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Kurztest: Spelunker Party

Tjark Michael Wewetzer, 29.10.2017

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Dass manche Spielehersteller zur Launch-Phase der Switch ziemlich tief in der Mottenkiste gewühlt haben, sollte bereits bekannt sein. Capcom polierte Street Fighter II noch mal ein wenig auf, Konami war mit einem neuen Bomberman am Start – und Square Enix? In Japan entstaubte das Team die Spelunker-Marke mit einem auf Multiplayer-Späße ausgelegten, neuen Serienableger. Entgegen aller Erwartungen ist besagtes Spiel nun auch in Europa erhältlich, wenn auch lediglich als eShop-Download. Ob Spelunker Party den Aufwand auch wirklich wert war, kläre ich in meinem Test.

Ran an die Steintafeln!
Was macht so ein Spelunker eigentlich? In diesem Spiel sind der Titelheld und seine Freundin Spelunkette im Auftrag des Feen-Anführers unterwegs, um im Untergrund nach Lithosteinen zu suchen. Im Prinzip also eine ganz normale Schatzsuche! Eine ziemlich umfangreiche noch dazu, bekommt ihr es doch mit einer ziemlich stattlichen Anzahl regulärer Stages und ebenso vielen Nebenleveln zu tun, die euer Plattformer-Geschick abverlangen. Wer hier jedoch blind reinspringt und sich nach bester Super Mario-Manier an den 2D-Sidescroll-Abschnitten versucht, verknackst sich ganz schnell das Bein. Nach nur wenigen Pixeln Falltiefe segnet euer Höhlenforscher bereits das Zeitliche, was bereits das einfache Erfassen einer Kletterranke zur bösen Anfängerfalle machen kann! Auch beherzte Sprünge entlang kleinerer Neigungen sind tabu. Das wirkt zunächst einmal extrem ungewohnt und im Angesicht praktisch aller Hüpfspielkollegen unsinnig, doch der Wahnsinn hat Methode und sorgt für eine deutlich vorsichtigere Spielweise.

Das ist auch gut so, denn der Schwierigkeitsgrad zieht zwar langsam, aber stetig an. So bekommt ihr es zunächst nur mit ganz einfachen Sprungpassagen zu tun, während später Krabbeltiere, Geister und sogar Fledermaus-Ausscheidungen umgangen werden müssen – gerne auch mal gleichzeitig oder zumindest in schneller Abfolge. Zudem will bei all dem Trubel auch noch die Luftanzeige im Auge behalten werden, die sich an freundlich verteilten Checkpoints wieder auffüllen lässt. Wenn man dann auch noch an alle der großzügig verteilten Lithosteine möchte, ist zudem einiges an Beobachtungsgabe gefragt. Die verstecken sich nämlich nicht selten in ziemlich fiesen Ecken oder hinter sprengbaren Wänden, die man nicht unbedingt beim ersten Mal erwischt. Mit den Gesteinen werden übrigens Ausrüstungsstücke für eure Spelunker-Crew freigeschaltet, die euch zum Beispiel vor Schaden bewahren oder anderweitig helfen kann und sich sogar aufleveln lässt. Das sorgt für etwas Wiederspielwert! Gleiches gilt für die optionalen Quests, die euch nach etwas Spielfortschritt angeboten werden. So müsst ihr etwa eine bestimmte Menge an Geistern vertreiben oder Schätze ausheben, um weitere Ausrüstungs-Objekte oder andere Boni freizuschalten. Genau das Richtige, um für erneute Anläufe mit Freunden zu motivieren, zumal es im Koop auch einen kleinen Bonus auf eure Beute gibt.

Übrigens: Auch wenn der Untertitel natürlich die Mehrspieler-Komponente ins Rampenlicht rückt, ist das Einbinden von Freunden und Fremden aus aller Welt natürlich beinahe komplett optional. Ob ihr nun vor der selben Konsole beziehungsweise über die Online-Funktion Mitspieler mit einspannen möchtet oder lieber solo durch die Höhlen streift, ist ganz euch überlassen. Für einige der versteckten Lithosteine benötigt ihr jedoch einen Partner, der bestimmte Schalter für euch gedrückt hält. Fraglich ist nur, wie es auf Dauer mit der Spielerdichte aussieht. Zwar bin ich jetzt zum Europa-Start noch auf einige hilfsbereite Mitspieler gestoßen, doch mit der Zeit dürfte dies deutlich abebben. Den Multiplayer-Trip solltet ihr zudem auch von der Größe eures Bildschirms abhängig machen, denn dieser wird in jeder Form im Splitscreen gespielt. Hoffentlich habt ihr für den Tabletop-Modus Lupen am Start! Ebenfalls wird schmerzlich der Handheld-Modus vermisst. Ihr könnt Spelunker Party wirklich nur mit Steuereinheiten spielen, die nicht direkt an eurer Konsole klemmen. Das ist schade und in gewisser Weise auch unverständlich, denn das Spielkonzept bietet sich eigentlich prima für kurze Runden unterwegs an.

Fazit:
Ich muss zugeben, dass mich Spelunker Party ziemlich überrascht hat. Klar ist es kein absoluter Überhammer und das merkt man auch schnell, als kurzweilige Plattformer-Herausforderung mit einem sehr strikten Regelwerk – wo sonst stirbt man schon nach einem Fall aus Bordsteinhöhe? – weiß der Titel dennoch zu motivieren. Es stellt sich schnell ein ziemlich mitreißender Spiefluss ein, der euch durch die teils ziemlich verwinkelten Höhlensysteme treibt. Die großzügig verteilten Lithosteine dienen zudem prima als Motivator für erneute Runden, wenn ihr nicht schon ohnehin aufgrund des teils recht ordentlichen Schwierigkeitsgrades noch einmal durch die Level zu marschieren habt. Dass die Optik dabei nicht sonderlich taufrisch wirkt und gelegentlich auch mal zu Slowdowns neigt, ist dabei das geringere Problem. Viel schwerer wiegt leider die Umsetzung des Multiplayer-Kernfeatures: Da ihr stets im Splitscreen agiert, fällt die sichtbare Fläche pro Spieler leider ziemlich klein aus, was sich selbst bei Beschränkung auf den Online-Modus nicht beheben lässt. Für den Tabletop-Betrieb ist dies sogar noch ungeeigneter. Da Übersicht bei Spelunker Party von ziemlich großer Bedeutung ist, stört das stark. Ebenfalls ist es mir ein Rätsel, warum der Titel nicht im Handheld-Modus läuft, wo sich das doch aufgrund des gut für zwischendurch geeigneten Gameplays anbietet. Und natürlich müsst ihr euch zur vollen Entfaltung des Spielspaßes mit den genreuntypischen Regeln anfreunden können. Ist dies jedoch gegeben, lassen sich einige unterhaltsame Stunden mit diesem aufgehübschten Videospiel-Fossil erleben, die zumindest bei einem guten Angebot definitiv eine Runde wert sind.

Steinesammler: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an Square Enix für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

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Ein überraschend kurzweiliger Höhlenausflug, dessen ungewöhnliche Spielmechanik jedoch eindeutig Geschmackssache ist.

Wertung

Angenehme Lernkurve

Reichlich Sammelobjekte und Level

Motivierender Multiplayer…

Gewöhnungsbedürftige Spielmechaniken

Kein Handheld-Modus

…mit Splitscreen-Macken

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Spielname:
Spelunker Party

Typ:
eShop Spiel

Jetzt Bestellen:
Zum Shop
Publisher:
Square Enix

Developer:
Tozai Games

Genre:
Jump 'n' Run

Release:
19.10.2017 (erschienen)

Multiplayer:
1-4 Spieler, auch online

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

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