PlanetSwitch Planet3DS PlanetVita PSP.de PlanetiPhone Classics Forum

PGN-ID:[?] (Nicht eingeloggt)
Login
Registrieren
PlanetDS PlanetGameboy N-Page.de

-

Kolumne: Download gegen Datenträger

PortableGaming-Redaktion, am 17.03.2019, Seite 1 von 1

Artikel mögen: Weitersagen:


Die Videospiellandschaft hat sich in den letzten 15 Jahren gewaltig verändert. Seitdem aktuelle Konsolen sich wie selbstverständlich mit dem Internet verbinden können, besteht von Seiten der Spielerhersteller immer deutlicher der Impuls, sich vom guten, alten Datenträger wegzubewegen und stattdessen auf digitale Vertriebskonzepte umzusteigen. Sonys erster Versuch mit der PSP Go mag grandios in die Hose gegangen sein, doch im Zeitalter der (derzeitig noch immer bestehenden) Steam-Dominanz auf dem PC sowie der aktuellen, wöchentlichen eShop-Flutung auf der Switch wirkt eine rein über Downloads betreibbare Spielekonsole gar nicht mal mehr so unwirtschaftlich. Doch wenn man auf der anderen Seite nun die schrittweise getätigte Abschaltung des Wii Shops, der momentan nur noch den erneuten Download bereits erworbener Software erlaubt und noch in diesem Jahr komplett von der Bildfläche verschwinden soll, macht man sich unweigerlich um die Nachhaltigkeit des Digital-Vetriebs Sorgen. Außerdem sind diese Verpackungen der Datenträger ja auch irgendwie schön im Regal. Es gibt jedenfalls reichlich Punkte, die sowohl für das klassische Spiel in der Schachtel, als auch für den neuen Download-Weg sprechen. Und genau diese wollen wir heute im Kreise unserer Redaktion und natürlich auch mit euch in der Kommentar-Abteilung durchsprechen!

Pro Datenträger: Die Bibliothek zum Anfassen
Klarer Fall: Wer für sein Geld auch etwas in der Hand halten möchte, kommt um den Kauf physikalischer Datenträger nicht herum. Wer hat denn nicht gerade in jungen Jahren, wenn das Taschengeld knapper bemessen ist und man sich nur in unregelmäßigen Abständen einen heiß ersehnten Titel gönnen kann, voller Vorfreude die Verpackung aus ihrer Plastikfolie befreit, um diesen typischen Neuspielgeruch einzuatmen? Gut, früher gab es da auch noch Handbücher, die mit hineingespielt haben und sich prima als Zwischenlektüre verdauen ließen – Wäre eigentlich doch ideal für den allgemeinen Installationszwang bei disc-basierten Spielen, oder? –, doch auch so hat man noch etwas Schmuckes, das man sich voller Stolz in sein Regal stellen kann. So kann man schließlich auch seiner Liebe zum Hobby Ausdruck verleihen! Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, greift womöglich sogar direkt zur dicken Sonderedition, die es derzeit gefühlt für jedes fünfte Spiel gibt – egal ob es sich dabei um eine Megamarke wie Assassin's Creed oder ein ultranischiges Produkt vom Schlag des RPG Maker MV handelt. Das Aufgebot an Beilagen schwankt dabei natürlich ebenso qualitativ stark wie das Preis-Leistungs-Verhältnis, doch neben den üblichen Soundtrack-Samplern und Artwork-Faltblättern finden sich dann auch mal Nettigkeiten wie Schlüsselanhänger und Sammelfiguren oder gar praktische Dinge wie Whiskey-Gläser oder Acryl-Buchstützen. Nicht immer ein günstiger Spaß und auch nie wirklich essenziell, doch für Sammler und Leute, die besagte Boni auch verwenden, durchaus eine tolle Sache.


Stichwort Sammler: Natürlich gibt es hier und da Fälle, in denen ein unerwarteter Titel sich gefühlt über Nacht zum begehrten Sammelobjekt mausert. Das geschieht zugegebenermaßen in der heutigen Zeit der allgemein verfügbaren, digitalen Downloads etwas seltener, denn warum sollte man Hunderte von Euros in eine physikalische Ausgabe von etwas steckten, das man auch für 10 Euro herunterladen kann. Doch spätestens wenn ein halbwegs beliebter Titel aus den Online-Stores der Konsolenwelt verschwindet, werden sie gefragt. Oder auch einfach, wenn sich der Lebenszyklus einer Plattform dem Ende nähert und andere Sammler langsam beginnen, alles für das System aufzulesen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist – mit freundlichen Grüßen an das Vita-Lager! Doch es geht auch andersherum: Der Gebrauchtmarkt eröffnet Tür und Tor für reichlich Schnäppchen, wenn man sich umsieht und -hört. Da ergattert man auf einem Flohmarkt schon mal kleine Schätze zum günstigen Preis oder kann sich halbwegs aktuelle Titel zu besseren Kosten-Konditionen krallen. Umgekehrt ist es natürlich ebenso möglich, seine bereits durchgezockten Titel zu verscherbeln und so Geld für Neuanschaffungen aufzutreiben. Es muss ja nicht nur der Sammler von der Box-Version profitieren! Oder man spricht sich mit Freunden ab und leiht sich gegenseitig ein paar Lieblinge aus. All das sind Sachen, die – zumindest derzeit – im digitalen Raum nicht oder nur mit starken Einschränkungen möglich sind.

Spart Zeit, Geld und Speicher
Das klassische Modul beziehungsweise die übliche Disc bietet zudem noch ein paar weitere, praktische Vorteile. Um noch einmal beim Preislichen zu bleiben: Wie oft kommt es gerade im Triple-A-Segment vor, dass die Kosten von Download-Software gefühlt zu hoch liegen? Da werden für große Namen gerne mal 70 Euronen fällig, weil das eben die „unverbindliche Preisempfehlung“ des Herstellers ist und man sich im Online-Store gefälligst daran zu halten hat. Gewisse Firmen wie Activision Blizzard oder auch Nintendo klammern sich dann auch noch über Monate und Jahre hinweg an diese Kostenpunkte fest – dauerhafte Preissenkungen sind im digitalen Kosmos derzeit noch eine Seltenheit und die saisonalen Sonderangebote besagter Marken sind in der Regel ein Witz. Hier punktet das Retail-Gewerbe, wo man nach wenigen Monaten, wenn nicht sogar nur nach ein paar Wochen schon bereits mächtig Schotter sparen kann. Wir erinnern uns an den letztjährigen Launch von Pokémon: Let's Go, das nur wenige Tage nach Release bereits um ein Drittel günstiger zu haben war.


Nicht zuletzt muss man bedenken, dass nicht jeder Mensch Zugriff auf gutes Internet hat. Moderne Spiele wiegen gerne mal zweistellige Gigabyte-Beträge, die man mit einer durchschnittlichen Dorfleitung nicht mal eben so an einem Nachmittag auf seine Konsole schaufelt. Man erspart sich also einiges an Wartezeit, wenn man den Titel seiner Träume auf Disc oder Modul nach Hause transportiert. Klar sorgen die heutzutage üblichen Day-1-Patches dafür, dass man häufig schlussendlich nicht um ein wenig Warterei herumkommen, doch es macht schon einen Unterschied aus, ob man nun einen 1GB-Patch oder ein komplettes 25GB-Spiel herunterzuladen hat. Und Stichwort Speicher: Während auf PS4 und Xbox One die Disc mehr oder minder zur Aktivierung einer zwangsinstallierten Festplattensoftware verkommen ist, spart man auf Nintendo-Plattformen in der Regel nicht nur an Download-Zeit, sondern auch an Speicherplatz, wenn man denn auf Module zurückgreift. Wenn man Ausnahmen wie L.A. Noire oder Doom mal beiseite schiebt, wird häufig nur das Herunterladen eventueller Updates nötig – mehr Speicherplatz auf der SD-Karte verwendet man nicht. Das ist auch gut so, denn auch wenn Nintendo dankenswerterweise auf recht kostengünstig erstehbare microSD-Karten setzt, würde der Vielzocker sein 200GB-Medium doch immer noch in Windeseile zukleistern können. Ein Hoch auf physikalische Spielereleases!

