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Reigns: Kings & Queens

Kurztest: Reigns: Kings & Queens

Nicola Hahn, 16.10.2018

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Wie sagen die Franzosen so schön? „Le roi est mort, vive le roi!“. Der König ist tot, lang lebe der König! Tja, und in diesem Fall hat sich mein Vater unter die Erde begeben und ich bin der neue König über das Reich von Reigns: Kings & Queens. Warum das Reich genauso heißt wie ein Spiel, das vor Kurzem für Switch erschienen ist? Keine Ahnung, aber lasst euch von mir die Geschichte meiner Regentschaft erzählen! Und die meiner zahlreichen Nachfahren ebenso! Wie das sein kann? Tja, dann passt mal auf …

The same procedure as every life
Am Tag meiner Krönung ist mir ein Geist erschienen. Nein, weder der Heilige Geist des Christentums noch der einer anderen Religion, sondern der Geist der „Gefallenen“. Der hat mal so gar keine guten Neuigkeiten für mich: Die Königsfamilie wurde verflucht und ich werde deshalb ständig wiedergeboren. Eigentlich gar nicht mal so schlimm, aber auf Dauer ist das Unterfangen mit dem ewigen (Wiederbe-)Leben ziemlich nervig und nur der Teufel kann da was dran rütteln. Zum Abschluss unterweist mich der Geist eben noch schnell in die Grundlagen des Regierens: Vier Mächte beherrschen das Reich, nämlich die Kirche, das Volk, das Militär und das Geld/die Wirtschaft. Wird eine dieser Mächte zu stark oder zu schwach, bricht der ganze Regierungsapparat zusammen und ich werde zur Verantwortung gezogen, also traditionell um einen Kopf gekürzt. Der Geist verschwindet und der erste Untertan tritt zur Audienz an. Mat, ein Bauer aus der Gegend, hatte Glück mit der Ernte und will jetzt wissen, was wir mit dem Überschuss anstellen sollen. Entweder teile ich die zusätzlichen Einkünfte unter dem Volk sowie Militär und Kirche, was mir bei den drei Mächten ein paar Bonuspunkte einbringt, oder ich beanspruche den Teil und stärke damit ordentlich die Wirtschaft des Landes. Nicht vergessen: Weder die Kirche noch das Volk, das Militär oder die Wirtschaft darf zu sehr bevorteilt oder vernachlässigt werden. Damit ist meine Entscheidung gefällt: Jeder kriegt etwas und die Wirtschaft geht dieses Mal leer aus. Bei der nächsten Entscheidung möchte General Arnulf von Dover wissen, ob nicht der Sold für das Heer erhöht werden könnte. Das ginge natürlich auf Kosten meines Geldes, das Militär würde sich aber darüber sehr freuen. Eigentlich ganz einfach? Stimmt nicht ganz, denn zwar kann ich erkennen welche Macht durch meine Entscheidung beeinflusst wird und auch wie stark, aber ob die Entwicklung positiv oder negativ wird, ist nicht im Vorfeld einsehbar und so richtig kann ich es auch nicht an den Fragestellungen während der Audienz auch nicht mehr erkennen. Und so geht es immer weiter: Jahr für Jahr verstreicht und ich kann mich jedes Jahr aufs Neue zwischen zwei Optionen entscheiden, die beide verschiedene Auswirkungen auf die vier Mächte haben. Fast wie bei einer bekannten Dating-App – einfach nach rechts oder links wischen, je nachdem wie die Werte stehen.

Doch dann ist das Ende nicht mehr abzuwenden. Der Erzbischof von Falisby kommt zu mir und möchte eine Messe zum Andenken an meinen Vater lesen. Das würde mir einerseits ziemlich viel Geld kosten, aber dafür andererseits mehr Einfluss bei der Kirche einbringen. Wenn ich mich dagegen entscheide, wird die Kirche und das Militär enttäuscht sein. Blöderweise stehe ich nach 22 Jahren Herrschaft vor der wirtschaftlichen Pleite und winke ab. Wenig später bittet mich der Bischof dringend in die Gruft des heiligen Armand, es gehe um Leben und Tod. Um die Kirche wieder zu besänftigen, willige ich ein und folge dem Geistlichen. Am Ziel angekommen sagt er: „Mögen die Heiligen Euch Eure Sünden vergeben!“ und jemand nähert sich von hinten. Irritiert frage ich ihn, was hier vor sich geht und werde von einem bewaffneten Mönch gepackt. Eine kurze Zeit darauf hänge ich am Kreuz und verbrenne in einem Flammentod während die Kirche alle Einträge zu meiner Regentschaft aus den Geschichtsbüchern entfernen lässt. Der König ist tot…Lang lebe der König! Georg der Alte ist vor ein paar Tagen verstorben und jetzt bin ich, König Wilhelm, sein rechtmäßiger Nachfolger. Die Kirche hat sich zwar etwas nach dessen Tod etwas aufgeführt, aber schlussendlich wurde das Gleichgewicht der Mächte wiederhergestellt. Oh schau an, ein Geist! Tja, und damit beginnt die Schoße von vorne. Zum Glück habe ich mir in den Stunden kurz vor meinem Tod ein paar Ziele für das nächste Leben gesetzt und kann mich jetzt an die Umsetzung machen, endlich mal den Teufel zu treffen und über diesen blöden Fluch zu reden ist natürlich auch dabei.

Ihre Majestät greift ins Geschehen ein!
Aber wie geht es eigentlich meiner holden Maid? Die werte Königin hat ganz andere Probleme, um die sie sich kümmern muss. Dank der Fortsetzung namens „Her Majesty“, die in Reigns: Kings & Queens dabei ist, darf auch sie sich mal um das Reich kümmern und auch sie muss sich stets fromm, aber flexibel verhalten. Natürlich auch volksnah aber auch königlich, mächtig aber friedliebend sowie vermögend aber auch bescheiden. Das widerspricht sich? Iwo, Frauen sind doch angeblich multitaskingfähig, kein Problem für eine starke Frau und wenn ich das seit Jahren irgendwie gebacken kriege, dann auch sie! Und wenn die werte Dame unerwarteterweise unter dem Fallbeil landet, setzt einfach eine andere den Job fort. Schlussendlich erfährt die Königin das gleiche Schicksal wie der König: Ewiges Regieren und der ewige Überlebenskampf zwischen den vier Mächten. Allerdings darf sich die weibliche Herrscherin mit komplett anderen Figuren auseinandersetzen und hat natürlich gänzlich andere Ziele wie das Krönungsritual zu überleben, das nicht jede Königin hinbekommt.

Fazit:
Regieren will gelernt sein, denn aus den Entscheidungen von Reigns: Kings & Queens die richtigen Schlüsse zu ziehen, kann ganz schön anspruchsvoll sein. Zu welchem Genre das Spiel am Ende gehört, kann ich am Ende nicht sagen. Am ehesten würde die Beschreibung „ein Tinder-Roguelike im Mittelalter“ passen, was die meisten Menschen wohl mehr verwundern als helfen würde, aber sei es drum. Einen besonderen Reiz bekommt das Spiel durch die Einführung des Teufels und auch durch die enthaltene Fortsetzung, die nochmal einen Schub mehr Karten, Rätsel und Herausforderungen bieten. Leider ist der dritte Teil der Reihe, Reigns: Game of Thrones, noch nicht für Switch angekündigt und somit auch nicht Teil der Portierung. Reigns spielt sich schlussendlich ganz gut auf der Switch, über den Preis für beide Spiele kann man nicht meckern und wer will, kann entweder eine kurze Runde spielen oder seinen kompletten Abend und die ganze Nacht mit Regieren verbringen.

Findet die Wiedergeburt nicht mehr so spaßig: Nicola Hahn [501.legion] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an Devolver Digital für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Super
Deine Wertung:

-
Gut gelungene Portierung eines ungewöhnlichen Spiels.

Wertung

Außergewöhnliches Spielprinzip

Perfekt zum Mitnehmen, sowohl für kürzere als auch längere Spielsessions

Ordentlich Inhalt dank zwei Spiele

Ausgänge von Entscheidungen nicht immer ersichtlich und logisch

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Spielname:
Reigns: Kings & Queens

Typ:
eShop Spiel

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Publisher:
Devolver Digital

Developer:
Nerial

Genre:
Simulation

Release:
20.09.2018 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

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