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Review: Bayonetta

Sebastian Mauch, 15.02.2018

5

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PlatinumGames. Diesen Namen verbindet man in der Spieleindustrie zumeist mit grandiosen Actionspielen wie etwa Metal Gear Rising: Revengeance oder das etwas aktuellere NieR: Automata. Das Gesicht des Studios, Hideki Kamiya, ist zudem für seinen speziellen Humor bekannt. Kombiniert man Action und besagten Humor, kommt letztlich so etwas dabei heraus wie Bayonetta, um das es heute gehen soll. Der einst für Xbox 360 und PlayStation 3 entwickelte Kracher findet nach der Wii U nun nämlich auch seinen Weg auf die Nintendo Switch. Ob PlatinumGames' erfolgreichstes Spiel auch auf Nintendos Hybrid-Handheld eine gute Show abliefert, das erläutere ich für euch im folgenden Test. Viel Spaß beim Lesen!

Eine sexy Hexi gegen das gesamte Himmelsreich
Die Geschichte von Bayonetta setzt direkt mit einer kleinen Cutscene ein. Man befindet sich auf einem Friedhof, während die Kamera langsam an diversen Grabsteinen vorbeischwenkt. Der letzte Grabstein zeigt groß und dick den Namen „Hideki Kamiya“. Wer gut in der Einleitung aufgepasst hat, wird den Namen sicher wiedererkennen. Anschließend schwenkt die Kamera hoch und man sieht einen kleinen und sehr beleibten Mann, wie er auf den Grabstein uriniert.

Ihr merkt schon, normal ist dieses Spiel definitiv nicht, was aber auch gut so ist. Direkt danach sieht man die namensgebende Protagonistin Bayonetta im Gläubigen-Gewand an einem Grab gen Himmel beten. Kurz danach bricht der Himmel auf und los geht die Action. Zahlreiche Himmelswesen stürmen herab und wollen die Machenschaften der gut gebauten Dame, ihres Zeichens ausgestoßene Hexe des Umbra-Clans, ein Ende bereiten. Ehe man sich versieht, steckt man mitten im Getümmel und schwungvolle Musik setzt ein. Schon in den ersten Minuten wird man mit dem konfrontiert, was das Erfolgsrezept von Bayonetta letztlich ausmacht: Kesser Humor, gute Musik und jede Menge übertriebene Action.

Das Kampfsystem könnte geschmeidiger nicht ausfallen. Mit den Tasten X und A führt man Tritte und Schläge aus, wahlweise kann man mit Y Gegnern aber auch aus der Distanz einheizen oder mit B aus der Luft angreifen. Da es eine schier unüberschaubare Masse an möglichen Kombos gibt, kann man so gut wie alles aneinanderreihen und schnell sieht alles ganz gekonnt aus. Noch stylischer wird es aber wenn man die Angriffstasten zu jedem beliebigen Zeitpunkt in der Kombo gedrückt hält. Tut man dies, bricht man die Serie ab und schießt dafür ein paar Kugeln aus Bayonettas Ballermännern. Und ja, das geht auch bei Tritten! Da zwei Pistolen zu langweilig sind und die Superlative hier groß geschrieben wird, hat die Hexe natürlich auch je eine Knarre am Hacken befestigt – wenn das mal nichts ist!

Die Kunst des Ausweichens
Neben Angriffen ist es aber auch einer der wichtigsten Bestandteile des Spiels, gekonnt auszuweichen. Drückt man ZR im richtigen Zeitpunkt, schwingt sich die Hexe gekonnt am gegnerischen Angriff vorbei und trifft man das richtige Timing, verlangsamt sich sogar für einen kurzen die Zeit. Das ist dann die sogenannte Hexenzeit, in der man ordentlich Packung austeilen kann. Das waren aber lediglich die Grundpfeiler des Kampfsystems. Später im Spiel kann man sich noch zahlreiche Moves dazukaufen, was die Komplexität natürlich ungemein steigert. Gut, dass PlatinumGames im Ladebildschirm einen Trainingsmodus zur gekonnten Überbrückung der Wartezeit eingebaut hat. In der Theorie mag das echt praktisch klingen, in der Praxis funktionierte das in dieser Form aber nur auf den Last Gen-Konsolen so richtig. Die Ladezeiten auf der Switch sind nämlich meistens so kurz, dass man kaum mehr als eine hingepampte Kombo probieren kann. Das ist schade, aber die kurzen Ladezeiten kann man einem Spiel wohl kaum als Negativpunkt ankreiden. Viel eher, dass es kein eigenständiger Trainingsmodus ins Spiel geschafft hat. Probiert man seine neuen Tricks nämlich im Schlachtfeld aus, resultieren die Experimente nicht selten im Bildschirmtod.

Apropos Tod: Zur Zeiten der PS3 und 360 waren sogenannte Quicktime-Events ungefähr so populär wie heutzutage Open-World-Spiele. Kein Wunder dass man auch hier nicht davor gefeit ist. Einige davon verstecken sich in den genial inszenierten Finishern der Hexe und machen Laune, andere hingegen ploppen nicht selten unverhofft in Zwischensequenzen auf. Da lässt man sich voll auf eine der packenden Actionfilm-Sequenzen ein und zack ist man tot, weil man nicht im richtigen Moment die richtige Taste betätigt hat. Da kann dann auch schon mal etwas Frust aufkommen. Dasselbe gilt für manche Stellen und Gegner im Laufe der Geschichte. Im Großen und Ganzen hält sich das Spiel aber fair und bleibt zum Glück weitestgehend ein Spaßgarant.

Die bisher beste Version des Spiels
Zur Geschichte kann man eigentlich nicht allzu viel sagen, außer, dass sie sich nicht zu ernst nimmt. Sicher gibt es einen roten Faden, ein erzählerisches Meisterwerk sollte man hier aber nicht erwarten. Im Grunde geht es darum, dass Bayonetta eine der letzten Umbra-Hexen ist und vom Himmel gejagt wird. Da sie aber diverse Bündnisse mit mächtigen Dämonen geschlossen hat, ist der Spieß aber genau umgedreht. Viel interessanter ist da schon, dass sie immer wieder mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird, die Allzweckwaffe „Amnesie“ ist also auch hier mal wieder mit von der Partie.

Ein paar Worte mehr kann man da schon zur Grafik des Spiels loswerden. Man merkt dem Titel zwar an, dass es schon beinahe ein Jahrzehnt auf dem Buckel hat, hübsch anzusehen ist die großzügig bestückte Hexe (und der Rest des Spiels) aber dennoch. Eines der größten Probleme der damaligen Portierung auf die PlayStation 3 war bekanntermaßen die miserable Framerate für solch einem rasanten Spiel. Denke ich an meinen Spieldurchlauf auf der PS3 damals zurück, kommt mir noch heute das Grauen hoch. Die Ursprungsversion von Platinum Games selbst für die Xbox 360 lief hingegen nahezu butterweich. Wie schon beim Re-Release auf der Wii U, ist die Framerate aber auch auf der Nintendo Switch die meiste Zeit auf butterweichen 60 FPS eingependelt. Die grafischen Aufwertungen halten sich zwar in Grenzen, dennoch hat man das Gefühl einen „Grafikkracher von damals“ immer und überall spielen zu können. Der Switch-Effekt klappt also auch bei Bayonetta ganz hervorragend und zeigt, wie viel Power der Handheld letztlich hat, was sich nicht zuletzt in einer wesentlich stabileren Framerate als auf der WiiU resultiert.

In Sachen Steuerung ist zwar nicht alles ganz so butterweich, in den meisten Situationen - und vor allem im Kampf – lässt sich alles gut kontrollieren und macht Spaß. Gerade beim Positionieren und beim Erkunden der begrenzten Spielgebiete zwingt die Kamera den Spieler nicht selten zum ständigen Nachjustieren. Wer nicht so auf Tasten steht, kann auch hier wieder zur Touchsteuerung greifen. Das funktioniert nach kurzer Eingewöhnung ganz gut, kommt aber bei weitem nicht an die Tastenmethode heran. Warum ein Spiel wie Bayonetta ausgerechnet eine Toucheingabe braucht, ist mir persönlich schleierhaft.

Bevor ich zum Fazit komme, möchte ich aber noch kurz die klangliche Untermalung und die sonstige Präsentation ansprechen. Die Entwickler haben hier den eleganten Spagat zwischen ersten Szenen und gnadenlos derbem Humor hinbekommen. Ist man im Kampf, wird man vom Titelsong des Spiels begleitet und darf munter auf die seltsamen Himmelwesen eindreschen. An Stellen, wo es etwas mysteriöser zugeht, wird die Klangkulisse dann aber auch schon mal etwas klassischer und vor allem ernster. Der Soundtrack passt aber nicht nur stets zum Geschehen, sondern hat teils echt Ohrwurmpotenzial. In den zahlreichen vollkommen übertriebenen Script-Szenen wird man zudem mit einer Effektkulisse beehrt, die eines Actionspiels würdig ist. Aus technischer Sicht ist also so ziemlich alles tip top. Bis auf wenige Bugs bekommt man hier ein echt rundes Erlebnis.

