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Resident Evil Revelations 2

Review: Resident Evil Revelations 2

Tjark Michael Wewetzer, 16.01.2018

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Als Capcom mit Resident Evil Revelations (zum Test) einen Überraschungs-Hit landete, war beim japanischen Entwicklerteam eine Sache wohl schnell klar: Daran muss angeknüpft werden! Und alles muss größer, schöner, knalliger werden! Und das episodische Release-Konzept, das bei Telltale und Co. so gut funktioniert hat, wird gleich mit übernommen! Schließlich war das erste Spiel auch schon in als Episoden betitelte Kapitel aufgeteilt. Auf der Switch muss natürlich nicht mehr gewartet werden, denn das volle Paket ist gleich von Beginn an aus dem eShop herunterladbar. Warum Resident Evil Revelations 2 trotz eines leicht verschobenen Fokus noch immer ein klasse Spiel ist, das sich Action-Freunde näher ansehen sollten, verrate ich euch in meinem Test.

Die Prüfung
Apropos Übernahme und Inspiration: Die Ausgangslage von Revelations 2 könnte glatt aus einem Zero Escape-Spiel stammen. Zu Beginn werden nämlich die Raccoon City-Veteranin Claire Redfield und die neue Figur Moira Burton – ihres Zeichens Tochter des altgedienten Kämpfers Barry Burton aus dem ersten Resident Evil – bei einer Party der Organisation Terra Save von mysteriösen Maskenmännern entführt und in einer Anstalt eingesperrt. Nun tragen sie ein leuchtendes Armband an ihrem Handgelenk, das augenscheinlich ihren Furchtzustand anzeigen soll. Außerdem meldet sich eine mysteriöse Aufseherin immer mal wieder mit kryptischen Phrasen zu Wort, um das Duo zu verwirren. Und als wäre das noch nicht genug, tummeln sich auf der Insel, auf der sich die Anstalt befindet, auch noch reichlich ungemütliche Monster. Die Weichen sind also für einen schönen, rund zehn Stunden umfassenden Gruseltrip gestellt – auch wenn hier eigentlich mehr Anspannung als Horror auf dem Programm steht.

Denn obwohl sich der Survival-Horror-Trip durchaus auf einige der Kerntugenden des Vorgängers und somit auch der Ursprünge stützt, fällt das generelle Spielgefühl doch etwas actionlastiger aus. Munition mag eher sparsam vorhanden sein, doch wenn man nicht gerade bestens mit den Szenarien vertraut ist, kommt man um das Erledigen der Gegner im Prinzip kaum herum. Wenn man beispielsweise in einem verlassenen Küstendorf, das entfernt an die anfänglichen Gebiete von Resident Evil 4 erinnert, nach Ersatzteilen für einen stillgelegten Helikopter sucht, kann man die Gesellschaft der umherstreifenden Infizierten kaum gebrauchen. Anstatt jedoch stets auf solche Stress-Szenarien zu setzen, gibt es häufig Abschnitte, bei denen man eher zum Schleichen animiert wird. Hinterrücks erledigte Gegner lassen sich im Nahkampf nämlich mit einem gezielten Messerstich ausschalten.

Wer sich die Angelegenheit noch einfacher machen möchte, kann sich für die Kampagne – leider nur im lokalen Splitscreen-Modus – einen Koop-Partner mit ins Boot holen, der in die Rolle von Moira schlüpft. Da Barrys rebellische Tochter allerdings wenig von Schusswaffen hält, ist sie lediglich mit einer Gegner blendenden Taschenlampe sowie einer Brechstange für Notfälle gewappnet. Ein im Solo-Modus nerviger Eskorte-Partner also? Nicht ganz, denn die Lebensenergie der Helferin regeneriert sich automatisch und das völlig unabhängig davon, ob nun die KI die Kontrolle übernimmt oder ein zweiter Spieler. Ein kompetenter Spielpartner kann euch das Leben also ziemlich erleichtern, ohne selbst in Lebensgefahr zu laufen, wenn er nicht gerade im Dauerfeuer malträtiert wird. Und natürlich kann man sich diesen Umstand im Solo-Modus auch gut zum Auskundschaften zunutze machen, da ihr in dem Fall per Knopfdruck jederzeit zwischen euren beiden Protagonisten wechseln dürft.

Brief an den Vater
Stichwort Wechseln: Jede zweite Hälfte einer Episode übernehmt ihr die Kontrolle über Moiras Vater Barry, den es auf der Suche nach seiner Tochter ebenfalls auf das monsterverseuchte Eiland verschlagen hat. Da er auf eigene Faust losgefahren ist und sich entsprechend auf den Trip vorbereiten konnte, ist er natürlich auch um einiges schwerer bewaffnet, weswegen seine Spielteile verstärkt auf Action setzen. Das jedoch auch nie, ohne die Spannung der Claire-Hälfte komplett aus den Augen zu verlieren. Barrys Gegner sind nämlich ebenso anfällig gegen Schleichattacken wie die von Frau Redfield, weswegen in manchen Gebieten ein vorsichtigeres Vorgehen ratsamer ist. Das wird ferner dadurch gefördert, dass die Kreaturen hier mit gemeinen Tricks aufwarten – etwa versteckte Schwachpunkte, die bei jedem Monster an anderer Stelle zu finden sind. Doch genau dafür hat Barry eine eigene Begleiterin aufgelesen: Das mysteriöse Mädchen Natalia, welches augenscheinlich über die Fähigkeit verfügt, verborgene Dinge und Monster aufzuspüren. Spätestens wenn Revelations 2 anfängt, euch unsichtbare Gegner in den Weg zu stellen, weiß man ihre Hilfe zu schätzen – auch wenn der Wechsel zwischen der weitestgehend wehrlosen Natalia und dem bis an die Zähne bewaffneten Barry im Einzelspieler-Modus schon mal etwas nervig ausfallen kann.

Ebenfalls fällt negativ auf, dass Papa Burton viele Pfade betritt, die vorher schon von Team Claire abgeklappert wurden. Ihr könnt euch also auf einiges an Recycling zwischen den beiden Handlungssträngen gefasst machen. Immerhin läuft nicht alles komplett identisch ab. So müssen Barry und Natalia an einer Stelle etwa einen Umweg über einen Wald und ein Sägewerk nehmen, weil der normale Weg dank Claires Aktionen versperrt ist. Dieser Abschnitt zeigt zudem auch gut, dass selbst dieses Szenario gut Spannung aufbauen kann, denn das atmosphärische Waldstück wirkt auch mit dem deutlich besser gerüsteten Barry noch mehr als bedrohlich.

Beschreibung eines Kampfes
Wer sich in der kompakten und doch knackigen Kampagne ausgetobt und an den Bonus-Modi wie dem Zeitangriff und einer Runde mit durch die Bank weg unsichtbaren Gegnern sattgesehen hat, findet im überarbeiteten Raubzug-Modus den idealen, umfangreichen Action-Spaß. Ähnlich wie im ersten Revelations geht ihr hier auf kompakte Missionen, bei denen es etwa ein bestimmtes Ziel zu erreichen gilt und sich euch zahlreiche Kreaturen in den Weg stellen. Dank eines noch umfassenderen Waffen-Systems samt massig Upgrades, einer Vielzahl an Charakteren mit aus- und aufrüstbaren Spezialfähigkeiten sowie Szenarien aus verschiedenen Resident Evil-Spielen habt ihr hier reichlich an Spielmaterial durchzukauen. Es gibt sogar täglich wechselnde Spezialaufträge! Besser noch: Anders als die Story lässt sich dieser Teil von Revelations 2 auch online mit einem Kumpanen genießen. Richtige Chat-Möglichkeiten gibt es hierbei zwar leider nicht, euch steht allerdings eine Auswahl an teils ziemlich albernen Gesten, die glatt aus Monster Hunter stammen könnten, und kurzen Kommando-Phrasen zur Kommunikation zur Verfügung. Nicht ideal, aber für den Notfall reicht es.

Betrachtung
Bleibt nur noch die Frage, wie eigentlich der Port auf die Switch gelungen ist. Insgesamt eigentlich besser als erwartet: Optisch hat Revelations 2 nur ein wenig einstecken müssen, im Prinzip erstrahlt es noch immer in seiner alten, wohlig atmosphärischen Pracht – auch wenn die in freier Wildbahn ins Bild wachsenden Grasbüschel bei näherer Betrachtung etwas albern wirken können und die Mimik der Charaktere außerhalb von Zwischensequenzen zu wünschen übrig lässt. Trotzdem eine erstaunliche Leistung, die sowohl im TV-Modus am heimischen Bildschirm als auch im Mobilbetrieb zu begeistern weiß. Leider hat die Pracht auch ihren Preis, denn die Ladezeiten sind leider nicht von schlechten Eltern. Es kann gut und gerne mal eine Minute dauern, bis das nächste Szenario geladen ist. Im Story-Modus mag das nicht so ein großes Problem sein, da man abseits vom Neuladen beim Ableben nur beim Kapitelwechsel eine waschechte Verschnaufspause hinnehmen muss, im Raubzug-Modus sieht die Angelegenheit jedoch etwas anders aus. Hier brauchen die beiden Koop-Partner auf jeden Fall einiges an Geduld, wenn sie sich durch die Missionen ballern möchten. Da hätte es sich prima angeboten, das Switch-exklusive Minigame – eine Ein-Level-Abwandlung von Ghosts'n Goblins mit Barry Burton in der Hauptrolle – als Ladepausenüberbrücker zu nutzen, doch das ist leider nur als komplett isolierte Nebenbeschäftigung in der Raubzug-Lobby anwählbar.



Fazit:
Nach dem eindrucksvollen Vorgänger hatte Resident Evil Revelations 2 ein schweres Erbe anzutreten. Doch statt unter dieser Last zusammenzubrechen, mauserte es sich zu einem durchweg unterhaltsamen Action-Horror-Trip, auch wenn die waschechte Gruselei ein wenig in den Hintergrund gerückt ist. Stattdessen stehen Spannungsmomente im Fokus, wenn man sich mit begrenzter Munition in verwinkelten Korridoren gegen kleinere Gegnerwellen zur Wehr setzen muss oder seine Schleichkünste unter Beweis stellt. Diese Formel funktioniert jedoch und dank abwechslungsreich aufgebauter Szenarien und der herrlich trashigen Handlung kommt dabei immer noch reichlich Freude auf. Der gehörig ausgebaute Raubzug-Modus tut dann sein übriges, um euch weit über die Kampagne hinweg an die Konsole zu fesseln – besonders wenn ihr einen gut eingespielten Koop-Partner an eurer Seite habt. Ein paar ungeschliffene Ecken finden sich dennoch: So sind die an sich hilfreichen (und komplett optionalen) Passiv-Fähigkeiten, die man mit erbeuteten Punkten freischalten kann, womöglich etwas ZU nützlich und nehmen die Spannung aus manch stressigen Szenarien. Außerdem kommt es vom Panik-Gefühl nie an das Niveau des Klassikers Resident Evil 4 heran, weil häufig einfach nicht genügend Gegner auf euer Blut aus sind und manche Sonderkategorien – mit freundlichen Grüßen an die Stahlköpfe – durch ihre hohe Erscheinungsfrequenz schnell ihren Bedrohlichkeitsfaktor einbüßen. Nicht zuletzt sind die Ladezeiten eindeutig zu lang. Dennoch: Der Überlebensurlaub auf der Insel der Aufseherin lohnt sich und bietet sowohl Serien-Fans als auch allgemeinen Freunden knackiger Action-Adventure-Kost reichlich Stoff für ihr Geld.

Würde auf der Insel im realen Leben keine fünf Minuten überleben: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an Capcom für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Etwas actionorientierter, doch nicht minder spannend: Eine gelungene Fortsetzung der Wiedergeburt von Resident Evil.

Wertung

ATMOSPHÄRE:

8.0

SCHWIERIGKEIT:

8.0

UMFANG:

9.0
82
von 100

Spannendes Szenario

Hilfreiches Koop-System…

Zwei Story-Stränge mit verschiedenen Spielstilen

Umfangreicher Raubzug-Modus

Vielzahl von Bonuszielen bringt Wiederspielwert

Macht optisch einiges her

Gelungene Steuerung

Laaaaange Ladezeiten

…welches viele Stellen trivialisiert

Manche aufgezwungenen Koop-Elemente nerven

Kampagne nur im lokalen Splitscreen im Koop spielbar

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Spielname:
Resident Evil Revelations 2

Typ:
eShop Spiel

Jetzt Bestellen:
Zum Shop
Publisher:
Capcom

Developer:
Capcom

Genre:
Action Adventure

Release:
28.11.2017 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler, auch online

Altersfreigabe:
Frei ab 16 Jahre

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