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Kurztest: Revenant Saga

Nicola Hahn, 28.10.2017

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129 Stunden, so lange spiele ich schon an Revenant Saga. Das zeigt mir zumindest das Spiel im Speicherbildschrim an. Jetzt kommt noch dazu, dass ich das Spiel zu diesem Zeitpunkt gerade einmal sechs Tage besitze. Wahrscheinlich tickt der spielinterne Timer also auch während Stand-by-Zeiten und im Switch-Menü fröhlich weiter. Doch abgesehen davon: Ist das Spiel vom japanischen Entwickler Exe-Create und dem Publisher KEMCO sein Geld wert?

Die Geschichte des Spiels und die Geschichte im Spiel
Zuerst möchte ich auf den Hintergrund des Spiels eingehen: Seine Ursprünge nimmt der Titel 2014 nämlich im Bereich der Mobile Games für Android und iOS. Allerdings ist der Titel nicht wie üblich Free2Play, sondern kostet zwischen 4 und 8 Euro. Aus irgendwelchen Gründen haben die Entwickler trotzdem noch InApp-Käufe eingebaut und bei der Portierung auf PlayStation 3, 4 und Vita wird der Shop-Menüpunkt auch nicht entfernt. Nach dem Release für Steam im März 2017 erschien das Spiel auch erstmals weltweit gleichzeitig am 19. Oktober für Nintendo Switch. Soweit zur Release-Geschichte, jetzt geht’s endlich ins Spiel.

Die Story spinnt sich um den jungen Albert, dessen Eltern an einer Seuche gestorben sind. Die Krankheit breitet sich immer weiter aus und hat auch bald die Eltern seiner Kindheitsfreundin fest im Griff. Ein geheimnisvoller Dr. Moreau forscht an einer Heilung der Seuche, für die er Albert und seine Freundin als Testpersonen einspannt. Letztendlich entpuppt sich der Doktor als fieser Bösewicht, der seine wehrlosen Opfer in sogenannte Revenants transformiert. Bei Albert wird der Prozess allerdings nicht richtig abgeschlossen und anstelle eines willenlosen Super-Soldaten entwickelt er sich zu einem Teilwesen - halb Mensch, halb Revenant. So zieht er künftig als Revenant-Jäger mit zwei Herzen durch die Lande und lernt neue Mitstreiter kennen, bestreitet Quests und ist immer auf der Jagd nach Dr. Moreau, muss aber gleichzeitig sein dunkles Geheimnis schützen. Und ja, das geschieht hin und wieder durch humorvolle Dialoge: So mag einer der vier Helden nicht sein Stigma zeigen, das ihn zu einer der ausgewählten Personen erklärt, da es sich an einer Stelle befindet, die nur der künftige Ehepartner sehen soll. Ein anderer Held versucht später die Masche zu kopieren, scheitert aber kläglich.

Eine technische Totalkatastrophe?
Das Spiel selbst wird fast durchgehend in der klassischen Pixel-Look-Vogelperspektive gesteuert. Nur die rundenbasierten Kämpfe bilden hier eine Ausnahme, die finden nämlich in einer hübschen 3D-Umgebung statt, wobei dort die Hintergründe deutlich besser hätten aussehen können. Auch die Animationen der 2D-Sprites auf der Oberwelt und in Dörfern und Gebäuden hätten ruhig etwas poliert werden können. Besonders störend ist dabei die ungenau Steuerung des Charakters in Städten, da sich hier nur schwer zwischen Häusern und Bäumen navigieren lässt.

An der Stelle hören bestimmt schon die Ersten mit dem Lesen auf, aber halt - weiterlesen! Denn hinter diesen doch recht großen Kritikpunkten versteckt sich ein cooles JRPG, das mich als Genre-Casual immer bei der Stange gehalten hat: Die vielen Zufallsbegegnungen werden dank einer Autokampf-Funktion sehr erträglich und das Aufleveln geht ziemlich fix. Das ist aber Fluch und Segen zugleich, denn mit der permanenten „Überlevelung“ und dem Autokampf wird so mancher Boss zu schnell und ohne große taktische Anstrengung besiegt. Nur besondere Formen der Zufallskämpfe bieten ein wenig Herausforderung, da den Helden manchmal ein Gegner in deutlich größerer Version begegnet und auch dementsprechend mehr Schaden austeilt und mehr Treffer aushält. Das geht auch in die andere Richtung in Form von winzigen Monstern, die aber schnell besiegt sind.

Ein weiterer Reiz sind die Kristalle, die ich hauptsächlich durch das Erledigen von Nebenquests erhalte. Mit ihnen lässt sich eine Waffe im Schadenswert steigern und das so oft wie Kristalle da sind. Dann ist es natürlich ein wenig ärgerlich, wenn im nächsten Dorf schon die nächst bessere Waffe wartet. Die Oberwelt ist in dieser Hinsicht übrigens ziemlich linear: Hinter einem Dorf mit Kirche, Taverne, Questgebern und zwei Händlern gibt es meist eine freie Fläche um bei Zufallskämpfen ein wenig zu leveln und Nebenquests zu erledigen wie „Finde diese Pflanze“ oder „Jage dieses Monster und bring mir sein Fell“. Dann folgt oft ein Hindernis, größtenteils sind das Felsbrocken, die ganz zufällig gerade jetzt auf den einzigen Weg nach draußen gefallen sind. Dieses verschwindet erst wenn die Story-Quest vorangetrieben wird und dahinter verbirgt sich dann eine neue Stadt mit dem gleichen Aufbau wie zuvor. Unterbrochen wird der immer gleiche Zyklus durch die Story, die immer wieder Motivation mitbringt, aber auch durch die erwähnten Side-Quests. Diese bestehen aus genannten Sammel- und Jagd-Aufgaben, aber auch aus klassischem „Von-A-nach-B-Gelaufe“. Und wer noch mehr zu tun haben will, der kann in jedem Dorf den sogenannten Rekord-Verwalter aufsuchen, der dem Spieler für das Erreichen bestimmte Ziele wie eine gewisse Schrittzahl eine Belohnung gibt.

Fazit:
Warum ist die verflixte Eintönigkeit von Revenant Saga, das seinen mobilen Hintergrund nicht verschweigt, trotzdem noch so unglaublich motivierend? Für mich ist dieser Titel ein gutes RPG, das ich unterwegs gerne spiele. Allein, dass es aktuell so wenige klassische RPGs auf der Switch gibt, macht das Spiel so interessant. Und auch wenn die Animationen und die Steuerung deutlich in die Richtung „trashig“ gehen, hat das Spiel schöne Momente und bietet eine spaßige Unterhaltung für Zwischendurch. Hardcore-RPG-Fans werden wohl nichts mit diesem Titel anfangen können, alle anderen, die der englischen Sprache mächtig sind, können ruhig einen Blick auf das 10 Euro-Spiel wagen.

Hat sein Stigma irgendwo versteckt und findet es nicht mehr: Nicola Hahn [501.legion] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an KEMCO für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Ein durchaus gelungenes JRPG mit einigen deutlichen Makeln.

Wertung

Für RPG-Anfänger eine schöne Erfahrung…

Auto-Kämpfe machen das Leben leichter!

Hübsche 3D-Kämpfe…

…fortgeschrittene RPG-Spieler dagegen werden sich trotz den drei Schwierigkeitsgraden schnell langweilen

…die keinen taktischen Tiefgang mitbringen

Schwammige Steuerung und unpassende Animationen

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Spielname:
Revenant Saga

Typ:
eShop Spiel

Jetzt Bestellen:
Zum Shop
Publisher:
KEMCO

Developer:
Exe Create Inc.

Genre:
Rollenspiel

Release:
19.10.2017 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

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Screenshots: