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Blacksad: Under the Skin

Preview: Blacksad: Under the Skin

Tjark Michael Wewetzer, 25.08.2018

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Unterbrecht mich, wenn euch das bekannt vorkommt: Ein Detektiv-Adventure in einem Film-Noire-Szenario, das auf einer nicht unbedingt großartig bekannten Comic-Reihe basiert, jedoch eine eigenständige Geschichte erzählt und sich dabei weniger auf Puzzles stützt, sondern ein filmisches Abenteuer mit Quick Time Events und allem drum und dran erzählt. Rede ich hier nun von Telltales Thriller The Wolf Among Us oder Blacksad: Under the Skin, dem kommenden, neuen Werk der Runaway-Schöpfer Pendulo Studios? Bei der gamescom-Präsentation des Spiels – eigenhändiges Zocken war leider aus zeitlichen Gründen nicht möglich – kam ich nicht darüber hinweg, Vergleiche mit dem Fables-Adventure aufzustellen. Trotzdem macht auch dieses Detektiv-Abenteuer bereits in seiner frühen PC-Version einen vielversprechenden Eindruck.

Ein Kater unter Boxern
Wie eingangs erwähnt, erzählt Blacksad: Under the Skin eine komplett eigene Handlung in der Welt der Blacksad-Comics – es soll also möglich sein, auch ohne Vorkenntnisse problemlos eintauchen zu können. Angesiedelt in den frühen 50er Jahren verfolgt ihr den Alltag des titelgebenden Detektivs, bei dem es sich um einen anthropomorphen Kater handelt. Überhaupt wird die ganze Welt von menschenähnlichen Tieren bevölkert, deren Gattung stets ihre Charakterzüge wiederspiegelt. Da gibt ein Dobermann schon mal einen Boxer ab oder ein Fuchs agiert als gerissener, schmieriger Chef. Stichwort Boxen: Ein Vorfall in einem Box-Club ist auch der Stein des Anstoßes für dieses Abenteuer. Dessen Eigentümer Joe Dunn ist nämlich verstorben und der vielversprechende Sportler Robert Yale ist spurlos verschwunden. Ob es sich bei dem Ableben von Joe um Selbstmord oder regulären Mord handelt, ist unklar – gleiches gilt für Roberts Rolle in der ganzen Geschichte. Aus diesem Grund wird Blacksad von Joes Tochter Sonia angeheuert, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen.

Dabei ist der Spielablauf grob in zwei Phasen eingeteilt. Es gibt reine Story-Sequenzen, bei denen ihr längeren Dialogen lauscht und gegebenenfalls vielleicht mal eingeblendete Tasten zu drücken habt oder Gesprächsoptionen auswählen könnt. Die Quick Time Events müssen laut meinem Gesprächspartner von Micoirds übrigens in vielen Fällen gewonnen werden, andernfalls droht ein Game Over. Faire Rücksetzpunkte sollen den Frust hierbei immerhin eindämmen. Bei den Dialogsequenzen habt ihr hingegen manchmal die Option, auf Blacksads geschärfte Sinne zurückzugreifen. Wenn er sich konzentriert, nimmt er bestimmte Gerüche, Geräusche oder visuelle Eindrücke noch deutlicher wahr und kann auf diese Weise kleinere Hinweise finden. In dem mir gezeigten Beispiel wird Blacksad etwa von zwei unliebsamen Gesellen verhört. Im Fokus-Modus kann er nun einen Kleeblatt-Anstecker entdecken und im folgenden Dialog nachfragen, ob die Ganoven irischer Abstammung sind. In vielen Fällen sollen derartige Observationen lediglich für Flair sorgen, manchmal aber auch zum Vorankommen vorausgesetzt werden. Wie ihr euch durch die Dialoge klickt, beeinflusst schlussendlich auch den Charakter eures Ermittlers. Eine Persönlichkeits-Übersicht zeigt euch auf Wunsch jederzeit, wie es um euren eigenen Blacksad steht. Auch diese Entscheidungsmöglichkeiten sollen jedoch primär nur zur Stimmung beitragen. Das Spiel soll über exakt ein Ende verfügen und ihr bestimmt lediglich in ganz wenigen Zügen den Weg und den Ton, mit dem ihr es erreicht.

Spielphase 2 ist die Ermittlung. Dann bewegt ihr euch frei innerhalb eines eingegrenzten Areals und sucht die Umgebung nach Hinweisen ab. Auch hier finden sich viele Interaktionspunkte, die zwar keinen praktischen Nutzen haben, die Spielwelt jedoch glaubwürdiger erscheinen lassen – zumal Blacksad für alles einen schnippischen Kommentar auf der Zunge hat. Inwiefern diese in der fertigen Version bestehen bleiben, wird sich dennoch zeigen müssen. Laut Olivier Figere von Publisher Microids seien die gezeigten Texte und Stimmen lediglich Platzhalter, an denen noch geschliffen werde. Was hingegen in der Vollversion bleibt, sind die Überlegungen des Protagonisten, die bei den Untersuchungen vor Ort von entscheidender Bedeutung sind. Eure Funde werden nämlich in den Gedanken von Blacksad gespeichert und können dann kombiniert werden, um zu neuen Erkenntnissen zu kommen. So stößt der Schnüffler in einem Appartment auf ein Foto, das den Besitzer dieser Behausung zusammen mit einer Dame zeigt, die zuvor noch meinte, dass sie den Kerl gar nicht kenne. Am Kleiderhaken findet er zudem den Schal, den die Frau auf dem Foto trägt - ein eindeutiger Beweis dafür, dass sie hier war. Derartige Erkenntnisse werden in Blacksads Notizbuch festgehalten, das stilistisch wie handgeschrieben aussieht und entsprechende Falschinformationen auch durchgestrichen anzeigt – ein netter Touch!

Überhaupt kann sich Blacksad: Under the Skin in optischer Hinsicht sehen lassen. Klar läuft das Spiel in dieser frühen Version alles andere als flüssig, doch der Detailgrad der Umgebungen und allein das Fell der Charaktere wirkt beeindruckend. Man merkt kaum, dass mit Pendulo Studios ein eigentlich recht kleiner Entwickler hieran werkelt! Hierbei möchte ich aber nochmal daran erinnern, dass es sich bei der von mir gesehenen Fassung um die PC-Version handelt. Was davon auf der technisch nicht unbedingt superleistungsfähigen Switch übrig bleibt, muss sich noch zeigen.

Prognose:
Pendulo Studios versucht sich an der Telltale-Formel und zumindest mein erster Eindruck vom Spiel ist durchaus positiv. Blacksad: Under the Skin präsentiert eine stimmige, detaillierte Welt, dessen Noir-Szenario durch die anthropomorphen Tiercharaktere einen eigenen Charme gewinnt. Klar wirkt die Geschichte in dem mir präsentierten Kurzabriss noch nicht so furchtbar spannend, doch erste Hinweise auf tiefgründigere Ereignisse sind bereits jetzt ersichtlich. Sofern die Balance zwischen ruhigen Ermittlungsphasen mit kleineren Puzzle-Elementen und schnelleren Zwischensequenzen, bei denen auch mal euer Geschick mit den Aktionstasten erfordert wird, gut ausfällt, dürfte sich hier eine spannende Alternative zu den Telltale-Erzeugnissen anbahnen. Mitunter auch, weil Pendulo Studios hier mit offenen Karten spielt und verdeutlicht, dass eure Entscheidungen lediglich Auswirkungen auf das Flair eurer Geschichte haben und ihr keine bedeutenden Abzweigungen oder mehrere Enden zu erwarten habt – ein starker Kontrast zur „Jede Entscheidung hat Konsequenzen“-Augenwischerei. Es bleibt aber abzuwarten, wieviel von der visuell eindrucksvollen Kulisse die Umsetzung auf die Switch überleben wird. Und natürlich, ob der Plot weiter Spannung aufbauen und halten kann. Wenn das gelingt, könnte uns hier ein tolles, filmisches Adventure erwarten.

Fragt sich, was für ein Tier er mit seinem Charakter wäre: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetSwitch.de

Leserwertung:

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Vielversprechende Detektiv-Geschichte, die sich zwar fleißig an der Telltale-Formel bedient, dank eigener Elemente und interessanten Story-Ansätzen aber zumindest Neugierde weckt.

Prognose
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Spielname:
Blacksad: Under the Skin

Typ:
Switch-Spiel

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Zum Shop
Publisher:
Microids

Developer:
Pendulo Studios/Ys Interactive

Genre:
Adventure

Release:
2019

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Ohne Alterseinstufung

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Screenshots: