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Kolumne: Nintendo, das reicht uns nicht! Das leuchtende Trauerspiel namens Nintendo Switch

Sebastian Mauch, am 15.08.2019, Seite 1 von 3

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Knapp zweieinhalb Jahre ist es nun her, dass die Nintendo Switch zum ersten Mal über die Ladentheke wanderte. Ich weiß noch ganz genau wie mich das Konzept damals nach der offiziellen Vorstellung und auf den ersten Events begeisterte. Ein leistungsstarkes Handheld, das auch am TV betrieben werden kann, was will man mehr? Nun, Spiele gibt es mittlerweile genug und die wöchentlichen Releasezahlen neigen sogar noch zum Anstieg. So langsam fragt sich dann aber auch der geduldigste Nintendo-Anhänger: „War es das schon?“. Sicherlich mag die Plattform Switch noch sehr jung sein und noch viele schöne Jahre vor sich haben, doch so ganz unbegründet kommt diese Frage dann doch nicht daher. Um meine Gedanken diesbezüglich zu ordnen, entschied ich mich, mal eine eher negativ angehauchte Kolumne zu verfassen und mal ordentlich auszuholen oder sogar mal grantig zu werden. Wer also lange Texte nicht mag oder „Nintendo-Gebashe“ nicht abkann, der sollte diese Seite nun besser schließen. Alle anderen lade ich aber herzlich dazu ein, sich meine Gedanken durchzulesen und vielleicht sogar selbst ein paar Statements im Kommentarbereich loszuwerden. Nochmal: Es kann emotional und sarkastisch werden, Vorsicht ist geboten! Also dann, mögen die Spiele beginnen! Oder auch nicht…

Teil 1: Das Drama um die NES-Spiele
PS Plus von Sony, Xbox Live Gold, beide Online-Services wurden zu Beginn verpönt und als freche Paywalls abgestempelt. Mittlerweile haben die Services aber immerhin eine ausgefeilte Server-Struktur und eine massive Bibliothek an teils sehr hochwertigen Spielen zu bieten. Nach einigen Jahren typischer „Nintendo-Verzögerung“ hat es dann aber auch mal die erste Nintendo-Konsole getroffen. Nintendo Switch Online verzückte zunächst mit seinem niedrigen Monats- oder Jahrespreis, spülte aber gefühlt mindestens doppelt so viel Unmut hoch. Ein Grund dafür: keine „richtigen“ monatlichen Games. Stattdessen bekommt man jeden Monat zwei asbachuralte NES-Games serviert, welche die meisten jungen Fans heutzutage nicht mal mehr kennen. Selbst mir (Baujahr 94) sind viele Titel nicht mal mehr ein Begriff. Sicher mag da auch der ein oder andere Klassiker wie Super Mario Bros. 3 oder The Legend of Zelda dabei sein, doch enorm vielen Leuten scheint das nicht zu reichen, was ich völlig nachvollziehen kann.

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Fast ein Upvote-Downvote-Verhältnis von 1:4. Leider keine Seltenheit unter diesen Ankündigungsvideos.


Spiele dieser Generation sind einfach sehr inhaltsarm und sperrig zu spielen, mal abgesehen vom dadurch künstlich erhöhten Schwierigkeitsgrad. Ich will das den Klassikern gar nicht vorwerfen, es liegt halt einfach in der Natur der Sache, da Entwickler damals mit gewissen Limitationen klarkommen mussten. Schaut man sich die Vorstellungsvideos auf Youtube mal so an, liegen die negativen Bewertungen noch immer bei über der Hälfte der Stimmen. Ein Blick in die Kommentare zeigt spöttische und sarkastische Reaktionen, die teils bitterböse, teils schon wieder urkomisch sind, weil es einfach traurig und wahr ist. Was den Leuten scheinbar am meisten sauer aufstößt: Nintendo hört einfach nicht auf die Fans. Das Bittere daran ist, dass es schon eine Virtual Console gab. Ein großes Portfolio an beliebten Klassikern diverser Plattform, frei zum Erwerb und per Emulator auf der Konsole spielbar. Nintendo hat abseits vom NES so dermaßen viel Potenzial, dass man den Nintendo Switch Online Service mit SNES, N64, oder sogar Gamecube-Spielen bereichern könnte. Ich persönlich würde für NSO sogar gerne mehr bezahlen, wenn dann dafür ein paar legendäre Klassiker enthalten wären, die auch einen gewissen Mehrwert bieten.

Zusammenfassung Teil 1: Massig Potenzial verschenkt. Keine Besserung in Sicht.

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Witzeleien stehen mittlerweile an der Tagesordnung. Unterhaltsam? Klar! Traurig? Auch das...