Fazit:
Bayonetta ist so ein Ding für sich. Einerseits spricht es Fans von Spielen wie God of War oder Devil May Cry an, andererseits aber auch diejenigen, die einfach nur auf die Protagonistin abfahren. Der Fakt, dass die Umbra-Hexe übertrieben feminin dargestellt wird, ist sicher nicht ganz unschuldig an der Popularität der momentan zwei Teile umfassenden Serie. Immerhin verliert die gute bei einer langen Kombo nahezu ihren gesamten Anzug, der auch so schon extra hauteng ausfällt – was will man(n) mehr? Davon aber mal ab, kann auch jeder anders geartete Mensch richtig viel Spaß mit Bayonetta haben. Das komplexe, aber runde Kampfsystem, die tolle musikalische Untermalung, oder der geniale Humor aus dem Hause PlatinumGames: die Gründe pro Bayonetta sind mannigfaltig. Zwar merkt man dem Spiel an gewissen Merkmalen wie altbackenden Mechaniken oder diversen kleineren Bugs sein Alter an, dennoch macht man mit dem Kauf auch auf der Switch nichts falsch, wenn man es nicht ohnehin zum zweiten Teil gratis dazubekommt. Auf der Switch hat man meiner Meinung nach die beste bisher erhältliche Version des etwa 11 Stunden langen Spektakels. Als kleines Schmankerl gibt es wie auch schon in der Wii U-Version sogar ein paar Nintendo spezifische Kostüme für diejenigen, die es gern etwas „putziger“ haben.

See ya later, Bayonetta: Sebastian Mauch [Paneka] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Noch immer hübsch anzusehen, und spaßiger denn je. Der Ausflug mit der Hexe lohnt sich.

Wertung

SCHWIERIGKEIT:

7.0

STORY:

7.0

TECHNIK:

8.0
84
von 100

Story, die sich nicht zu ernst nimmt…

Tolle und flüssige Optik

Fetziges Kampfsystem

Kesser Humor

Ingame-Achievements

Exklusive Kostüme

…aber auch nicht wirklich Konsistenz aufweist

Einige Bugs vorhanden

Teils frustrierende Stellen…

…mit nervigen Quicktime-Events

Items im Shop viel zu teuer

Wie werten wir?

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5 Kommentare

profil 412 comments
[15.02.2018 - 22:06 Uhr]
Regnat:
Danke auch für den Test zu Bayonetta 1. Bin schon sehr gespannt. Die Special Edition für Nintendo Switch konnte ich heute bei GameStop abholen. Nun muss ich aber bis Mitte März warten, weil meine Freundin meine Konsole gerade bei sich hat. ^^

Jedenfalls guter Test von euch. =)
profil 159 comments
[16.02.2018 - 09:39 Uhr]
Paneka Sebastian Mauch
Danke für die Blumen. Immer gerne :)
profil 412 comments
[19.02.2018 - 12:24 Uhr]
Regnat:
Ach ja, ihr habt von Bugs geschrieben. Wollte mal fragen, um was für Bugs es sich so handelt? ^^
profil 159 comments
[20.02.2018 - 04:58 Uhr]
Paneka Sebastian Mauch
Besonders aufgefallen sind mir die zwei hier: manchmal konnte ich Bayonetta im Trainings-/Ladebildschirm zwar bewegen, ihr 3D-Modell wurde aber schlichtweg nicht angezeigt. Als ich Gameplay aufnehmen wollte hatte ich in der allerersten Cutszene außerdem das Problem, dass die Stimmen und manche Soundeffekte nicht ausgegeben wurden.

Kleiner Tipp übrigens zu der Sache mit dem zu kurzen Ladebildschirm: Hideki Kamiya wies zwischenzeitlich auf Twitter darauf hin, dass wenn man die Minustaste drückt, man so lange trainieren kann wie man möchte. :)
profil 412 comments
[20.02.2018 - 12:06 Uhr]
Regnat:
Okay, also unschöne aber nicht gravierende Fehler. Danke für die Antwort.
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Spielname:
Bayonetta

Typ:
Switch-Spiel

Jetzt Bestellen:
Zum Shop
Publisher:
Nintendo

Developer:
PlatinumGames

Genre:
Action

Release:
16.02.2018 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 18 Jahre

Spiel mögen:

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Screenshots: