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Kurztest: Fire Emblem Warriors: Awakening-Paket (DLC)

Tjark Michael Wewetzer, 04.04.2018

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Noch ein letztes Mal geht es zurück in die Welt von Fire Emblem Warriors, wo neue Inhalte auf Veteranen des Schlachtfeldmanagements warten. Zuvor bediente man sich in den kostenpflichtigen Zusatzinhalte bei den Welten von Fire Emblem Fates (zum DLC-Test) und Shadow Dragon (zum DLC-Test). Wer bei den Fokus-Charakteren des Action-Titels gut aufgepasst hat, kann sich das Thema des dritten Pakets sicherlich denken. Richtig, der Trupp aus der Welt von Awakening ist an der Reihe! Ob mit diesem letzten Content-Pack noch einmal ein paar schöne Überraschungen aus dem Hut gezogen wurden oder man sich die Mühe sparen kann, zeige ich euch in diesem Test.

Der dunkle Tanz mit der verfluchten Schwerthand
Wo sicherlich keine Überraschung zu finden sein sollte: Bei den drei neuen Kämpfern, von denen wieder einmal nur einer mit neuen Kombos aufwarten kann. Sowohl die Dunkelmagierin Tharja als auch der Myrmidone Owain nutzen bereits bekannten Movesets – genauer gesagt die von Daraen und Ryoma. Immerhin entfesselt die griesgrämige Tharja mit ihrem Kriegerangriff das Nosferatu-Buch und kann somit ganz im Stile ihres Heimatspiels Lebensenergie absorbieren. Außerdem bringen die beiden natürlich ihre neuen Passiv-Fertigkeiten mit, die aber nicht unbedingt groß herausstechen. Tharjas „Vergeltung“ macht die ausgerüstete Einheit zur Glaskanone, die stetig Trefferpunkte verliert, dafür aber bei nierdigem KP-Stand kräftiger austeilen kann. Owains „Hallende Kraft“ ist wiederum für diejenigen nützlich, die über ungefähr gleichstarke Magie- und Stärke-Werte verfügen. Je kleiner die Differenz, desto höher fällt die Angriffskraft des Skill-Trägers aus. Von den drei Neulingen dürfte schlussendlich aber Olivia am interessantesten sein. Nicht nur bringt sie ihr vollends eigene, schwungvolle Schwertkampf-Kombos mit, die ganz ihrer Rolle als Tänzerin gerecht werden, auch ihre Fertigkeit hat es in sich. „Wirbelwind“ füllt für jeden erlegten Kommandanten – also jede Einheit mit Lebensenergiebalken und/oder Namen – die Krieger- und Erwachensanzeige auf. So kann man mit etwas Geschick praktisch dauerhaft im Erwachen-Modus bleiben alle Vorzüge des Power-Ups genießen. Ohnehin schon ideal für so ziemlich jeden Kämpfer, doch beispielsweise Tiki, deren volle Kraft vom Erwachen abhängig ist, wird damit zum regelrechten Monster.

Die drei neuen Karten für den Historischen Modus fahren leider auch altbekannte Muster ab. Dieses Mal sind sie den Kapiteln „Der legendäre Erbe“, „Emmeryn“ und „Der wahnsinnige König“ aus Fire Emblem: Awakening entliehen, wobei letztere Karte mangels Anwesenheit von Gangrel in Text und Person schlichtweg in „Tänzerin“ umbenannt wurde. Macht aber nichts, im Prinzip laufen die Karten genau so ab, wie man es von allen anderen kennt. Man arbeitet sich durch ein paar erste Missionen, macht danach Verstärkungen kalt und landet irgendwann mal beim Boss. Allerdings sind die Sprünge bei den Levelempfehlungen dieses Mal deutlich größer. So beginnt jede Karte noch im recht regulären 20er-Bereich, schießt dann allerdings furchtbar schnell durch die Decke, bis dann allein für den Handlungsabschluss Stufe 105 angesetzt ist. Da wurde eindeutig mit der neuen Levelobergrenze 150 gerechnet, dies macht es allerdings umso kniffliger, die drei Neuzugänge ohne große Finanzspritzen auf ein wettbewerbsfähiges Niveau zu bringen. Wie es sich gehört, bringt das Kartenset übrigens auch neue Missionsarten mit. Nummer 1, „Flucht“ genannt, ist dabei die schwächere der beiden. Hier gilt es schlichtweg, auf der Karte befindliche Dorfbewohner vor Feindbeschuss zu retten und dann zu einem Fluchtpunkt zu eskortieren, bevor es dem feindlichen Kommandanten der Karte an den Kragen gilt. Quasi die Verbündeten-Rettung, nur mit Eskorte-Miniziel. Die andere Kategorie, „Eskortiere die Dörfler“, klingt kurioserweise nach einer anderen Abwandlung davon, ist tatsächlich jedoch eine reine Verteidigungsmission. Ihr müsst hier nämlich eine Hand voll NPC-Dorfbewohner über einen festen Zeitraum vor Feindbeschuss beschützen. Fällt auch nur einer von ihnen, ist die Mission verloren. Klingt verflucht stressig und ist es im Prinzip auch, lässt sich in der Regel jedoch mit etwas Taktik und vielleicht auch einem guten Koop-Partner gut knacken. In meinen Augen genau der richtige, „schöne“ Stress, der die Warriors-Reihe auszeichnet.

Eine neue Perspektive – oder etwa doch nicht?
Bleibt nur noch der übliche Kleinkram, der ebenfalls mit zum DLC-Paket gehört. So winken für die Story-Abschlüsse der Karten neue Outfits für Cordelia, Lissa und Chrom, die letzten Helden ohne persönliche Waffen werden nun mit einer versorgt und es lassen sich zwei neue Waffenfertigkeiten freischalten, die eure Angriffsgeschwindigkeit oder alle Werte des Träger-Charakters erhöhen. Das übliche Set an Rüstungsbruch-Unterwäsche für die Awakening-Figuren darf natürlich ebenfalls nicht fehlen. Für weitaus mehr Aufsehen sorgten jedoch die zwei neuen Segen: Der Inferno- und Taktikersegen. Ersterer ist dabei eigentlich ohne großen Belang, bringt er doch nur die Gegner auf den Höchstlevel, um dafür aber auch für bessere Beute zu sorgen. Der preisgünstige Taktikersegen jedoch, der sich mit nur einem Goldstück und einem Bronzematerial aktivieren lässt, krempelt das Gameplay um. Ist er aktiviert, kann die von euch direkt gesteuerte Einheit keinem Gegner schaden – als wäre ihre Angriffskraft komplett verpufft. Stattdessen müsst ihr euch komplett auf die unter eurem Kommando befindlichen Gefährten verlassen, deren Stärke gefühlt erhöht wurde. Klingt auf dem ersten Blick wie eine ziemlich coole Methode, um das klassische Fire Emblem-Strategiegefühl ins Warriors-Gewand zu übertragen. In der Praxis erweist sich diese Spielweise jedoch als furchtbar einschläfernd, wenn ihr sie mit Charakteren auf etwa dem empfohlenen Levelniveau der Missionen angeht. Das Einnehmen von Festungen dauert eine gefühlte Ewigkeit, die schnelle Säuberung eines überranten Hauptquartiers ist ein Ding der Unmöglichkeit. Stattdessen schaut man seinen Truppen entweder über die Karte oder in Person zu und wartet ab. Unterm Strich also leider kaum mehr als eine nette Idee.

Fazit:
Aller guten Dinge sind bekanntlich drei und mit dem dritten DLC-Paket für Fire Emblem Warriors hat sich das Team rund um Omega-Force zumindest noch ein paar Nettigkeiten einfallen lassen. Zugegebenermaßen liegt mir die Awakening-Crew ohnehin sehr stark am Herzen, insofern freut mich die Spielbarmachung von Owain sowie die Ergänzung von Tharja und Olivia ungemein – auch wenn zwei der drei sich mal wieder bekannte Manöver zu Eigen machen. Auch bei den Karten im Historischen Modus läuft alles routiniert, obwohl mir hier die Levelanforderungen persönlich etwas zu steil ansteigen. Zu gerne hätte ich schon von Beginn an mehr mit den Neulingen gemacht, doch ohne Fleißarbeit in Form von Levelgrinding und Ressourcensammelei müssen die nach wenigen Aufträgen erst einmal auf der Ersatzbank warten. Ebenfalls empfand ich den an sich interessanten Taktikersegen als eher enttäuschend. Klar macht er so ziemlich das, wofür er beworben wurde, doch leider ist die passive Einheitenschubserei bei den großen Schlachtfeldern irgendwie öde. Wenn es irgendwelche Unterstützungsfunktionen für den spielegesteuerten Charakter geben wurde, etwa ein Moralschub, wenn man sich in der Nähe aufhält, dann wäre das der Modus womöglich viel spannender. So allerdings rundet er höchstens ein drittes, unterm Strich eher mittelmäßiges Content-Paket ab, das wieder einmal nur die hinter dem Ofen hervorlocken sollte, die immer noch mehr Stoff vom Gleichen brauchen oder unbedingt mit den enthaltenen Awakening-Figuren in die Schlacht ziehen wollen.

Glaubt, seine Schwerthand hat Kopfschmerzen: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

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Alles wie gehabt: Ein routiniertes Paket mit kniffligen Karten und exzentrischen Helden.

Wertung

Historische Karten für hochstufige Helden

Nützliche Waffenfertigkeiten

Taktikersegen vom Konzept her cool…

Steile Schwierigkeits-Kurve

Wieder einmal zwei Moveset-Klone

…aber spielerisch öde

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Spielname:
Fire Emblem Warriors

Typ:
Switch-Spiel

Jetzt Bestellen:
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Publisher:
Nintendo

Developer:
Omega-Force/Team Ninja

Genre:
Action

Release:
20.10.2017 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

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