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Resident Evil Revelations

Review: Resident Evil Revelations

Tjark Michael Wewetzer, 19.12.2017

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Wie ein gutes Kreuzfahrtschiff hat Resident Evil Revelations eine lange Reise hinter sich. Vor fünf Jahren begann die Fahrt auf dem 3DS, wo der Titel durch seine famose Grafik für Aufsehen sorgte und mit seinem atmosphärisch dichten Ambiente begeisterte. Es folgten HD-Portierungen für stationäre Konsolen und den PC, bevor sich nun der Kreis schließen sollte und das Action-Adventure dank der Switch wieder einmal mobil wird. Nun sind fünf Jahre aber eine lange Zeit: Konnte sich der Gruseltrip so lange frisch halten? Und schindet der Switch-Port genauso Eindruck, wie es einst das 3DS-Original tat? Dieser Test soll dies offenbaren.

Stürmischer Seegang mit Monstern aus dem Abgrund
Alles beginnt mit einer Untersuchung auf hoher See. Die Queen Zenobia, ein unscheinbarer Kreuzer, soll als letzter Aufenthaltsort des Anti-Biowaffen-Agenten und Resident Evil-Veterans Chris Redfield ausgemacht worden sein und seine ehemalige Gefährtin Jill Valentine macht sich zusammen mit Neuzugang Parker Luciani auf, um der Sache auf den Grund zu gehen. Wie es sich für die Reihe gehört, erweist sich das Schiff schlussendlich als wahrer Monsterhort, was die Suche nach Kollege Redfield ungemein erschwert. Ganz gemäß des Untertitels ist dabei aber auch nicht alles so, wie es auf den ersten Blick scheint, obwohl die Geschichte insgesamt weiterhin auf B-Movie-Niveau bleibt. Stellt euch also auf gelegentliche, kernige Sprüche und eine gewisse Dosis Nonsens ein, was der allgemeinen Atmosphäre jedoch glücklicherweise keinen Abbruch tut.

Denn die orientiert sich eindeutig stärker an den Horror-Wurzeln der Reihe. Die schummrig beleuchteten Korridore des Kreuzers, unsortierte Bücherregale oder blutige Kabinen sorgen für die richtige Gruselstimmung, während ihr langsam und vorsichtig mit Jill voranschreitet. Selbst die besser ausgeleuchteten Gebiete versprühen durch den heruntergekommenen Zustand der Räumlichkeiten nicht unbedingt ein Gefühl der Sicherheit – allgemeines Unwohlsein steht hier an der Tagesordnung. Das wird ferner dadurch gestärkt, dass sich natürlich auch zahlreiche groteske, durch ein gefährliches Virus verunstaltete Gestalten auf dem Schiff befinden und euer Munitionsvorrat ziemlich beschränkt ist. Klar lassen sich viele Situationen auch noch mit Gewalt meistern, doch bereits auf normaler Schwierigkeitsstufe vertragen die Mutationen dermaßen viele Kugeln, dass die direkte Konfrontation wohlüberlegt sein möchte. Ganz wie im ersten Resident Evil kann es sich auf lange Sicht als klüger erweisen, Konfrontationen aus dem Weg zu gehen, anstatt die Brut wie in den Hauptteilen 4 bis 6 systematisch aufs Korn zu nehmen. Ein wenig wird dieses Gefühl aber auch dadurch künstlich erzeugt, dass die mitführbare Munition noch stärker beschränkt ist als das, was euch Resident Evil Revelations vor die Nase setzt.

Trotzdem ist das Spiel nicht komplett unbarmherzig und drückt euch mit dem Genesis-Scanner ein wichtiges Hilfsmittel in die Hand. Keine Sorge, ihr legt damit keine großen Gegner-Datenbanken an – stattdessen dient der Scanner dazu, versteckte Objekte in der Gegend aufzuspüren oder euch mit Heilkräutern zu versorgen. Für letztere Funktion gilt es jedoch, die schlurfenden Monster anzuvisieren und so mit ausreichend gescannten Exemplaren eine Prozentanzeige zu füllen. Da lebende Subjekte mehr wert sind als tote, wird das Genesis-Gerät schnell Teil des allgemeinen Risikomanagements von Resident Evil Revelations. Scanne ich den vor mir stehenden Gegner nun, um meine Vorräte schneller auffüllen zu können, oder lasse ich es sein, weil ich in der Zwischenzeit dadurch Schaden nehmen könnte und die ganze Mühe für das Bonus-Heilkraut im Prinzip umsonst wäre? Solche Angelegenheiten müssen schnell abgewägt werden, wenn man nicht als Monsterfutter enden möchte.

Mehr als nur Grusel
Auflockerungen des allgemeinen Survival-Horror-Spielprinzips gibt es im Laufe der episodisch aufgebauten Kampagne im Prinzip zwei. So sind, wie für klassische Action-Adventures üblich, natürlich auch einige Rätsel an Bord der Queen Zenobia zu knacken, wirklich handfeste Knobelkost ist jedoch mangelware. Stattdessen gibt es hauptsächlich kurze Schaltkasten-Rätsel oder die gute, alte Suche nach verstreuten Schlüsseln – egal, ob sie nun tatsächlich in Schlüsselform erscheinen oder ob es sich um Karten oder gar Platten handelt. Ein paar richtige Kopfnüsse wären schöner gewesen, doch was da ist, fügt sich immerhin gut in den allgemeinen Spiefluss ein. Weitere Abwechslung kommt durch immer wieder eingestreute Action-Sequenzen hinzu, die unter anderem in Rückblenden das Schicksal der künstlichen Insel Terragrigia beleuchten. Statt atmosphärischer Erkundungstouren stehen dann Kugelhagel auf dem Programm, während man sich mit der eingängigen Steuerung gegen Horden von Mutanten wehrt.

Revelations verlässt sich übrigens nicht auf die etwas störrische „Panzersteuerung“, für die vorherige Serienableger so bekannt waren. Stattdessen erwartet euch in der Standard-Konfiguration fast schon eine klassische Third-Person-Shooter-Belegung, die sich höchstens ein wenig behäbig anfühlt. Seitenschritte oder anderen schnelle Manöver sind so überhaupt kein Problem. Lediglich der Ausweichschritt, der euch in manchen Situationen das Leben retten kann, ist durch sein ziemlich penibles Timing etwas schwierig auszuführen. Aber es wäre ja kein Horror-Spiel, wenn man wirklich perfekte Kontrolle über seinen Charakter hätte, oder? Das traditionelle Steuerschema lässt sich übrigens optional trotzdem auswählen und auch an eine Alternative mit Bewegungssteuerung wurde gedacht. So könnt ihr den rechten Joy-Con zum Ausrichten eurer Waffe oder dem Messerschwung verwenden, wenn euch danach ist. Das funktioniert im Prinzip auch gut, erfordert allerdings etwas Einspielzeit. Das an sich nett gedachte Feature zum Nachladen per Handgriff an die Infrarot-Leiste des Controllers erwies sich in meinem Praxistest hingegen als Glückssache, kann aber immmerhin auch separat abgeschaltet werden.

Neben der Kampagne bietet auch die Switch-Umsetzung von Residen Evil Revelations wieder einmal den Raubzug-Modus, der komplett auf Action setzt und sogar ein eigenes Erfahrungslevel-System bietet. In fest arrangierten Bereichen des Spiels gilt es hier, möglichst schnell zum jeweiligen Ziel des Abschnitts zu gelangen und dabei auch die auf dem Weg befindlichen Monster zu erlegen. Eine Vielzahl an freischaltbaren Waffen, Upgrades und sogar Charakteren soll hier für Dauerspaß sorgen und tut es auch – für eine schnelle Runde zwischendurch ist die Ballerei auf jeden Fall klasse. Besser noch: Ihr müsst hier gar nicht mal allein durch die Korridore streifen, sondern könnt lokal oder online einen Freund mit ins Boot holen.

Die HD-Frischzellenkur
Auf dem 3DS sorgte Resident Evil Revelations seinerzeit für großes Staunen, denn eine solche Grafikpracht hatte man auf dem Handheld bis dahin nicht gesehen. Trotz des eigentlich eher schwachbrüstigen Systems kam eine Horror-Stimmung auf, die gut mit den damals aktuellen Großkonsolen mithalten konnte. Da wundert es nicht, dass auch die HD-Version ein genauso stimmungsvolles Ambiente bietet und immer noch verflucht gut aussieht. Seine Herkunft als 3DS-Spiel kann Revelations trotzdem nicht ganz kaschieren, denn einige, glücklicherweise eher vernachlässigbare Texturen sehen bei manchen Kamerawinkeln etwas verwaschen aus und sowohl die 3D-Karte als auch die Waffenmodelle im Menü wirken ziemlich grobkörnig. Immerhin läuft die Switch-Version dafür auch weitestgehend ruckelfrei und äußerst flüssig, egal ob ihr das Spiel nun am TV-Bildschirm oder mit Kopfhörern im Handheld-Modus genießt. Und die Kopfhörer empfehle ich bei letzterer Variante unbedingt, denn die einmalige Klangkulisse kommt auf diese Weise richtig gut zur Geltung – wenn man mal von der eher mittelprächtigen Vertonung der Dialoge, die übrigens auch in deutscher Sprache verfügbar ist, mal absieht.

Fazit:
Auf dem 3DS war Resident Evil Revelations, man verzeihe mir dieses Wortspiel, eine Offenbarung. Während die Heimkonsolen-Gegenstücke sich immer mehr im Action-Einheitsbrei mit grotesken Gegnerdesigns verloren, zeigte ein kleines Handheld-Spinoff, dass immer noch ein Funken Gruselei in der Marke steckt und nur darauf wartet, durchscheinen zu dürfen. Davon ist auch in der HD-Version für Nintendo Switch nichts verloren gegangen: Noch immer wirken die schummrigen Korridore des Kreuzfahrtschiffes beklemmend und auch wenn das Design der Standard-Monster eher befremdlich als unheimlich wirkt, so können sie doch mal für angenehme Schauer und Schocker sorgen, wenn sie sich nur durch ihr Stöhnen ankündigen oder gar überraschend an einen heranschleichen, während man seine Konzentration auf andere Dinge richtet. Durch die allgemeine Munitionsknappheit (und -beschränkung) bleiben die Konfrontationen zudem durchgehend spannend, denn nur selten erweist sich der direkte Gewaltmarsch als die optimale Vorgehensweise. Dank der stressigen Bosskämpfe und immer wieder eingestreuten Action-Szenen kommt nicht zuletzt etwas willkommene Abwechslungs ins Gameplay, sodass sich nach der kurzen Pause direkt wieder Spannung bei der Erkundung der Queen Zenobia aufbauen kann. Kurzum: Wenn ihr dieses Kleinod der Resident Evil-Reihe noch nicht gespielt haben solltet, wird es langsam höchste Zeit. Revelations ist nämlich eines der besten Spiele, das Capcoms altehrwürdige Marke hervorgebracht hat!

Sergeant Hasenfuß: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an Capcom für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

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-
Ein atmosphärischer Gruseltrip zu hoher See, der auch fünf Jahre später noch immer für wohlige Schauer sorgt.

Wertung

ATMOSPHÄRE:

9.0

SCHWIERIGKEITSGRAD:

8.0

UMFANG:

8.0
85
von 100

Spannendes Setting

Dichte Grusel-Atmosphäre

Ansehnliche Optik…

Auflockernde Action-Szenen

Fordernde Bosskämpfe

Kurzweiliger Raubzug-Modus

Keine richtigen Rätsel

Mäßiger B-Movie-Plot

…die ihre 3DS-Herkunft nicht ganz kaschieren kann

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Spielname:
Resident Evil Revelations

Typ:
eShop Spiel

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Publisher:
Capcom

Developer:
Capcom

Genre:
Action Adventure

Release:
28.11.2017 (erschienen)

Multiplayer:
vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 16 Jahre

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