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Dragon Quest Builders 2

Review: Dragon Quest Builders 2

Sebastian Mauch, 25.07.2019

2

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Man kommt kaum umhin, beim Thema Sandbox- beziehungsweise Bauspielen den Namen Minecraft zu nennen. Kein Wunder, denn immerhin hat dieses Spiel vom schwedischen Entwicklerstudio Mojang und Schöpfer Markus „Notch“ Persson nicht nur eine ganze Generation geprägt, sondern auch Generationen verbunden und deren Kreativität entfacht. Das vor einiger Zeit von meinem Kollegen Alanar getestete Dragon Quest Builders (Link) schlägt in eine ähnliche Kerbe, glänzt aber auch mit eigenen Anreizen. Aufgrund einiger fragwürdiger Designentscheidungen konnte der Titel damals aber „nur“ eine 80er-Wertung bei uns einfahren. So viel vorweg: Der jüngst erschienene Nachfolger Dragon Quest Builders 2 macht vieles besser und macht mächtig Laune. Woran das liegt, und was man sich vom zweiten Ableger von Square Enix‘ Klötzchenwelt erwarten darf, das erfahrt ihr im folgenden Test.

Kein Erbauen ohne Zerstörung
Auch hier versucht man wieder, dem Spieler eine Geschichte zu präsentieren. Dieses Mal geht im Prinzip wieder um den altbewährten Zwist zwischen Gut und Böse, und natürlich haben sich dunkle Mächte wieder keine Blöße gegeben und die Welt von DQB2 ordentlich zugrunde gerichtet. Erneut schlüpft man in die Haut eines Erbauers, dessen Aufgabe es ist die Welt wieder bewohnbar und lebenswert zu machen. Zunächst erwacht man durch eine mysteriöse Fügung auf einem Schiff der sogenannten „Kinder Hargons“, eine Sekte die sich einem vormals mächtigen Anführer der dunklen Seite verschrieben hat. Ihr Ziel: Zerstörung und die Unterdrückung jeglicher Schöpfung. Blöd nur, dass auch diese – nennen wir sie mal Religion – nicht ganz ohne die Künste des Schaffens auskommt. In einem sehr gemächlichen Tutorial wird man daher zu Beginn von den Wärtern des Gefangenenschiffs von A nach B gescheucht, um allerlei Besorgungen und Reparaturarbeiten zu leisten, bevor man dann, nun ja, beseitigt wird. Glücklicherweise (oder unglücklicherweise?) sorgt ein verheerender Sturm für Schiffbruch und unser Protagonist findet sich auf der abgelegenen und verlassenen Insel des Erwachens wieder.

Dort angekommen gibt es zunächst einige Verluste zu beklagen, sonderlich viele haben das Unglück nämlich nicht überlebt. So ganz allein ist man dann aber doch nicht, denn recht schnell schließt man Freundschaft mit der kessen Lulu, die das Eiland direkt mal „Lulutopia“ tauft, sowie dem düsteren Malroth, welchem im späteren Spielverlauf noch eine größere Bedeutung zukommt. Zunächst gibt besagte Lulu aber erstmal die Kommandantin und Malroth den Prügelknaben, der euch fortan beim Sammeln und Beseitigen von Monster hilft. Hier kommen wir schon zur ersten Neuerung, man kommt sich nämlich nicht mehr so allein und vor allem schwach vor – Malroth kann nämlich furchtbar gut Schaden austeilen und hilft zudem beim Abbauen bestimmter Ressourcen, wenn man es mit dem Helden vormacht. Nach einer kurzen Einfindungsphase auf der Insel bekommt der Spieler von einem geisterhaften Eremiten ein paar Takte zum Schicksal des Erbauerdaseins verpasst, und wird auch schnell schöpferisch aktiv. Basics wie das Errichten einer Unterkunft, Zubereiten von Essen und Abbauen mit dem treuen Hammer bekommt man noch mit auf den Weg, danach brechen wir mithilfe eines verirrten Schiffmanns aber auch schon wieder auf in neue Gefilde, auf der Startinsel gibt es nämlich außer karge Landschaft nicht viel. Lulu hält dann erstmal die nächsten 10 Spielstunden einsam und allein die Stellung, während man selbst mit Malroth nach Grünland aufbricht und den dort angesiedelten Überlebenden hilft und neues Material in die neue Heimat mitbringt.

Ein grünes Paradies, das keines ist
Dort angekommen sieht es nicht sonderlich besser aus. Auch hier herrschen die Kinder Hargons und verbieten jegliches Gebaue. Das hält uns natürlich nicht davon ab der Story zu folgen. Diese wird nun übrigens nicht weiter vertieft. Allgemein kann man aber sagen, dass sie sehr träge erzählt wird und wenig reizt, was wohl auch dem Aufbau des Spiels geschuldet ist. Immerhin bildet sie aber in Verbindung mit dem Questsystem einen vorbildlichen roten Faden. Im Vergleich zum Genrekollegen aus Schweden ist man hier zwar stets frei in seinem Handeln, bekommt aber auch nonstop Aufgaben vorgesetzt, was recht schnell eine enorme Sogwirkung entfaltet und durchaus anfixt, sofern man auf diese Art von Spielen steht. Stück für Stück bringen uns die liebevoll in teils witzigen, teils extrem schnarchigen Dialogen erzählten Quests so gut wie alle Elemente des Spiels näher – und das sind verdammt viele. Nach knapp 20 Stunden Spielzeit habe ich noch immer das Gefühl, gerademal an der Oberfläche gekratzt zu haben. Es gibt einfach dermaßen viele Baupläne, herstellbare und sammelbare Gegenstände, dass man sich schon fast etwas erschlagen fühlt.

Von einer positiveren Perspektive betrachtet, kann man sich aber auch so richtig schön im Spiel vergraben, was heute längst nicht mehr alle Spiele schaffen. Zuletzt durfte ich dieses Phänomen bei Minecraft und dem etwas aktuelleren Breath of the Wild beobachten, was durchaus für Builders 2 spricht. Apropos Perspektive, kommen wir doch mal zur technischen Seite des Titels. Im Vorgänger wurde nämlich unter anderem kritisiert, dass die zickige Kamera gerade in Höhlen und geschlossenen Räumen etwas limitierend ist. Hier hat man erfolgreich angesetzt und eine per Knopfdruck zuschaltbare Egoperspektive einführt. Auch lässt sich die Kamera nun stufenlos einstellen, wenn auch etwas umständlich. Optisch hat sich wiederum so gut wie nichts getan, was nun aber nicht wirklich wild ist. Schon der erste Teil wusste mit seinem einzigartigen „Dragonball-ähnlichen“ Design aus der Feder Akira Toriyamas zu überzeugen, was auch für Dragon Quest Builders 2 gilt. Aufgrund der eher simplen Zeichentrick-Optik fällt das Downgrade von der PS4 auch nicht allzu sehr auf. Natürlich ist die Switch-Version niedriger aufgelöst und stottert hier und da auch mal, wirklich störend ist das aber keineswegs.

Auch die Steuerung ist weitestgehend gleich geblieben. Das Bauen und Platzierung von Objekten funktioniert noch immer etwas hakelig, nach einer gewissen Eingewöhnung und durch bestimmte Tricks geht aber auch das irgendwann besser von der Hand. Das Problem mit dem begrenzten Inventar und der „Zaubertruhe“ aus dem Vorgänger hat man übrigens vereinfacht, denn nun habt ihr direkt von Beginn an etliche Seiten Inventarplatz neben der üblichen Schnellzugriffsleiste. Letztere muss man leider immer noch etwas umständlich von vorne bis hinten durchklickern. Soweit bisher gesehen, ist auch das Kampfsystem nach wie vor sehr karg. Immerhin kommt man sich dank unseres Begleiters aber zumindest etwas mächtiger vor.

Und sonst so?
Nun, da gibt es noch einiges. Das mit Abstand größte Problem des Erstlings war es nämlich, dass ihr aufgrund der Struktur der Geschichte nach Abschluss einer Siedlung diese komplett aufgeben musstet und bei null wieder starten musstet. Das hat man nun wesentlich eleganter gelöst. Zum einen hat man nun seine eigene Insel, die Dreh- und Angelpunkt ist, und zum anderen kann man bereits aufgepeppte Siedlung in anderen Gefilden nach eigenem Belieben immer wieder einen Besuch abstatten. So hegt man nicht ständig den Gedanken, dass ja ohnehin bald alles umsonst war. Man kann sich endlich kreativ austoben ohne dabei den Verlust der Fleißarbeit fürchten zu müssen. Hinzu kommt, dass man nun einen Schnappschuss-Modus parat hat. Dieser lässt euch mit einigen Einstellungen und Filtern teils atemberaubende oder einfach nur urkomische Fotos knipsen, und jetzt kommt’s: Mit anderen teilen! In der Online-Galerie zu stöbern macht einfach nur Laune und wie bei Super Mario Maker 2 strotzt die Community nur so vor Kreativität und Tatendrang. Man kann sich also reichlich inspirieren lassen und gelegentlich sogar die Insel anderer Spieler und Spielerinnen besuchen, sofern diese sie auch zugänglich gemacht haben. Mit einem Freund kann man sogar kooperativ Spielen, sowohl online als auch lokal. In Ermangelung an Mitspielern kann ich hier aber leider keine detailliertere Auskunft geben.

Übrigens hat man die Galeriefunktion clevererweise auch im Ladebildschirm eingebaut, obwohl diese gar nicht mal so häufig und lang sind. Immer wieder ertappte ich mich, wie ich über zehn Minuten in der Galerie stöberte, wo man nebenbei auch Favoriten wählen und Bewertungen abgeben kann. Lediglich bei Start des Spiels hat man eine etwa zweiminütige Ladepause zu ertragen, was etwas unschön an die Switch-Version von My Time at Portia erinnert. Im Groben wären dann auch die wichtigsten Unterschiede und Neuerungen zum Vorgänger abgehandelt. Solltet ihr dennoch Fragen haben zögert nicht diese in den Kommentaren zu stellen! Zu guter Letzt noch ein paar Worte zum Soundtrack: Alles bei Alten... Stimmig und situativ passend, aber auf Dauer auch gerne mal nervig. Das umfangsreiche Einstellungsmenü schafft aber bei vielen Macken des Spiels gekonnt Abhilfe.

Fazit:
Dragon Quest Builders 2 macht einiges um Welten besser, was den Vorgänger oft einiges an Unmut einbrachte. Man bekommt hier einen Klotz von Spiel vorgelegt, den man gut und gerne auch über längere Zeit spielen kann. Man hat quasi immer zu tun, darf sich ohne Verlustängste kreativ austoben und darf dazu sogar die Erlebnisse anderer Mitspieler aufsaugen und seine eigenen Teilen. Ein wenig mehr Pepp hätte dem Plot sicher gut getan, aber wer weiß, vielleicht kommt dieser ja gegen Ende nochmal ordentlich in Fahrt. Klanglich und optisch, sowie in Hinsicht auf die Steuerung hat sich zum Vorgänger nicht viel getan. Wenn in einem potenziellen dritten Teil nun noch mehr Rollenspiel, also ein tiefgreifenderes Kampfsystem und Skills, integriert werden, dann könnte sich dieses noch recht frische Franchise durchaus machen! Aber auch mit ersten Ableger konnte man seinen Spaß haben, was zum zweiten Teil nochmal ordentlich anhoben wurde. Wer auf Sandboxspiele steht oder einfach nur ein Spiel zum Abschalten und zur Beschäftigung sucht, kann hier rein gar nichts falsch machen. Übrigens wird durch den Season Pass der schiere Umfang an Baumöglichkeiten in den nächsten Wochen nochmal gehörig und thematisch erweitert, wozu dann zu gegebener Zeit nochmal ein separater DLC-Test veröffentlicht wird.

Hat den inneren Baumeister (wieder-) entdeckt: Sebastian Mauch [Paneka] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Grandioser Minecraft-Ersatz mit Story und leichtem Rollenspieleinschlag, der unzählige Stunden beschäftigen kann.

Wertung

UMFANG:

10

STORY:

7.0

TECHNIK:

8.0
87
von 100

Kurze und wenige Ladepausen im Spiel…

Tolles Fortschrittsgefühl

Schier endlose Möglichkeiten

Massig Gegenstände/Baumaterialien

Anleitungen und Tutorials für Einsteiger

Genialer Fotomodus mit Online-Galerie…

…der dem Spieler auch die ohnehin schon wenigen Ladepausen versüßt

Quest-System weiß immer zu beschäftigen

Multiplayer online und lokal mit Freunden

… aber sehr langer Ladevorgang beim Spielstart

Viele belanglose Dialoge…

…voller unerschöpflichem Optimismus der irgendwann etwas nerven kann

Magere, gestreckte Story

Framerate gelegentlich etwas wackelig

Schrift in Einblendungen teilweise extrem klein

Wie werten wir?

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2 Kommentare

profil 91 comments
[27.07.2019 - 06:54 Uhr]
LaNoir:
Hoffentlich kommt bald wieder eine 3für2-Aktion, ich will DQB2 umbedingt spielen >.<
profil 162 comments
[27.07.2019 - 15:12 Uhr]
Paneka Sebastian Mauch
Bis dahin kann dich vielleicht die Demo vertrösten :) Wenn ich mich nicht irre kann man den Fortschritt sogar übernehmen.
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Spielname:
Dragon Quest Builders 2

Typ:
Switch-Spiel

Jetzt Bestellen:
Zum Shop
Publisher:
Square Enix

Developer:
Square Enix

Genre:
Action Adventure

Release:
12.07.2019 (erschienen)

Multiplayer:
online, lokal

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

eShop Preis:
59,99 €

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