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Kurztest: Never Stop Sneakin'

Nicola Hahn, 20.01.2018

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Never Stop Sneakin’ - höre nie auf zu schleichen! Dieses Schleichspiel beerbt die Metal Gear-Serie und hat mich beim Anzocken gleich in der ersten Spieleminute in seinen Bann gezogen, den humorvollen Anspielungen auf Snakes Abenteuer sei Dank. Doch wie hält sich das Spiel über den Start hinaus?

Ein unvergessliches Intro
Ein Militärflugzeug fliegt über das nächtliche Meer. In diesem stehen Soldaten und grüßen einen hochrangigen Major, der die Ehrenformation abschreitet. Währenddessen erzählt er, dass das Pentagon vom Verschwinden aller Präsidenten erfahren hat. Das Weiße Haus rätselt bis zuletzt wie die Staatsoberhäupter gleichzeitig als Geiseln genommen werden konnten und auch die Entführer haben bisher keine Forderungen gestellt. Kaum hat der Major seinen Soldaten die Situation geschildert, öffnet sich die hintere Luke des Flugzeugs und ein Flugzeugträger auf dem Wasser wird sichtbar. Blöderweise kann sich die Kaffeetasse des Major nicht an Ort und Stelle halten und fliegt hinaus in den Luftraum des weiten Meeres. Der Militärführer zögert keine Sekunde und springt der Tasse hinterher, ohne Fallschirm. In actionreicher Metal Gear Solid 3-Manier vollendet der Major seinen HALO-Sprung an Deck des Flugzeugträgers mit einer Dreipunktlandung und fängt die Tasse auf. Dort angekommen begrüßt er meinen künftigen Charakter Agent Hummingbird und stellt sich darauf als Major Milestone vor. Hier meldet sich dann auch das Verbrechergenie namens Amadeus Guildenstern und schildert, dass er mithilfe einer Zeitmaschine alle Präsidenten entführen konnte, sogar die schlechten. Natürlich ist seine Forderung zur Freilassung der Oberhäupter nichts geringeres als selbst zum Präsidenten ernannt zu werden - für immer!

Als frischer Agent trete ich also die Mission an, Guildenstern aufzuhalten, indem ich mich zuerst auf seine Insel schleiche und dann Informationen sammle, um daraus selbst eine Zeitmaschine zu bauen um dann endlich die Präsidenten zu befreien. Aber natürlich steht vorher ein ausführliches Training an: Wie in Metal Gear Solid 1 verlasse ich einen pixeligen Aufzug, der mit üppigen, blinkenden Warnleuchten ausgestattet ist. In Vogelperspektive bewege ich mich mit dem linken Stick oder per Touch-Steuerung durch die Gänge des Traininggeländes und sammle die leuchtenden Objekte ein, die sich als Spionage-Punkte herausstellen. Tatsächlich bleibt es bei der "Ein Knopf"-Steuerung über den Stick/über den Touchscreen, alle weiteren Aktionen abseits des Bewegens werden automatisch vollführt. So hacke ich Terminals, indem ich mich vor sie stelle und dort stehenbleibe bis mein Agent seine Arbeit erledigt hat. Auch sämtliche Waffen werden automatisch eingesetzt. Allerdings steht das Schleichen bei diesem Spiel an erster Stelle, wie man sich beim Namen schon denken kann. Deshalb werden auch nur Schüsse abgefeuert, wenn ich direkt in den Sichtkegel der Gegner laufe, die übrigens den “Soldaten der nächsten Generation” aus Metal Gear Solid 1 sehr ähneln. Ebenfalls hilft scharfe Munition auch gegen Kameras, die auch einen Sichtbereich haben und Alarm auslösen und die Gegner in der Nähe anlocken, wenn ich mich zu unvorsichtig bewege. Außerdem gibt es noch Selbstschussanlagen, die sich immer im Uhrzeigersinn drehen und mit einer Laserschranke auf den Kontakt mit feindlichen Agenten wartet. Dafür halten sie keine Schwerthiebe meines Katanas aus, das ich für Nahkampfangriffe auf dem Rücken trage und welches natürlich auch selbstständig eingesetzt wird um lautlose die Gegner aus dem Weg zu räumen.

Munition ist nicht die einzige Sache, die ich mit mir herumtrage und die stark limitiert ist. Auch Rauch- und EMP-Granaten kann ich in den verschiedenen Basen finden, die mir beim Kampf gegen die Gegner helfen. Zuletzt gibt es noch Schlüsselkarten, die bestimmte Türen öffnen, aber erst von bestimmten Gegnern abgenommen werden müssen. Hinter diesen verschlossenen Türen liegen meist kleine Perks wie die erhöhte Chancen auf Herz-Pickups. Diese sind nämlich besonders wichtig, da mein Agent nur drei Treffer aushalten kann. An Terminals gibt es zufällig entweder neue Munition oder Spionage-Punkte zum Sammeln. Für besagte Punkte haben die Entwickler ein Multiplikatorsystem eingebaut: Beim Ausschalten von Gegnern und Kameras/Geschütztürmen erhöht sich der Multiplikator. Dieser läuft dann entsprechend ab, je höher der Multiplikator desto schneller. Um mit möglichst vielen Spionage-Punkte aus dem Level zu kommen, gilt es also für mich erst das Level von Gegnern zu säubern um mit dem höchstmöglichen Multiplikator Terminals, Schränke und verschlossene Türen zu öffnen um Spionage-Punkte einzusacken. Am Ende der Strecke steht dann wieder der bekannte Aufzug und hin und wieder ein kleiner Verkaufsstand, der von einem freundlichen Roboter betrieben wird wo ich meine Spionage-Punkte in neue Munition, Leben oder Perks eintauschen kann.

Das große Problem des Spiels
Nach der Trainingspassage lande ich in einer Lagerübersicht und kann meine übrigen Spionage-Punkte in Gebäude stecken, die dann das Lager, anfangs bestehend aus einem kleinen Schlauchboot am Strand, erweitern. Zu Beginn steht nur ein einfaches Zelt zur Verfügung, irgendwann entwickelt der aus Metal Gear Solid: Peace Walker bekannte Basenausbau irrsinnige Ausmaße, wenn der Major gigantische Strukturen wie Radarschüsseln und eine Lagerhalle für Gabelstapler bauen will. Leider beginnt das Spiel sich ab diesem Punkt zu wiederholen: Ich breche in Richtung der Insel von Guildenbergs Insel auf und lande in sehr ähnlich aufgebauten Leveln: Entweder sind die verwinkelten Gänge in einem Forschungskomplex wie in Metal Gear Solid 1 und 2, im Dschungel wie in Metal Gear Solid 3, in einem futuristischen Transportflieger, in einer Schneelandschaft ebenfalls wie in Metal Gear Solid 1 oder in einem Berg mit Minen-Setting angesiedelt. Die Level sind dabei in verschiedene Ebenen gegliedert, wobei das jeweilige Thema des Levels zufällig und ohne Zusammenhang ausgewählt wird. Einmal beende ich das Schneelandschaft-Level im Aufzug nach oben und lande im nächsten Level in der Luft an Bord des Transporters. Dort gibt es auch wieder am Levelende einen Aufzug nach oben (in einem Flugzeug!) und komme in der Militärforschungsanlage an.

Am Ende jeder Ebene, die aus drei Leveln besteht, steht statt dem ersehnten Aufzug ein Bosskampf an, der leider auch nicht gerade abwechlungsreich ist: Einmal trete ich gegen den Vizepräsidenten an, der eigentlich nur ein Helikopter ist und nach zwei bis drei Schüssen aus der zufällig herumliegenden Bazooka gleich besiegt ist. Eine andere Möglichkeit ist der Kampf gegen einen Vampir (Metal Gear Solid 2 und 4 grüßen), bei dem ich das Licht an Terminals einschalten und den Boss in den neu eingeschalteten Lichtkegel locken muss. Dann gibt es noch kleine Drohnen, die Elektrostrahlen nicht so toll finden, die andere Terminals erzeugen. Zuletzt gibt es dann noch einen Boss mit Schrotflinte und wieder zwei andere mit Gewehren, denen ich erst im Schatten von herumstehenden Containern auflauern und anschließend im Nahkampf besiegen muss. Diese Bosse wechseln sich auch zufällig ab und erscheinen ständig wieder, wobei keiner so richtig anspruchsvoll ist und höchstens in der Anzahl der Leben oder der einzelnen Gegner variiert. Dieses ganze Prinzip wiederholt sich ständig, da für den Basenausbau immer wieder Spionagepunkte herangeschafft oder bestimmte Personen befreit werden müssen. Die Geiselbefreiung verläuft dabei ziemlich unspektakulär: Mir wird bei einer neuen Infiltration in der letzten Ebene ein Level in der Levelübersicht markiert, wo eine verschlossene Türe platziert wurde, hinter der sich die Geisel befindet. Sobald ich den Raum betrete, gibt es einen kurzen Dialog, die Person ist gerettet und ist als spielbare Figur freigeschaltet, sodass ich sie gleich spielen kann. Das passiert auch manchmal, wenn ich erfolgreich einen Boss besiegt habe. So kommt es irgendwann vor, dass ich sogar als Helikopter durch die feindliche Basis schleichen kann. Mit mir herum trage ich übrigens ein ebenfalls wechselbares Set an Pistole und Katana, das ich auch in der Charakterauswahl wechseln kann. Hier gibt es die Auswahl aus verschiedenen Camo-Farben, aber auch urkomisches wie zwei Bananen, einen Hockeyschläger samt Maske oder einem Baseballschläger mit Handschuh.



Fazit:
Im ersten Moment dachte ich, dass mich Never Stop Sneakin’ in den siebten Switch-Himmel befördert: Die Titelmusik und die polygonarme Grafik hat schon gereicht mich als absoluten Metal Gear-Fanboy in die Knie zu zwingen. Doch als ich dann feststellen musste, dass sich der Basenbau zieht wie alter Kaugummi und die Level dermaßen lieblos zusammengeneriert werden, sodass ich irgendwann ohne Rücksicht auf Verluste durch die Level gerast bin um schneller das Spiel abschließen zu können, ging meine Euphorie verloren. Hier fehlte dem Entwickler das Gespür für die richtige Länge, wielange man bestimmte Mechaniken wiederholen kann bis sie nervig werden. Ein wenig Abwechslung durch neue Gameplaymechaniken, neue Gegnern, Storywendungen oder auch Schwierigkeitssteierungen hätten dem Spiel nicht geschadet. Die Story spielt irgendwann keine Rolle mehr und nur mit dem Ziel das nächste unbedeutende Gebäude in meiner Basis bauen zu können, den immergleichen Gegnern und Bossen wurde dieses Spiel langsam zur Qual. Extrem schade nach so einem tollen Anfang und der absolut genialen Steuerung, die nur den linken Stick bedarf und sogar die Touchsteuerung unterstützt. Vielleicht haben die Entwickler damit ja den fünften und neuesten Teil der Metal Gear-Reihe parodiert, dann leider auf Kosten des eigenen Spiels.

Schleicht sich lieber dann doch ganz schnell davon: Nicola Hahn [501.legion] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an Humble Hearts für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Grandioser Anfang, danach grandioser Absturz. Wegen fehlender Motivation geht dem Spiel schnell die Puste aus.

Wertung

Zahlreiche Anspielungen auf vergangene Metal Gear-Spiele

Ordentliche Anzahl an freischaltbaren Agenten und Waffen …

Geniales Steuerungskonzept mit nur einer Hand

Unglaublich repetitiv und anspruchslos

… die nichts weiter sind als Kosmetik

Sehr wenig Story und wenig Motivation das Spiel weiterzuspielen

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Spielname:
Never Stop Sneakin'

Typ:
eShop Spiel

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Zum Shop
Publisher:
Humble Hearts

Developer:
Humble Hearts

Genre:
Action

Release:
08.01.2018 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

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Screenshots: