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Yoku's Island Express

Kurztest: Yoku's Island Express

Tjark Michael Wewetzer, 29.05.2018

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Bei der Erschaffung des idealen Maskottchens sind bereits mehrere Tiergattungen verbraten worden. Egal ob Beuteltiere, Wombats, Katzen und tasmanische Tiger – gar nicht mal so einfach, da noch etwas Unverbrauchtes zu finden! Auf einen Mistkäfer dürften bei diesen Brainstorming-Sitzungen wohl nur die wenigsten gekommen sein. Doch nur weil etwas völlig absurd klingt, muss es ja noch lange nicht scheitern. Das beweist das Team von Villa Gorilla bravourös mit Yoku's Island Express, einem ungewöhnlichen Action-Adventure mit einer großen, erkundbaren Karte, zahlreichen Geheimnissen und einer bildhübschen Aufmachung, für die sich der Ausflug auf die flippermäßige Insel Mokumana mehr als lohnt.

Briefbeförderung auf der Pinball-Insel
Was macht so ein kleiner Mistkäfer eigentlich den lieben langen Tag? Nun, im Falle von Yoku übernimmt der Racker die Stelle des Postmeisters von Mokumana, nachdem der vorherige Briefträger seinen Job an den Nagel gehängt hat. Und dabei werden die Dienste der Post dringender gebraucht denn je, weil nicht nur das Amt vor Briefen überquillt, sondern eine Versammlung der Stammesoberhäupter eingerufen werden muss. Ein geheimnisvoller Gottmörder treibt sich auf dem ruhigen Eiland herum und hat es auf die örtliche Gottheit abgesehen – da ist guter Rat teuer! Also schnallt sich Yoku den Briefbeutel um und rollt mit seiner treuen Elfenbeinkugel los, um Wind und Wetter zu trotzen, damit die Post ihren Bestimmungsort erreicht!

Das ist jedoch einfacher gesagt als getan, denn das zweidimensional aufgebaute Inselparadies verfügt nicht gerade über gängige Straßen und Wege. Stattdessen warten regelrechte Hindernisparcours auf euch, die durch Yokus mangelnde Sprungfertigkeit immens erschwert werden. Da kommt eine weitere Eigenheit von Mokumana ins Spiel: An allerlei Ecken finden sich blaue und orange Plattformen, die ihr mit den Schultertasten manipulieren könnt und in vielen Ecken als klassische Flipper-Arme an einem Pinball-Automaten dienen. Da Yoku wortwörtlich an seiner Kugel hängt, kann sich der kleine Käfer so durch die verwinkelten Bahnen katapultieren und ungeahnte Höhen erreichen. Die Flipperei macht dabei sogar ordentlich Laune, auch wenn die Physik zugunsten des Spielflusses natürlich nur minimal an die echter Automaten erinnert. Ferner kann die Flugrichtung der Kugel durch Richtungseingaben minimal manipuliert werden, um Zielschüsse weiter zu vereinfachen. Trotzdem wird an vielen Ecken Geduld gefordert, wenn man mal nicht sofort die richtige Bahn erwischt oder erst mehrfach Drehziele rotieren lassen muss, bis alle Torkristalle eines Sektors erscheinen und den Fortschritt ermöglichen.Wirkliche Gefahren gibt es dabei übrigens nicht: Zwar finden sich hier und da Gegner und viele Flipper-Abschnitte bieten auch einen von Dornen besetzten Boden, verfehlte Schüsse entziehen euch jedoch lediglich ein paar als Währung fungierende Früchte und treiben einen mysteriösen, selten sichtbaren Zähler hoch. An und für sich ist Yoku allerdings unbesiegbar.

Die vielen Geheimnisse von Mokumana
Da sich Yoku's Island Express als Mitglied des erkundungslastigen Metroidvania-Genres sieht, wird das Move-Repertoire des Briefträgerhelden natürlich im weiteren Spielverlauf erweitert. So sammelt er etwa recht früh eine Tröte ein, mit der er kleinere Hindernisse aus dem Weg räumen kann, oder nutzt einen Sauger, um explodierende Nacktschnecken an seine Kugel zu kleben und als improvisierte Sprengkörper zu nutzen. Jedes neue Hilfsmittel öffnet direkt neue Wege, mit denen ihr euch nach und nach zum Hauptziel durcharbeiten oder einer der vielen Nebenaufgaben nachgehen könnt. Und an Zusatzzeug gibt es wirklich reichlich: Wer schnurgerade durch das Spiel marschiert, hat nach dem Abspann weniger als die Hälfte aller Dinge gesehen. Dank der vorbildlichen Weltkarte, die schlichtweg eine rausgezoomte Variante der gesamten Spielwelt ist und somit sehr detailliert ausfällt, ist das Austüfteln von Reiserouten und Aufspüren übersehener Geheimnisse immerhin recht einfach. Zudem bietet das knuffige Abenteuer zahlreiche Hilfsmittel, die beim Einsammeln der vielen einzigartigen Sammelgegenstände helfen. Und dank eines als Bienenlinie bekannten Transportsystems wird auch das erneute Durchmarschieren der gesamten Spielwelt deutlich einfacher: Damit könnt ihr euch nämlich von jeweils zwei Startpunkten pro Linie aus gesehen ruck-zuck an mehrere Stellen katapultieren.

Ebenfalls weiß die Technik hinter Yoku's Island Express zu begeistern. Obwohl die Insel Mokumana komplett in 2D gehalten ist, wirkt sie durch das Ebenenspiel beim Scrolling beinahe dreidimensional. Nicht zuletzt sind die Umgebungen einfach bildhübsch anzusehen – gerade auf dem gestochen scharfen Screen der Switch selbst. Die knuffigen Animationen der vielfältigen Figuren und nicht zuletzt die von Yoku selbst tun ihr Übriges. Die musikalische Seite braucht sich ebenfalls nicht zu verstecken und vermittelt entspanntes Inselfeeling, durch das die Erkundung der Spielwelt zum reinsten Genuss wird.

Fazit:
Es haben schon einige Entwickler mit eher mäßigem Erfolg versucht, Flipper-Spielen einen Abenteuer-Touch zu geben. Yoku's Island Express dreht den Spieß hingegen um und garniert einen 2D-Plattformer mit starkem Erkundungs-Einschlag mit Pinball-Elementen – und dieses Rezept geht tatsächlich auf. Es macht einfach ungemein viel Spaß, den kleinen Käfer Yoku durch die Flipper-mäßigen Bahnen zu navigieren und das verwinkelte Eiland Mokumana zu erkunden. Dank der kleinen Nebenaufgaben sowie der Fülle an Geheimnissen findet sich auch stets ein Grund, die vorbildliche Weltkarte genauer zu inspizieren und nach noch nicht besuchten Ecken zu schauen, bis man wirklich den letzten Winkel aufgedeckt hat. Außerdem ist das Spiel einfach nur niedlich aufgezogen: Nicht selten habe ich mich dabei erwischt, wie ich mit einem großen Lächeln die verspielten Figuren und Umgebungen betrachtet habe und mich dem friedlichen Inselleben hingab. Natürlich ist aber nicht alles eitel Sonnenschein: Allgemein werden Genre-Veteranen die Herausforderung vermissen, die primär durch die Meisterung der Flipper-Physik zustandekommt – abseits davon erwartet euch ein eher entspannter Abenteuer-Ausflug. Besagtes Element kann aufgrund des Ballverhaltens auch gerade bei ungeübten Spielern zu einer Geduldsprobe werden, bis man denn die richtige Bahn erwischt. Trotzdem kann ich euch die Tätigkeit in Yokus kleinem Kurierdienst nur wärmstens ans Herz legen, denn ein derartig liebevolles, süßes und rundum unterhaltsames Action-Adventure mit kleinen Eigenheiten, die wunderbar funktionieren, verdient alle Aufmerksamkeit, die es kriegen kann.

Flippert mit einem neuen Freund: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an Team17 für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

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Knuffige Flipper-Abenteuer auf einer malerischen Insel: Der perfekte Erkundungs-Ausflug für jung und alt!

Wertung

Spaßige Mischung aus Plattformer und Flipper

Detaillierte Weltkarte hilft beim Erkunden

Liebliche Aufmachung

Gewöhnungsbedüftige Pinball-Physik

Wenige richtige Herausforderungen

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Spielname:
Yoku's Island Express

Typ:
Switch-Spiel

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Publisher:
Team17

Developer:
Villa Gorilla

Genre:
Jump 'n' Run

Release:
29.05.2018 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

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