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Kolumne: Unser erster Videospielkauf

PortableGaming-Redaktion, am 20.12.2020, Seite 1 von 1

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Das erste Videospiel, mit dem man sich beschäftigt hat, ist natürlich nachhaltig prägend und nimmt einen besonderen Stellenwert im Herzen eines jeden Zockers ein. Doch gerade wenn man mit dem Hobby im Kindesalter in Berührung kommt, kann auch das erste eigens gekaufte Spiel wohlig – oder auch weniger schön – im Gedächtnis bleiben. Ganz ohne Einfluss von Eltern oder weiterer Familie stapft man zum Softwarehändler seines Vertrauens und bringt ein heiß ersehntes Spiel nach Hause, für das man sich ganz allein entschieden hat. Entsprechend möchten wir heute auf die ersten Titel zu sprechen gekommen, die wir uns von unserem eigenen Geld kaufen konnten, und ein wenig in Erinnerungen schwelgen. Und wieder einmal gilt: Falls ihr ähnliche Erinnerungen teilen möchtet, dürft ihr euch in der Kommentarsektion selbstverständlich austoben!


Andy Dück [awieady] machte eines seiner besten Investitionen:
Super Smash Bros. Brawl (Wii)



Die Nintendo Wii war nach dem N64 meine zweite Heimkonsole die ich besaß. Die Konsole gab es für meinen Bruder und mich als Weihnachtsgeschenk und auch die Spiele, welche über die Zeit in unsere Wii-Bibliothek gelangt sind, waren fast ausschließlich Geschenke gewesen. Doch für ein Spiel habe ich dann mein Taschengeld zusammengekratzt, weil es in der Form eines Geschenkes wahrscheinlich nie zu mir gelangt wäre: Super Smash Bros. Brawl. Der Hype um das Spiel kam von mir daher, dass ich schon von der N64-Version nicht genug kriegen konnte. Dass die Serie jetzt auch auf meiner neuen Konsole erschien und auch noch mit richtig cooler Grafik und Ultra-Smashes daher kam, machte es unmöglich für mich es zu ignorieren. Lustigerweise wusste ich zu dem Zeitpunkt gar nicht, dass Melee existierte. Ebenfalls lustig war, dass ich das Spiel im Einzelhandel zum Vollpreis gekauft habe obwohl es auf Amazon bereits für 15 Euro bestellbar war. Das hat mir aber trotzdem nichts ausgemacht, denn schlussendlich hatte ich die Verpackung ja in der Hand. Der Grund warum es wohl nie als Geschenk gekommen wäre ist weil meine Eltern mit Smash Bros. einfach nichts anfangen konnten. Spiele wie Mario Kart und Mario Galaxy sind kein Problem, das Cover spricht dort für sich, aber bei Brawl steht Mario nicht in der Mitte und er guckt auch noch komisch und wer sind überhaupt diese ganzen anderen? Aus der Rückseite der Box wurde man auch nicht schlauer. Umso größer war die Verwirrung meiner Eltern als ich zum ersten Mal die Disk eingelegt habe und den Intro-Film anschaute.

Heute spiele ich Smash Bros. fast ausschließlich im Multiplayer, aber damals brauchte ich ans Onlinespielen kann nicht erst denken. Stattdessen stand der Offline-Inhalt im Vordergrund und oh junge, hat Brawl da was zu bieten. An den Subraum-Emissär kommt bis heute kein Smash-Titel heran und die vielen Cutscenes haben die ganze Kampagne nochmal unheimlich versüßt. Den Scheiben-Smash-Modus vermisse ich auch bis heute noch. Auch wenn Brawl von vielen Fans der Serie als das schwächste Spiel der Reihe betitelt wird, ist es für mich eindeutig ganz weit oben.


Nicola Hahn [501.legion] erwarb eine Ananas ganz tief im Meer:
SpongeBob Schwammkopf: Schlacht um Bikini Bottom (PS2)



Ich weiß, ich weiß. Mit dem Spiel gehe ich euch jedes Jahr auf die Nerven. Aber bei dem heutigen Thema kann ich endlich wieder ohne schlechtes Gewissen über eben genau diesen Titel palavern und von der wunderbaren Reise in den tiefen Ozean rund um das Bikini Atoll herum erzählen. Ihr ahnt es schon: Ein gelber Schwamm ist hier in einer Ananas zu Hause und prägte mit seinen wilden Geschichten meine Kindheit. Vom erbeuteten Geld aus der Ersten Kommunion konnte ich in einen kleinen Röhrenfernseher und in eine PlayStation 2 investieren. Glücklicherweise blieb dann auch genug übrig um mir ein einziges Spiel dazuzukaufen. Die Wahl fiel auf genau diesen Titel, der mich und die Nachbarskinder (neben der berühmten PS2-Demodisk) fortan treu begleiten sollte. Mein Vergangensheit-Ich konnte bereits Prioritäten gut setzen, denn natürlich fehlte die ersten Wochen die berühmte 8 MB-Speicherkarte, sodass entweder die Konsole tagelang in Betrieb bleiben musste um den Fortschritt beizubehalten oder - und das war meist der Fall - durfte wieder von vorn begonnen werden. Aber nur so lernte ich schnell SpongeBobs Nachbarschaft und die Quallenfelder in- und auswendig kennen und konnte den Anfang irgendwann blind spielen.

Noch heute kenne ich mich im gesamten Spiel unglaublich gut aus, wie man im Stream zum Remake des Titels erkennen kann (zur Livestreamaufzeichnung) … bestimmt … irgendwie. Tatsächlich konnten die damaligen Entwickler von Heavy Iron Studios fast vollständig die ersten beiden Staffeln der Fernsehserie durch zahlreiche Anspielungen und Schauplätze repräsentieren. SpongeBob-Fans wurden entsprechend gut abgeholt und auch in Sachen 3D-Platformer konnte der Titel problemlos glänzen und somit auch diese Genreliebhaber abholen. Dass sich um dieses einzelne Spiel und dessen Nachfolger, dem Spiel zum ersten SpongeBob-Film, eine kleine, aber lautstarke Fangemeinde gebildet hat, durfte auch Publisher THQ Nordic erfahren, der die Lizenzrechte an den Spielen erhielt. Die Ankündigung des Remakes hat entsprechend große Wellen geschlagen und die Verkaufszahlen können sich durchaus sehen lassen, auch wenn ich selbst an der quietschbunten Grafik und der Framerate der Switchversion noch einiges auszusetzen haben. Es wird wohl endlich Zeit, den Testbericht zu diesem Titel fertigzustellen … wer weiß, vielleicht noch in diesem Jahr?


Tjark Michael Wewetzer [Alanar] bezahlte einen raffgierigen Anti-Helden:
Wario Land 2 (GB)



Es ist erstaunlich, wie sich alles in mein Gedächtnis gebrannt hat. Die Marktkauf-Filiale, vor dessen Videospiel-Vitrine ich stand. Rechts davon ein N64-Anspielaufbau mit Super Mario 64 im Modulschacht. Einen Gang weiter eine ganze Reihe von PC-Spielen in den alten, großen Pappschachteln. Und in der Vitrine vor mir unter anderem ein Spiel, auf das ich dank von Werbeanzeigen Artikeln im damaligen Club Nintendo-Magazin extrem gespannt war: Wario Land 2. Ich sparte mein Taschengeld für den Game Boy-Titel und hatte es erst zusammen, als auch schon das Game Boy Color-Gegenstück veröffentlicht worden war. Da ich zu dem Zeitpunkt jedoch nur den alten Schwarz-Weiß-Handheld besaß, beließ ich es bei der alten Graustufen-Spielversion. Freudig brachte ich das Spiel eines Tages nach Hause, legte es in meinen Modulschacht, erfreute mich an dem Raubzug des unbesiegbaren Raffzahns …

… und fühlte mich ziemlich enttäuscht, als nach nur wenigen Stunden bereits der Abspann über den Bildschirm lief. Es stellt sich heraus, dass der große Werbefokus – kein Game Over, weil Wario effektiv nicht sterben kann – dem Spiel so ein wenig die Herausforderung nimmt und natürlich dafür sorgt, dass man es auch als unerfahrener Knirps vergleichsweise schnell beenden kann. Entmutigt legte ich das Modul zurück in die Schachtel und rührte es lange Zeit nicht mehr an. Die Geschichte könnte hier schon enden, doch danach entfaltete sich etwas, das auch ganz gut in unsere letztwöchigen Gedanken zu Spielen, die wir später zu schätzen lernten, hineingepasst hätte. Später borgte sich nämlich ein damaliger Klassenkamerad mein Wario Land 2-Modul und fragte mich irgendwann, ob ich wüsste, wo ein bestimmter versteckter Schatz sei. Erst auf diese Weise erfuhr ich, dass Wario Land 2 bedeutend mehr bot als ein einfacher Spieldurchmarsch hergibt. Nicht nur wartete jede Stage mit einem verborgenen Objekt auf, es gab sogar mehrere Routen und Enden – die denkwürdigste für mich ist eine Traum-Route, die man beinahe versehentlich ganz zu Spielbeginn einschlagen kann. Nachdem mein Kumpel mit Wario Land 2 fertig war, gab ich dem Plattformer also auch eine zweite Chance und beendete ihn dieses Mal zu 100% – ein bedeutend befriedigenderes Erlebnis, als es das eine Durchzocken nach Einkauf war. Was als mein erster Fehlkauf begann, stellte sich als verborgenes Juwel heraus.

Nur bei einer Sache behielt schlussendlich mein Onkel recht, der mich nach dem Kauf direkt fragte, warum ich nicht die Color-Version genommen habe – ich hätte sie ja notfalls auf dem GBC meiner Kusine spielen können. Wie ich ebenfalls bedeutend später erfuhr, war die Color-Variante auch problemlos auf Schwarz-Weiß-Konsolen spielbar, was die alte Version praktisch überflüssig machte. Wo der Hinweis darauf war? Auf der Verpackungsrückseite, die in der Marktkauf-Vitrine natürlicht nicht eingesehen werden konnte. Und da sag noch mal einer, Versionsverwirrungen seien ein relativ junges Phänomen!

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2 Kommentare

profil 202 comments
[21.12.2020 - 03:52 Uhr]
Zeltan:
Das ist ja mal ein richtig cooler Artikel. Ich erinnere mich noch genau an meinen ersten Kauf. Das wae Kirbys Dreamland, gemeinsam mit dem Gameboy Pocket.
profil 695 comments
[21.12.2020 - 19:21 Uhr]
Regnat:
Ja, der Artikel ist wirklich gut gemacht worden.
Bis ich von meinem eigenen Geld in einem Laden ein Videospiel selber gekauft habe, hat es bei mir auf jeden Fall ziemlich gedauert. Das war erst zu der Zeit mit dem GameCube.
Ich glaube, dass es Mario Kart: Double Dash!! gewesen ist, welches ich bei GameStop gekauft habe. Hatte zuvor auch schon Spiele bekommen, aber da diese ab 16 oder auch ab 18 Jahren waren, mussten diese von meiner Mutter geholt werden. ^^
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