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Kurztest: Masters of Anima

Tjark Michael Wewetzer, 19.04.2018

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Die Kunst, eine kleine Schar von hilfreichen Dienern jederzeit herbeibeschwören zu können, ist unheimlich praktisch. Etwa wenn mal schwere Schränke verschoben werden müssen. Oder wenn man das Gurkenglas nicht aufkriegt. Doch ein echter Former, wie er in Masters of Anima auftritt, würde selbstverständlich nie und nimmer seine Macht für derartigen Kleinkram missbrauchen. Nein, die setzen ihre Fähigkeiten nur dann ein, wenn sie noblen Zwecken dient. Beispielsweise der schamlosen Flucht vor der Apokalypse. Vorher gilt es jedoch ein kleines Problemchen zu beheben. Was das Action-Adventure mit Strategie-Anteilen auf den Kasten hat, zeige ich euch in diesem Test.

Geteiltes Leid
Eigentlich führt Protagonist Otto ein beneidenswertes Leben. Er ist mit Ana, der größten Anima-Formerin der jüngeren Geschichte, verlobt und muss vor der Hochzeit im Prinzip nur seine eigene Prüfung zum Former ablegen. Blöd nur, dass der Finsterling Zahr sich ausgerechnet diesen Tag für einen Anschlag ausgesucht hat und das Heim des Duos überfällt. Nun ist die Essenz der zukünftigen Gattin in drei Teile gespalten, die schützende Aura des Landes geschwächt und Otto mehr oder minder auf sich allein gestellt. Doch er wäre ja kein Held und frischgebackener Former mit Lizenz und allem drum und dran, wenn er die Teile seiner Verlobten nicht suchen würde, um sich hinterher vor Zahr zu verstecken. Oder ihn vielleicht auch zu schlagen. So ganz ist sich der unfreiwillige Held noch nicht über sein weiteres Vorgehen einig. Und im Angesicht der Golem-Armee, die der Oberschurke heraufbeschwört, kann man es ihm eigentlich kaum verübeln.

Masters of Anima erinnert mit seinem Kernkonzept ein wenig an Nintendos Pikmin-Reihe, auch wenn es hier deutlich weniger niedlich und frei zur Sache geht. Ihr schlagt euch zumeist durch recht lineare Level, die gelegentlich mit kleinen und in der Regel eher anspruchslosen Rätseln gesäumt sind. Dann sind die speziellen Fähigkeiten eurer bis zu fünf herbeirufbaren Wächter-Klassen gefragt. Per Cursor und Zielerfassung peilt mverschiebbare Blöcke für die Protektoren, Zielscheiben für die Jäger oder Schildgeneratoren für die Hüter an und erteilt mit der A-Taste den passenden Aktions-Befehl. Da Otto mit am Cursor hängt, bewegt man ihn natürlich jederzeit mit – das will gerade in haarigeren Situationen stets bedacht werden. Die allgemeine Steuerung fällt dabei übrigens zunächst arg gewöhnungsbedürftig aus. Zu Beginn habe ich mich des öfteren gerne mal verklickt und so etwa die falsche Einheitengruppe herumgescheucht oder gar einen zu großen Trupp an einen verkehrten Ort geordert. Die Lernkurve ist allerdings packbar und das Konzept durchaus durchdacht, womit im fortschreitenden Spielverlauf auch komplexere Aktionsketten kaum ein Problem mehr darstellen.

Formen des Kampfes
Und das ist auch gut so, denn wer sich nicht schnellstmöglich an die Handhabung von Otto und seinen Gefährten gewöhnt, wird in den Kämpfen ziemlich fix an seine Grenzen stoßen. Bei den Konfrontationen mit den Golems von Zahr ist nicht selten die richtige Vorgehensweise gefragt, die in vielen Fällen aber zumindest ziemlich ähnlich verläuft. So müssen die Gegner mit Protektoren abgelenkt werden, während Jäger sie unter Beschuss nehmen und Hüter dafür sorgen, dass meine Anima-Vorräte zwecks Beschwörung von Verstärkungen stets gut gefüllt bleiben. Mit allein dieser Basisaufstellung kommt man gut durch viele Gefechte, doch der Kniff kommt mit dem exakten Einheitenmanagement. So wollen gegnerische Angriffe beispielsweise auch entsprechend gekontert oder umgangen werden, indem man angepeilte Wächtergruppen gezielt herauspickt und versetzt oder sie mit einem Schlachtruf zum Spezialangriff anstachelt. Wer den Job schneller und effektiver erledigen möchte, macht dann noch von den zwei weiteren Wächter-Klassen Gebrauch – bessere Leistungen im Kampf werden entsprechend mit mehr Erfahrungspunkten belohnt, die bei einem Levelaufstieg Fertigkeitspunkte zur weiteren Verfeinerung eurer Truppe einbringen. Groß verskillen kann man sich glücklicherweise nicht, da sich verteilte Fertigkeitspunkte in der Stufenauswahl ohne großen Aufwand zurückerstatten lassen.

Leider fallen die Kämpfe trotz des angenehm fordernden Schwierigkeitsgrades insgesamt etwas zu gleichförmig aus – ein Gefühl, das teils auch durch die stets vorhersehbaren und sehr ähnlichen Arena-Kreise gestützt wird. Immerhin sorgen anspruchsvollere Gegnerkombinationen im weiteren Spielverlauf dafür, dass ihr die Konfrontationen nicht im Halbschlaf meistern könnt. Was ebenfalls ein wenig aufs Gemüt drückt, ist die allgemeine Länge der Level. So können gut und gerne mal 30 bis 60 Minuten pro großem Spielabschnitt fällig werden. Aber auch hier haben die Entwickler zumindest mitgedacht und dafür gesorgt, dass man an vordefinierten Checkpoints, die es etwa vor jedem Kampf gibt, nach einer Pause direkt wieder einsteigen kann. Außerdem wurden dafür in den Stufen auch reichlich kleine Upgrade-Teile versteckt, die euch für das größe Auskundschaften der Areale belohnen.



Fazit:
Als mir im Grundkonzept von Masters of Anima die Pikmin-Parallelen auffielen, wurde ich direkt hellhörig, machte mich aber zugegebenermaßen auf eine kleine Enttäuschung gefasst. Und nein, eine Erfahrung auf dem Niveau des Nintendo-Klassikers bekommt ihr hier nicht. Das liegt aber weniger an qualitativen Mängeln als an einer anderen Ausrichtung. Masters of Anima geht mehr in Richtung Action-Strategie und erfordert von euch eine schnelle Auffassungsgabe sowie Geschick im Umgang mit euren Einheiten. Gerade im späteren Verlauf wollen in Windeseile die richtigen Wächter aus dem Hut gezaubert werden, damit die Jäger ungestört ihrer Aufgabe nachgehen können und mächtige Attacken des Feindes im richtigen Moment pariert werden. Dafür muss man sich allerdings der zwar durchdachten, allerdings nicht gerade schnell erlernbaren Steuerung stellen, die controllerbedingt anfangs etwas unkomfortabel und überfrachtet wirken mag. Sobald sie jedoch erst einmal klickt, werden die stressigen Gefechte und lockeren Puzzles zur reinsten Freude. Dass die für meinen Geschmack etwas zu langen Level das Tempo ein wenig herausnehmen oder die Kämpfe in ziemlich ähnlichen Arenen ausgefochten werden, tut dem Spielspaß dabei keinen großen Abbruch. Masters of Anima ist definitiv ein Titel, den man sich unbedingt genauer anschauen sollte!

Außer Form: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an Focus Home Interactive für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

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-
Mehr als reine Formsache: Knackiges Action-Adventure mit leichtem Strategie-Einschlag, das nach etwas Einspielzeit für schön hektischen Spaß sorgt.

Wertung

Fordernde Gefechte

Durchdachte Steuerung

Einiges an optionalem Sammelkram

Level etwas zu lang

Steile Lernkurve

Eintönige Kampf-Arenen

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Spielname:
Masters of Anima

Typ:
eShop Spiel

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Zum Shop
Publisher:
Focus Home Interactive

Developer:
Passtech Games

Genre:
Action Adventure

Release:
10.04.2018 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

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