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Kurztest: Super Meat Boy

Sebastian Mauch, 27.01.2018

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Da die Switch ja derzeit so gut wie alle bekannten Indies als Portierung erhält, darf natürlich –das- Indiespiel schlechthin nicht fehlen. Schon zu Zeiten von Newgrounds als simples Flash-Game überzeugte Meat Boy von Edmund McMillen die Spieler. Mittlerweile fand eine umfangreichere und grafisch aufgehübschte Version namens Super Meat Boy auch seinen Weg auf so gut wie alle Plattformen der letzten Jahre. Bevor Team Meat aber mit dem direkten Nachfolger Super Meat Boy Forever im Sommer 2018 in die Tür fällt, wollte man den ersten Teil auch noch auf der Nintendo Switch verewigen. Ob das gelungen ist, das erfahrt ihr im folgenden Test.

Flatsch!
Wer von dem kleinen viereckigen Fleischklops Meat Boy noch nichts gehört hat, der sollte sich zunächst ein wenig schämen. Immerhin gilt der kleine Recke als eines der Urgesteine der Indie-Szene, der nicht zuletzt in der Dokumentation Indie Game: The Movie eine große Rolle spielte. Wo wir gerade beim Thema sind, kann ich für diesen Film auch direkt mal eine Empfehlung aussprechen, da man dort tonnenweise interessante Einblicke in die Welt der Indiegames und Indie-Entwickler bekommt – doch zurück zum eigentlich Spiel. In Super Meat Boy betätigt man eigentlich nur zwei Tasten, eine zum Rennen und eine zum Springen. Gelenkt wird der rote Protagonist wahlweise mit dem Analogstick oder den Richtungstasten.

Was das Gameplay an Komplexität versteckt, klatscht euch das Leveldesign dafür direkt ins Gesicht. Wobei Komplexität eigentlich nicht der richtige Terminus ist, viel eher, naja, die Teuflischkeit. Der hier vorliegende Plattformer hat nämlich den Anspruch, ein ziemlich fieses Jump 'n' Run zu sein. In Sachen Schwierigkeit können da Mario und Co. mal locker einpacken. Klar sollte daher von Beginn an sein, dass Team Meats Port des Kultspiels kein Futter für Ungeduldige ist – eher etwas für Hartgesottene auf der Suche nach einer deftigen Herausforderung. In den Levels warten nämlich allerlei fiese Fallen wie Sägen, verschwindende Blöcke, Laser oder gar pfeilschnelle Höllenwesen. Das ist auch schon das grobe Rezept für den Erfolg. Geht man etwas tiefer, bietet Edmund McMillen den Spielern aber noch einiges mehr.

Vielfalt in seiner grausamsten Form
Die einzelnen Stages sind nämlich in sieben Welten á circa 20 Levels untergliedert und unterscheiden sich von Welt zu Welt auch thematisch. Startet man im Waldgebiet noch gemächlich und kann sich relativ fair an die Steuerung gewöhnen, kann man sich im vierten Höllengebiet schon auf etliche Bildschirmtode gefasst machen, bevor man ein Level endlich schlägt. Witzerweise wird wie bei Mario Maker jeder Tod aufgezeichnet und kann später in einem Replay betrachtet werden. Auch in der Umgebung selber bleiben Meat Boy weltliche Reste hängen, was teilweise ganz schön „messy“ werden kann. Wem der ohnehin schon ordentlich anziehende Anspruch noch nicht genügt, der findet noch zahlreiche andere Herausforderung. So kann man in jedem Abschnitt auch eine bestimmte Zeit schlagen, um so das begehrte A+ zu bekommen. Auch sind in manchen Stages Pflaster und Portale versteckt oder manchmal auch einfach nur schwer zu erreichen.

Mit eingesammelten Pflastern kann man weitere spielbare Charaktere freischalten. So etwa das schwarze Kleckswesen Gish aus dem gleichnamigen Spiel, ebenfalls aus McMillens Feder. Die Zusatzcharaktere, darunter auch Bit.Runner, beherbergen auch eigene Fähigkeiten, die man sich auf der Suche nach kleinen Geheimnissen zunutze machen kann. Wirklich angewiesen ist man darauf aber höchst selten, Puristen greifen daher natürlich zu Meat Boy himself. Hinter den erwähnten Portalen verstecken sich unter anderem alte Meat Boy-Stages oder ganze Serien davon, aber auch Speziallevel, die an Spiele wie Canabalt oder Bit.Trip Runner erinnern. Meistert man diese, spielt man auch hier neue Pflaster oder gar Charaktere frei, was ungemein zum Suchen anregt.

Wer es dann sogar noch viel schwerer braucht, der kann sich in die parallel zu den Hauptlevels freigespielten Dunkelwelt-Levels begeben. Hier bekommt man es dann mit knackschweren Abwandlungen bereits gespielter Level zu tun. Für den Story-Fortschritt sind diese aber glücklicherweise nicht notwendig. Die Geschichte ist übrigens quasi nonexistent und wird nur über kleine Filmchen zu Beginn und Ende jeder Welt erzählt. Im Groben wird Meat Boys Schwarm – Bandage Girl – vom eifersüchtigen Dr. Fetus (kein echter Doktor) entführt. Meat schlägt sich dann durch höllische Gefahren um sie zu retten, wer hätte das gedacht! Das klingt natürlich reichlich abgenutzt, Edmund McMillens derber Humor macht aber jedes einzelne Animationsfilmchen zu einem kleinen Highlight – auch eine Art, eine Geschichte zu erzählen.

Neu: der Rennmodus
Aus technischer Sicht macht der Fleischwürfel auch auf Nintendos Switch eine astreine Figur. Ruckler und Bildstottern sucht man vergebens, das darf man jedoch von einem stilisierten 2D-Plattformer auch so erwarten. Der Artstyle weiß trotz seiner simplen Darbietungs zu überzeugen, wer jedoch kein Blut sehen kann, der sollte sich den Kauf zweimal überlegen - auch wenn das „Blut“ im Grund nur Fleischsoße ist. Passend zum Release auf der Switch hat sich Team Meat außerdem noch ein kleines Schmankerl einfallen lassen: den Rennmodus - denn wenn die Switch etwas kann, dann ist das Couch-Koop. Im besagten Modus spielt man zu zweit lokal im vertikal geteilten Splitscreen. Dabei kann jeder mit einem Controllergespann seiner Wahl antreten, aufgrund der simplen Steuerung machen sich aber auch quer gehaltene Joy-Cons perfekt. Zu Beginn trifft man eine Auswahl, welche Level man spielen möchte. Dabei hat man die Wahl zwischen den verschiedenen Kapiteln sowie zwischen der Licht- und Dunkelwelt. Durch diese wild zusammengemixten Stages gilt es sich dann Kopf an Kopf so schnell wie möglich zu hangeln. Dabei sieht jeder Spieler den „Geist“ des jeweils anderen, sowie einen Gesamtfortschritt an der oberen Bildschirmkante. Der Modus ist simpel, aber spielt sich auch mit halber Bildschirmfläche super. Mit einem versierten Spielpartner kann man sich hier auf einige fetzige Rennen gefasst machen. Der Modus ist vorerst zeitexklusiv für die Switch, soll aber auch für den PC umgesetzt werden.

Fazit:
Super Meat Boy war schon damals super, und ist es auch heute noch. Der kleine sympathische Fleischhaufen macht einfach einen guten Eindruck, sei es in Sachen Leveldesign, Steuerung oder Schwierigkeit. Das alles garniert mit einer herrlichen Prise grobschlächtigem Humor, und schon hat man das fast schon perfekte Indie-Spiel. Edmund McMillen und der Rest von Team Meat haben dieses kleine Meisterwerk nun nahezu auf jeder Plattform untergebracht. Wer also bis jetzt noch nicht zugegriffen hat, sollte das dringend tun. Wer jedoch mit bockschweren Herausforderungen nichts am Hut hat, dem kann ich das Spiel nur begrenzt empfehlen. Der zusätzliche neue Rennmodus als nette Dreingabe rundet das Gesamtpaket zusammen mit einem tollen, metallischen Soundtrack ab. Nun darf man sich schon moralisch auf die Fortsetzung freuen.

Übt sich darin, nicht auszurasten: Sebastian Mauch [Paneka] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an Team Meat für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

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-
Astreines, aber bockschweres Gameplay in einer herrlich derben, humorvollen Aufmachung – der Klassiker überzeugt auch auf der Switch.

Wertung

Derber Humor

Punktgenaues Gameplay

Zahlreiche Level samt neuem Renn-Modus

Nichts für „Leicht Entflammbare“

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Spielname:
Super Meat Boy

Typ:
eShop Spiel

Jetzt Bestellen:
Zum Shop
Publisher:
BlitWorks

Developer:
Team Meat

Genre:
Jump 'n' Run

Release:
11.01.2018 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

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