Teil 2: Das Drama um die Online-Services
Weg von den Klassikern, ab zu den modernen Spielen. Kaum ein Spiel kommt heutzutage noch ohne irgendeine Art von Online-Anbindung aus. Sei es Battle Royale, herkömmlicher Multiplayer oder Online-Koop, alles bedarf mittlerweile auch auf der Switch der kostenpflichten Mitgliedschaft. Schon zu DS-, 3DS-, Wii- und WiiU-Zeiten bekleckerte sich Nintendo nicht gerade mit Ruhm, wenn es um stabile Verbindungen ging. Wohlgemerkt reden wir hier von vier (!) Generationen, fünf wenn man die Switch mit einrechnet. Fünf Konsolengenerationen, in denen Lags und Abbrüche das Normalste auf der Welt sind. Wenn ich so zurückdenke, sind mir vor allem die unzähligen gescheiterten Quests in Monster Hunter-Spielen im Gedächtnis geblieben. Aber auch hauseigene Titel wie Mario Kart hatten nicht selten Probleme mit Rubber Banding und Verbindungsabbrüchen. Damals war das Nintendo Network wenigstens noch gratis, es gab also kaum Anlass zur Beschwerde. Nun hat Nintendo aber auch im Jahre 2019 - dem Beginn von 5G und Gigabit-Internet - demonstriert, wie „Online“ nicht sein sollte. Der Übertäter dieses Mal: Die an sich grandiose Sandbox Super Mario Maker 2 zum Test), welches zum ersten Mal auch kooperatives und kompetitives Spielen ermöglicht. Zumindest so halb, richtiger hieße es nämlich „zugänglich macht“. Kaum eine Runde vergeht ohne teils extreme Lags in Form von Slowdowns, oder gar kompletten Abbrüchen mitten in der Partie. Oft genug kommt es beim Matchmaking auch nicht mal zu einer Runde. Da hilft es traurigerweise nicht mal unbedingt, wenn man selbst seine Switch im Dock via LAN-Adapter betreibt. Das grottenschlechte WiFi der Switch, gepaart mit dem Peer-to-Peer-Prinzip und teils auch schlechten DSL-Verbindungen von Spielern, ergibt eine furchtbare Online-Erfahrung. Verfolgt man wie ich regelmäßig Mario Maker-Profis wie GrandPooBear oder Ryukahr, wird einem das noch bewusster. Beides extreme Nintendo-Fans, die auch viel verzeihen. Doch bei dieser Darbietung vergeht selbst den beiden Youtubern und Streamern die Lust. Mario-Gameplay in Zeitlupe macht einfach null Sinn… Währenddessen hat man bei Sony und Microsoft richtige Server, auf die sich die Spieler connecten, wie es eigentlich heute Standard sein sollte.

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Leider kein Einzelfall, auch etliche andere Online-Spiele sind betroffen.


Die grausame Online-Verbindung der Switch und die damit einhergehenden Probleme sind jedoch nur ein Aspekt der Online-Services. Auch wirbt Nintendo mit gewissen Vorteilen und Extras. Bisher hat man davon nicht sonderlich viel gesehen. Bis auf teure NES-Joycons für oben genannte, verhasste NES-Spiele, sowie Game Coupons mit mäßiger Ersparnis gab es bis vor kurzem eigentlich nichts wirklich Brauchbares, bis auf den Lichtblick Tetris 99, den man aber wieder mit einem überteuerten DLC für mich persönlich zerstört hat. Immerhin haben die Japaner hier etwas nachgelegt und das Konzept der Probespiele ins Leben gerufen. In Japan konnte man zuletzt für einen bestimmten Zeitraum Captain Toad: Treasure Tracker uneingeschränkt spielen. Bei uns ist es hingegen das ebenfalls echt spaßige Mario Tennis Aces geworden. Diese Probespiele kann man in einem begrenzten Zeitraum von ein oder zwei Wochen herunterladen und spielen, als hätte man sie gekauft. Man hat also potenziell die Möglichkeit, ein Spiel ohne weitere Kosten komplett durchzuspielen. Das ist zwar noch lange kein Ersatz für richtige Spielelizenzen wie bei PS Plus und Co., doch immerhin ein richtiger Schritt in die richtige Richtung.

Zusammenfassung Teil 2: Massig Potenzial verschenkt. Leichte Besserung in Sicht.

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Ordner, Apps, ein Browser und sogar ein Achievement-System! Man wrd ja wohl noch träumen dürfen...




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1 Kommentar

profil 133 comments
[15.08.2019 - 15:40 Uhr]
Ogerscherge:
Stimme allen Punkten größtenteils zu. Vor allem die ollen NES-Kamellen reizen mich so gar nicht mehr und der Nostalgie-Zauber ist schon vollends verflogen. Virtual Console SNES muss doch wirklich drin sein.
Und da ich meistens im Handheld-Modus spiele, besitze ich leider auch schon eine kleine Tupperware-Schale, gefüllt mit einem halben Dutzend semi-kaputter JoyCons...
Echt noch viel Luft nach oben, aber leider scheinbar kaum Bewegung.
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