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Dragon Quest Builders

Review: Dragon Quest Builders

Tjark Michael Wewetzer, 07.02.2018

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Wie sagt man so schön: Was einmal kaputtgemacht wurde, kann auch wieder aufgebaut werden. Getreu dieses Mottos entsendet euch das Aufbau-Rollenspiel Dragon Quest Builders auf eine große Mission zum Wiederaufbau der Welt. Richtig gelesen, die ganze Welt ist euer Sandkasten! Das erinnert zunächst gerade aufgrund des blockigen Aufbaus der Umgebung stark an den Meilenstein Minecraft. Doch Square Enix beließ es nicht bei der bloßen Übernahme des Kernkonzepts, sondern ergänzte diverse eigene Ideen, um dem Dragon Quest-Spinoff seinen eigenen Charakter innerhalb des Genres zu verleihen. Und dass dieses Endergebnis nun auch auf der Switch zu unterhalten weiß, das beweise ich euch in diesem Test.

„Du bist kein Held“
Warum ihr zum Aufbau der Welt verdonnert werdet? Nun, die ist vor eurem Erwachen in einem finsteren Grab schlichtweg untergegangen. Statt belebter Städte und sicher begehbaren Handelsrouten finden sich nur noch Ruinen, monsterverseuchte Ebenen und kleinere Gruppen Menschen, die – ihrer schöpferischen Kraft beraubt – ums nackte Überleben kämpfen. Die Göttin Rubiss, die euch gerufen hat, kann da nicht mehr tatenlos zusehen und entsendet euch mit einem Banner der Hoffnung ausgestattet, um neue Siedlungen zu Gründen und lokale Probleme zu lösen, damit die Menschheit sich wieder in Sicherheit wiegen kann. Die Geschichte wird dabei kapitelweise vorangetrieben, wobei euch jeder Abschnitt mit dem Aufbau eines anderen Dorfes betraut. So steht zu Beginn etwa die Neugründung des Städtchens Cantlin auf dem Plan, während ihr im zweiten Kapitel das verseuchte Land Rimuldar von einem schrecklichen Fluch befreien müsst und dabei parallel einen sicheren Hafen für notleidende Seelen erbaut.

In diesem Punkt macht sich direkt der erste, große Unterschied zum Vorbild Minecraft bemerkbar: Dragon Quest Builders gibt euch deutliche Ziele vor und möchte zudem eine Geschichte erzählen – auch wenn diese sich insgesamt auf einem seichten, wenngleich dank charmanter Dialoge unterhaltsamen Niveau hält. Die Aufgaben wiederum eignen sich wunderbar für Einsteiger im Aufbau-Metier, führen sie diese doch schrittweise an die vielfältigen Baumöglichkeiten des Spiels heran. So möchte unsere erste Anwohnerin von Neu-Cantlin beispielsweise zunächst eine Unterkunft, die nach festen Regeln aufzubauen ist, damit sie vom Spiel auch als solche erkannt wird. Zwei Blöcke hohe Wände, ein Bett, eine Lichtquelle und eine Tür müssen rein und schon ist ein einfaches Zimmer gebaut! Dächer sind in Dragon Quest Builders optional, das aber wohl auch aus gutem Grund: In Ermangelung einer richtigen Ego-Perspektive spielt die Kamera in engen Räumlichkeiten leider eher widerwillig mit. So gibt es zwar eine spezielle Zoomstufe, die sich in geschlossenen Kammern einschalten lässt und der Sicht aus den Augen der Spielfigur sehr nahe kommt, die Charaktersteuerunge erfolgt jedoch weiterhin nach dem Muster der Verfolger-Perspektive. Das erschwert leider das Platzieren von Objekten in solchen Zimmern. Auch sollte man darauf achten, die Decke etwas höher anzusetzen, als es für den Minimalraum notwendig ist, denn nur zu gerne bleiben NPCs zwischen benutzten Objekten und dem Dach hängen.

