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Kurztest: Oxenfree

Tjark Michael Wewetzer, 17.02.2018

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Fünf Teenager begeben sich auf eine weitestgehend verlassene Insel, die zudem auch noch einen schon seit langer Zeit ungenutzten Militärstützpunkt beheimatet. Sie sind zum ausgelassenen Feiern hier. Was soll da schon groß schiefgehen? Tja, wer mit dem Horror-Medium vertraut ist, kann sich da direkt ein paar Dinge einfallen lassen. Oxenfree lässt sich am ehesten ebenfalls in dieses Genre einordnen, setzt aber statt plötzlicher Schreckmomente und literweise Blut eher auf eine dichte Atmosphäre und ein Gefühl des allgemeinen Unbehagens. Und das, so weit möchte ich schon mal vorgreifen, sogar sehr gut.

Auf der Suche
Nach einer kurzen Anreise mit ihrem Kindheitsfreund Ren und ihrem neuen Stiefbruder Jonas kommt die junge Alex auf Edwards Island an – der Schauplatz von Oxenfree. Hier wird das Trio auch sogleich von der schroffen Clarissa und der stillen Nona begrüßt, mit denen die Party am hiesigen Strand steigen soll. Dabei bleibt es allerdings nicht, denn Ren hat andere Pläne. So sollen sich seltsame Phänomene bemerkbar machen, sobald man in einer der Höhlen der Insel mit einem Radio eine bestimmte Frequenz einschaltet. Leider hat diese jugendliche Neugierde zufolge, dass die fünf voneinander getrennt an verschiedenen Ecken der Insel aufwachen und nun wieder zusammenkommen müssen, um gemeinsam Fersengeld zu geben – wenn sie den Abend denn überhaupt überstehen.

Spielerisch entfaltet sich eure Tour über Edwards Island nicht unähnlich einem Adventure, wobei ihr jedoch keine großen Rätsel erwarten solltet. Diese gibt es eigentlich nur, wenn es eine bestimmte Funkfrequenz mit dem jederzeit auspackbaren Radio einzustellen gilt, um mal eine Tür zu öffnen oder ein Phänomen auszulösen. In der Regel lauft ihr stattdessen mit einem ziemlich gemächlichen Lauftempo auf reichlich langen Pfaden von Zielort zu Zielort und lauscht den fortwährenden Gesprächen von Alex und ihren Freunden, die ihr immer mal wieder durch kleine Dialogzweige beeinflussen könnt. Wer mit Telltale-Spielen der Marke The Walking Dead oder The Wolf Among Us vertraut ist, weiß ungefähr, wie der Hase läuft – nur bindet euch Oxenfree nicht ständig auf die Nase, dass eure Entscheidungen von Bedeutung seien und weitreichende Konsequenzen hätten. Die meisten tun das tatsächlich nämlich nicht, stattdessen geben sie eurem Spieldurchmarsch vielmehr einen persönlichen Touch. So könnt ihr Alex als allgemein freundliche und unterstützende Person spielen, sie sich mit allen anderen anfeinden lassen oder auch einfach das gesamte Abenteuer über die Klappe halten.

Dank der gut geschriebenen, wenn auch vielleicht etwas stark sarkastischen Charaktere, kommt dabei auf jeden Fall gut Stimmung auf. So wachsen euch womöglich nicht alle Figuren tatsächlich ans Herz, doch sie alle verfügen über starke Persönlichkeiten mit teils tieferen Hintergründen. Manche davon lassen sich erst nach mehreren Spieldurchgängen erschließen, wenn ihr die entsprechenden Wahlmöglichkeiten trefft – eine interessante Art, um für Wiederspielwert zu sorgen. Mit unter fünf Stunden Spielzeit ist Oxenfree auch insgesamt nicht sonderlich lang, verfügt aber um so ziemlich die richtige Länge, um bis zum Schluss zu fesseln und nicht an Spannung einzubüßen. Ebenfalls klasse: Wer eine zweite Runde mit einem durchgespielten Spielstand startet, erlebt einige Dinge etwas anders als zuvor. Zu viel soll an dieser Stelle natürlich nicht vorweggenommen werden.

Bitte warten
Die technische Umsetzung für die Switch ist generell gesehen gut gelungen. So sind die gezeichneten Hintergründe wunderschön anzuschauen und vermitteln ein herrlich unheimliches Bild von Edwards Island. Die 3D-Charaktermodelle stechen da leider ein wenig heraus, was primär an der runtergeschraubten Kantenglättung liegt – wirklich schlecht sieht das Endergebnis aber dennoch nicht aus und flüssig läuft das Spiel ebenso. Allerdings stören die ziemlich langen Ladepausen zwischen den Gebietsübergängen stark. So seid ihr gut und gerne mal ein bis zwei Minuten zum tatenlosen Anstarren eines schwarzen Bildschirms verdammt, bis das nächste Areal geladen ist. Abseits von ein paar freiwilligen Sammeltouren für kleinere Extras kommt ihr jedoch eher selten in die Lage, dass ihr diese Ladebildschirme in schneller Abfolge hintereinander erlebt. Normalerweise gibt es einiges in jedem neuen Gebiet zu tun.



Fazit:
Wer sagt denn, dass es für eine zünftige Gruselei Blut, Gedärme und Höllenkreaturen bräuchte? Gut, ich bin zugegebenermaßen auch ein Angsthase sondergleichen und daher für diese lockerere Abwandlung empfänglicher, doch der eher auf psychologischen Horror getrimmte Trip durch Edwards Island kann nichtsdestotrotz in Sachen Atmosphäre punkten. Der Stein gerät erstaunlich schnell ins Rollen und auch wenn es keine knallharten Schockmomente gibt, so macht sich doch ein stetes Gefühl des Unwohlseins breit. Immer wieder passieren Dinge, die auf den ersten Blick unerklärlich wirken, Sorgen bereiten und Fragen aufwerfen. Und nicht alle davon werden eindeutig gelöst – es wird einiges der eigenen Vorstellungskraft überlassen. Dank der gut geschriebenen Charaktere, die nicht selten mal genau den Kommentar gebracht haben, den ich selbst im Kopf hatte, lebt man sich auch ziemlich schnell ins Spiel ein. Es ist aber auch nicht alles einmalig gelungen: So können die ziemlich langen Laufwege hin und wieder nerven und die nicht minder langen Ladepausen beim Gebietswechsel sind ebenfalls unschön. Und manch einem könnte das ewige Gequassel der Truppe ebenfalls gehörig auf den Senkel gehen. Wenn euch aber der Sinn nach einem kompakten, spannenden Grusel-Adventure steht, ist Oxenfree definitiv eine Überlegung wert.

Reif für die Insel: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetSwitch.de

Leserwertung:

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Ein atmosphärisches Schauermärchen mit starken Charakteren und leider auch ziemlich langen Ladezeiten.

Wertung

Düster-dichte Atmosphäre

Figuren mit starkem Charakter

Fesselt bis zum Schluss

Langsames Lauftempo bei langen Pfaden

Viel zu lange Ladepausen

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Spielname:
Oxenfree

Typ:
eShop Spiel

Jetzt Bestellen:
Zum Shop
Publisher:
Night School

Developer:
Night School

Genre:
Adventure

Release:
06.10.2017 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

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