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Human Resource Machine

Kurztest: Human Resource Machine

Michael Grönert, 07.04.2017

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Benutzt ihr eure Nintendo Switch Konsole eigentlich nur zum Spielen oder auch anderweitig, abseits von Unterhaltungsmedien? Wie wäre es mit etwas geistiger Arbeit oder Weiterbildung? Nein, dabei dachte ich nicht daran, auf einer virtuellen Farm zu schuften. Zugegeben, der Hauptzweck von Nintendos neuer Heimkonsole ist eindeutig Spaß und Unterhaltung. Dieser muss nicht entfremdet werden, sondern kann weiter im Mittelpunkt stehen. Platz ist noch viel für die eine oder andere Horizonterweiterung. Der Titel Human Resource Machine von Tomorrow Corporation, welchen ich heute einem kurzen Test unterziehen möchte, ist ein „visuelles programmierungsbasiertes Puzzle-Spiel“. Ein Musterbeispiel für „Edutainment“, der Mischung aus Unterhaltung (Entertainment) und Bildung (Education).

Als ich aus Versehen lernte...
Macht euch auf einen anstrengenden Bürojob gefasst. Den ganzen Tag am Schreibtisch und dem Rechner sitzen? Fehl am Platz - nicht einmal Sitzen ist euch vergönnt. Wie der passend gewählte Name des Spiels bereits andeutet, seid ihr selbst eine menschliche Ressourcen-Maschine, also der Ersatz für einen PC. Und als solcher seid ihr stets damit beschäftigt, Objekte zwischen einer „Inbox“ und einer „Outbox“ sowie zu und von Ablageflächen zu transportieren. Diese Verarbeitung einer Eingabe mit folgender Ausgabe ist eine Metapher für Assembler-Sprachkonzepte - maschinennahe Programmierung auf sehr niedriger Ebene.

Der Spieler verkettet via Drag and Drop simple Befehle, die unser Büroarbeiter dann Schritt für Schritt bearbeitet, um so die vorgegebene Ausgabe zu erhalten. Beispielsweise kann ein Objekt in der Inbox abgeholt und auf einer bestimmten Fläche platziert werden. Ein solches Objekt ist eine Box mit einer Zahl oder einem Buchstaben darauf. Eine weitere Anweisungsfolge könnte lauten, etwas wiederholt auszuführen, bis eine Zahl, von der in jeder Wiederholung eins abgezogen wird, gleich Null ist. Ehe man sich versieht hat man plötzlich einen Algorithmus „programmiert“, der kleine bekannte Probleme aus der Mathematik oder Informatik löst. So führt dieses Spiel zu einem Grundverständnis der Funktionsweise von Computern und schult eine in der Informatik sehr hilfreiche Denkensweise, ohne dass man danach gefragt haben mag.

Aufstieg und Arbeitsgüte
Wie auch schon in den Versionen für andere Plattformen, auf denen Human Resource Machine bereits erschienen ist, fasst der Titel ungefähr 40 „Rätsel“ in Form verschiedener Büroräume. Dargestellt in Form von Aufzug-Tasten, lassen sich diese auswählen. Dabei fasst ein Stockwerk immer ein bis zwei solcher Büros und symbolisiert damit den Aufstieg auf der Karriereleiter und vermutlich zugleich auch die verstrichenen Arbeitsjahre. Wenn eine Aufgabe gemeistert wurde, erhält man Zugang zum nächsten Stockwerk. Aber theoretisch lässt sich jede Aufgabe auf unendlich viele Arten lösen und so unterscheiden sich die Lösungen natürlich auch in ihrer Güte. Deswegen kann man sein Können noch strenger auf die Probe stellen und versuchen, vorgegebene Laufzeiten und Programmlängen einzuhalten. Die Programmlänge ist die Anzahl verwendeter Anweisungen, also die Zeilen-Anzahl. Laufzeiten entsprechen den insgesamt durchlaufenen Anweisungen - Wiederholungen zählen also mit. Um die Laufzeiten zu bewerten, nutzt das Spiel im Hintergrund mehrere vordefinierte Eingaben, da die Zeiten von den Eingaben abhängen können und sich Spieler so fair miteinander messen können.

Handhabung und Gestaltung
Steuern lässt sich das Spiel im TV- und Tabletop-Modus wie mit einer Maus, indem ein Joy-Con wie eine Wii-Fernbedienung gehalten wird und man auf den Bildschirm zeigt. Im Handheld-Modus funktioniert die Steuerung komplett über den Touchscreen, exakt wie die Android-Fassung. Die Bedienung über Touch ist dabei eindeutig angenehmer und das Drag and Drop der Anweisungen funktioniert dort viel intuitiver. Wenn ihr einmal nicht weiter wisst, könnt ihr den Chef des jeweiligen Büros, der stets in einer Ecke des Raumes sitzt, um Ratschläge bitten. Die Grafiken sind, wie bei den anderen Tomorrow Corporation-Titeln Little Inferno und World of Goo, simpel gehalten. Sie haben etwas Düsteres, Melancholisches an sich. Das mag für viele als passend erscheinen, da das Spiel auf einen monotonen Arbeitsalltag anspielt. Doch gibt es auch eine düstere Hintergrundgeschichte, von der wir gelegentlich etwas in den Kaffeepausen mitbekommen, der die Melancholie wahrscheinlich eher angedacht ist. Diese Story ist allerdings nur so geringfügig vertreten, dass ich nichts weiter darüber verraten möchte.

Fazit:
Human Resource Machine ist definitiv ein einzigartiges Spiel und ein Musterexemplar für Edutainment, wie man es nur selten findet. Wer gerne an Programmieraufgaben tüftelt oder Programmieren lernen möchte, sollte sich diesen Titel definitiv genauer anschauen. Aber auch für andere Rätsel-Freunde kann dieses Spiel durchaus interessant sein. Umsetzung und Auftritt sind stimmig, wenn auch etwas verwirrend düster. Mit ebenfalls leicht düsterem Touch kommt der Humor der Chefs nicht zu kurz. Lediglich die rund 10 Euro, die der Titel für die Nintendo Switch aktuell kostet, könnte kritisiert werden, da der Umfang relativ gering ist. Nichtsdestotrotz lohnt sich der Einblick in den bedrückenden Büroalltag allemal.

Hat seine Programmierkenntnisse aufgefrischt: Michael Grönert [BadToxic] für PlanetSwitch.de

Leserwertung:

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Gehirntraining mit Lerneffekt

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Lernen und neue Denkweisen aneignen

Gute Heranführung

Anspruchsvolle Aufgaben die zur Optimierung einladen

Geringer Umfang

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Spielname:
Human Resource Machine

Typ:
eShop Spiel

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Publisher:
Tomorrow Corporation

Developer:
Tomorrow Corporation

Genre:
Denkspiel

Release:
03.03.2017 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

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Screenshots: