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Kurztest: Milanoir

Tjark Michael Wewetzer, 06.06.2018

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Gangster-Dramen gibt es viele, doch ein pixeliger Streifen im 70er-Jahre-Setting, das beinahe so rüberkommt, als hätte Quentin Tarantino mitgewirkt? Bedeutend seltener. Gerade im Videospiel-Bereich. Milanoir bietet euch genau das, hat sich spielerisch offensichtlich ein wenig vom gefeierten Indie-Hit Hotline Miami inspirieren lassen und schafft doch etwas komplett Eigenes. Und was der kompakte Action-Trip taugt, verrate ich euch in diesem Test.

Immer Ärger mit der Familie
Alles dreht sich um Piero Sacchi, ein Gangster im Dienste der Lanzetta-Familie. Zu Beginn geht ihr noch dem üblichen Handwerk eines Handlangers nach, wobei sich die eigensinnige Hauptfigur trotzdem gerne mal ein paar Freiheiten nimmt. Aber ohne Ärger funktioniert so ein Drama schließlich schlecht: Schnell läuft ein Auftrag eher schlecht als recht und nach einer Verkettung unschöner Ereignisse sinnt Piero auf Rache. Die genauen Details lasse ich euch jedoch selber erspielen, denn der mit um die fünf Stunden Spielzeit eher flott abgeschlossene Action-Titel hält so einige Überraschungen parat, bei denen mir persönlich ziemlich flau im Magen geworden ist. Dann wiederum bin ich aber auch ein Weichei sondergleichen.

Bei den eigentlichen Schießereien ist hingegen volle Aufmerksamkeit gefordert. Ihr leitet Piero mit dem linken Stick aus der Vogelperspektive durch die pixeligen Landschaften, während die rechte Analog-Einheit für das jederzeit sichtbare Fadenkreuz genutzt wird. Letzteres dient nicht nur zur Kamera-Steuerung, sondern natürlich auch zum Ausrichten von Pieros Knarre. In kompakten Umgebungen nehmt ihr auf diese Weise kleinere Gegnerwellen aufs Korn und schaltet sie gezielt aus – entweder mit direkten Treffern oder über Trickschüsse, die zuvor an Verkehrschildern abgeprallt sind. Manche Situationen lassen sich durch vorsichtiges Vorgehen und Erdrosseln der feindlichen Gauner auch eleganter lösen, in wenigen Situationen wird man sogar zum Schleichen gezwungen. Wer jedoch Geduld mitbringt und die Gegnerpositionen sowie andere gemeine Fallen lernt, kann die meisten Szenen knallig zu einem Abschluss bringen.

Zielen will gelernt sein
Leider macht sich hier ein großes Manko mangels Maus bemerkbar: Das Zielen mit dem rechten Stick fühlt sich eher ungemütlich an. Wo andere Twin-Stick-Shooter besagtes Kontroll-Element nur zur groben Ausrichtung nutzen, lasst ihr hier ein Fadenkreuz über den Bildschirm wetzen. Zwar muss auch dieses nicht direkt auf den Gegnern liegen, um für einen sauberen Treffer zu sorgen, doch dieses kleine Detail macht es ungemein schwerer, schnell von einer Seite zur anderen umzuschwenken. Das Problem wird nur schlimmer, wenn man die mehrstufig regelbare Zielautomatik eingeschaltet lässt, die direkt auf Gegner nahe des Fadenkreuzes springt.

Diese Frustmomente haben euch nicht daran gehindert, Pieros Geschichte bis zum Ende zu verfolgen? Dann wartet einiges an kleinen Extras auf euch. So könnt ihr euch an höheren Schwierigkeitsstufen versuchen und eure Schusskünste so richtig unter Beweis stellen. Oder ihr stellt euch der Highscore-Jagd im Arena-Modus, wo ihr möglichst lange zu überleben habt. Sowohl diese Nebenaktivität als auch das Hauptsspiel sind übrigens auch kooperativ im lokalen Zwei-Spieler-Modus an derselben Konsole spielbar – und das sogar mit jeweils einem Joy-Con. In diesem Fall bewegen sich die gesteuerten Figuren jedoch beim Zielen mit, was gerade in haarigeren Passagen ungemein ungemütlich ist. Euer Koop-Partner sollte daher unbedingt auch mit einem vollwertigen Controller versorgt werden, wenn er euch denn anständig unterstützen soll.

Fazit:
Milanoir verlangt starke Nerven. Sonderlich leicht ist dieser Action-Titel nämlich keineswegs. Das einerseits aus gewollten Gründen wie den fordernden Feindkonstellationen sowie diversen Umgebungsobjekten, die euch gerne mal auf die ein oder andere Weise übel mitspielen möchten. Und die trotzt augenzwinkernder 70er-Jahre-Aufmachung ziemlich ernste Rahmenhandlung ist ebenfalls nichts für zartbesaitete Naturen. Es wirken jedoch auch andere Faktoren auf den Härtegrad ein, die das Spiel künstlich schwerer machen. Theoretisch erlaubt das freie Fadenkreuzzielen mit eingeschalteter Hilfe akkuratere Schüsse, als es die klassische Twin-Stick-Vairante ermöglichen würde, praktisch seid ihr damit jedoch aufgeschmissen, wenn euch mehrere Feinde in die Zange nehmen. Das Ausschalten der Zielautomatik hilft hierbei auch nur bedingt. Dass dann auch noch lediglich zwischen den an und für sich glücklicherweise eher kompakten Kapiteln gespeichert wird, nagt ebenfalls an der Motivation. Checkpoints bietet Milanoir nach jedem Bildschirmübergang, wollt ihr jedoch Pause machen und beendet das Spiel inmitten einer Episode, müsst ihr sie beim nächsten Anlauf komplett von vorn beginnen. Nichtsdestotrotz: Wenn euch der Sinn nach beinharter Action-Kost steht, macht ihr mit diesem pixeligen Gangster-Drama nicht viel verkehrt.

Zu weich für diesen Job: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an Good Shepherd für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Noch keine
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-
Knallharte, bleihaltige Action-Kost mit einer eher ungemütlichen Steuerung.

Wertung

Stylische Aufmachung

Spannende Feuergefechte

Kooperativ spielbar

Selbst (oder gerade) mit Hilfen schwieriges Zielen…

…was zu Frustmomenten führen kann

Keine Zwischenspeicherpunkte

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Spielname:
Milanoir

Typ:
eShop Spiel

Jetzt Bestellen:
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Publisher:
Gambitious

Developer:
Italo Games

Genre:
Action

Release:
31.05.2018 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 16 Jahre

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