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Animal Crossing: New Horizons

Review: Animal Crossing: New Horizons

Tjark Michael Wewetzer, 06.04.2020

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Liebes Tagebuch,

Es wird höchste Zeit für einen Tapetenwechsel. Der geschäftige Alltag macht mich fertig und eine Sorge jagt die nächste. Bevor ich unter dem Druck komplett zusammenklappe, habe ich mich daher für einen drastischen Schritt entschieden: Ein neues Leben auf einer verlassenen Insel. Glücklicherweise hat ein im Immobilienmarkt großgewordener Waschbär namens Tom Nook kürzlich eine frappierende Anzahl ebensolcher Inseln ersteigert und verkauft diese nun als Animal Crossing: New Horizons-Reisepaket an zahlungsfreudige Kunden. Warum nicht sein Angebot annehmen, dachte ich mir. Erschlagender als mein bisheriges Leben kann es ja nicht werden. Und damit ich auch später auf meine ersten Schritte in einer neuen Umgebung mit nostalgischem Blick zurückschauen kann, möchte ich meine ersten zwei Wochen auf der Insel in diesen Zeilen festhalten.

Zu neuen Ufern
Der erste Tag verspricht jedenfalls schon mal einiges. Gemeinsam mit zwei weiteren Reisegefährten lande ich auf der menschenleeren Insel, die Tom Nook für uns gesichert hat. Der Reiseleiter persönlich ist auch schon samt seiner Neffen vor Ort und heißt uns herzlich Willkommen. Einen kurzen Plausch später bekommen wir Neuankömmlinge Zelte in die Hand gedrückt, die wir auf der begrenzten Stellfläche zu platzieren haben. Theoretisch steht uns die ganze Insel offen, praktisch verhindern Flüsse und Berghänge jedoch noch, auch wirklich jedes Eckchen auszukosten. Meine zwei Mitreisenden leiden augenscheinlich unter noch größeren Entscheidungsschwierigkeiten als ich selbst und bitten mich um Rat: Ob sie ihr Zelt dort aufstellen sollten, wo sie gerade stehen, oder ob ich nicht eine bessere Idee hätte, fragen sie mich. Da wir vermutlich viele Jahre hier gemeinsam verbringen werden, stelle ich mich gut mit Uta und Norbert, indem ich ihnen hübsche Plätze aussuche. Kaum ist alles erledigt, gibt es vom Reiseleiter Nook noch eine kurze Einführung in die Kunst des Ressourcensammelns und Bastelns. Das lokale Obst wird identifiziert, Äste werden von Bäumen geschüttelt und eingesammelt, und zum Abschluss gibt es ein kuscheliges Lagerfeuer zur Einweihung unserer neuen Kommune. Nach all der Arbeit werde ich aber vor allem eines: Sehr gut und tief schlafen.

Die langsame Eingewöhnung
Zumindest ein klein wenig holt mich nun die Realität ein: Wie mir ein mysteriöser Hund im Traum verriet, verlaufen alle folgenden Tag nun nach derselben Uhr, die ich von daheim kenne. Mit frühmorgentlichem Elan mache ich mich also frisch ans Werk und schaue, was sich machen lässt. Glücklicherweise hat Nook für Unentschlossene wie mich direkt ein paar Vorschläge parat – beispielsweise das Abbezahlen meiner Schulden. Hoppla! Ich vergaß direkt, mein Reisepaket vor dem Flug zu bezahlen, habe nun aber blöderweise keine Geldmittel parat. Glücklicherweise ist der Reiseleiter ein gnädiger Kerl und bietet gleich zwei Stützen an: Einerseits kauft einer seiner Neffen liebend gerne alles an, was ich auf der Insel auflesen kann, auf der anderen Seite lässt er mich mein Zelt mit Meilen bezahlen. Nein, das bedeutet nicht, dass ich jetzt als wandelnde Werbetafel gewisse Strecken zurückzulegen habe. Stattdessen sammle ich für bestimmte Aktionen wie das Angeln diverser Fische, Verkaufen von Artikeln, Pflanzen von Blumen oder Bauen von Objekten Punkte. Diese kann ich dann an einem speziellen Automaten in Nooks Zelt gegen kleinere Boni wie Bastelanleitungen, Inventarvergrößerungen oder Deko-Objekte investieren, oder aber zumindest zum Einstieg auch zur Abbezahlung meines Zeltes verwenden. Wenn ich dies getan habe, soll ich sogar einen ständigen Nachschub an generischen Aufgaben der Marke „Fange fünf Fische“ oder „Begrüße drei Inselbewohner“ erhalten, mit denen sich auch ohne große Ziele im Blick Punkte sammeln lassen. Die Liste kann ich jederzeit über das mir gestellte NookPhone abrufen. Praktisch!

Nun geht es also an meinen neuen Alltag: Ich fange Fische und Insekten, mit denen Tom Nook das Interesse am Museumsleiter Eugen wecken möchte. Kaum ist dieser angelockt, will er sich nach dem Vorzeigen weiterer Krabbeltiere und Wasserbewohner sogar direkt mit einem neuen Museum niederlassen! Nooks Neffen möchten wiederum ihr eigenes Geschäft eröffnen und benötigen dafür Rohstoffe. Das Holz wird mit einer ziemlich gebrechlichen Axt von Bäumen gehackt, die von Eugen gespendete Schaufel ramme ich hingegen gegen die Gesteine der Insel, um so an Eisenerz und andere Mineralien zu kommen. Dass dabei auch mal gerne etwas zu Bruch geht, liegt in der Natur der Sache. Steine können dabei zerdeppert werden, wenn ich mich durch den Verzehr von Obst vorher stärke – nützlich zur Beseitigung unschöner Brocken, unpraktisch jedoch beim Aufspüren von Rohstoffen. Viel wahrscheinlicher ist jedoch, dass mir meine Werkzeuge in der Hand zerbröseln. Anders als in den bisherigen Kommunen, in denen ich gelebt habe, ist jeder Kescher, jede Angel und jede Schaufel nur begrenzt einsetzbar. Je nach Bauqualität lässt sich gewiss mehr machen – Holz geht verständlicherweise schneller zu Bruch als Eisen – doch abgesehen von Mobilitätshelfern wie meinem neuen Sprungstab zur Flussüberquerung und der praktischen Leiter für Berghänge hält wirklich nichts ewig. Das nervt mich leider schon nach kurzer Zeit, zumal ich gerne mal mehrere Stunden der Angelei fröne und ungerne zehn Ersatzangeln in meinem begrenzten Inventar spazierenführen möchte, um mir ständige Märsche zurück zur Werkbank zu ersparen – zumal ich selbst dann auch noch die passenden Rohstoffe in meinem Rucksack brauche. Nook versprach mir zwar, nach Abbezahlen meiner Zeltschulden auch gerne eine permanente Residenz aus massivem Material samt großzügigem Objektlager zu bauen, doch beim Basteln kann ich darauf leider nicht zurückgreifen – selbst wenn ich mir eine selbstgebaute Werkbank in die eigenen vier Wände stelle. Das klingt bereits elendig nervtötend!

Tag 7: Alles auf Anfang
Eine Woche ist nun vergangen und auf der einst verlassenen Insel ist so einiges los. Tom Nook hat sein kompaktes Zelt in ein großes Gemeinschaftszentrum umgebaut und mit der erfahrenen Sekretärin Melinda eine helfende Hand eingestellt, die sich um Fragen rund um Bewohnerzufriedenheit und Anpassungen des offiziellen Insel-Liedchens beziehungsweise der Eiland-Flagge kümmert. Auch haben sich mittlerweile ein paar weitere Bewohner und sogar ein Schneider-Geschwisterpaar niedergelassen! Nook hat jedoch größere Pläne: Er möchte den legendären Musiker K.K. Slider auf unsere Insel locken. Nur brauchen wir dafür erst einen Ruf als absolutes Inselparadies – also bin ich weiterhin mit dem Ausbau beschäftigt. Weitere Grundstücke für neue Anwohner werden angelegt, ein Campingplatz für interessierte Besucher aufgebaut, ja sogar an der Infrastruktur darf ich arbeiten und die Platzierung von Brücken und Treppen in Auftrag geben! Klar kostet all dies massig Geld, doch alle Bewohner – ob Mensch oder Tier – und sogar Besucher von fremden Inseln dürfen etwas für die gute Sache beisteuern. Nur die genaue Platzierung will gelernt sein, denn erst wenn ich mühselig die Baukits aus dem Inventar hervorkrame, sehe ich die Umrisse des voraussichtlichen Aufbaus. Stimmt die Position nicht ganz, muss ich den Vorgang abbrechen, mich ein klein wenig anders aufstellen und dann die Prozedur von vorn beginnen, in der Hoffnung, nun endlich wirklich richtig zu stehen. Daher habe ich als Inselsprecher wohl auch als Einziger bei solch tieferen Eingriffen in die Geländegestaltung das Sagen. Selbst Freunde und Verwandte, die ich zum Umzug auf das Eiland überzeugt habe, dürfen lediglich Möbel platzieren oder Pflanzen pflanzen. Da wundert es mich offenkundig nicht, dass sie sich eine eigene Insel zur Leitung wünschen – nur benötigen sie dafür eine eigene Konsole samt Reisepaket, denn hier ist nur Platz für eine einzige Kommune.

Jedenfalls bekomme ich nun das Gefühl, am Anfang dessen zu stehen, was ich von meinen bisherigen Nachbarschaften kennen – nur dass ich von Anfang an Teil der Gemeinschaft und nicht mehr als Neuer zugezogen bin. Entsprechend schleppend geht nun leider auch der Fortschritt voran. Mehr als einen neuen Nachbarn pro Tag gibt es nicht zu begrüßen und erst wenn die Kapazitäten unserer Insel ausgeschöpft sind, kann Melinda weitere Gestaltungsvorschläge zur Image-Verbesserung machen. Wenn man eher entspannt für ein paar Momente in diese kleine Ortschaft eintaucht, ist der langsame, stetige Fortschritt natürlich ideal. Als zielorientierte Natur jedoch? Quälend langsam. Die Versuchung, heimlich an der Uhr zu drehen, ist groß. Aber ich bleibe standhaft und suche nach weiteren Beschäftigungsmethoden. Wie wäre es zum Beispiel mit dem Bau weiterer Möbel und Gegenstände zur Verschönerung der Gegend? Das motiviert ungemein, da ich mit den Objekten Marke Eigenbau der Insel meine persönliche Note verleihen kann. Diverse Möbel lassen sich sogar farblich anpassen! Mit der Zeit merke ich aber auch hier, dass gewisse Komfortangebote schlichtweg fehlen. Der Bau mehrerer Objekte ist sehr zeitaufwendig, selbst wenn ich im Turbotempo auf der Werkbank herumhämmere. Schlimmer wird es, wenn ich mehrere Werkzeuge vorbereite oder beispielsweise Köder zum Angeln zubereiten möchte. Da ich davon möglichst viele haben möchte, muss ich jedes Mal aufs Neue das komplette Rezept durchgehen, statt auf einen Schlag einen ganzen Stapel abzufertigen. Wie viel Zeit ich bereits damit verschwendet habe, möchte ich mir gar nicht ausmalen…

Zu Gast bei Freunden
Also mache ich lieber etwas Produktiveres, indem ich Freunde besuche oder sie in meine neue Heimat einlade! Der Flugsteig, über den ich hier eingetroffen bin, ist schließlich nicht nur zur Zierde da. Eine aktive Club-Mitgliedschaft bei Nintendo Switch Online vorausgesetzt, muss ich dabei sogar nicht mal den Zielflughafen in meiner unmittelbaren Nähe haben. Über meine Freundesliste oder mit einem kurzzeitig generierten, alphanumerischen Dodo-Code™ lassen sich andere Inseln in Windeseile ansteuern – sofern die Internetverbindung gut und stabil ist. Und nicht gerade andere versuchen, Kontakt aufzunehmen. Leider ist die Ankunft und der Abflug von Besuchern immer mit jeweils einer Begrüßungs- und Abschiedszeremonie verbunden, die beim ersten Mal noch ganz niedlich ist, bei vielbesuchten Ortschaften jedoch schnell auf die Nerven geht. Schlimmer noch: Man kann währenddessen nichts tun. Will sich beispielsweise eine fünfköpfige Gästetruppe versammeln, warten diese kollektiv schon mal gerne um die 15 Minuten. Ich weiß, Sicherheit geht vor und Vorschriften sind Vorschriften, doch das muss einfach irgendwie schneller gehen… Und Stichwort Sicherheit: Sollte aus irgendwelchen Gründen einer der Teilnehmer oder gar der Gastgeber unter einem Verbindungsfehler leiden, werden sämtliche erzielten Fortschritte seit der letzten Sicherung – in der Regel also vor kurz vor Abflug – zurückgesetzt. Mir sind leider schon so einige wertvolle Fische deswegen entfleucht.

Die Kommunikationsmöglichkeiten lassen leider auch irgendwie zu wünschen übrig. Zwar stattet uns das Flugpersonal mit einfach aufrufbaren Tastaturen aus, die sich mit einem Controller oder Touchscreen bedienen lassen, doch der tatsächliche Schreibplatz pro Nachricht ist erschreckend gering. Für Deutschsprachige wie mich, mit unseren tendenziell überlangen zusammengesetzten Wörtern, ist das eine nicht zu unterschätzende, aber leider auch aus alten Nachbarschaften irgendwie gewohnte Barriere. Alternativ darf ich übrigens auch über mein Smartphone mit der speziellen Nintendo Switch Online-App tippen oder gar mit meiner Stimme kommunizieren, doch selbst die dortige Tastaturfunktion hat seine Schwachpunkte. Sie umfasst nämlich keinen Nachrichtenlog, sondern bietet wirklich nur eine einfache Eingabezeile. Immerhin kann man selbst dann tippen, während neue Leute auf der Insel begrüßt werden.

Bei Besuchsflügen gibt es übrigens eine eiserne Regel: Nichts wird ohne explizite Erlaubnis kaputtgemacht! Äxte und Schaufeln lassen sich erst mit einer Genehmigung vom lokalen Inselsprecher nutzen, indem er und sein Besucher „Beste Freunde“ werden. Dies funktioniert komplett über eine NookPhone-App, die das Flugpersonal an Online-Reisende verteilt – allerdings auch nur an die, die sich unter Freunde begeben. Und explizit online verreisen. Weder bei lokalen Partien – wo die Werkzeugbeschränkungen übrigens nicht gelten – noch bei Dodo-Code™-Ausflügen wird die App ausgestellt. Das verwirrte mich als Neuling enorm, zumal diese spezielle Freundesliste auch genutzt wird, um Post an Bekannte von anderen Inseln zu schicken. Warum die App nicht schlichtweg von Nook vorinstalliert wurde, entzieht sich meinem Verständnis.

Tag 14: Fahnenflucht und Feiertage
Nun sind bereits zwei Wochen ins Land gezogen und irgendwie… Ist der ursprüngliche Charme der einsamen Insel verflogen. Zumal ich auch noch sehr bald endlich meine Baulizenz erhalte und dann praktisch das komplette Eiland nach meinen Vorstellungen umgestalten kann – Flussverläufe und Hügel inklusive! Doch daran hat Tom Nook, der gewitzte Geschäftsmann, tatsächlich auch gedacht und einen weiteren Service vorbereitet: Meilentickets! Mit diesen nur gegen Meilen eintauschbaren Schmuckstücken kann man sich auf eine zufällige Klein-Insel fernab jeglicher Zivilisation entführen lassen und dort beispielsweise saisonfremde Insekten und Fische fangen, neues Obst einstecken oder gar andere Reisende kennenlernen und diese dazu bewegen, der heimischen Nachbarschaft beizutreten. Angeblich soll jede Zufallsinsel einzigartig sein, doch Gemeinsamkeiten im Grundriss finden sich schnell – trotzdem bieten sie zumindest etwas Abwechslung vom geordneten Alltag daheim.

Wobei es durchaus Mittel und Wege gibt, besagten Alltag ohne drastische Maßnahmen aufzulockern. Beispielsweise wenn wichtige Gäste wie ein wandernder Teppichverkäufer oder Insektensammler auf einen Sprung vorbeischauen. Da es logischerweise in dieser neu etablierten Kommune zu Beginn noch keine Angel-Turniere oder Ähnliches gibt, winkt stattdessen zunächst an manchen Tagen schlichtweg ein erhöhter Verkaufserlös für Insekten und Fische, wenn Chamäleon Carlson und Seeotter Lomeus zugegen sind. Erst später im Spielverlauf etablieren sich regelmäßige Wettbewerbe. Abseits davon gibt es ab Werk jedoch keine tatsächlichen Feiertage – die werden erst nach und nach organisiert und als Update an Verwalterin Melinda durchgegeben. Und ganz ehrlich? Wenn ich mir das erste Fest – der Ostern-ähnliche Häschentag – so anschaue, ist das vielleicht auch besser so. Denn auch wenn ich es schön finde, dass man über einen mehrwöchigen Zeitraum etwas zu tun hat, wurmt mich die Umsetzung. Ohs, der Hase, hat nämlich nun überall Eier versteckt, mit denen sich allerlei Festtagsmöbel bauen lassen. Ob in vorbeiziehenden Ballons, an Bäumen, im Erdreich oder gar im Wasser – überall gibt es bunt bemalte Eier. Blöd nur, dass ich aus diesem Grund mehr Eier als Fische aus dem Wasser ziehe und vermutlich schon zwei oder drei Angeln allein der ovalen Umweltverschmutzung wegen verbraten habe. So macht das Fischerleben auf der Insel schlichtweg keine Freude mehr… Und das ist schade, denn auch wenn beileibe nicht alles perfekt auf dieser beschaulichen Insel mitten in Nirgendwo ist, habe ich meine vergangenen zwei Wochen hier auf jeden Fall genossen!

Fazit:
Animal Crossing: New Horizons fühlt sich durch und durch wie eine logische Fortführung des Serienkonzepts an. New Leaf vom 3DS nimmt vom Spielfluss her praktisch den Mittelteil des Spiels ein, während es zuvor mit der noch leeren Insel ein einwöchiges Tutorial gibt und man nach Erhalt der Baugenehmigung schlussendlich wirklich am Eiland seiner Träume feilen kann. Und auch wenn man sich durchaus in einen gewissen Rhythmus einspielt, entspannt die liebenswerte Lebenssimulation immer noch ungemein. Leider hat Nintendo bei all den Verbesserungen und Ergänzungen jedoch immer noch reichlich Luft nach oben gelassen. Dass man Materialien zum Basteln von Möbeln und Werkzeugen unbedingt in seinem Inventar haben muss und zudem stets immer einzelne Objekte gebaut werden, ist schlichtweg unkomfortabel. Das neue Verschleißsystem für Werkzeuge ermuntert zwar zum regelmäßigen Craften, wirkt jedoch mangels Haltbarkeitsanzeige undurchsichtig und nervt, wenn man beispielsweise einfach mal einen ruhigen Nachmittag mit der Insektenjagd verbringen möchte. Und selbst online gibt es diverse Ärgernisse: Die Kommunikation per Text-Chat wird durch das extreme Zeichenlimit beschränkt, die Smartphone-Tastatur lässt einen Chatlog vermissen und die Begrüßungs- und Abschiedssequenzen für Besucher stocken den Spielfluss ungemein. Nicht zuletzt hat mir das momentan laufende Häschentag-Event aufgrund der Eierplage gehörig die Motivation geraubt, auch wenn derartig aufwendigere Feiertags-Veranstaltungen an und für sich lobenswert sind. Da weitere Festtage erst nachgepatcht und ohnehin online aktiviert werden müssen, nutzt Nintendo hoffentlich das allgemein eher missmutige Feedback, um die nächsten Events besser zu machen. Doch auch wenn dies natürlich jetzt nach einer gewaltigen Liste an Kritikpunkten klingt, haben sie (den Häschentag ausgenommen) mich nicht daran gehindert, innerhalb weniger Wochen bereits mehrere volle Tage auf dem kleinen Inselparadies zu verbringen. Denn wenn man einfach mal Fünfe gerade sein lassen kann und sich einfach der Angelei, der Landschaftsgestaltung oder dem wohligen Plausch mit seinen virtuellen Nachbarn hingeben kann, dann blüht New Horizons so richtig auf. Eine 1A-Urlaubsempfehlung für gestresste Seelen, die ihr Leben ein wenig entschleunigen möchten.

Bastelt die passende Pfanne für die Mutter aller Omeletts: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Entspanntes Inselleben mit viel Gestaltungsfreiheit – ein paar Komfortfunktionen werden dennoch schmerzlich vermisst.

Wertung

SPIELTIEFE:

8.0

ABWECHSLUNG:

8.0

MULTIPLAYER:

7.0
80
von 100

Liebliches Inselfeeling zum Einstieg

Motivierender Aufbau der kleinen Kommune

Massig Möglichkeiten zur Gestaltung des Eilands

Vielfältige potenzielle Bewohner

Umfangreicher Crafting-Katalog

Reichlich Sammelobjekte zum Zeitvertreib

Zufallsinseln für den kleinen Reisekick zwischendurch…

…wo man auch saison- oder heimatfremde Sachen einkassieren kann

Verspielte deutsche Texte

Fummelige Platzierung von Blumen und Bauprojekten

Werkzeuge nur begrenzt haltbar

Bastelmenü greift nicht auf Lagermaterial zu…

…und bietet keine Möglichkeit zum Stapelcraften mehrerer Objekte

Nervige, langwierige Reiseszenen im Multiplayer

Arg begrenztes Chat-Textfenster

Keine Feste vorinstalliert…

…und das erste nachgepatchte Event stört den regulären Spielfluss komplett

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Spielname:
Animal Crossing: New Horizons

Typ:
Switch-Spiel

Jetzt Bestellen:
Zum Shop
Publisher:
Nintendo

Developer:
Nintendo

Genre:
Simulation

Release:
20.03.2020 (erschienen)

Multiplayer:
1-4 Spieler, 1-8 online

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

eShop Preis:
59,99 €

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