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Kurztest: Pinball FX3

Tjark Michael Wewetzer, 22.12.2017

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Flipper-Simulationen sind ja schön und gut, doch das Medium der Videospiele erlaubt doch viel mehr! Warum sich mit klassischen, an die Gesetze der Realität gebundenen Tischen zufrieden geben, wenn man auch ein Stück weitergehen und phantastische Elemente mit unterbringen kann? Das ist die Idee hinter Pinball FX3 - eine Flipper-Sammlung, die den Simulations-Teil nur bei der in sich schlüssigen Physik mit einbringt. Und dass der Spielhallen-Spaß trotz einiger technischer Zugeständnisse auch auf der Switch noch reichlich Spaß macht, das zeige ich euch in diesem Test.

Der (Flipper-)Zauberlehrling
Wobei beim ersten Start des kostenlosen Downloads eine Sache direkt ins Auge springen dürfte: Von den insgesamt 30 Tischen des Spiels ist gerade mal ein einziger verfügbar. Das hat schon seine Richtigkeit, denn Pinball FX3 ist vielmehr ein Hub für die virtuellen Tische aus dem Hause Zen Studios, die separat als DLC nachgekauft werden müssen. Wer die wirklich alle besitzen möchte, muss natürlich entsprechend tief in die Tasche greifen, doch bereits mit der einzigen Gratis-Spielfläche kann man bereits eine Menge Freude haben. Sorcerer's Lair – so der Name der Dreingabe – bietet ein recht unkompliziertes und einsteigerfreundliches Design, das aber bei weitem nicht als simpel abgestraft werden kann. Vielfältige Bahnen und interessante Aktionelemente wie der hin und wieder eine Rampe blockierende Baum sorgen für Abwechslung, gleiches gilt für die Missionsmodi. Mal müssen Geister vom Tisch vertrieben werden, an anderer Stelle geht es zu einer von Spinnen verseuchten Keller-Minispielfläche und wieder eine andere Mission beauftragt euch damit, die Kugel durch einen kleinen Hindernisparcours zu leiten. Da sowohl Erfolg wie auch Misserfolg den Fortschritt auf dem Tisch vorantreiben, lässt sich zudem relativ leicht der Final-Modus erreichen, bei dem es noch einmal richtig Punkte hagelt. Mehr gibt es natürlich, wenn man aus allen vorbereitenden Mini-Aufträgen erfolgreich herausgetreten ist.

Doch vielleicht sollte ich an dieser Stelle für alle Neulinge im Flipper-Business zuerst einmal die allgemeingültigen Regeln ansprechen. Ziel der Partie ist es, nach ganz klassischem Arcade-Muster eine möglichst hohe Punktzahl zu erreichen. Dazu muss die auf dem Spielfeld befindliche Kugel, die schwerkraftbedingt stets nach unten rollen möchte, mit den unten mittig angebrachten Flipperarmen nach oben geschossen werden. Egal ob Rampen, Fallziele oder Löcher – jedes getroffene Ziel belohnt euch in der Regel mit einem kleinen Punkte-Bonus. Wie genau ihr möglichst schnell euren Score in die Höhe treibt, ist dabei von Tisch zu Tisch unterschiedlich, auch wenn sich bei Zens Schöpfungen durchaus Gemeinsamkeiten finden. So stehen Kombo-Schüsse über mehrere Rampen oder gar Mehrfachtreffer derselben Zone zur Aktivierung diverser Mini-Modi gerne mal an der Tagesordnung. Neu bei Pinball FX3 ist, dass ihr für bestimmte Aktionen nun auch passive Punkte-Schübe freischalten und hochstufen könnt. Landet ihr beispielsweise häufig in den Bumpern oder aktiviert Multiball-Modi, dann werden entsprechende Fähigkeiten verfügbar gemacht, die eure dadurch erzielten Punkte ein klein wenig erhöhen. Von den insgesamt sechs Boostern lassen sich allerdings nur zwei gleichzeitig ausrüsten – ihr müsst also selbst entscheiden, ob ihr lieber mehr Spielraum für Rampen-Kombos oder einen größeren Score-Bonus bei Kunstschüssen erhalten möchtet. Wer es ganz traditionell mag und auf diesen Upgrade-Mumpitz verzichten möchte, kann natürlich auch ein komplett klassisches Spiel auf einer separaten Highscore-Tabelle versuchen – alle Ranglisten sind dabei komplett onlinefähig und werden sogar konsolenübergreifend geteilt, wobei Switch-Spieler nach meinen Erfahrungen nur die Leistungen der PC-Zocker und anderer Switch-Nutzer sehen können.

Pinball für Eilige
Da eine reguläre Flipper-Partie schon mal etwas länger dauern kann und die Tische von Pinball FX3 die Kugel nicht so schnell ins Aus schleudern, wie es richtige Münzschlucker tun würden, bietet der Titel auch ein paar Spielalternativen für kürzere Partien. Im Challenge-Modus könnt ihr euch pro Tisch an drei Extra-Aufgaben versuchen, die eure Leistungen mit nur einer Kugel, den Highscore nach fünf Minuten Spielzeit oder euren Erfolg in einer Art Punktestaffellauf messen. Reinschauen lohnt sich auch, weil auf diese Weise insgesamt drei aktive Hilfsfähigkeiten freigeschaltet werden können. Und solltet ihr ein Ziel bei euren Flipper-Ausflüchten brauchen, bietet euch jede Spielfäche auch ein spezifisches Ingame-Achievement an. Leider sind die Freischaltbedingungen für diese ziemlich ungünstig im über das Hauptmenü aufrufbaren Spielerprofil versteckt.

An Community-Funktionen hat Zen übrigens auch nicht gespart und mit Matchup sowie den Turnieren zwei große Hauptmodi für Online-Partien implementiert. Im Turnier-Modus könnt ihr euch entweder an Partien nach von anderen Leuten aufgestellten Regeln versuchen oder gar selbst einen Wettbewerb starten, der sich notfalls auch per Passwort schützen lässt. Matchup hingegen versteht sich als eine Art asynchroner Versus-Modus, bei dem ihr auf vorgeschlagenen Tische die Leistungen anderer Spieler zu schlagen habt. Zumindest lautet so die Ausschreibung, praktisch wirkt es eher so, als würden die zu übertreffenden Punktwerte automatisch generiert und mit den Namen anderer Spieler versehen werden. Dieser Modus artet zudem schnell in enorme Fleißarbeit aus, weil ihr hier nämlich durch stetiges Wiederholen der 3-Minuten-Partien auf den vier verfügbaren Tische versucht, möglichst viele Liga-Punkte zu gewinnen und dann eventuell in den nächsten Rang aufzusteigen. Ebenfalls ärgerlich: Ihr müsst die vorgeschlagenen Flipper natürlich auch besitzen, damit ihr sie überhaupt spielen könnt. Da sich die (Switch-eigene) Playlist Woche für Woche ändert, kann es bei Besitzern weniger Tische also schon mal dazu kommen, dass man sieben Tage lang nichts machen kann und so eventuell seinen Rang einbüßt. Ärgerlich!

Mobile Flipper-Freude mit Hindernissen
Stichwort „ärgerlich“: Die technische Performance von Pinball FX3 lässt leider ebenfalls noch leicht zu wünschen übrig. Zwar läuft das Spiel im TV-Modus flüssig, dafür wirkt das Bild insgesamt etwas niedriger aufgelöst und entsprechend grobkörniger als auf anderen Plattformen. Im Handheld-Modus schaltet Pinball FX3 dann auch noch die Bildrate auf 30 FPS und aufwendigere Tische wie etwa Son of Zeus neigen bei schnelleren Kamerafahren oder gewissen Zoomstufen schon mal zu Rucklern. Komplett unspielbar ist das Spiel dadurch glücklicherweise nicht, aber ein flüssigeres Spielerlebnis wäre definitiv wünschenswert – hoffentlich wird da noch per Patch optimiert. Immerhin: Im vertikalen Bildmodus, bei dem der Bildausschnitt statisch gehalten werden kann, fallen so gut wie keine Ruckler auf.



Fazit:
Ich habe schon mit Zen Pinball 2 auf der Vita viele schöne Stunden verbringen können und mit Pinball FX3 auf der Switch wird dies nicht anders sein. Zens Flipper-Sammlung bietet einfach enorm viel Abwechslung mit den vielfältig gestalteten Tischen und durchdachten Herausforderungen, die nicht selten einiges an Übung abverlangen. Natürlich kostet der Spaß auch entsprechend viel, wenn man wirklich alle Tische sein Eigen nennen möchte, doch selbst mit dem kostenlosen Sorcerer's Lair kann man sich bereits bestens austoben – dafür ist die Gratis-Beigabe einsteigerfreundlich und doch tiefgründig genug. Die Upgrade-Mechaniken und auf kürzere Partien ausgelegten Herausforderungsmodi sorgen ebenfalls für reichlich Motivation und Abwechslung. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten: So wird ein direkter Online-Versusmodus leider vermisst, wirkliche Duelle sind nur im lokalen Hotseat-Modus möglich. Der Matchup-Modus artet zudem schnell in mühselige Fleißarbeit aus und ist trotz vier Tischen in der wöchentlichen Playlist mit wenigen Einkäufen nur bedingt bis gar nicht spielbar. Ferner werden in der Switch-Version derzeit Tisch-Demos oder überhaupt 40 der insgesamt 70 Tische vermisst – letzteres aus lizenzrechtlichen Gründen, woran Zen noch arbeite. Die im Handheld-Modus niedrigere Framerate mit Tendenz zu Rucklern bei schnellen Kameraschwenks sorgt ebenfalls noch für etwas Missmut, man kann sich daran jedoch mit dem richtigen, statischen Blickwinkel gewöhnen. Etwa dem brillanten Hochkant-Modus. Doch aller Kritik zum Trotz bietet euch Pinball FX3 kurzweilige Flipper-Action für unterwegs, die Highscorejägern und solchen, die es werden wollen, viele schöne Stunden bereiten kann.

Neuerdings mit seiner Switch verwachsen: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an Zen Studios für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

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Abwechslungsreiche Flipper-Sammlung mit coolen Features, allerdings auch noch kleinen technischen Ungereimtheiten.

Wertung

Vielfältige Flipper-Auswahl…

Motivierendes Upgrade-System

Kurzweilige Extra-Modi

…die entsprechend kostet

40 Tische fehlen derzeit im Sortiment

Performance im Handheld-Modus könnte besser sein

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Spielname:
Pinball FX3

Typ:
eShop Spiel

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Publisher:
Zen Studios

Developer:
Zen Studios

Genre:
Sonstiges

Release:
12.12.2017 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

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