Pro Download: Module sind nicht mehr zeitgemäß
Module können ganz schön lästig sein. Wer schleppt schon gern neben seinem Handheld auch noch zig Module mit sich herum, nur um eine größere Spieleauswahl für unterwegs dabei zu haben? Irgendwann geht auch noch der Platz in der Tragetasche aus und dann ist guter Rat teuer, denn wer kennt es nicht: Lässt man auch nur ein einziges Spiel zuhause, will man dann genau dieses unterwegs spielen. Aber auch falls das Platzproblem irgendwie gelöst wird, bleibt noch der nervige Modulwechsel. Um überhaupt ein anderes Spiel zu starten, muss das alte erst aus dem Steckplatz genommen, sicher verstaut, dann das neue der Tasche entnommen und in die Switch eingesteckt werden. Downloadspiele machen es einem da deutlich einfacher, da hier nur wenige Klicks genügen um von einem Spiel ins nächste zu wechseln. Angenommen man kann auch ohne diese Annehmlichkeiten leben und hat keine Probleme, die Module ständig zu tauschen und mitzuschleppen. Dann kann es aber noch leicht passieren, dass beim Wechseln unabsichtlich und unbemerkt eine Spielkarte verlorengeht. So ziemlich jeder Game Boy- und DS-Besitzer wird wohl schon einmal diese Erfahrung gemacht haben und mindestens eins seiner Games schmerzlichst vermissen. Am Ende hilft da nur der Neukauf und das ist kann bei Switch-Modulen sogar etwas teurer werden. Heruntergeladene Spiele gehen dagegen nicht verloren und wenn mal die Spieldateien Fehler aufweisen, kann der Titel auch eben aus dem eShop neu heruntergeladen werden. Falls tatsächlich die ganze Konsole kaputt oder verloren gehen sollte, können die Spiele dank ihrer Accountgebundenheit schnell auf einer neuen Switch wiederhergestellt werden und der Schaden ist damit nicht ganz so hoch.


Umweltbewusste Spieler sind wohl ebenfalls beim Download besser aufgehoben, denn hier muss kein Plastik in Verpackung und Modul fließen. Maximal die Downloadserver brauchen etwas Strom, aber dafür fällt auch der Transport der verpackten Spiele zum Einzelhändler oder als Bestellung zum Kunden weg. Das bedeutet gleichzeitig ein ordentliches Zeitersparnis, denn der Download ist nach dem Release eines Spiels sofort da, beim Modul steht erst noch der Gang zum Händler oder das Warten auf den Postboten an. Und was ist schlimmer als bei auf ein sehnsüchtig erwartetes Spiel unbestimmt länger warten zu müssen?

Der Preis ist heiß!
Von wegen im Einzelhandel ist es billiger! Wenn es um den Indiesektor geht, und das ist ohne Zweifel das Kerngeschäft der Switch, glänzen die Retail-Versionen nicht gerade mit günstigen Anschaffungskosten. Der Preis im eShop ist meistens deutlich geringer als der im Laden. Das ist auch nachvollziehbar, denn ein kleines Indiestudio muss bei der Produktion von Modulen und Verpackung in Vorleistung gehen. Da rentiert es sich wohl schon eher, den eigenen Titel nur im eShop anzubieten, was auch der Großteil der Entwickler und Publisher so macht. Für den Kunden hat dieses Vorgehen sogar noch einen Mehrwert, da im eShop die Goldpunkte zu einem deutlich besseren Kurs gutgeschrieben werden als über die Registrierung der Modulversion. Und wer dann noch klug kalkuliert, kann sogar bei speziellen Aktionen den doppelten Goldpunktewert einfahren. Und nicht vergessen: Goldpunkte bringen selbst für die Modulkäufer aktuell nur im eShop einen Gegenwert!


Zum Schluss darf man sich noch einmal die Geschichte der Nintendo Switch ins Gedächtnis rufen: Anfangs gab es noch viel zu wenig Spiele für die frisch veröffentlichte Konsole, doch dank des fix eröffneten eShops trudelten von Tag zu Tag immer wieder neue Titel ein. Die bevorstehende Spieledürre, wie sie auf der Wii U zugegen war, wurde vermieden und die Switchbesitzer konnten sich über viele verpasste Indies freuen, die es niemals im Einzelhandel geben würde.

Fazit der Redaktion:
Andy Dück [awieandy]: Eigentlich wäre ich pro Download, nur haben Module den Vorteil, dass diese weiterverkauft werden können. Für so einen geizigen Studenten wie mich ist dieser Pluspunkt entscheidend und konnte sich auch bereits bewähren. Eine Nintendo Switch ist zugegebenermaßen teuer, doch dadurch, dass ich noch schnell meine alte Wii U samt Zubehör und Spiele verkauft habe, konnte ich mir sogar mehr als nur die Konsole leisten.

Aber abgesehen davon wäre ich auch ein verfechter des Downloads. An Spieleverpackungen sehe ich keinen besonderen Sammlerwert, bei mir liegen diese Schachteln lose in einer Schublade. Die Module lasse ich auch nicht darin liegen, sie werden nämlich sofort in die Tragetasche für die Konsole verstaut. Modulversionen sollen allerdings den zusätzlichen Vorteil haben, dass man sich Zeit am Download des Spiels spart. Erst in den letzten Jahren bin vom Dorf-Internet losgekommen und ich weiß noch zu gut, wie anstrengend es sein kann. Es ist wirklich so schlecht wie es klingt, doch auch da macht es die Switch einem so angenehm wie möglich: Die fortgeschrittene Kompressionstechnologie und der Download im Standby hat auch bei sehr schlechten Internetbedingungen meine Spiele und die Konsole stets auf dem neuesten Stand gehalten - ich könnt' wohl damit leben.

Gemütlichkeit kennt keine Grenzen. Das mag sich sich wohl kleinlich anhören, aber immer die Karte auswechseln zu müssen, wenn man etwas anderes spielen möchte, kann auf dauer nerven. Ich hatte sogar schon einmal den Fall, dass ich für Smash Bros. nicht das Modul getauscht habe, sondern gleich eine andere Konsole ins Dock gesteckt habe, bei der das Spiel auf dem internen Speicher installiert war. Was man dem „Spiel auf die Hand" aber nicht nehmen kann, ist der Verleih und Tausch von Spielen von Person zu Person. Die Ausnahme dabei ist, dass es eben doch geht, denn das 6.0-Systemupdate hat dies mit der Verlinkung von Accounts auf andere Konsolen ermöglicht. Aber wie schon gesagt, am Ende ist für mich der Preis entscheidend. Zwar mögen Spiele von Drittherstellern in physikalischer Form erstmal teurer als ihre digitale Variante sein, aber sobald man Ausschau nach gebrauchten Spielen oder sogar sogar Hardware macht, spart man einiges. Da werden auch noch so gute eShop-Angebote nicht herankommen.

Nicola Hahn [501.legion]: Eigentlich bin ich ein glühender Verfechter der Downloadspiele, doch auch ich habe das ein oder andere Modul noch bei mir im Regal stehen. Für mich ist es hauptsächlich der günstigere Preis aber auch die Leidenschaft für bestimmte Titel, die mich zum Kauf der Retailfassung verleitet. Allerdings will ich meine digitale Bibliothek nicht missen, schließlich haben sich allein in meiner Steam-Spieleliste schon über 1600 Titel angesammelt (Stand März 2019) und auch der Großteil der Switch-Spiele liegt im Speicher meiner Konsole. Das lästige Herauskramen und Mitschleppen von Datenträgern gehört meiner Meinung nach nicht mehr in die heutige Zeit und dennoch bin ich selbst mit einer Kombi aus digitalen und physischen Titeln sehr glücklich. Vielleicht werde ich künftig nicht nur den eShop nach Angeboten und interessante Spiele durchstöbern sondern auch einen Blick in die Online-Versandhäuser und lokalen Geschäfte werfen um das ein oder andere Schnäppchen abzugreifen, aber auch einen möglichen Geheimtipp zu finden.

Sebastian Mauch [Paneka]: Entweder nur das Eine oder nur das Andere, so etwas gibt es bei mir nicht. Auch möchte ich mich nicht komplett auf eine Seite schlagen. Eines steht aber wohl fest: Ich „besitze“ weitaus mehr Lizenzen für digitale Spiele, als ich physikalische im Regal stehen habe. Daran ist wohl nicht zuletzt meine Steam-Bibliothek mit fast 1000 Titeln Schuld. Gespielt habe ich davon aber nur einen Bruchteil. Das ist sicher traurig, aber bei vielen Spielbegeisterten heute die harte Realität. Genau das ist es auch, was mich oft noch dazu bringt, einen Titel physisch auf der Disk oder der Cartridge zu erwerben. Man neigt so einfach eher dazu, ein Spiel auch wirklich zu spielen, beziehungsweise sieht die Packung irgendwann mal im Regal und denkt sich: „Hm, da hätte ich mal wieder Lust drauf…“. Auch der Sammler in mir lässt oft zum greifbaren Pendant tendieren, da man so auch über die Servicezeiten eines Stores hinaus stets etwas in der Hand hat. Zuletzt hat mir die Schließung des Wii Shop-Kanals wieder gezeigt, wie abhängig man von den Servern des Anbieters der jeweiligen Plattform ist. Mit einer Cartridge oder Disk hingegen kann ich das Spielchen theoretisch auch noch in 50 Jahren spielen.

Alles in allem ist Retail also meine bevorzugte Variante, jedoch gibt es einige „Abers“, die dann doch oftmals eher einen Download-Kauf in den Vordergrund rücken. Zum einen wäre da die Preislage. Zwar bekommt man häufig die Retail-Versionen günstiger als zum Festpreis im eShop - das gilt vor allem bei Vollpreistiteln -, doch ist man stets auch von den Preisen und Aktionen des Einzelhandels abhängig. Download-Games wiederum kann man nicht selten teils zu Spottpreisen in Rabattaktionen eines Shops schießen, was das ganze natürlich sehr attraktiv macht. Ein anderer Aspekt ist die gute, alte Bequemlichkeit. Gerade bei meinen ganzen Switch-Modulen fällt mir immer wieder auf, wie nervig und altbacken es doch ist, ständig ins andere Zimmer zu rennen und ein neues Modul einzulegen. Downloadspiele sind einfach alle da oder halbwegs schnell heruntergeladen. Erst eine Runde Picross S2 und dann ein schneller Schwenk zu Picross S, kein Problem. Will ich jedoch nach einem harten Fall in L.A. Noire (Modul) auf ein paar entspannende Bot-Matches in Super Smash Bros. Ultimate (ebenfalls Modul) wechseln, bleibt mir der Gang zum Spieleregal nicht erspart. Das mag banal und auch faul klingen, aber sind wir Zocker in der Hinsicht nicht alle ähnlich drauf? Immerhin gibt es mit kleinen Modulboxen eine gute schnelle Variante, alle Module konzentriert zu lagern.

Am Ende kann man es ja auch halten wie ein Dachdecker. Ob Download oder Retail, das entscheide ich letztlich immer je nach Fall. Steht ein großer Release an, beispielsweise das kommende Pokémon Schwert, dann wird, komme was wolle, als Modul gekauft. Solche Spiele braucht der Fanboy in mir einfach immer im Regal. Kleinere Spiele, bei denen ich mich nicht als bindungsloser Fan wiedererkenne, können hingegen auch mal als Download gekauft werden. Und da kleine Indies und andere Produkten ohne AAA-Budget meist eh nur digital erscheinen, überwiegt die Anzahl dieser Art von Käufen nun mal. Dennoch ist der Retail-Handel noch immer sehr reizvoll und oft auch lohnenswert, nur in diesen modernen Zeiten halt kein absolutes Muss mehr.

Tjark Michael Wewetzer [Alanar]: Wusstet ihr, dass die Fotos in den Headern unserer Jahresabschlussartikel (Link), in denen seit 2014 ein bunt gemischter Haufen Spiele zu sehen ist, jeweilige Aufnahmen meiner Sammlung darstellen? Wobei mein Bruder anfangs noch ein paar Titel aus seinem Regal beisteuerte. Wenn es also um die Wahl zwischen digitaler Download-Version oder physikalischem Einzelhandels-Exemplar geht, ist die Antwort für mich jedenfalls schnell gefunden: Das Modul beziehungsweise die Disc kriegt den Vorzug! Ich liebe es einfach, hin und wieder meine Sammlung zu durchstöbern und in Erinnerungen an durchgezockte Titel zu schwelgen oder vielleicht auch die – sich in letzter Zeit leider beunruhigend häufenden – Spiele auszumachen, an die ich mich mal ransetzen möchte. Das geht sogar so weit, dass ich selbst Titel, die ich eigentlich hier im Rahmen eines Testberichts abhandle und damit nicht selten schon längst als Download-Fassung auf meiner Konsole habe, trotzdem noch kaufe.

Dabei muss es sich nicht immer um eine teure Sonderauflage wie bei den für NIS America üblichen Limited Editions handeln – auch Standard-Exemplare wie die von Puzzle & Dragon Z + Super Mario Bros. Edtion oder 7th Dragon III – Code: VFD habe ich mir auf Modul ins Haus geholt, weil ich einfach dermaßen viel Freude mit ihnen hatte. Sogar ein US-Exemplar von Rune Factory 4 liegt hier, obwohl ich zum Kaufzeitpunkt gar keinen amerikanischen 3DS hatte, mit dem ich es überhaupt spielen könnte! Das hat zum Teil aber auch schlichtweg Nachhaltigkeitsgründe. Digimon Story: Cyber Sleuth ist beispielsweise vor einiger Zeit aus dem PSN-Store verschwunden. Wer die deutsche Vita-Version davon jetzt also erwerben möchte, schaut buchstäblich in die Röhre. Und das ist ein wirklich beunruhigender Trend, dem wir uns mit aller Voraussicht in gar nicht mehr allzu langer Zeit stellen müssen. Immerhin macht Nintendo gerade schrittweise den Wii Shop dicht und dass Sony nicht viel von der Vita und deren Performance im Westen hielt, ist hinlänglich bekannt. Wenn da der PSN-Store in wenigen Jahren die Schotten dicht machen würde, wäre das für mich keine Überraschung mehr.

Und dennoch bin ich nicht so verbissen, komplett auf Retail-Releases zu pochen. Mir ist nämlich komplett bewusst, dass es gerade kleinere, oder nischigere Spiele von Studios ohne großen Publisher im Rücken anders gar nicht gegeben hätte. Dann spiele ich die lieber so als gar nicht. Heute ist Undertale beispielsweise ein Phänomen, das sogar mit Modul-Veröffentlichungen geehrt wurde. Aber wäre der 10-Euro-PC-Titel damals nicht dermaßen gut angekommen, hätte es diesen Meilenstein nie erreicht. Außerdem sind mir gerade im Indie-Sektor die Preisdiskrepanzen zwischen Download und Modul gerne mal ZU hoch. Da muss man für Yoku's Island Express oder Cat Quest auf Modul schon mal das Doppelte oder gar Dreifache des eShop-Preises auf die Theke legen. Nicht zuletzt sind die häufig großzügigeren Sonderangebote von Indie-Titeln auch extrem verlockend. Von daher bevorzuge ich insgesamt glasklar das Einzelhandels-Exemplar und würde der Videospielindustrie vermutlich den Rücken kehren, wenn komplett auf Downloads allein umgestellt werden würde, doch den Komfort und das gelegentliche Schnäppchen eines eShop-Spiels weiß ich dennoch sehr wohl zu schätzen. Selbst wenn ich dank meiner langsamen Leitung auch mal eine Nacht auf den Download warten muss.

ANZEIGE:
Kommentare verstecken

- Kommentare


- Noch keine Kommentare vorhanden -

Um Kommentare zu schreiben, bitte oben einloggen oder jetzt Registrieren!