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Kurztest: Splatoon 2: Octo Expansion (DLC)

Andy Dück, 28.06.2018

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Splatoon 2 bietet zwar verschiedene Modi und ein breites Spektrum an strategischen Anpassungsmöglichkeiten, welche aber den Gelegenheitsspieler, der den Ranglistenmodus außer Acht lässt, mit einer doch eher eingeschränkten Auswahl an Spielmöglichkeiten zurücklässt. Der Revierkampf macht zwar Laune, kann aber eintönig werden, oder man setzt ihn ganz aus, weil man selbst die laufenden Karten nicht mag. Salmon Run ist eine nette Abwechslung, dafür aber zur Verwirrung aller nicht immer verfügbar. Bleibt ja nur noch der Heldenmodus übrig, doch sobald man den aber einmal durchhat, geht man dort nur zurück, um die fehlenden Schriftrollen zu finden, denn jedes Level mit jeder Waffe abzuschließen ist schon zu viel des Guten. Frischer Wind kommt nun mit dem Octo Expansion-DLC, welcher am 14. Juni 2018 erschien und in diesem Kurztest unter die Lupe genommen wird.

Von Haltestelle zu Haltestelle
Die Octo Expansion spielt in der Untergrundwelt der Inklinge. Dort schlüpft man in die Rolle eines Oktolings, welcher im Kampf mit „Nummer 3“ - dem Protagonisten aus dem ersten Splatoon - von etwas Unbekanntem angegriffen wurde, wodurch man sein Gedächtnis verloren hat. Amnesie ist zugegebenermaßen eine billige Erzähltechnik, jedoch wird sie nach der Einleitung nicht weiter angesprochen. Käpt'n Kuttelfisch ist auch dabei und zusammen mit ihm geht es nun also darum, wieder an die Oberfläche zu kommen. Auf der Suche stößt man auf eine U-Bahn-Station, wo ein sprechendes Telefon erzählt, dass es vier „Dingsbumse“ benötigt, um aus dem Untergrund zu entkommen. Diese Einzelteile sind auf den verschiedenen Linien der U-Bahn zu finden, also steigt man gleich in die Bahn, wo die Reise direkt beginnt. Im DLC sind 80 Missionen enthalten, welche sich in der Form von Bahnstationen präsentieren. Diese Stationen sind auf verschiedene Bahnlinien verteilt. Das Hauptziel ist es nun, die vier Dingsbumse im Streckennetz zu finden. Um eine Linie zu erforschen, muss man sich in den Testkammern auf dem Weg beweisen, hier findet also das eigentliche Gameplay statt. Ähnlich wie die Level im Heldenmodus beinhaltet jede Testkammer eine andere Herausforderung, welche nicht nur bereits im Singleplayer vorgestellte Mechaniken verwenden, sondern auch neue Gameplay-Elemente einführen. Zum Beispiel gibt es da die „Achterkugel“, eine riesen Billardkugel, die während der Mission bis ans Ziel gebracht werden muss.

Anders als bei den Leveln des Heldenmodus', wo man stets einen Zielpunkt erreichen muss, erhält man in den Testkammern auch mal Herausforderungen, die in eine völlig andere Richtung gehen und im herkömmlichen Storymodus nicht wirklich gepasst hätten. Beispiele hierfür wären Missionen auf Zeit, bei denen man ohne Waffen antritt, oder man ausschließlich Spezialattacken wie den Tintendüser oder die Sepisphäre verwenden kann. Andere spannende Szenarien beinhalten ein Spiel im Ranglistenmodus gegen vier CPU-Gegner. Als Oktoling müsste man als Gegner hier doch Inklinge haben oder? Anscheinend nicht: Auch wenn man selbst einer ist, kämpft man gegen Oktolinge. Zwar zeigen sie einen kleinen Effekt als wären sie simuliert, aber bis auf einen Kommentar von Käpt'n Kuttelfisch gibt es keine wirkliche Erklärung dazu, was für mich das Thema schon als Handlungslücke zählen lässt. Das aber als großen Negativpunkt zu bemängeln wäre ziemlich kleinkariert, denn am Gameplay ändert sich dadurch nichts. Im Gegensatz zu früheren Einzelspielerkampagnen gibt es in diesen Leveln keine versteckten Sammlerstücke wie Schriftrollen und eine Zeitmessung wie im Heldenmodus gibt es ebenso nicht. Dadurch muss man sich keinen Stress machen, jeden Zentimeter des Weges abzusuchen und das Gameplay fließt pausenlos weiter. Allerdings hat man später nur noch einen einzigen Grund danach noch mal zu den Leveln zurückzukehren: Cornichonpunkte - also Geld - zu verdienen, um sich davon Items zu kaufen.

Reste einer vergessenen Zivilisation
Die Kulissen in der Octo Expansion innerhalb der Level fallen ähnlich aus wie die des Heldenmodus'. Das bedeutet, sie bestehen größtenteils aus schwebenden Plattformen, umhüllt von einem unendlichen Nichts. Zwar kann man sie durch die eindeutige Lichtstimmung einfach vom normalen Singleplayer unterscheiden, aber das Gefühl man sei in einer Testkammer, ist nicht wirklich präsent. Dabei hat das Intro zum DLC doch so gute Hoffnungen gemacht. Wie dem auch sei, die Level können sich mit ihren riesigen schwebenden Objekten wie Kaugummirollen oder alten Nintendo-Konsolen und -Controllern sehen lassen.

Das U-Bahn-Setting ist jedoch ziemlich distinkt und überzeugt einen davon, warum es Splatoon 2 heißt und nicht 1.5, was manche nach dem stark am Aufbau des ersten Teils orientierten Heldenmodus annahmen. In der Bahn erfährt man eine witzig verpackte Story über die Geschehnisse nach dem Ende von Splatoon 1 und man lernt die Persönlichkeiten von Perla, Marina und auch Käpt'n Kuttelfisch richtig kennen. Einen Plotttwist hätte ich an dem Ort als Letztes erwartet. Damit war es aber auch nicht alles: Auf jeder Linie, die man befährt, tauchen andere Fahrgäste in den Waggons auf, sodass man mal sieht, dass die Welt auch von mehr als nur Inklingen, Oktolingen und Quallen bewohnt ist. Die Expansion hört aber mit ihrer Story hier nicht auf: Man bekommt nicht nur Dialogboxen vorgeworfen, sondern darf sich gelegentlich noch ordentliche Cutscenes ansehen, wodurch der DLC allein eine bessere Story hat, als der eigentliche Storymodus des Spiels. Besonders stark wird es gegen Ende, wenn es Richtung Endboss geht, da gerade an der Stelle das Spiel mit einem letzten Satz aus Leveln sein Potenzial glänzen lässt. Da diese direkt hintereinander ablaufen und man nicht wieder in eine Art Hub zurückgeworfen wird, erhält man mal einen echten Sinn von Fortschritt, wenn ein Abschnitt absolviert wird. Untermalt wird die ganze Sache mit Splatoon üblicher eingängiger Musik, die besonders im letzten Bosskampf für ein episches Finale sorgt.

Fazit:
Alleinstehend ist der Heldenmodus von Splatoon 2 eine spaßige Serie an Missionen die sich dem Vorgänger ähnelt, aber dennoch laune macht. Im Vergleich zur Octo Expansion hingegen ist dieser Storymodus sogar eher schwach. Der DLC bietet einen frischen Ansatz für Einzelspielermissionen, bei dem der Grad der Herausforderung dem Spieler überlassen ist. Begleitet wird die Sache mit einer humorvollen Story, die auch mal unmittelbar mit den Charakteren in ihr zusammenhängt. Die Welt von Splatoon 2 fühlt sich dadurch viel glaubwürdiger an. Es gibt zwei Beweggründe die Octo Expansion zu kaufen: Entweder man will in erster Linie online als Oktoling antreten oder man möchte mehr Content für den Einzelspieler. Darauf wurde anscheinend Rücksicht genommen, da die Kampagne einem „Fail-Forward“-Prinzip nachgeht, was bedeutet, dass man die Missionen nicht mal selbst abschließen muss, um sie als bestanden zu markieren. Man scheitert also oft genug an den Missionen, um sie überspringen zu können, bis man so ans Ende kommt und als Oktoling online gehen kann. Man müsste aber schon ziemlich stur sein, um so ein Vorhaben durchzuziehen, denn wer sich die Vielfalt an originellen und abwechslungsreichen Herausforderungen entgehen lässt, verpasst ordentlich was. Dadurch, dass man sich durch Cornichonpunkte praktische Items kaufen kann, hat man Grund noch mal in die Metro zu steigen. Doch wenn man nur auf das Geld hinaus ist, wiederholt man nur die effizienteste Mission immer wieder. Eine Langzeitbeschäftigung findet man hier also nicht. Mit 80 Testkammern hat man aber trotzdem einiges zu tun und durch Boni für das Durchspielen einer Linie, lohnt es sich auch sie alle anzugehen. Besitzer von Splatoon 2, ganz gleich ob Casual- oder Hardcore-Spieler sollten bei dem DLC also auf jeden Fall zugreifen, denn die Menge an Inhalt ist mit Leichtigkeit auf Augenhöhe mit anderen Titel der Preisspanne und kommt auch noch aus erster Hand.

Steigt dafür freiwillig in die Metro: Andy Dück [awieandy] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

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Die Octo Expansion liefert eine Kampagne, die Splatoon 2 schon zu Anfang hätte gebrauchen können.

Wertung

Große Levelvielfalt

Ausgeglichene Schwierigkeit

Interessante Story

Kleinigkeiten wie wenige Haarstile oder gleiche Tintenfarbe in Missionen

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Spielname:
Splatoon 2

Typ:
Switch-Spiel

Jetzt Bestellen:
Zum Shop
Publisher:
Nintendo

Developer:
Nintendo

Genre:
Shooter

Release:
21.07.2017 (erschienen)

Multiplayer:
1-8 Spieler, auch online

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

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