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Kurztest: Fortnite

Tjark Michael Wewetzer, 18.06.2018

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Auf der Liste der schlechtestgehüteten Geheimnisse findet sich die Switch-Version von Fortnite relativ weit oben. Nach diversen Hinweisen war die E3-Überraschung jedenfalls nicht mehr ganz so groß. Trotzdem will dieses Phänomen, das sich gerade mit seinem zweiten Spielmodus im Windschatten von PlayerUnknown's Battlegrounds direkt an die Spitze katapultiert hat, nicht unterschätzt werden. Auf der Switch gibt es übrigens auch nur besagten, kostenlos spielbaren Modus mit dem schmissigen Untertitel Battle Royale. Und auch wenn der Titel bei der Portierung auf Nintendos neueste Maschine einige Federn lassen musste, konnte ich ihm auch in diesem Zustand eine gewisse Sogwirkung nicht aberkennen.

Willkommen im Chaos
Für alle Neulinge im Battle-Royale-Genre ein Kurzabriss des generellen Spielkonzepts: Bis zu 100 Spieler stürzen sich aus der Luft auf eine überschaubare Insel, um sich nach der Landung so lange zu bekämpfen, bis nur noch eine Person oder Gruppe steht. Damit die Teilnehmer sich nicht ewig an den selben Orten verstecken und die Partien unnötig lang hinauszögern, wird in regelmäßigen Intervallen die Spielfläche verkleinert – hält man sich danach außerhalb des sicheren Bereichs auf, nimmt man kontinuierlich Schaden, bis man ausgeschaltet ist. Zu Beginn ist übrigens jeder nur mit einer Spitzhacke ausgestattet, die sich zum Einreißen von Strukturen oder für den Nahkampf nutzen lässt. Das gesamte Kampfgebiet bietet jedoch eine Vielzahl von zufällig verteilten Waffen, die teils offen ausliegen, teils aber auch erst in goldfarben schimmernden Kisten auf findige Schatzsucher warten. Je nachdem, wieviel Glück ihr beim Beutezug habt, werden die folgenden Feuergefechte natürlich einfacher. Ihr könnt aber auch das Inventar besiegter Gegner mitgehen lassen, falls ihr unter den heraussprudelnden Objekten etwas findet, was deutlich besser als eure Ausrüstung sein sollte.

Klingt simpel und ist es irgendwo auch, kann für komplette Neueinsteiger zu Beginn jedoch erst einmal überwältigend sein. Ohne jegliche Ahnung in Bezug auf Terrain, Waffenbeschaffung und Sinn und Zweck der Aufbau-Mechanik tastet man sich eingangs noch eher vorsichtig heran und wird wahrscheinlich eher früher als später das Zeitliche segnen – gerade wenn man sich solo in den Überlebenskampf stürzt. Richtige Einführungen ins Spielprinzip gibt es leider keine, diesen anfänglichen Frust muss man also erst einmal überstehen. Mit jeder fortwährenden Partie legte sich diese Unsicherheit bei mir aber. Schnell waren potenzielle Verstecke für gute Ausrüstung ausgelotet, man nimmt sich zu Beginn eines jeden Matches konkrete Ziele vor und schaut, dass man möglichst lange am Leben bleibt. Natürlich kann man sich wie gefühlt ein Großteil der Spieler ziemlich früh aus dem Luftschiff-Bus stürzen und direkt Teil einer großen Schlacht sein, doch gerade als Anfänger ist es keine schlechte Idee, stattdessen eher einen späteren Absprungpunkt zu nutzen und an einem abgelegenen Ort anzufangen, wo man zunächst seine Ruhe hat. So oder so: Action-Junkies und Schleich-Freunde bekommen hier gleichermaßen ihren Adrenalin-Stoß.

Stetiger Fortschritt
Spannend wird es so richtig, wenn sich der tödliche Sturm ankündigt und die Spielfläche auf ein kreisrundes, immer kleiner werdendes Gebiet begrenzt. Dann muss abgewägt werden, ob man vorsichtig voranschreitet und Konfrontationen vermeidet, vielleicht noch einige Orte um ihre Habe erleichtert oder doch einen riskanten Sprint über weit offene Flächen wagt. Je nach exaktem Matchverlauf können die Partien aber auch schon mal öde werden. Wenn man sich beispielsweise zufälligerweise direkt in eine gute Startposition bringt und dort bis zum finalen Showdown still und leise verharrt, nur um nicht zu früh das Zeitliche zu segnen. Oder weil die Überlebenden im Akkord Deckungen oder kleine Festungen aufbauen, was alles furchtbar hinauszögern kann. Für Abwechslung in diesem Battle-Royale-Alltag sorgen übrigens rotierende Bonus-Modi. Zum Testzeitpunkt waren dies Standard-Matches, die allein auf Scharfschützen-Waffen beschränkt sind, sowie ein großer 50-gegen-50-Team-Modus, der als deutlich stressfreiere und angenehmere Übungsrunde dient – zumal die Landezonen der beiden Gruppen strikt aufgeteilt sind.

Klingt soweit ja eigentlich ziemlich gut und spannend, doch da Fortnite kostenlos spielbar ist, gibt es natürlich auch den ein oder anderen Haken. So erhöht ihr zwar je nach eurer Leistung im Kampf euren rein kosmetischen Spielerlevel und sammelt Abzeichen für eine als Battle Pass bezeichnete Punktekarte, ohne monetäre Investition habt ihr jedoch nur sehr wenig davon. Die immerhin rein kosmetischen Objekte wie Klamotten, Emotes und Bannersymbole gibt es für zahlungsunwillige Zocker nur alle paar Pass-Stufen und in der momentanen Saison nach Stufe 54 von 100 sogar gar nicht mehr. Wer mehr haben möchte, muss also unbedingt den rund 10 Euro kostenden Premium-Battle-Pass erwerben, der aber auch nur für die momentan laufende Saison gültig ist. Den enormen Unterschied zwischen dem Free Pass und dem Premium-Gegenstück reibt euch Fortnite zudem in der Übersicht immer wieder genüsslich unter die Nase. Immerhin behaltet ihr auch nach Saison-Ende alle Dinge, die freigeschaltet habt. Das sorgt leider dafür, dass man als reiner Kostenlos-Zocker nie so wirklich ein Gefühl des Fortschritts wahrnimmt, weil man schlichtweg nichts nennenswertes freischaltet. Und das kann leider ziemlich auf die Motivation drücken.

Spielbar mit technischen Einbußen
Ist denn Fortnite zumindest in technischer Hinsicht gelungen? Jein. Auf der einen Seite läuft es erstaunlich stabil, solange man sich nicht in die oben erwähnten Massenschlachten am frühestmöglichen Absprungpunkt stürzt – bei diesem Spieleandrang geht die Framerate gnadenlos in die Knie. Abseits davon bleibt sie aber zumindest gefühlt stabil in einem 30-FPS-nahen Bereich, wenn auch auf Kosten der Grafikdetails und Kantenglättung. Objekte in der Ferne ploppen gerne mal förmlich ins Bild und ihr könnt dem Gras wortwörtlich beim Wachsen zusehen, während ihr euch fortbewegt. Der cartoonhafte Stil sorgt aber dafür, dass Fortnite immer noch einen ansprechenden Eindruck macht. Ein ganz großes Plus: Die Switch-Version unterstützt tatsächlich eingebauten Sprach-Chat ohne irgendwelche Smartphone-Umwege. Ihr müsst euer Headset lediglich in die Kopfhörer-Klinke einstecken und schon steht der Kommunikation im Team nichts im Wege! Im Testlauf mit Kollege Basti waren wir dabei auch über die gute Qualität der Audio-Übertragung erstaunt, auch wenn wir uns für leisere Mikrofone einen Boost gewünscht hätten. Eine kleine Warnung übrigens für Leute, die den zum Spielen nötigen Epic-Account auf anderen Plattformen nutzen: Zwar unterstützt die Switch-Version löblicherweise Crossplay, die PS4-Fassung tut dies jedoch nicht. Das bedeutet, dass nach momentanem Stand Epic-Konten, die an einem PlayStation-Account hängen, nicht auf der Switch genutzt werden können – womit auch alle dort freigeschalteten Dinge nicht verfügbar sind.



Fazit:
Manch einer mag beim momentan grasierenden Battle-Royale-Trend den Kopf schütteln und als Shooter-Niete entzog sich mir der durch PlayerUnknown's Battlegrounds ausgelöste Hype auch zunächst, doch das Genre hat nicht umsonst seine Fans. Zwar fühlte ich mich bei meinen ersten paar Partien hoffnungslos verloren und musste mich entsprechend zunächst in das Spielkonzept einarbeiten, doch nach Übungsmatches im vergleichsweise lockeren 50-gegen-50-Modus sprang der Funke langsam über. Klar kann man je nach Pech bei der Landung schon mal schnell im Gras liegen oder ewig ausharren, bis sich endlich Gegner in eures vorher gescouteten Zentralpunkt wagen, doch die werden durch regelmäßige Adrenalinstöße wieder wettgemacht. Da pocht schon mal mächtig das Herz, nur weil im sicher geglaubten Gebäude plötzlich Schritte zu vernehmen sind oder man beim Marsch über ein Feld Schüsse hört. Mit dem Aufbau-Teil bringt Fortnite zudem ein eigenes Element hinein, das sich wunderbar ins Spielkonzept einfügt. Dank der überschaubaren, wenn auch leider einzigen Karte des Spiels fallen die Partien nicht zuletzt angenehm kurz aus, was für schnelle Runden zwischendurch perfekt ist. Klar ist das vergleichsweise langsame Tempo von Battle-Royale-Spielen nicht für jedermann, doch wer Lust auf spannende Überlebenskämpfe mit dem gewissen Etwas hat, sollte Fortnite auf jeden Fall eine Chance geben.

Versteckt sich lieber in einer sicheren Ecke: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetSwitch.de

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Spannende Battle-Royale-Variante mit involviertem Bausystem und Comic-Charme, der jedoch auf der Switch technisch einstecken musste.

Wertung

Spannendes Spielkonzept mit passenden Aufbau-Elementen

Vergleichweise kurze Partien

Eingebauter Sprach-Chat (!)

Nicht unbedingt einsteigerfreundlich

Kärgliche Belohnungen im kostenlosen Betrieb

Ohne „Rette die Welt“-Modus

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Spielname:
Fortnite

Typ:
eShop Spiel

Jetzt Bestellen:
Zum Shop
Publisher:
Epic Games

Developer:
Epic Games

Genre:
Shooter

Release:
12.06.2018 (erschienen)

Multiplayer:
vorhanden, auch online

Altersfreigabe:
Frei ab 16 Jahre

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