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Kurztest: Punch Club

Nicola Hahn, 30.05.2018

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Are you ready for endlos viele Box-Sprüche? Nein? Pech gehabt, denn mit Punch Club gibt’s ordentlich was auf die Mütze! Geht die Portierung für Switch durch technische Probleme K.O. oder kann sie sich im Ring behaupten? Tja, um das rauszukriegen steige ich für euch in den Ring und verteile einen Haken nach dem anderen!

Round One: Fight!
Das Match beginnt ganz unbedarft: Zwei Jungs spielen auf dem Boden eines Zimmers mit Spielzeug, während ihr Vater sie mit bedeutungsschwangeren Sprüchen auf den Ernst des Lebens vorbereitet und selbst an einer Wing Chun-Holzpuppe trainiert. Natürlich ist das restliche Zimmer mit einem Boxsack, einem Katana und zahlreichen Preisen dekoriert. Schnitt: Es regnet und die kleine Familie findet sich auf einer dunklen Gasse wieder. Die Söhne haben sich hinter einer Mülltonne verkrochen, während der Vater in Kampfposition einer dunklen Figur mit schwarzem Hut und Mantel gegenübersteht. Doch statt einem fairen Kampf bekommt der Boxer eine Pistolenkugel in die Herzgegend. Nach weiteren bedeutungsschwangeren letzten Worten verstirbt der Vater und eines der Kinder wird von einem Bekannten des Ermordeten weiter aufgezogen. Eine Schwarzblende später liegt der inzwischen erwachsene Protagonist schlafend auf einem Sofa in seinem Ein-Zimmer-Haus. Das Telefon am Boden neben der Schlafgelegenheit klingelt und der Anrufer namens Frank schickt den Hauptcharakter auf die Arbeit.

Jetzt darf ich auch endlich die Steuerung übernehmen, denn die Einleitung ist hiermit vorbei und ein großer Teil der Hauptstory bereits schon abgearbeitet. Doch so richtig frei bin ich noch nicht, denn das Tutorial lotst mich noch in die nebenan gelegene Garage, wo schon ein provisorischer Fitnessraum eingerichtet wurde. Zumindest liegt ein Teppich auf dem Boden, auf dem ich gleich die ersten Liegestützen mache. Währenddessen steigen kleine Kugeln in drei verschiedenen Farben in Richtung HUD auf, die meine Stärke, Ausdauer und Geschicklichkeit symbolisieren. In einem Kampf beeinflussen dann die drei Werte meine Performance, denn die Kämpfe selbst laufen komplett automatisch ab. Ein hohes Stärkeniveau verpasst dem Gegner so ordentlich viel Schaden, Ausdauer dagegen bestimmt meine Energie, die für jeden Angriff und für jede Verteidigung benötigt wird. Doch später im Spiel erfahre ich, dass es gar keinen Sinn ergibt alle drei Parameter gleichmäßig zu steigern, denn mit jedem Tag der verstreicht, sinken die drei Werte wieder in einer bestimmten Spanne. Der Tag vergeht mit jeder Aktion, die ich mache und so ein Tag muss ordentlich organisiert werden, denn neben den Kampfwerten gilt es auch noch Geld zu verdienen und Bedürfnisse wie Langeweile, Hunger und Schlaf zu bedienen. Spaß gegen Langeweile gibt’s anfangs beispielsweise durch hirnloses Glotzen am Fernseher, Hunger wird durch gekauftes Essen gestillt und Schlaf wird entweder durch Koffein unterdrückt oder tatsächlich durch Bettruhe befriedigt. Zu wenig Schlaf und Essen wird durch den Abbruch der aktuellen Tätigkeit bestraft, wer also mit leerem Magen und Geldbeutel durch die Welt wandert, wird ziemlich fix Probleme kriegen. Denn ehrliche Arbeit lässt sich vorerst nur auf einer Baustelle verrichten, was alle Bedürfnisse zügig leert. Zum Glück muss ich nicht mit dem teuren Bus zur Arbeit fahren, der schnell am Ziel ist aber Geld für die Fahrt verlangt, sondern kann auch per Pedes zum Ort meiner Wahl kommen, was kostenlos ist, aber auch länger dauert.

Round Two: In Deckung, Komplexität im Anflug!
Wie? Schon komplex genug? Ich konnte noch gar nicht über die tollen Anspielungen schreiben und tolle Fachbegriffe wie „Lucky Punch“ im Text unterbringen. Also weiterlesen: Das Training daheim führt auf Dauer nicht zum Rocky, also ist irgendwann ein Besuch im Fitnessstudio fällig. Dieses knöpft mir aber ebenfalls bei jedem Besuch Geld ab, dafür bietet es ordentliche Trainingsgeräte, die das Training vereinfachen. In besagtem Fitnessstudio kann ich auch endlich am richtigen Boxkampf teilnehmen und eine Rangliste hochklettern oder im Ring mit einem (kostenpflichtigen) Sparringspartner trainieren. Später im Spiel wird auch eine Art Fight Club mit einem gewissen Tyler als Initiator und ein sogenannter Ultimate Fight freigeschaltet, die die Möglichkeiten und Preisgelder immer wieder erweitern. Ach ja, fahre oder laufe ich mit deutlich zu viel Geld in den Taschen durch die Stadt, dann hält mich eine Bande Räuber auf, die mich verkloppen und mich um die Hälfte meines Budgets erleichtern will. Auch hier gibt’s einen ordentlichen Kampf, der mit der Auswahl der Talente beginnt: Diese werden nach und nach durch besondere Punkte in einem Skillbaum freigeschaltet, dazu aber später mehr. Nun beginnt der automatische Schlagabtausch, wobei die Lebens- und die Energieanzeige von mir und meinem Gegner eingeblendet wird. Eingreifen ist jetzt allerdings nicht mehr, bis zum Ende der aktuellen Kampfrunde muss ich gespannt meiner Figur beim Kämpfen zuschauen oder gelangweilt irgendwas anderes machen, da ich die Animationen schon tausendmal gesehen habe. Ist das Ende einer Runde erreicht, kann ich wieder andere Talente ausrüsten und damit aktiv in den Kampf eingreifen, indem ich vorausplane und mit meiner übrigen Energie joungliere. Ist die Maximalanzahl an Runden für den Kampf erreicht, endet dieser und derjenige mit den höheren HP gewinnt. Normalerweise entscheidet aber der erste Knock Out, wer der glorreiche Gewinner ist und das Preisgeld samt Fähigkeitenpunkte bekommt.

So, jetzt geht’s zum Fähigkeitenbaum: Der gliedert sich in „Grundlegende Talente“, „Weg des Bären“, „Weg des Tigers“ und „Weg der Schildkröte“. Die einzelnen Wege werden durch zu erforschende Talente gepflastert, welche auf verschiedene Abzweigungen liegen. Diese Talente wiederum müssen nacheinander freigeschaltet werden, wie man es von einem Skillbaum kennt. Anfangs kostet der Talentkauf noch ein Punkt und für jedes Talent wird ein bestimmter Mindestwert der drei Kampfwerte benötigt. Außerdem erhöht sich der Preis nach jedem Kauf um Eins, entsprechend schwierig ist es, alle Talente zu kaufen. Nach der Hälfte des Grundlagenbaums können die anfangs bereits genannten Spezialwege freigelegt werden, die sich auf Geschick, Ausdauer oder Stärke spezialisieren, also je nach Spielstil beschritten werden sollten. Die drei neuen Wege bieten nach dem Kauf zahlreiche neue Talente, die übrigens in allen vier Bäumen hauptsächlich Angriffe und Verteidigungen für den Kampf enthält und entsprechend schnell von mir freigeschaltet werden sollten.



Fazit:
So weit zum Grundkonzept von Punch Club, tatsächlich entwickelt sich das Spiel sogar storytechnisch sowohl in der Hauptquest als auch in den Nebenquests noch in interessante Richtungen, die anfangs nicht ersichtlich sind und die ich hier nicht spoilern möchte. Einen richtigen „Lucky Punch“ (HA! Geschafft!) versetzte mir die Portierung allerdings, als sich das Spiel nach einer relativ langen Spielsession aufgehängt hat. Im festen Glauben, dass es natürlich einen Autosave nach jeder Aktion oder zumindest nach jedem Ingame-Tag gibt, starte ich das Spiel neu und muss sehen, dass einige Stunden Spielzeit einfach weg sind. Manuelles Speichern ist nämlich hin und wieder nötig, was bei einem portablen System eher unschön ist. Leider beendet das Spiel beim Abspeichern auch gleich ins Hauptmenü, sodass der Spielstand erst geladen werden muss um Weiterzuspielen, was spontanes Speichern etwas verkompliziert. Hin und wieder gibt es auch noch nicht übersetzte Texte sowie kleine Bugs und Glitches, in denen sich der Charakter verfangen kann. Ansonsten ist das Spiel ein Grindfest und entspanntes Spiel, das nicht ohne Grund bereits sehr beliebt auf mobilen Plattformen wie iOS, Android und 3DS ist. Wer die Boxanspielungen bis hierher überlebt hat, gut mit stundenlangen Grinding sowie einer absurden Story rund um einen mittelprächtigen Boxer zu können glaubt und nicht bereits die Vorgängerversionen kennt, sollte hier ruhig zuschlagen. Alle anderen gehen bitte weiter, hier gibt es nichts mehr zu sehen!

Gehen langsam die blöden Sprüche aus: Nicola Hahn [501.legion] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an tinyBuild für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

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Kloppen zum Mitnehmen! Aber nur für Grind- und Grinseexperten!

Wertung

Schräger Humor, urkomische Anspielungen und liebevolle Details

Ausgefeiltes und ausuferndes Fertigkeitensystem

Verschiedene Spielstile begünstigen die Wiederspielbarkeit

Zu wenig Auto-Saves, zu viel manuelles Speichern

Bugs und Glitches, die seit dem Urrelease existieren

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Spielname:
Punch Club

Typ:
eShop Spiel

Jetzt Bestellen:
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Publisher:
tinyBuild

Developer:
Lazy Bear Games

Genre:
Strategie

Release:
24.05.2018 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 16 Jahre

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