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Hands-On: Arena of Valor

Tjark Michael Wewetzer, 26.08.2018

3

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Wenn League of Legends, Dota 2 und Heroes of the Storm das Genre schon so stark im Griff haben, braucht es da überhaupt noch ein weiteres MOBA? Ich finde: Ja! Vor allem, wenn es so vielversprechend aussieht wie Arena of Valor. Zwei geschlossene Beta-Phasen hat die Switch-Umsetzung des Smartphone-Titels bereits auf dem Buckel und der öffentliche Release im nächsten Monat rückt immer näher. Auf der gamescom in Köln hatte ich die Gelegenheit, mich mit Tencent zu treffen und mir als lebender League-Prügelknabe das erste Switch-MOBA näherbringen zu lassen.

Ab durch die Mitte!
Allein bei den Spielmodi wird bereits mächtig geklotzt: Neben dem klassischen Kartenlayout mit zwei Fünfer-Teams, die über drei Bahnen den Kontrahenten einheizen, finden sich im Menü auch Varianten für kleinere Matches oder gar direkte Duelle für zwei Spieler. Für die Proberunde wurde jedoch direkt ein traditionelles MOBA-Match gestartet, um die Feinheiten dieser Variante zur Schau zu stellen. Hierbei gilt es, den gegnerischen Heimatkristall zu zerstören. Um dies zu bewerkstelligen, wollen jedoch zunächst die Abwehrtürme auf den Hauptbahnen in Schutt und Asche gelegt werden, damit die als Kanonenfutter dienenden Unterstützungseinheiten den mächtigeren, von Spielern gesteuerten Helden Deckung geben können. Ein paar Auffälligkeiten springen auch praktisch umgehend ins Auge: Das Skill-System ist gegenüber den offensichtlichen Vorbildern deutlich entschlackt und bietet nur vier Fähigkeiten, die man im Auge behalten muss. Auch können Einsteiger oder gemütliche Naturen das Upgraden der Fähigkeiten und den Einkauf neuer Hilfsgegenstände optional dem Spiel überlassen – auf diese Weise wird man schnell und behutsam ins Spiel eingeführt. Wer etwas mehr Kontrolle über seinen Upgrade-Pfad haben und sich die Menü-Klickerei während einer Partie trotzdem ersparen möchte, der kann laut Tencent hierfür auch Prioritäten angeben, nach denen der Auto-Einkauf dann agiert. Praktisch für diejenigen, die bereits einen groben Aufrüstungsplan im Kopf haben, im Eifer des Gefechts jedoch stets die Umsetzung verschlafen.

Überhaupt merkt man schnell, dass die Macher hier viel Wert auf einfache Bedienbarkeit und Tempo gelegt haben – etwas, was man nicht unbedingt von den großen PC-MOBAs kennt. Eine durchschnittliche Partie endet bereits nach 15 bis 20 Minuten anstelle der sonst üblichen 30 bis 40, Item-Einkäufe können direkt auf dem Schlachtfeld anstatt nur von der Basis aus getätigt werden und man ist recht schnell wieder zurück in der Action. Zockern, die mit Mäusen nicht klarkommen, kommt zudem die weitestgehend eingängige Controller-Steuerung sehr entgegen. Die direkte Helden-Steuerung fühlt sich für mich persönlich gleich bedeutend angenehmer an als das Kommandieren aus der Vogelperspektive. Lediglich bei der Kommunikation mit den Team-Mitgliedern kann es hierbei zu leichten Problemen kommen. Klar, Basis-Kommandos wie ein kurzer Angriffs-Befehl oder der Aufruf zum Rückzug sind schnell erledigt, doch die Eingabe für das Anpingen einer bestimmten Stelle auf der Mini-Karte ist dermaßen gewöhnungsbedürftig, dass sich selbst der mir vorspielende Tencent-Verteter noch die Finger verknotet hat.

Wie kommt man eigentlich an all die vielfältigen Charaktere, die mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten ihren eigenen Beitrag fürs Team leisten? Nun, man kann sie natürlich – wie es sich für einen Free-to-Play-Titel gehört – gegen Echtgeld erwerben. Es soll aber selbstredend auch die Option geben, sie mit erspieltem Ingame-Geld einzukaufen. Sofern ihr den Spielaufwand dafür hinnehmen möchtet. Damit ihr die Katze nicht im Sack kaufen müsst, soll es zudem regelmäßig eine kleine Auswahl an kostenlos probespielbaren Helden geben – eine Strategie, die etwa auch beim Team-Shooter Paladins äußerst gut funktioniert. Eine nette Geste für Vielspieler des Smartphone-Gegenstücks: Zwar können Spielfortschritte zwischen den beiden Versionen nicht ausgetauscht werden, treue Fans sollen im Rahmen einer Kampagne jedoch einen gewissen Ingame-Obulus auf Basis der in der Handy-Fassung freigeschalteten Elemente erhalten. Praktisch eine kleine Starthilfe für diejenigen, die schon zuvor viel Zeit in das Spiel investiert haben.

Ebenfalls hervorzuheben ist die technische Komponente von Arena of Valor. Laut Tencent habe man es nicht einfach bei einem simplen Port des Smartphone-Originals belassen, sondern das Spiel extra für die Switch gründlich überarbeitet. Das stellt man allein schon an der comichaft stilisierten und doch detailverliebten Optik fest. Dichter Wildwuchs, umherflatternde Vögel und malerische Flüsse sorgen für Flair, ohne bemerkbare Einflüsse auf die Bildrate zu haben. Somit kommt der Titel auch auf einem großen TV-Bildschirm immer noch astrein herüber.

Prognose:
Nur weil MOBAs traditionell auf dem PC daheim sind, muss eine Konsolen-Umsetzung noch lange nicht zum Scheitern verurteilt sein. Tencent hat auf jeden Fall viel Vertrauen in Arena of Valor und von meinem ersten Eindruck her scheint dieses auch gerechtfertigt zu sein. Ich bin zugegebenermaßen beileibe kein Genre-Profi, doch genau deswegen sprechen mich die vielen, optionalen Anfängerhilfen und das allgemein schnellere, kompaktere Gameplay so sehr an. Man ist schnell in der Partie drin und kämpft sich Seite an Seite mit seinen Kameraden bis zur gegnerischen Basis durch – oder versucht verzweifelt, die voranstürmenden Kontrahenten aus seinem eigenen Territorium fernzuhalten. Was mir noch Sorgen bereitet, ist der mögliche Spielaufwand, den man zur Freischaltung der Helden betreiben muss. Außerdem dürfte die Kommunikation allein über festgelegte Kurzbefehle und Kartensignale für manch Hardcore-Spieler nicht tiefgründig genug sein – auch wenn auf diese Weise immerhin die notorisch toxischen Kommentare mancher Individuen unterbunden werden. Nichtsdestotrotz bin ich gespannt auf den offiziellen Switch-Start im September und freue mich darauf, mit Arena of Valor die Therapie meines League-Traumas in Angriff nehmen zu können.

Möchte bitte auf Lane 3 vom Boden gekratzt werden: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetSwitch.de

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-
Kompaktes Konsolen-MOBA mit vielfältigen Charakteren, flottem Gameplay und großer Einsteigerfreundlichkeit. Wirkt sehr vielversprechend!

Prognose
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3 Kommentare

profil 130 comments
[26.08.2018 - 22:08 Uhr]
Ogerscherge:
Klingt interessant. Ich spiele ja ganz gerne ab und an mal "Heroes of the Storm", was an sich auch ein eher einsteigerfreundliches MOBA ist, "Arena of Valor" könnte also genau mein Bier sein.
Weiß man denn schon, ob die Option, offline ein Match mit und gegen die KI zu bestreiten, existieren wird? Eher unwahrscheinlich aber wäre schon ganz nett, wenn man die Handheld-Komponente der Switch in Betracht zieht.
profil 977 comments
[26.08.2018 - 23:58 Uhr]
Alanar Tjark Michael Wewetzer
Ach verflucht, danach hatte ich gar nicht gefragt.^^" In der Vorstellungspartie lief jedenfalls ein Spiel gegen Bots und es wird auch einen Übungs-Modus geben. Ob die vollwertigen KI-Partien aber auch im fertigen Spiel und offline möglich sein werden, kann ich dir so leider nicht sagen.

Das würde man dann aber wirklich nur solo angehen können, denn lokale Mehrspieler-Optionen - egal ob drahtlos oder an der selben Konsole - soll es keine bieten.
profil 130 comments
[27.08.2018 - 01:15 Uhr]
Ogerscherge:
So oder so, für umsonst schaue ich mir das definitiv an. ^-^
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Spielname:
Arena of Valor

Typ:
eShop Spiel

Jetzt Bestellen:
Zum Shop
Publisher:
Tencent Games

Developer:
Timi Studio Group

Genre:
Action

Release:
25.09.2018 (erschienen)

Multiplayer:
2-10 Spieler, online

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

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