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Kurztest: Okami HD

Sebastian Mauch, 28.09.2018

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Lang ist’s her, da erschien Okami ursprünglich für die gute, alte PlayStation 2 und bezauberte Spieler erstmals mit seinem einzigartigen Nippon-Charme. Leider ist bis zum Jahre 2018 diese Perle komplett an mir vorbeigerauscht, wenngleich ich den Titel auch immer auf dem Radar hatte. Umso besser, dass mit Okami HD nun auch eine optisch überarbeitete Version für die Nintendo Switch erschienen. Höchste Zeit also, dieses Urgestein mal nachzuholen und gleich zu schauen, wie sich der Klassiker auf einer modernen Konsole schlägt.

Der mit dem Wolf tanzt
Okami spielt im alten Japan, oder wie im Spiel Nippon genannt. Das wird einem schon im Hauptmenü auf sehr künstlerische Art und Weise klargemacht. Menü bestehen aus Schriftrollen, Tasteneingaben werden durch fernöstliche Musikinstrumente begleitet und auch sonst wirkt alles sehr asiatisch. Startet man ins Abenteuer, zieht sich diese Prämisse auch weiterhin wie ein roter Faden durch das Spiel. Japan-Fans können also schon hier aufhören zu lesen und bedenkenlos zugreifen. Als Protagonist schlüpft man in die Haut einer weißen Wölfin und wie sich schon zu Beginn herausstellt, handelt es sich dabei sogar um die Sonnengöttin Amaterasu. Die Wölfin hat aber keineswegs einen leichten Start ins Abenteuer, denn eigentlich ruhte die Göttin die letzten 100 Jahre in Form einer Steinstatue. Im Laufe dieser Zeit hat sich leider auch ein Großteil von Amaterasus Kräften verflüchtigt. Dumm nur, dass die Geschichte auch damit beginnt, dass der üble achtköpfige Dämon Orochi irgendwie aus seinem Bann befreit wurde.

Manch einer mag an dieser Stelle womöglich schon eine gewisse Parallele zur The Legend of Zelda-Reihe festgestellt haben – zumindest was den Plot angeht. Aber auch in Bezug auf das weitere Gameplay hat man es mit ähnlichen Dingen zu tun. Eine große, genial designte Spielwelt, Dungeons, Echtzeitkämpfe mit Gegnern und jede Menge Schatztruhen. Das ist natürlich eher als Kompliment gemeint. Okami ist jedoch keineswegs ein stumpfer Abklatsch mit einem Wolf statt eines jungen Reckens, sondern kann sich auch in vielen Belangen vom Genreprimus abheben. Darum wird es aber erst im nächsten Absatz gehen, denn es gibt noch eine Parallele: Amaterasus Begleiter Issun, eine winzige, oft „Floh“ geschimpfte Kreatur, die sich eher aufgedrängt hat. Der kleine Issun ist teilweise im Verlauf der Story furchtbar nervig, bringt aber auch eine gehörige Prise Humor in das eigentlich eher ernste Geschehen. Zusammen geben die beiden fast schon ein ikonisches Duo ab, wie es schon Link und Navi oder Banjo und Kazooie taten.

Malerisches Nippon, voller aggressiver Dämonen
Wie bereits etwas vorher erwähnt, hebt sich unser Testkandidat trotz aller Gemeinsamkeiten hervorragend von der Konkurrenz ab. Zum einen liegt das an der Cel-Shading-Grafik, wie sie etwa auch in abgeschwächter Form in The Legend of Zelda: The Wind Waker vorkommt. Hier hat man allerdings gewollt mit dem Effekt übertrieben, weshalb so gut wie alles wie „gemalt“ aussieht. Alles wirkt wie mit dicken Pinselstrichen nachgezeichnet und entfaltet einen abnorm eigenen Charakter, der zu gefallen weiß. Auch eine sehr prominente Spielmechanik leitet sich aus diesem Stil ab. Amaterasu – von Issun immer nur „Ammy“ genannt – wirkt ihre göttlichen Kräfte nämlich, indem sie bestimmte Muster mit dem göttlichen Pinsel in die Luft malt. Das funktioniert mit dem Analogstick in den meisten Situationen und nach kurzer Eingewöhnung nahezu tadellos, aber durch die genaue Gyro-Steuerung der Joy-Cons bei getrenntem Controller-Setup sogar noch einen Tick besser. Übrigens lässt sich auch der Rest des Spiels stressfrei bedienen, wenngleich das Platforming hier und da etwas präziser sein könnte. Ebenfalls etwas frickelig, aber nicht weiter wild: Die Karte. Aus heutigen Spielen ist man es gewohnt, innerhalb der Karte navigieren zu können, was hier leider nicht möglich ist. Stattdessen kann man nur rein- und rauszoomen, wodurch man teilweise Probleme beim Orientieren in der doch recht weitläufigen bekommt – da merkt man dem Spiel sein Alter dann doch mal an. Wo das allerdings überhaupt nicht zutrifft ist die bereits hochgelobte Optik. In Okami HD wirkt der grandiose Artstyle sogar noch stimmiger und ist dementsprechend gut gealtert. In Sachen Performance gibt es übrigens weder im Dock noch als Handheld etwas zu beanstanden, da das Geschehen stets flüssig und in voller Pracht über den Bildschirm läuft.

Das Gesamtpaket kann also durchaus als sehr stimmig bezeichnet werden. Noch interessanter wird es durch den perfekt zum Stil passenden, asiatisch angehauchten Soundtrack und die ansprechende, wenn auch nicht atemberaubende Geschichte um Amaterasu und Orochi. Auch abseits der Story gibt es zudem Beschäftigung. So sind quasi an allen Ecken und Enden Schatztruhen versteckt, manche davon benötigen jedoch einen zweiten Besuch nach Erwerb einer bestimmten Fähigkeit. Wer aufmerksam durch die Spielwelt schreitet stößt auch auf die eine oder andere Nebenquest. Rein vom Umfang kommt man so auf etwa 30 Stunden, was für den angesetzten Preis mehr als nur stattlich ist!

Fazit:
Okami HD ist ein Meisterwerk, keine Frage. Schon damals (nach Stimmen der Presse und der Fans) ein wunderbares Spiel, hat man heute sogar den Vorzug einer hochaufgelöste Spielgrafik, und kann das Spektakel dank Nintendo sogar unterwegs erleben. Optik, Sound, Geschichte, Gameplay und alles drum herum ist einfach stimmig, auch wenn natürlich hier und da mal alte Marotten aus der Zeit des Ursprungsreleases durchscheinen. Das kann man dem Spiel aber wohl verzeihen, da es sich hierbei nur um ein Remaster und nicht um ein Remake handelt. Außerdem ist der Preis mit knapp 20 Euro auch sehr moderat angesetzt – in Anbetracht des tollen Inhalts und des reinen Umfang der absolute Kaufgrund für jeden, der etwas mit japanischer Historie anfangen kann, oder auch nicht.

Schöne Grafik muss nicht immer super viele Details haben: Sebastian Mauch [Paneka] für PlanetSwitch.de.

Vielen Dank an Capcom für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

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-
Herzallerliebstes Abenteuer im malerischen Gewand neu aufgelegt. Besser kann man Okami nicht erleben.

Wertung

Einzigartiger Artstyle…

HD-Rumble sorgt für mehr Immersion…

Wunderbar gestaltete Spielwelt

…den man allerdings mögen muss

…kann aber stellenweise auch laut werden

Viele, viele Dialoge mit inhaltslosem Geplänkel

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Spielname:
Okami HD

Typ:
eShop Spiel

Jetzt Bestellen:
Zum Shop
Publisher:
Capcom

Developer:
Capcom

Genre:
Action Adventure

Release:
09.08.2018 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

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