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Edna & Harvey: The Breakout - Anniversary Edition

Kurztest: Edna bricht aus: Anniversary Edition

Tjark Michael Wewetzer, 15.06.2020

2

Test mögen: Weitersagen:

Ist es wirklich schon über zehn Jahre her, dass Edna bricht aus die deutsche Adventure-Szene eroberte? Kinder, wie die Zeit vergeht! Etwa um das zehnjährige Jubiläum herum bekam der moderne Klassiker dann auf dem PC auch eine längst überfällige Neuauflage spendiert, die allem voran den zwar charmanten, aber unterm Strich doch seines überschaubaren Budgets verschuldeten simplen Cartoon-Stil überarbeitete. Mit Edna & Harvey: The Breakout – Anniversary Edition, wie es im eShop zum Verkauf steht, im deutschen Home-Menü und Titelbildschirm jedoch als Edna bricht aus: Anniversary Edition gelistet wird, landet der Titel nun auch auf der Switch. Und auch wenn genretypisch die Steuerung nicht ganz das Gelbe vom Ei ist, weiß das grundlegende Knobel-Abenteuer auch über zehn Jahre später noch genau so zu überzeugen wie am ersten Tag.

Ein irrer Fluchtplan
Die Ausgangslage ist schnell erklärt: Hauptfigur Edna Konrad befindet sich in einer Irrenanstalt und wird dort natürlich völlig zu Unrecht festgehalten. Schließlich ist sie bei bester geistiger Gesundheit, was ihr sprechender Stoffhase Harvey auch bezeugen kann. Doch die Flucht ist selbstredend alles andere als einfach, vor allem weil der vom fiesen Psychiater Dr. Marcel geleitete Komplex nicht nur über diverses Wachpersonal verfügt, sondern auch nach außen hin gut abgeriegelt ist. Zudem kann sich Edna nur geringfügig an ihre Vergangenheit erinnern und möchte dieser auch noch auf den Grund gehen. Ein mehr als ausreichender Anlass dafür, den Komplex gehörig auf den Kopf zu stellen und sich nebenbei vielleicht auch mit diversen merkwürdigen Gestalten in den Hallen und Räumen anzufreunden.

Edna verfügt im Prinzip über das übliche Aktionsrepertoire einer Adventure-Hauptfigur. Mit dem linken Analogstick wird sie durch die Gegend gescheucht, während der rechte in der Nähe gelegene Hotspots abfährt – der nächstbeste wird dabei standardmäßig direkt markiert. Mit gedrücktgehaltener A-Taste lassen sich die in einem Rad angeordneten Aktionen anzeigen und per Y-Taste eine Standard-Interaktion ausführen. Das Inventar wird wiederum mit den Schultertasten bedient. Das geht tatsächlich nach etwas Eingewöhnung locker von der Hand. Frustrierend kann es jedoch werden, wenn Edna sich zur Durchführung einer Aktion etwas vom Objekt wegbewegt und der Hotspot folglich ausgeblendet wird. Dann muss man nämlich erst wieder rüberlaufen, bis man den nächsten Befehl ausprobieren darf. Alternativ kann man natürlich auch die blöderweise nirgendwo dokumentierte, vollständige Hotspot-Anzeige mit einem Klick auf den rechten Stick aktivieren, nur kleistert einen diese je nach Bildschirm regelrecht das Display zu. Und Stichwort „nirgendwo dokumentiert“: Dass man mit der ZR-Taste schneller rennen kann, habe ich auch erst durch Zufall auf halbem Weg durchs Spiel herausgefunden. Eine Kurzanleitung hätte hier wirklich geholfen. Eine Touch-Steuerung gibt es hier übrigens kurioserweise nicht.

Der gemütliche Plausch mit dem Inventar
Doch zurück zum Abenteuer, denn allein die Gummizelle, in der man beginnt, schlägt bereits gut den Ton an. Weil Ednas Denkweise alles andere als bodenständig ist, kann sie beispielsweise problemlos mit so ziemlich jedem Objekt reden – und auch Antworten erhalten. Wirklich bedeutend für den Spielfortschritt ist diese Fähigkeit nie, doch die Massen an Kalauern und lockeren Unterhaltungen fallen umso häufiger urkomisch aus. So tauft sie ihr frisch eingesacktes Stuhlbein Stuhlfried, nur um kurz darauf nach einer gewissen anderen Aktion dessen „Tod“ zu bedauern. Selbst bestimmte Objekt-Kombinationen müssen nicht immer mit der Standard-Phrase „Das klappt so nicht“ abserviert werden. Edna kann beispielsweise sehr wohl auf so ziemlich allem mit dem Kugelschreiber herumkritzeln oder die Situation mit einem aufgelesenen Comic-Heft abgleichen. Der halbe Spaß von Edna bricht aus ist zweifelsfrei das ausgiebige Erkunden der im Prinzip recht überschaubaren Umgebungen und Auffinden der zahlreichen versteckten Witze – auch wenn die Protagonistin selbst sich nichts sehnlicher von einem Flaschengeist wünschen würde, als dass der Spieler genau dies unterlässt.

Eine gute Beobachtungsgabe macht sich aber auch bei den Rätseln bezahlt. Die meisten von ihnen sind im Prinzip mit etwas Hirnschmalz locker lösbar, sofern man nicht gerade irgendwo einen wichtigen Gegenstand übersehen hat – aufgrund der normalerweise etwas eingeschränkten Hotspot-Anzeige kann dies in ganz wenigen Fällen leider durchaus vorkommen. In der Regel spielt Edna bricht aus dennoch fair und lässt sich selbst ohne Hilfe von außerhalb in einem angenehmen Tempo knacken. Speziell im Mittelteil bekommt ihr es auch genretypisch mit mehreren Aufgaben zu tun, die ihr parallel bearbeiten könnt. Ideal für den Fall, dass ihr bei einer Rätselkette gerade auf dem Schlauch steht und lieber an etwas anderem arbeiten möchtet, um die Birne freizukriegen. Ein tatsächliches Hilfesystem wie in anderen modernen Genrekollegen gibt es hier jedoch nicht – ihr müsst euch wirklich auf eure eigenen Fähigkeiten verlassen. Immerhin kommen Neulinge so auf rund acht bis zehn Stunden Knobelspaß.

Alles neu macht die Jubiläumsausgabe
Wie eingangs schon angedeutet, ist die größte – und eigentlich auch einzige – Neuerung der Anniversary Edition die optische Überarbeitung. Der Grafikstil wurde an den Nachfolger Harveys neue Augen angeglichen und mit deutlich detaillierteren Umgebungen und Figuren aufgewertet. Edna zum Beispiel wirkt in der neuen Version nun nicht mehr dauergrimmig, sondern so gelassen, wie es ihre Stimme auch anklingen lässt. Wer mag, kann die alte Optik jedoch auch jederzeit wieder einschalten. Leider merkt man vermutlich gerade wegen der jederzeit aktivierbaren alten Grafikversion, dass diverse Animationen wie Ednas Schlag mit dem Polo-Schläger eher simpel oder hakelig wirken. In der neuen Optik lassen sich zudem die insgesamt schon eher klein gehaltenen Untertitel nicht immer einwandfrei lesen - dafür heben sie sich nicht deutlich genug vom Hintergrund ab. Auch wurde die Sprachausgabe nicht neu eingespielt, was man leider der teilweise etwas wackeligen, hallend-klingenden Audioqualität anmerkt. Nicht zuletzt vermisse ich persönlich den Audiokommentar von Schöpfer Jan Müller-Michaelis alias „Poki“, welcher in der vorherigen Special Edition für den PC dabei war. Man kann eben leider nicht alles haben.

Fazit:
Auch über zehn Jahre später ist Edna bricht aus ein exzellentes Beispiel großartiger Adventure-Kost. Und mit der Edna bricht aus: Anniversary Edition sieht es zudem deutlich schmucker aus. Es steckt eine ungemeine Detailverliebtheit im Spiel, dank derer man gar nicht anders kann, als wirklich jeden einzelnen Gegenstand in den Räumen zu untersuchen, anzuquatschen und gegebenenfalls einzustecken – völlig egal, ob es einen praktischen Nutzen dafür gibt oder nicht. Dank der zahlreichen urkomischen Kommentare von Edna und Co. wird die Erkundung der Irrenanstalt zur reinsten Freude. Auch die Rästel wissen zu gefallen: Bis auf vereinzelte Ausnahmen lassen sie sich intuitiv lösen, sofern man aufmerksam durch das Spiel geht, und selbst wenn man mal planlos rumprobieren sollte, entdeckt man dabei zumindest noch eine Hand voll zusätzlicher Lacher. Leider macht sich bei der Konsolen-Umsetzung mal wieder das leidige Thema der Steuerung bemerkbar. Auf der einen Seite ist Edna bricht aus ziemlich nach an der wohl bestmöglichen Controller-Konfiguration dran und schickt beispielsweise den Hotspot-Cursor direkt zum nächstebesten Objekt vor Ednas Nase, von wo aus man dann die nächsten Punkt abfährt. Auf der anderen Seite fühlt es sich immer noch wie eine Notlösung an und weder ein Motion-Control-Mauszeiger noch der Touchscreen werden unterstützt. Aber hey, man kann sich an alles gewöhnen. Und die kleinen Steuerungsdefizite sollten euch nicht davon abhalten, Ednas Fluchtversuch auf der Switch beizuwohnen – völlig unabhängig davon, ob ihr das Original vor zehn Jahren bereits erlebt habt und alte Erinnerungen aufleben lassen möchtet oder ihr noch nicht das Vergnügen mit der Dame und ihrem Stoffhasen hattet.

Ausbruchshelfer: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an Daedalic Entertainment für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

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-
Bildhübsche Neuauflage eines modernen Adventure-Klassikers: Ein schräger Knobeltrip mit massig versteckten Gags und urkomischen Unterhaltungen.

Wertung

Clevere Hotspot-Einblendung…

Liebenswerte Charaktere und unterhaltsame Dialoge

Vielzahl an witzigen Interaktionen lädt zum Erkunden ein

…die in einigen Fällen an der Figurenausrichtung scheitert

Veraltete Animationen und nicht ganz optimale Audio-Qualität der Sprachausgabe

Recht kleine und farblich schlecht vom Hintergrund abgegrenzte Untertitel

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2 Kommentare

profil 204 comments
[16.06.2020 - 09:57 Uhr]
Kagenoryu:
Droggelbecher.
profil 672 comments
[21.06.2020 - 23:58 Uhr]
Regnat:
Werde ich mir auf jeden Fall noch holen. Die Point & Click Adventures von Deadalic sind bisher immer toll gewesen. ^^
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Spielname:
Edna & Harvey: The Breakout - Anniversary Edition

Typ:
eShop Spiel

Jetzt Bestellen:
Zum Shop
Publisher:
Daedalic Entertainment

Developer:
Daedalic Entertainment

Genre:
Adventure

Release:
17.06.2020 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

eShop Preis:
19,99 €

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