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Kurztest: Teslagrad

Sebastian Mauch, 09.01.2018

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Die Switch ist nicht nur eine Konsole für vielerlei Gelegenheiten, sondern auch eine hervorragende Plattform für Indie-Releases. Das liegt darin begründet, dass die meisten unabhängig entwickelten Spielchen eher auf schlichte, aber nicht weniger bezaubernde Grafiken setzen. Die Lauffähigkeit potenzieller Ports ist also quasi schon mal gewährleistet (zumindest in den meisten Fällen). Schaut man sich zudem die rasante Verbreitung der Nintendo Switch an ist es kein Wunder, dass auch teilweise Jahre zurückliegende Indie-Titel auf die Hybrid-Konsole portiert werden. So auch das im Steampunk-Setting gehaltene 2D-Jump 'n' Run Teslagrad aus dem Jahre 2013. Ob Entwickler und Publisher Rain Games hier nur Staub gewischt hat oder ob das Spielchen noch immer (oder wieder) überzeugen kann, das kläre ich für euch im folgenden Kurztest.

Ein Kind des Krieges
Was in der Überschrift klingt wie der epische Einstieg eines Romans, dient hier eher als malerische Beschreibung. Wirklich viel Geschichte braucht man in Teslagrad nämlich nicht zu erwarten. So ganz ohne Reiz kommt der Plot dann aber doch nicht daher. Viel eher liegt es an der Art, wie dieser erzählt wird. Vergleichbar ist das Storytelling nämlich mit Klassikern wie Journey oder dem etwas neuerem Abzû. Auch hier schnappt man die Hintergründe der Gegebenheiten eher beiläufig auf. Mal passiert man Wandgemälde, schaltet Karten durch Sammelgegenstände frei oder schlussfolgert einfach aus dem Erlebten. Fans großer Erzählungen werden hier also nur teilweise bedient. So viel dazu, doch worum geht es nun eigentlich?

In stürmischen Zeiten im fiktiven Königreich Elektropia schlüpft man in die Haut eine (wahrscheinlich) verwaisten Kindes. Zu Beginn müssen wir unser Elternhaus nämlich rasch zurücklassen, da der kleine Junge von Truppen des bösen Königs verfolgt wird. Ohne jegliche Ahnung und Ausrüstung flitzt man also davon, und wird dabei direkt von der malerisch inszenierten Darstellung in seinen Bann gezogen. Bei Regen über glitschige Dächer springend, fühlt man sich zunächst wirklich wie ein hilflosen Kind. Gegen Ende der Einführung erreicht man jedoch einen großen Turm, das namensgebende Teslagrad und seines Zeichens Heimstätte eine technologisch sehr fortschrittlichsten Völkchens. Dummerweise ist die Bleibe der Wissenschaftler aber in Folge eines verheerenden Krieges mit dem König komplett verwaist.

Möge der Magnetismus mit dir sein
Wie bereits erwähnt, betritt der namenlose Protagonist den gigantösen Turm ohne jegliche Ausrüstung. Die ersten Schritte tätigt man daher komplett unbeholfen, und muss sich seine Umgebung zunutze machen. Zentrales Element des Gameplays in Teslagrad ist nämlich die Elektrizität oder genauer gesagt Magnetismus. So trifft man etwa auf kleine, mit einer bestimmten elektrischen Ladung versehene Pflanzen. Berührt man diese, übernimmt der Junge diese Ladung und wird so etwa von metallischen Objekten angezogen oder abgestoßen. Daraus ergeben sich schon früh im Spielverlauf allerlei coole Rätsel und Geschicklichkeitseinlagen.

Später kommen dann noch einige nützliche Fähigkeiten wie ein kleiner Warp-Sprung oder ein ladungserzeugender Mantel hinzu. So werden die Puzzles mit der Zeit immer komplexer und vor allem interessanter. Zwar ist der Spielverlauf im Groben recht linear und nicht allzu knifflig, das ein oder andere Mal mussten ich dann doch etwas grübeln um auf die Lösung zu kommen. Fühlt man sich gnadenlos unterfordert, kann man sich auch daran machen die insgesamt 36 versteckten Schriftrollen zu ergattern. Diese verstecken sich meisten abseits des Weges und erfordert etwas mehr Hirnschmalz. Zudem offenbaren die damit freigespielten Karten immer ein klein wenig mehr Hintergrundgeschichte. Hat man zum Finale von Teslagrad sogar alle Fundstücke beisammen, darf man sich zusätzlich auf ein alternatives Ende freuen. Apropos spielerische Herausforderung: Die wenigen Bosse im Spiel sind da auch so eine Nummer für sich. Aus stellenweise seelenruhigen Rätseleinlagen stolpert man direkt in einen der teils bockschweren Bosse hinein. Hier heißt es besonders: Angriffsmuster merken und Fehler vermeiden. Die meist in drei Phasen aufgeteilten Kämpfe können sich daher auch gern mal in die länge ziehen, da jeder noch so winzige Kontakt mit dem Bösen das Ende bedeutet. Man muss also im schlimmsten Fall den Kampf unzählige Male erneut bestreiten, bis man endlich den Dreh raus hat. Manch einen mag das vielleicht sogar reizen, mich hat es letztlich eher genervt.

Ein Setting, das überzeugt
Schaut man sich die Umgebung und die detaillierten Animation in Teslagrad mal in Ruhe an, wird man dem Ganzen einen gewissen Charme nicht abschreiben können. Die dezent erzählte Geschichte fügt sich zudem ganz passend in das ruhig-mysteriöse Drumherum ein. An der musikalischen Untermalung hätte man aber ruhig noch etwas feilen können. Diese ist zwar stimmig, weiß aber auf Dauer das eher eintönige Gameplay nicht sonderlich gut aufzulockern. Die technische Seite scheint dafür die meiste Zeit über sehr solide. Lediglich in wenigen effektreichen Szenen - vor allem unter Einfluss von Physik - machten sich ein paar paar Bildrateneinbrüche bemerkbar. Diese waren aber weder spielbehindert noch sonderlich lang, daher ist dieses Manko gut verkraftbar. Am Steuerungsschema gibt dafür rein gar nichts zu bemängeln. Das Gameplay ist auf den Punkt genau und Fähigkeiten können wahlweise über Schulter- oder Aktionstasten ausgelöst werden. So muss das ist einen waschechten Puzzle-Jump 'n' Run sein!


Fazit:
Teslagrad ist alt, sogar mittlerweile fast eine halbe Dekade. Merkt man dem Spiel das Alter aber an? Keineswegs! Rain Games hätte die Indie-Perle genauso gut auch erst in 2017 oder 2018 veröffentlichen können. Der Umzug auf Nintendos teilzeitstationären Handheld hat zudem größtenteils reibungslos geklappt. Bis auf ein paar wenige technische Makel und den unauffälligen Soundtrack, überzeugt der Mix aus mysteriösem Plot und kniffligem Physikgerätsel voll und ganz. Wer also auf der Suche nach etwa 5 Stunden entspannter Unterhaltung ist, der macht mit Teslagrad für seine aufgerufenen 15 Euro nichts falsch.

Bosse können wahre Fieslinge sein: Sebastian Mauch [Paneka] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an Rain Games für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

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Ein stimmiges Puzzle-Jump 'n' Run mit interessantem Gameplay rund um den Magnetismus. Definitiv einen Blick wert.

Wertung

Interessantes Gameplay

Plot macht neugierig…

Fordernder, aber fairer Härtegrad...

Gelegentliche Einbrüche der Bildrate

…wird aber eher beiläufig erzählt

…Bosse können aber dennoch sehr frusten

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Spielname:
Teslagrad

Typ:
eShop Spiel

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Zum Shop
Publisher:
Rain

Developer:
Rain

Genre:
Jump 'n' Run

Release:
07.12.2017 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

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Screenshots: