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Review: 1-2-Switch!

Sebastian Mauch, 16.03.2017

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Test mögen: Weitersagen:

Ich kann mich noch ganz genau an die Zeit zurückerinnern, als die Switch endlich der öffentlich vorgestellt wurde. Mit einem relativ neuem Konzept soll das Gerät punkten und das tut es auch - keine Frage! Ebenso tat es die gute, alte Wii damals mit seiner neuartigen Bewegungssteuerung. Der Wii lag passenderweise das grandiose Wii Sports „kostenlos“ bei. Ein minimalistischer Titel, der aber trotzdem stundenlang zu unterhalten wusste und die Möglichkeiten der damals neuen Wii perfekt demonstrierte. Von einem 1-2-Switch erwarteten viele etwas ganz Ähnliches. Letztlich entschied sich Nintendo aber nicht nur dafür, das Spiel als separaten Launch-Titel zu vermarkten, sondern verlangt dafür auch noch den Vollpreis - wenn auch mittlerweile einen reduzierten von etwa 40 Euro. Ob 1-2-Switch dieses Geld letztlich aber auch wert ist, das möchte ich euch im folgenden Test näher bringen, daher wie immer viel Freude beim Lesen!

Eine Minispielsammlung der etwas anderen Art
Entspannt auf der Couch sitzen und in die Tasten hauen? Nichts da! Das war ja bekanntermaßen schon zu Zeiten von Wii Sports ein No-Go. In 1-2-Switch wird aber selbst das TV-Gerät gewissermaßen zum No-Go. Der Sinn dieser Spielesammlung ist es nämlich, für reichlich Spaß im heimischen Wohnzimmer zu sorgen, ohne dabei permanent auf das Empfangsgerät zu starren. Stattdessen soll man seinem menschlichen Gegenspieler tief in die Augen schauen, was allein dadurch zugegeben schon etliche witzige Situationen heraufbeschwor. Dabei hatte das Minispiel noch nicht einmal richtig begonnen. Doch wozu braucht man nun eigentlich einen Fernseher oder den Bildschirm der Nintendo Switch? Nun, dort startet man freilich über ein vorbildlich sortiertes Auswahlmenü ein Minispiel seiner Wahl. Sortiert sind die insgesamt 28 Minispiele nach ihrer Intensität und werden dementsprechend mit einer gewissen Anzahl an Chilischoten bewertet. Ganz vorn in der Riege finden sich etwa Spiele wie das bereits im Vorfeld oft gezeigte „Kugelschätzen“, am Ende muss man jedoch im Spiel „Tanzfieber“ schon wesentlich aktiver werden. Anfangs bietet es sich als an, der Reihe nach alle Spiele zum Kennenlernen durchzuspielen. Dafür braucht man etwa eine bis zwei Stunden (Zufall?) und bekommt dadurch schon einen recht guten Überblick, wie gut das Ganze letztlich funktioniert. Wer sich nicht für ein Spiel entscheiden kann, der hat auch die Möglichkeit, den Zufallsgenerator entscheiden zu lassen. Im Modus Team-Duell kann man sich außerdem mit seinen Leuten in Teams aufteilen und in einer vorgegebenen Reihe an Spielen messen. Dabei sammelt jedes Team durch Siege Punkte und Spiel für Spiel bewegt man sich auf einer Art „Mensch, ärgere dich nicht“-Spielbrett vorwärts, was jedoch nur zur Visualisierung des Partie-Fortschritt dient und sonst keinen Mehrwert bietet.

Bewegungssteuerung, mal Fluch und mal Segen
Nach dem ersten Durchlauf kristallisierten sich leider einige Spielchen heraus, bei denen das Konzept der Bewegungssteuerung über die Joy-Cons nicht so recht funktionieren mag. Früh in der Liste offenbarten sich schon beim „Wettmelken“ Probleme, wo man um die Wette durch Auf- und Ab-Bewegungen möglichst viel Milch aus dem Euter einer Kuh melken soll. Dabei soll man vor allem auf einen gleichmäßigen Rhythmus achten und beim Ziehen nach unten dementsprechend der Reihe nach die Zitze ausdrücken - was am Joy-Con durch die Seitentasten SL und SR symbolisiert wird. Schön und gut, doch die Technik bringt einem letztlich gar nichts, wenn der Spielpartner einfach rigoros drauf los melkt. Ebenso verhält sich das Tischtennis-Minispiel. Schon mal versucht, blind Tischtennis zu spielen? Kann doch nicht klappen, mögen jetzt vielleicht einige denken. Tut es auch nicht, was sich auch über das nett gemeinte, aber schlecht umgesetzte „Baseball“ sagen lässt.

Zum Glück gibt es aber auch eine Kehrseite. Viele Spiele tun nämlich letztlich genau das, was sie sollen und demonstrieren nahezu perfekt, was man mit den kleinen Joy-Cons so alles anfangen kann. Etwa HD Rumble, der neue feinere Vibrationsmodus, wird im schon erwähnten Kugelschätzen perfekt aufgezeigt. In einer verschlossenen Box befinden sich in jeder Runde unterschiedlich viele Kugeln, die es durch Bewegen der Kiste zu erraten gilt. Dabei bildet die kleine Box 1:1 die Lage des Joy-Cons in der Hand ab. Durch das Ausschlagen des HD Rumbles in verschiedene Bereiche des Controllers hat man außerdem die nahezu lebensechte Illusion von Kugeln, die im Innern gegen die Holzwände kullern. Zwar bleibt es letztlich ein Schätzspiel, an Faszination büßt das Minispiel dadurch aber nicht ein. Das Prinzip der Lageerkennung treibt Nintendo im Minispiel Schatzkiste auf die Spitze. Diese ist nämlich von einer meterlangen Eisenkette umschlungen und möchte, ähnlich wie ein Wollknäuel, abgewickelt werden, was in der Praxis echt gut klappt und durchaus Laune macht!

Wer braucht schon Babys, wenn man eine Switch hat
Auch reichlich Material zum Fremdschämen gibt es in 1-2-Switch. Das beginnt schon bei den typischen, überspielten Intros. Passend gekleidet und stets fröhlich wie Winnie Puuh zeigen scheinbar gut bezahlte Schauspieler in einem kurzen Filmchen, wie man sich im Minispiel zu verhalten hat. Manch einer mag das sicher recht drollig finden, teilweise fasst man sich aber nur an den Kopf. Auch eher unpraktisch: Im oben noch gelobten Hauptmenü kann man nicht verweilen, um etwa kurz mal Luft zu holen. Bleibt man nämlich auf einem der zahlreichen Spiele stehen, starten es nach ein paar Sekunden automatisch ins Einführungsvideo, was schon ziemlich nerven kann. Wenigstens lassen sich die Videos nach dem ersten Anschauen jederzeit überspringen und per Druck auf Plus oder Minus kann man zudem jederzeit nahtlos ins Hauptmenü zurückwechseln, sollte man ein Minispiel gegen seinen Willen gestartet haben.

Das Fremdschämen erreicht seinen Höchstwert aber schließlich im Minispiel „Schlaf, mein Baby“. Für dieses Spiel benötigt man mindestens einen hohen Alkoholpegel oder zumindest eine hohe Schmerzgrenze. Wäre da nur nicht der Fakt, dass man sich vor seinem Gegenüber komplett zum Deppen macht. Für dieses Spiel steckt man die Joy-Cons vorübergehend wieder an die Konsole und entführt diese aus dem Dock. Auf dem Bildschirm der Switch wird dann ein riesengroßer lebensechter Babykopf angezeigt, der zu allem Überfluss auch noch wie am Spieß schreit. Durch mütterliche Zuneigung gilt es den kleinen Windelbeflecker dann mit Wiegebewegungen in den Schlaf zu geleiten. Das dauert - je nach Laune der Sensorik – zirka eine bis zwei Minuten. Sprich, im schlimmsten Fall darf man sich zwei Minuten lang mit seinem Halbleiter-Baby durch den Raum bewegen und Muttergefühle entwickeln. Beim Test sagten übrigens zwei von drei Testhelfern Folgendes: „Nope, das is’ mir zu blöd!“ Noch Fragen?

Technik
Ein Pluspunkt auf der technischen Seite ist definitiv die moderne, wenn auch dezent kitschige Aufmachung von 1-2-Switch. Stets selbsterklärend durch die netten Intros und aufgeräumten Bedienelemente findet man sich als Spieler immer sofort zurecht. Die Spielgrafik an sich kann man jedoch schlecht bewerten, da man im Prinzip nur hilfreiche Anzeigen sieht und sich der Rest zwischen den beiden menschlichen Spielern im Raum abspielt, was durchaus mal eine Erfrischung ist. Dasselbe gilt wohl auch für die klangliche Seite. Die musikalische Untermalung versetzt stets in Partystimmung und passt noch dazu hervorragend zum jeweiligen Minispiel. Wie schon oben erwähnt, steht und fällt in einer solchen Software jedoch alles mit der Steuerung. Die funktioniert zum Glück überwiegend problemlos und macht in den meisten Minispielen echt was her. Nur in einigen wenigen Minispielen kommt man sich hin und wieder etwas veräppelt vor, weil schlichtweg nicht nachvollziehbar ist, was das Spiel nun eigentlich verlangt, um erfolgreich abzuschneiden. Das wäre ja noch vernachlässigbar, wäre da nicht diese eine fragwürdige Entscheidung von Nintendo. Ziehen wir also flott ein Fazit.



Fazit:
1-2-Switch hätte ohne Frage die Techdemo für Nintendos neues Entertainment System werden können. In den durchweg sehr kreativ aufbereiteten Minispielen kommt nämlich (meistens) perfekt zur Geltung, was man von der Technik her so alles machbar ist. Dummerweise leidet das Spiel unter einigen fragwürdigen Entscheidung, die teils das Marketing und teils das Gamedesign angehen. Hätte sich Nintendo wie bei Wii Sports damals entschieden das Spiel dem System beizulegen, dann hätte man zum Switch-Launch ein super Paket am Start gehabt. Dann wäre einerseits die Kritik am so leider recht teuren 1-2-Switch nicht so streng und anderseits hätten einige den Preis der Switch so etwas gerechtfertigter gefunden. Nun kam 1-2-Switch separat in den Handel und staubte leider bisher eher mäßige Kritiken ein, weshalb wohl viele auch das Spiel links liegen lassen werden. Dazu muss ich leider auch raten, es sei denn, ihr verbringt oft Zeit mit Freunden oder der Familie - dann kann das Spiel sicher auch über den ersten Durchlauf hinaus überzeugen. Allein wird man aber original keinen Spaß damit haben, darum sollte man sich den Kauf besser zweimal überlegen.

Meister im Schatzkiste abwickeln: Sebastian Mauch [Paneka] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Für Solisten unbrauchbar, kann die Minispielsammlung zumindest mit tollen Mitspielern ein paar spaßige Stunden bereiten.

Wertung

PARTYFAKTOR:

8.0

DAUERMOTIVATION:

4.0

TECHNIK:

7.0
62
von 100

Insgesamt 28 Minispiele

Zeigt, was die Switch alles kann

Nette Aufmachung…

Überwiegend perfekte Steuerung...

Auf Dauer nur noch langweilig

Menü macht sich selbstständig

…die teils übertrieben kitschig wirkt

…die allerdings auch ihre Schattenseiten hat

Keinerlei Wiederspielwert…

…da es weder Highscores noch Freischaltbares gibt

Wie werten wir?

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1 Kommentar

profil 183 comments
[17.03.2017 - 13:38 Uhr]
Zeltan:
"Nun kam 1-2-Switch separat in den Handel und staubte leider bisher eher mäßige Kritiken ein, weshalb wohl viele auch das Spiel links liegen lassen werden."

Immer wenn ich an einem Switch-Stand vorbeilaufe fällt mir auf, dass es zahlreiche (bzw. NUR) 1-2-Switch-Spiele gibt. Naja wenn das Spiel irgendwann mal 1ü€ oder weniger kostet hole ich es aks Party-Spaß. Aber ganz ehrlich, 10,99€ wären mir noch zu viel.
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Spielname:
1-2-Switch!

Typ:
Switch-Spiel

Jetzt Bestellen:
Zum Shop
Publisher:
Nintendo

Developer:
Nintendo

Genre:
Geschicklichkeit

Release:
03.03.2017 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

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