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Kurztest: Castle of Heart

Tjark Michael Wewetzer, 22.03.2018

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Liebe kann manchmal wirklich schwierig sein. Vor allem wenn die Dame des Herzens entführt und man selbst durch einen Fluch zu Stein wird. Doch von solchen Kleinigkeiten lässt sich ein Ritter nicht aufhalten – nicht solange sein Herz noch schlägt! Castle of Heart versetzt euch in die Rolle des Mannes in der steinernen Rüstung und möchte ein fesselnder 2D-Action-Plattformer mit viel zu entdecken sein. Dass dies nur teilweise gelungen ist, zeige ich euch in diesem Testbericht.

Ein steiniger Weg
Zunächst einmal: Ja, unser Hauptcharakter ist wirklich eine Steinstatue. Glücklicherweise hindert der Fluch ihn nicht daran, sich weiterhin zu bewegen, doch die neue Form kommt definitiv mit einem spürbaren Handicap daher. Er bröckelt nämlich mit der Zeit langsam auseinander – bei der Rettungsaktion samt Fluchaufhebung ist also Eile geboten! Dank großzügig verteilter Checkpoints, die euch beim erstmaligen Passieren mit voller Gesundheit versorgen, sowie der überall auffindbaren Energie-Herzen kommt man zwar immer noch gut durch die Abschnitte, gerade zu Beginn spürt man den Druck der tickenden Uhr jedoch deutlich. Da möchte manchmal wohlüberlegt sein, ob man sich wirklich die Zeit zum Erkunden der Areale nimmt oder sich mit einem Pack Banditen herumschlägt. Leider beißt sich das in gewisser Weise dann auch mit den vielen versteckten Kammern, die die Macher in Castle of Heart untergebracht haben. Neben nennenswerter Mengen blauer Energie, die bei ausreichender Menge den Lebensbalken verlängert, finden sich abseits des regulären Pfades gerne mal Schatzkisten und Fässer mit aufnehmbaren Extra-Waffen oder einer der fünf violetten Kristalle, die in jedem Level verborgen sind. Wer wirklich alles aufspüren möchte, muss sich gut im Gesundheitsmanagement beweisen – gerade weil einige der Kristalle diabolisch gut versteckt sind.

Was die Sache jedoch ungemein erschwert, sind die vielen Gegner, die sich in den Gebieten tummeln. Zwar versteht sich Castle of Heart primär als Plattformer, um ein paar Kämpfe kommt ihr in der Regel dennoch nicht herum. Immerhin: Besiegte Feinde füllen zuverlässig eure Lebensenergie auf, der Zeitaufwand wird also zumindest entlohnt. Leider fühlt sich das Kampfsystem nicht sonderlich geschmeidig an und fällt auf simple Tastenhämmerei zurück, die je nach Gegnergattung und eigener Bewaffnung unterschiedlich lange dauert. Mit aufsammelbaren Wurfgeschossen und Zweithandwaffen lassen sich die Gefechte ungemein verkürzen, doch erstere sind in einer eher überschaubaren Stückzahl vorhanden und beide Dinge nützen nicht viel, wenn man erst einmal übermäßig viel Schaden eingesteckt hat. Kurz vor dem Ableben verliert der Ritter nämlich seine Zweithand in einer kleinen Energie-Explosion und muss fortan nur mit seiner Haupthand agieren, bis ihr sein Gesundheitsniveau wieder auf ein angenehmeres Maß gebracht habt. Theoretisch eine nette Idee, die euch in Notsituationen zum Umdenken animieren soll, in der Praxis konnte ich mich aber nur selten aus diesen Lagen retten und empfand es als schneller, das Handtuch zu werfen und beim letzten Checkpoint erneut zu beginnen. Vor allem bei den Bossgefechten ist Einarmigkeit praktisch ein Todesurteil.

Der lange Marsch zum Ziel
Was die Entwickler bei den Kämpfen an Finesse vermissen lassen, machen sie glücklicherweise beim Leveldesign wieder wett. Die optisch ansehnlich gestalteten Fantasy-Umgebungen warten mit abwechslungsreichen und teils auch ziemlich kniffligen Hindernissen auf, durch die man gerne rennt. Kleine Stressmomente wie eine Rutschpartie über Stadtdächer oder eine Verfolgungsjagd mit einer Belagerungsmaschine sorgen für einen ordentlichen Schuss Spannung und gerade ab dem zweiten Kapitel will auch der Umgang mit den Gegnern wohlüberlegt sein – blindes Durchhacken funktioniert laufend seltener. Da kann auf Dauer schon mal die Konzentration nachlassen und genau da tut es weh, dass die Stufen allesamt äußerst lang ausfallen. Nicht selten erwischte ich mich dabei, wie ich mehrere Minuten durch einen Level marschierte und mich langsam auf das Ende einstellte, nur um dann erst den dritten von fünf Kristallen einzusammeln. Gerade in frustrierenderen Momenten – mit freundlichen Grüßen an die Säurespeere des zweiten Kapitels – schmerzt dies, weil man natürlich ungerne seinen erkämpften Fortschritt verlieren möchte, nur weil man gerade eine Pause braucht. Auch die angesichts des steinernen Helden wohl bewusst träge Steuerung mag nicht immer munden. In der Regel lassen sich die Hüpfpassagen zwar ganz gut und sauber bewältigen, doch bei Schwungseilen etwa wird der Fortschritt zum gefühlten Glücksspiel. Wann genau man wie weit fliegt, lässt sich nur schwer ausloten.



Fazit:
Castle of Heart hat – pardon – Herz. Das möchte ich dem Spiel absolut nicht streitig machen. Optisch wirkt der Action-Plattformer stimmig, das Leveldesign sauber und dank vieler versteckter Winkel macht auf das Erkunden der hauptsächlich linearen Stufen durchaus Laune. Selbst die an sich nervig klingende, stetig heruntertickende Lebenenergie des steinernen Protagonisten wurde dank der großzügigen Checkpoints und Power-Ups so gut gelöst, dass man in der Regel eher unter Feindbeschuss oder an Gefahrenobjekten stirbt als an Zeitmangel. Leider gibt es so einige Frustfaktoren, die den Spielspaß gehörig dämpfen. So halten die Feinde gefühlt zu viel aus, was einen gerade in größeren Pulks stark ausbremsen kann – selbst die einsteckbaren Extrawaffen ändern da nicht viel. In bestimmen Situationen wie etwa an Schwungseilen lässt sich zudem das Bewegungsverhalten eures Ritters nicht immer sauber einschätzen, was gerade bei stressigeren Passagen nervt. Und nicht zuletzt fallen die Level insgesamt gefühlt zu lang aus. Da im Frustrationsfall loszulassen und bei einem späteren erneuten Versuch die ganze Stufe noch einmal durchmachen zu müssen, kann ganz schön aufs Gemüt drücken. Nichtsdestotrotz: Wenn ihr Lust auf ein stimmiges, wenn auch eher gemächliches Action-Jump 'n' Run habt, ist Castle of Heart sicher einen Blick wert.

Herzlos: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an 7Levels für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Gemächlicher Plattformer mit stimmiger Optik und gutem Leveldesign, aber auch langatmigen Kämpfen und diversen Frustmomenten.

Wertung

Spaßige Level…

Viele verborgene Ecken

Atmopshärische Umgebungen

…die trotzdem ziemlich lang ausfallen

Träge Steuerung

Zähe Gefechte

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Spielname:
Castle of Heart

Typ:
eShop Spiel

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Publisher:
7Levels

Developer:
7Levels

Genre:
Jump 'n' Run

Release:
23.03.2018 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

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Screenshots: