controller – denn wie sonst sollen wir in jeder Situation die volle Kontrolle über das Geschehen behalten? Nintendo wagte in dieser Kategorie bei den letzten Heimgeräten einige Experimente und das ist auch bei der Switch nicht anders. Als Hauptsteuereinheit sind nämlich die so genannten Joy-Cons vorgesehen, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken, unter der Haube jedoch einiges an Technik verstecken. So verfügen die Flügel über ausgefeilte Rüttelmotoren, die für das als HD Rumble bezeichnete Feature verwendet werden und für ein neuartiges, präzises Controllerschütteln sorgen sollen. Klingt wie ein gewagtes Versprechen, in der Praxis funktioniert das jedoch erstaunlich gut. Das Minispiel „Ball Count“ aus 1-2-Switch simuliert etwa rollende Kugeln im Joy-Con-L und das Rütteln ist wirklich genau genug, um eine akkurate Zählung der imaginären Metallkügelchen zu ermöglichen. Allerdings bleibt offen, ob die an sich beeindruckende Technologie in der Praxis überhaupt groß Anwendung finden wird. Allein um Akku-Leistung zu sparen, werden viele Nutzer die Rüttelfunktionen sicherlich abschalten, die Entwickler können sich also nicht immer sicher sein, ob der Endnutzer das HD Rumble überhaupt nutzt. Auch ist fraglich, was für Konzepte sich damit überhaupt umsetzen ließen, die Spielen einen Mehrwert verleihen würden – doch dafür gibt es findige Spieledesigner, die sich darüber den Kopf zerbrechen dürfen.

Der rechte Joy-Con-Teil ist zusätzlich mit einem NFC-Leser und einem Infrarot-Sensor am unteren Rand ausgestattet. Unterstützung der vielen amiibo-Figuren von Nintendo und sogar Kompatibilität mit Skylanders Imaginators - ganz ohne das große Extra-Portal – ist damit gesichert. Der Infrarot-Sensor wird wiederum wohl, ähnlich wie das HD Rumble, primär ein Gimmick für Party-Spiele sein. Sinn und Zweck dahinter ist, dass der Controller gewisse Formen und Bewegungen erfassen kann – etwa Kaubewegungen oder Handzeichen – doch wir haben in Frankfurt leider keine Gelegenheit gehabt, das Feature in natura auszuprobieren.


Natürlich funktionieren die beiden Bauteile abseits der Gimmicks auch wie reguläre Steuereinheiten. Tatsächlich sind sie sogar beinahe identisch aufgebaut, was auch einen tieferen Sinn erfüllt. Sie können nämlich auch als einzelne, vollständige Controller für lokale Multiplayer-Partien verwendet werden. Dank der insgesamt acht nutzbaren Tasten pro Einheit kann dieses Feature sicherlich bei einigen Spielen Verwendung finden, vor Ort durften wir es etwa an Super Bomberman R und Mario Kart 8 Deluxe ausprobieren. In Normalform sind lediglich die an der Schiene angebrachten Schulterasten etwas unkomfortabel zu erreichen, die anbringbare Trageschlaufe sorgt jedoch für ein griffigeres Gefühl und angenehmer zu klickende Schulterknöpfe. Und natürlich hat das Konzept der kombinierbaren Klein-Controller noch einen weiteren Schwachpunkt: Ein richtiges Steuerkreuz sucht ihr auf den Joy-Cons vergebens, stattdessen dienen vier Richtungstasten an der linken Einheit für entsprechende Kommandos. Außerdem haben wir das Gefühl, dass die normalen L- und R-Tasten vielleicht etwas zu dünn ausgefallen sind. Zumindest bei Arms hatten wir beizeiten Probleme damit, ordentlich und gezielt zu sprinten, weil wir die Tasten nicht korrekt erwischt haben. Mit etwas Eingewöhnungszeit sollte sich dieses Manko jedoch relativieren.

Umswitchen ohne Schalter: Das Dock und der Tablet-Modus
Womit Nintendo Switch anfangs jedoch das größte Aufsehen erregte, ist die Möglichkeit, das System entweder als TV-Konsole oder als Handheld zu betreiben. Das Teaser-Video versprach einen einfachen Wechselprozess, der schlicht aus dem Platzieren im oder dem Entfernen aus dem Switch-Dock besteht – und genau so funktioniert das auch in der Praxis, wie wir am Beispiel von Zelda: Breath of the Wild erfahren durften. Dabei sitzt das Tablet auch wirklich sicher im Dock, ein versehentliches Herausziehen kann nicht vorkommen. Das ist auch gut so, denn irgendwie muss man im Bedarfsfall ja die am Tablet angebrachten Joy-Cons locker vom Screen entfernen können. Das geschieht über einen Druck auf die Sicherungshebel am Rücken der Controller-Einheiten, das Demo-Gerät erlaubte uns dank einer sicherheitsbedingten Metallfassung allerdings keine Experimente in dieser Richtung.


Was bedeutet, dass wir beim Wechsel zwischen TV-Bildschirm und Tablet-Screen schon mal den Controller wechseln müssen. Zumindest im Falle von Zelda wurde dieses Szenario beachtet; nach dem Umschalten fragt uns das Spiel zunächst nach der Steuereinheit, die wir verwenden möchten. Ein kurzer Druck auf die Schultertasten ist dann alles, was zwischen uns und der Fortsetzung der Abenteuer im hylianischen Großland steht.

Die Qual der Controllerwahl: Der Pro-Controller und der Joy-Con-Grip
Und das bringt uns zu den alternativen Controller-Optionen, von denen die Switch auch wieder reichlich mitbringt. Dem Gerät selbst liegen nur zwei Joy-Cons und eine tabletungebundene Fassung, mit der sich die Flügel zu einem normalen Controller vereinen lassen, bei. Der Grip liegt dabei gut in der Hand und wirkt, ebenso wie die Gamepad-Flügel an sich, unheimlich süß. Die etwas schmalere Statur im Vergleich zu herkömmlichen Controllern fällt dabei eher wenig ins Gewicht, alle Tasten sind weiterhin gut erreichbar. Leider verfügt der dem System beiliegende Grip über keinerlei Ladefunktionen. Sind die Joy-Cons leer, müssen sie an das Tablet angeschlossen werden. Im Gegensatz zum großen Hauptgerät verspricht Nintendo jedoch rund 20 Stunden Akkulaufzeit für die Klein-Controller – das sollte also gut für einige Sessions reichen, bevor ihr die Flügelchen abends zum Laden an den Bildschirm im Dock anschließt.


Wer sich den ganzen Kleinkram ersparen möchte, kann natürlich auch zum klassisch gestalteten Pro-Controller greifen. Dieser wirkt extrem stabil und verfügt über eine Tastenanordnung nicht unähnlich den Eingabegeräten für Microsofts Xbox 360 und Xbox One. Soll heißen: Auf der linken Seite befindet sich der Analogstick über dem regulären Steuerkreuz, auf der rechten sind die Aktionstasten dem Stick übergeordnet. Bei den Schultertasten enttäuscht ein wenig, dass ZL und ZR weiterhin lediglich digital sind – das dürfte jedoch mitunter dem Portabilitätsgedanken des Switch-Konzepts geschuldet sein, schließlich ist das bei den Joy-Cons nicht anders. Was uns momentan hingegen noch stört, ist die Anordnung der zentralen Tasten. Die als Start- und Select-Knöpfe fungierenden Plus- und Minus-Buttons befinden sich am oberen Rand des Controllers, während der Home- und Capcture-Knopf ein wenig tiefer und damit so ziemlich zentral in der Fassung liegen – also genau dort, wo man die anderen Funktionstasten erwarten würde. Das ist wohlgemerkt auch der Joy-Con-Anordnung zuzuschreiben, da auch hier Plus und Minus am oberen Rand warten. Bei einem derartig traditionell wirkenden Controller kommt uns diese Anordnung aber doch irgendwie seltsam vor und hat schon zu einigen Beinahe-Fehlgriffen geführt.

Keine Hardware ohne Software: Das Spieleaufgebot
Nun hilft die beste Konsole und der knuffigste Controller nichts, wenn es keine anständigen Spiele für den Betrieb damit gibt. In Frankfurt war das Aufgebot insgesamt jedoch etwas überschaubar, gerade im Angesicht des baldigen Releases der Switch. Klar wurden Arms, Splatoon 2, Zelda: Breath of the Wild und 1-2-Switch groß präsentiert, doch bis auf das lang erwartete neue Abenteuer fehlt irgendwie ein richtiger Kracher. Irgendwas, was nicht wie ein Update eines Wii U-Konzepts oder eine Tech-Demo wirkt. Zudem versprachen viele Dritthersteller ihren Support der Konsole und Disgaea 5 Complete von NIS America erwies sich als große Überraschung auf der Veranstaltung, doch insgesamt war das Third-Party-Aufgebot vor Ort leider auch von Altware dominiert. Das kann und wird im Laufe des Lebens der Switch hoffentlich noch besser und einige Hoffnungsträger wie project Octopath Traveler vom Bravely-Team oder ein brandneues Shin Megami Tensei-Spiel haben sich bereits angekündigt, doch man wird das Gefühl nicht los, dass trotz Zelda und Mario Kart in Launchnähe zu Beginn eher Software-Dürre herrschen wird. Hoffentlich belehren uns die Entwicklungsstudios da draußen eines Besseren!

So viel zur allgemeinen Situation der Switch. Doch wie sehen unsere Redakteure den Stand der Hybrid-Konsole? Auf der zweiten Seite unseres Artikels teilen Alex und Tjark euch ihre persönlichen Eindrücke mit!


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