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Kurztest: Chess Ultra

Nicola Hahn, 03.11.2017

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Im Raum ist es mucksmäuschenstill, man kann nur das Ticken der Uhr hören. Grübelnd sitzen die beiden Großmeister vor den 64 Feldern, angeordnet wie ein Karomuster. Dann fällt der weiße König um, Schwarz gewinnt! Im Gegensatz zur heutigen Welt dreht sich die Welt im Schach noch langsam und gemächlich, dafür wohlüberlegt und immer mit einem Ass im Ärmel. Den Sprung auf Nintendos Switch wagt nun erstmals Chess Ultra, das mit der Unreal Engine 4 realisiert wurde. Schauen wir doch mal, ob dieser Titel überhaupt irgendwas von mir als Schach-Genie abverlangen kann.

Der Einzelspieler-Modus, der kein Einzelspieler ist
Ha, reingelegt! Ich und Schachprofi? In einem anderen Leben vielleicht. Komplett ohne Erwartungen an das Spiel und mich selbst stürze ich mich ins Spiel der Könige. Natürlich erstmal gegen den einfachsten Schwierigkeitsgrad, die letzten Gehversuche auf dem Schachbrett sind dann doch ein paar Jährchen her. Zuerst gilt es die Umgebung festzulegen: Als Hintergrund hat man die Wahl zwischen „Woodburn Manor“ (ein gemütliches Kaminzimmer), dem „Musei Capitali“ (ein italienisches Museum), „Mullholland“ (ein modernes Wohnzimmer) und „Gomorrah“, das den Spieler in eine dunkle Höhle versetzt, die mit Kerzen ausgeleuchtet ist und in der das Schachbrett in einen Fels gemeißelt wurde. Weiter geht es mit verschiedenen Figuren, deren Form sich in klassisch, modern, Dame und Fantasie unterscheidet und die es jeweils aus unterschiedlichem Materialien gibt. Ist die Qual der Wahl getroffen, geht es auch schon mit der Wahl der Seite weiter, also Schwarz, Weiß oder zufällig. Dann wird noch eine Schachuhr bestimmt, hier gibt es die Möglichkeiten „Keine“ (ohne Zeitbeschränkung), „Blitz“ (jeder Spieler hat 5 Minuten Bedenkzeit für die gesamte Partie), „Standard“ (45 Minuten Bedenkzeit für die gesamte Partie), „Fischer“ (30 Minuten Bedenkzeit für die gesamte Partie, aber zusätzliche 30 Sekunden für jeden Zug) und „Marathon“ (24 Stunden Bedenkzeit für jeden Zug). Die Auswahl des Gegners erstreckt sich über einen Computer-Gegner, einem lokalen Mitspieler, einem Online-Kontrahenten, einem Freund aus der Freundschaftsliste und dem Online-Spieler, gegen den zuletzt gespielt wurde. So ganz „Einzelspieler“ ist der Modus dann doch irgendwie nicht. Zuletzt gilt es noch den Computer-Gegner mit einer von zehn verschieden schweren KIs zu bestücken, vorausgesetzt natürlich, man hat zuvor den Computer als Gegner gewählt. Hier werden auch die entsprechenden ELO-Werte der Bots angezeigt, laut Spielbeschreibung wurden nämlich alle KIs von Großmeistern des Schachs getestet.

Dann geht’s auch schon los: Navigiert wird wahlweise mit den Pfeiltasten, mit dem Schiebepad oder per Touchscreen. Während ich bei der Tastensteuerung meine Markierung hin und her verschiebe, kann ich mit dem Touchscreen gleich die Figur auswählen, mit der ich ziehen möchte. In beiden Fällen werden nach Auswahl der Spielfigur die Bewegungsmöglichkeiten angezeigt und bei Auswahl des entsprechenden Feldes auch dorthin gezogen. Bei Spielen auf (kurze) Zeit ist natürlich die Touchscreen-Steuerung klar im Vorteil, aber ansonsten ist die Bedienung über die Tasten genauso komfortabel.

Endlich Gameplay und noch mehr Multiplayer!
Das Gameplay selbst ist natürlich Schach in seiner reinsten Form, bis auf dass die KI in den ersten drei Schwierigkeitsstufen gern Suizidversuche unternimmt. So kann ich ohne Probleme in fast jedem Match auf leichter Schwierigkeitdie gegnerische Dame schlagen, da der Computer sie ungeschützt in meine feindlichen Reihen zieht. Technisch gibt es allerdings auch noch ein paar Ungereimtheiten: So scheint das Spiel im Menü hin und wieder hängen zu bleiben und kleine Grafikfehler sind auch öfters zu beobachten. Alles in allem halb so schlimm, meine Partien konnte ich immer unbehelligt beenden. Und je nachdem, ob das Spiel mit einem Sieg, einer Niederlage oder einem Patt zu Ende gebracht wird, gibt es eine Auf- oder Abstufung in der ELO-Wertung. Gewinne ich gegen einen besseren Gegner, geht der Wert deutlich nach oben, aber verliere ich gegen einen niedrigeren Gegner, geht’s bergab. Dieses ELO-System findet seine Anwendung aber nicht nur bei der persönlichen Einschätzung bei Spielen gegen den Computer sondern auch besonders beim Matchmaking im Online-Multiplayer, das die Spieler natürlich möglichst fair gegeneinander spielen lassen möchte.

Apropos Multiplayer: Neben den Einzelpartien gegen Online-Gegner gibt es auch die Möglichkeit, Turniere zu spielen. Während der Testzeit konnte ich dem Ripstone Autumn Tournament zuschauen, das ganze 128 Spieler umfasst und auf allen Plattformen, auf denen das Spiel erschienen ist, ausgetragen wird. Das gilt natürlich auch für den normalen Multiplayer und die eigenen Turniere, zu denen man Freunde und die letzten Online-Gegner herausfordern kann. Abseits davon bietet der Menüpunkt „Tutorials“ eine Einführung in das Spiel der Könige und schneidet hier und da einiges fortschrittliche Wissen wie einige Eröffnungen und bekannte Spielzüge aus dem Mittelteil des Spiels an. Hauptsächlich richtet sich das Tutorial an Anfänger, die noch nicht ganz mit den Regeln des Schachs vertraut sind, bietet aber auch anderen eine kleine Auffrischung, zum Beispiel wenn es darum geht, wie man genau nochmal en passant schlägt. Zuletzt bietet die Option „Herausforderungen“ Gelegenheit, zehn aus der Geschichte bekannte Aufstellung nachzuspielen und mit 70 weiteren Rätseln ein wenig das taktische Denken zu trainieren. Hier gilt es nämlich, die vorherrschende Positionierung der Figuren in einer bestimmten Anzahl von Zügen zu einem Schachmatt zu bringen. Dabei sind die Rätsel in sieben Schwierigkeitsstufen zu je zehn Rätseln sortiert, aufsteigend nach dem Zuglimit.

Fazit:
Chess Ultra bietet unglaublich viel: Ein Einzelspieler-Modus gegen den Computer mit zehn verschiedenen Schwierigkeitsstufen zusammen mit einem ELO-System. Dann gibt’s noch die Online-Turniere mit bis zu 32 Teilnehmern bei eigenen Veranstaltungen und 128 bei offiziellen sowie Cross Play gegen andere Spieler auf anderen Konsolen und dem PC. Außerdem darf man nicht die Herausforderungen vergessen, die in zehn historische und 70 normale Aufstellungen eingeteilt sind. Zum Schluss gibt’s noch die Tutorials, die jedem Neuling Basiswissen, aber auch einige Eröffnungen und Mittelspiele anbietet. Wem dieser Titel seine 12,49 Euro wert ist, muss am Ende jeder selbst entscheiden. Aber für Schachspieler und für die, die es werden wollen, bietet das der Titel alles was das Herz begehrt. Einzig die Fehlerchen hier und da in Grafik und Menüführung trüben das Bild eines perfekten Schachspiels für Nintendo Switch, sind aber sehr vernachlässigbar.

Geistig Schach und körperlich Matt nach diesem Spiel: Nicola Hahn [501.legion] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an Ripstone für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

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Ein tolles Schachspiel für unterwegs, nur technisch gibt es noch ein wenig zu verbessern.

Wertung

Hübsche Grafik und Menüs…

Online-Multiplayer mit Turnier- und Zuschauer-Funktion

Reichlich Inhalte und Hilfen

…die sich gern mal aufhängen

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Spielname:
Chess Ultra

Typ:
eShop Spiel

Jetzt Bestellen:
Zum Shop
Publisher:
Ripstone

Developer:
Ripstone

Genre:
Strategie

Release:
02.11.2017 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler, auch online

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

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