Auf in die Wildnis!
Der stetige Aufbau der Siedlungen motiviert jedoch ungemein. Die Aufträge führen euch immer weiter in die Wildnis hinaus, wo neue Materialien auf Sammler warten und spontane Ideen für neue Baurezepte liefern. Frei zusammenmixen könnt ihr die Objekte jedoch leider nicht, ihr seid also stets auf das im Spielverlauf ziemlich umfassende Rezeptmenü angewiesen. Die neuen Objekte können dann genutzt werden, um spezielle Einrichtungen wie Schmiedezimmer und Küchen aufzubauen, die auch von euren Mitbewohnern genutzt werden können und euch so während eurer Ausflüge mit neuem Stoff versorgen. Ebenfalls praktisch: Bereits recht früh werdet ihr darum gebeten, eine spezielle Truhe zu bauen, auf die ihr jederzeit aus eurem Inventar heraus Zugriff habt. Das nimmt der Rohstoffsammelei merklich ihren Frust, da man dank dieser Kiste nichts liegen lassen muss, nur weil das am unteren Bildrand einsehbare Schnellinventar bereits bis zum Rand mit allerlei Kleinkram vollgestopft ist.

Ein nicht zu unterschätzender Aspekt in dieser von Monstern dominierten Welt ist natürlich auch der Kampf, der leider nicht zu den Stärken von Dragon Quest Builders gehört. Ein recht simples Action-Kampfsystem mit einfachen Hiebkombos und einer Hand voll erstellbaren Werkzeugen steht euch zur Verfügung, die Auseinandersetzungen mit den bunten Dragon Quest-Kreaturen fühlen sich die meiste Zeit jedoch eher nach eintöniger Fleißarbeit an. Das ist bei umgehbaren Normalo-Monstern eher weniger das Problem, doch größere Brocken und natürlich auch die gelegentlichen Bosse setzen voraus, dass ihr gut gerüstet an sie herangeht. Ein wenig aus dem Rahmen fallen hierbei die Kapitel-Endbosse, die mehr Puzzlecharakter haben, allerdings auch nicht wirklich beeindrucken. Dass die kleineren Unholde in unregelmäßigen Abständen und auch an Geschichts-Wendepunkten mal eure Siedlung zu überrennen versuchen, nervt leider ebenfalls ungemein, doch für diese Zwecke bietet euch Dragon Quest Builders immerhin reichhaltige Verteidigungsanlagen, mit denen ihr eure Schützlinge vor Schaden bewahren könnt – wenn sie nicht sogar selbst zur Waffe greifen und fleißig mithelfen

Alles auf Anfang
Was hingegen wohl deutlich mehr sauer aufstoßen würde: Die Kapitel des Spiels sind voneinander isoliert. Das heißt, ihr werdet mit jedem Übergang in die nächste Ortschaft auf eure Startwerte zurückgesetzt und müsst euch beinahe von vorne hocharbeiten – nur etwas Basis-Ausrüstung bleibt euch. Das hat wohlgemerkt auch einen tieferen Sinn, immerhin findet ihr nicht alle Materialien des vorherigen Areals auch im neuen und könnt entsprechend mit den alten Rezepten nicht viel anfangen. Außerdem macht ihr nie erneut die gesamte, langsame Startphase erneut durch, sondern erlernt schnell äquivalente Anleitungen für die wichtigsten Objekte. Dennoch kann es erst einmal demotivierend wirken, wenn man nach dem Aufbau einer Traum-Stadt frohen Mutes in einem neuen Winkel der Welt ankommt, nur um sich dann noch einmal vom Dreck aus hocharbeiten zu müssen.

Beginnend mit dem zweiten Kapitel wird jedoch auch ein Extra-Modus freigeschaltet, bei dem ihr euch frei austoben dürft. Terra Incognita nennt sich dieser Spielplatz, der euch eine große Baufläche ohne jegliche Monster oder andere Störfaktoren bietet – ideal zum Umsetzen allerlei Bauprojekte! Es lohnt sich aber weiterhin, der Story zu folgen, denn nur so werden spezielle Inseln mit zusätzlichen Materialien und Kreaturen sowie die dazugehörigen Objektrezepte freigeschaltet. Löblich: Die entfernten Inseln lassen sich jederzeit in ihre Ausgangslage zurücksetzen, damit euch nie die Rohstoffe für den Bau im beständigen Hauptareal ausgehen. Das Präsentieren eurer Konstruktionen fällt allerdings etwas schwerer aus. Einen richtigen Multiplayer-Modus bietet Dragon Quest Builders leider nicht, stattdessen könnt ihr ein überschaubares, quadratisches Feld eingrenzen und alles darin befindliche auf den Spielserver hochladen. Andere Spieler können diese Bauten dann an Beschwörungsflächen entweder zufällig oder gezielt per alphanumerischem Code in ihre Welt holen – dies jedoch ohne die Funktionen, die eingebaute Objekte haben würden. Wenn ihr also eine Traumküche baut und diese in den Äther schickt, können andere Spieler zwar euer Kunstwerk bewundern, allerdings nichts an den Kochstellen zubereiten. Schade, denn auf diese Weise verkommt das an sich ganz nett gemeinte Feature mehr zu einem schmückenden Beiwerk.

Schöner Blockbauen
In technischer Hinsicht gibt sich Dragon Quest Builders charmant, aber nicht sonderlich aufwendig. Die blockigen Umgebungen wirken in sich stimmig und sind definitiv detaillierter, als es etwa bei Vorbild Minecraft der Fall ist, allerdings wuchert und sprießt es auch nicht so wie bei Kollege Portal Knights. Auch wirkt die Optik nicht ganz so sauber wie auf der PS4, doch das fällt hauptsächlich im direkten Vergleich auf – die Switch-Umsetzung muss sich auf jeden Fall nicht verstecken. In musikalischer Hinsicht werden euch klassische Dragon Quest-Melodien geboten, die ihr in Dauerbeschallung auf die Ohren kriegt. Und das kann, so schön die Musikstücke auch sein mögen, schon mal etwas nervig werden, wenn man stundenlang an einem Bauprojekt sitzt und stets dieselben Klänge zu hören kriegt. Das ist dann doch zu viel des Guten! Immerhin lässt sich der Soundtrack separat vom restlichen Sound runterdrehen. Sprachausgabe gibt es übrigens keine, die äußerst unterhaltsam geschriebenen deutschen Texte müssen also allesamt in Eigenregie gelesen werden.

Fazit:
Als Dragon Quest Builders vor vielen Jahren erstmals angekündigt wurde, wirkte es wie der billige Versuch von Square Enix, auf der Minecraft-Welle mitzuschwimmen. Dass es jedoch weit mehr als das ist, zeigte das fertige Spiel bereits auf PS4 und Vita. So steht hier eben maßgeblich der Neuaufbau der Siedlungen und die damit verbundene Handlung im Vordergrund. Ihr zieht langsam kleine Dorfgemeinschaften auf, erfüllt Aufträge für eure Schützlinge und bewahrt sie vor Schaden durch gemeine Monsterangriffe. Außerdem löst ihr lokale Probleme wie etwa eine grasierende Seuche, während ihr am perfekten Layout eurer Gemeinde werkelt oder Streifzüge auf der Suche nach besseren Materialien tätigt. Und wer ohne Quests und Monster-Druck an seinem Traum-Bauwerk arbeiten möchte, findet im Terra Incognita getauften Sandbox-Modus seine Erfüllung. Die Switch-Umsetzung ist dabei insgesamt gelungen und lässt praktisch nichts vermissen. Vielmehr passt Dragon Quest Builders perfekt zur Philosophie der neuen Konsole: Man werkelt gemütlich am heimischen Fernseher in aller Übersichtlichkeit an seiner Siedlung und kann alles ohne Umschweife mitnehmen, um in Bus oder Bahn zum Feinschliff anzusetzen. Zwar wird auch in dieser neuen Version noch ein richtiger Multiplayer-Modus vermisst und rein baufreudige Zocker, die von der Story eigentlich nichts wissen möchten, müssen sich zur vollen Entfaltung ihrer Optionen immer noch durch den recht umfangreichen Hauptteil schleifen, doch wer eine etwas zielgerichtetere Alternative zum König Minecraft sucht, der ist in Alefgard bestens aufgehoben!

Behämmert: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Noch keine
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-
Charmantes Aufbau-RPG für angehende Städtebauer mit Sinn für Abenteuer und die perfekte Minecraft-Alternative für zielorientierte Zocker!

Wertung

UMFANG:

9.0

STORY:

7.0

TECHNIK:

7.0
80
von 100

Reichlich Einsteigerhilfen

Motivierender Siedlungsaufbau

Anständig große Gebiete…

…mit abwechslungsreichen Biomen

Sandbox-Modus zum Austoben

Jederzeit zugreifbare Lagertruhe verhindert Inventarknappheit

Äußerst behutsamer Anfang

Charakter startet jedes Kapitel von Null

Zweckmäßiges Kampfsystem

Kamera in engen Passagen suboptimal

Kein Multiplayer-Modus

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Spielname:
Dragon Quest Builders

Typ:
Switch-Spiel

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Zum Shop
Publisher:
Nintendo

Developer:
Square Enix

Genre:
Rollenspiel

Release:
09.02.2018 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

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Screenshots: