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Borderlands: Legendary Collection

Kurztest: Borderlands: Game of the Year Edition

Tjark Michael Wewetzer, 18.06.2020

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Der Traum vom mobilen Borderlands war es, der damals zum Vita-Launch sicher den ein oder anderen zum Kauf des Handhelds überzeugte. Leider ließ die Borderlands 2-Portierung erst enorm auf sich warten und war dann auch noch – trotz vorbildlichem Support und einiger bedeutsamer Updates – alles andere als einmalig (zum Vita-Test). Mit der Switch bekommt die Reihe nun ihre nächste Chance und das sogar im Dreierpack: Nicht nur der beliebte zweite Serienableger trat kürzlich auf der Konsole auf, sondern auch der Vorgänger sowie der zwischen Teil 1 und 2 angesiedelte Halb-Nachfolger. Grund genug, die Jagd nach fetter Beute von vorn aufzurollen und zu schauen, ob die Borderlands: Game of the Year Edition im Angesicht der moderneren Nachfolger auch gut gealtert ist – und wie sich der elf Jahre alte Titel auf Nintendos Hybrid-Konsole schlägt.

Die vielen Büchsen von Pandora
Und ja, der Beutezug ist tatsächlich der Hauptmotivator dieses Abenteuers. Die vier zur Auswahl stehenden Charaktere sind nämlich zum Planeten Pandora gereist, um nach einer sagenumwobenen Kammer zu suchen. Darin – so erzählt man sich – seien unermessliche Schätze verborgen. Blöderweise treiben sich in den Ödlanden und Schrottplätzen von Pandora nicht nur zahlreiche unfreundliche Tierchen herum, sondern auch nicht minder aggressive Banditen und andere Gestalten, die es zum Teil ebenfalls auf die Kammer abgesehen haben. Zum Glück wollen euch nicht ausnahmslos alle an die Gurgel: In jedem der drei großen Hauptgebiete gibt es nämlich auch eine Hand voll freundlich gesinnter Gesellen, die euch mit Aufträgen eindecken. An Info-Tafeln lassen sich zudem weitere Nebenquests einkassieren. Für den geneigten Kammer-Jäger gibt es also reichlich Arbeit, die mit Geld, Gegenständen und Erfahrungspunkten entlohnt wird. Leider fällt die Hintergrundgeschichte insgesamt eher dünn aus und wird auch lediglich über die kurzen Quest-Texte erzählt – ausgelassene Plaudereien mit euren Auftraggebern oder anderen markanten Charakteren gibt es praktisch keine. Wer also urkomische Unterhaltungen oder denkwürdige Persönlichkeiten wie in den Nachfolgespielen erwartet, wird im Zuge der Hauptkampagne leider bitter enttäuscht, Und auch die in der Game of the Year Edition enthaltenen DLC-Szenarien sind in dieser Hinsicht nur ein wenig besser ausgearbeitet.

Dafür glänzt das erste Borderlands mit seinem schnörkellosen, flotten Gameplay. Statt euch großartig an vorgeschriebenen Ereignissen aufzuhalten, hangelt ihr euch flott von Auftrag zu Auftrag und stellt so nach und nach alle Ecken dieser Seite des Planeten auf den Kopf. Für Abwechslung ist dabei auch gesorgt: Mal gilt es schlichtweg, eine bestimmte Anzahl von Gegnern umzupusten, an anderer Stelle sollt ihr ein Banditenlager nach vermissten Objekten absuchen, wieder an einem anderen Ort muss dann eine alte Ruine erforscht werden. Praktisch jede Ecke ist zudem mit Containern zugekleistert, die Geld, Munition und hin und wieder auch Ausrüstung bereithalten. Das motiviert ungemein zur genauen Erkundung aller Areale, zumal es dank der prozedural generierten Werte der einkassierbaren Schießprügel auch reichlich Varianten zum Ausprobieren gibt. Von der normalen Pistole über Maschinengewehre mit Säure-Effekt bis hin zur Schrotflinten, die aus unerfindlichen Gründen Raketensalven abfeuern, ist alles dabei, was für reichlich Schmerz sorgt. Bei der Beutejagd lohnt es sich zudem, entweder im Splitscreen-Koop für zwei Spieler oder im Online-Spiel für bis zu vier Teilnehmer mit Freunden loszuziehen – in solchen Fällen werden nämlich die Gegnerstärke sowie die ausgeschüttete Beute angepasst. Aber auch solo hatte ich viel Freude an der Beutejagd.

Ein Kammer-Jäger kommt selten allein
Die vier auswählbaren Charaktere bieten zudem nicht nur optische Unterschiede: Jeder von ihnen ist mit einer besonderen Fähigkeit gesegnet und kann sich mit bei Levelaufstiegen verdienten Skillpunkten auf bestimmte Eigenschaften spezialisieren. So zieht Jäger Mordecai beispielsweise mit seinem Falken in die Schlacht, der über die entsprechenden Skills noch einmal gehörig aufgemotzt werden kann. Der bullige Brick wiederum kann seine Lebensenergie- und Schildpunkte gehörig boosten, um als laufender Panzer relativ gefahrlos durch Kugelhagel zu stapfen und mit seinem Berserker-Skill unachtsame Gegner im Nahkampf unangespitzt in den Boden zu rammen. Zusammen mit einer schwereren Runde 2, die sich nach Spielabschluss freischalten lässt, kommen so reichlich Gründe zusammen, mehrere Anläufe mit unterschiedlichen Konfigurationen zu wagen. An Wiederspielwert lässt Borderlands somit nicht vermissen, was angesichts der insgesamt moderaten Spielzeit in Höhe von rund 15 Stunden für die Hauptkampagne plus Sidequests auch gut ist.

Wo hingegen das erste Borderlands gegenüber seinen Nachfolgern definitiv den Hut ziehen muss, ist die optische Abwechslung. Maßgeblich bewegt ihr euch durch postapokalyptische Einöden oder Schrottplätze und selbst die gelegentlichen Höhlen oder Küstenareale präsentieren sich hauptsächlich in erdigen Farbtönen mit massig Unrat. Man merkt schlichtweg, dass die Serie bedeutend bodenständiger als die Nachfolger begann. Die in der Switch-Version enthaltenen DLCs mischen die Formel zumindest etwas auf, beispielsweise das obligatorische Zombie-Szenario in einem düsteren Sumpfgebiet. Dennoch ändert dies nichts daran, dass sich manche Gebiete wie das Start-Areal und das letzte Zentralgebiet des Spiels sich irgendwie ziemlich gleichartig anfühlen.

Schönes mobiles Ödland
Die Einfachheit – und natürlich auch das fortgeschrittene Alter von Borderlands – hat jedoch noch einen Vorteil: Die Switch-Umsetzung läuft einwandfrei. Klar, dies geschieht „nur“ mit 30 Bildern pro Sekunde, dafür bleibt die Framerate stabil. Auch präsentiert sich der Port sowohl am konsoleneigenen Display als auch am TV gestochen scharf und lässt sogar das auffällige Texturennachladen, für das die Unreal Engine berüchtigt ist, weitestgehend vermissen. Selbst die Ladezeiten beim Gebietswechsel fallen an sich angenehm aus. In Sachen Einstellungsmöglichkeiten wurde nicht zuletzt auch an eine optionale Implementierung der Bewegungssteuerung gedacht, sodass ihr im Bedarfsfall durch Neigungen eures Controllers Feinjustierungen beim Zielen vornehmen könnt – wahlweise sogar mit Invertierungsoptionen! Insgesamt wurde hier also saubere Arbeit geleistet. Daher finde ich es umso enttäuschender, dass selbst die Einzelhandels-Ausgabe für den vollen Funktionsumfang ein gut 8GB großes Update voraussetzt. Zwar sei laut Publisher 2K das volle Spiel auf dem Modul und es kann auch ohne Extra-Download gestartet werden, doch zumindest die vier DLC-Abschnitte – und somit eben die Inhalte der Game of the Year Edition – lassen sich erst dann über das Schnellreisemenü ansteuern, wenn der Patch auch installiert ist.



Fazit:
Ich bin erstaunt, wie wenig vom ersten Borderlands bei mir hängengeblieben ist. Obwohl ich es seinerzeit mit meinem Bruder auf der Xbox 360 durchgezockt hatte, kam mir bei meinem Spieldurchmarsch auf der Switch nur wenig wirklich bekannt vor. Das liegt vermutlich daran, dass es Borderlands: Game of the Year Edition zumindest im Zuge der Hauptkampagne an wirklich denkwürdige Ereignissen mangelt. Die Story wird größtenteils in schmucklosen Questtexten abgefrühstückt, die Gebiete wirken insgesamt ziemlich gleichartig und der Variantenreichtum an Gegnern lässt zu wünschen übrig. Dafür konzentriert sich der Serieneinstand auf das Wesentliche: Die fesselnde Beutejagd und das spaßige Ausräuchern von Monster- und Banditennestern. Nach einer kurzen Einführung geht es schnörkellos von einem Auftrag zum nächsten, immer auf der Suche nach mächtigeren Wummen mit teils absurden Effekten und Eigenschaften. Wo sonst findet man Schrotflinten, die Scharfschützengewehren den Rang ablaufen, oder Raketenwerfer mit Säurewirkung? Der stetige Quest-Fluss sorgt dafür, dass man selbst innerhalb der gleichströmigen Gebiete immer reichlich zu tun hat, während die Gegnerkonstellationen und gelegentlich eingestreute Bosskreaturen euch auf Trab halten. Dank vier grundverschiedener Charaktere mit unterschiedlichen Ausbaumöglichkeiten und einem schwereren, zweiten Spieldurchlauf ist zudem mehr als genug Stoff für Extra-Runden an Bord. Wenn euch die Gameplay-Spirale bei Borderlands reizt, ist der erste Teil somit trotz einiger Zugeständnisse auch heute noch eine Runde wert. Wenn euch hingegen der Humor, der Charakter und die vielfältigen, verspielten Areale der Nachfolger ins Borderlands-Universum hineingezogen haben, könnt ihr den vergleichsweise blassen Serieneinstand beruhigt überspringen.

Panzerschrank mit der Panzerfaust: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetSwitch.de

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Etwas angestaubt, aber immer noch fesselnd: Trotz einiger Defizite spaßiger Beutezug auf Pandora, dessen Switch-Umsetzung auf ganzer Linie überzeugt.

Wertung

Vier spielbare Kammer-Jäger mit unterschiedlichen Ausrichtungsmöglichkeiten

Inklusive DLC-Pakete…

Massig Waffenvarianten laden zum Experimentieren ein

Extrem eintönige Einöden

Mittelmäßige Story in schmucklosen Textboxen

…die beim Modul als Update-Datei heruntergeladen werden müssen

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Spielname:
Borderlands: Legendary Collection

Typ:
Switch-Spiel

Jetzt Bestellen:
Zum Shop
Publisher:
2K Games

Developer:
Gearbox Software

Genre:
Shooter

Release:
29.05.2020 (erschienen)

Multiplayer:
1-4 Spieler, auch online

Altersfreigabe:
Frei ab 18 Jahre

eShop Preis:
49,99 €

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