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Dark Souls Remastered

Review: Dark Souls Remastered

Denis Wewetzer, 18.10.2018

2

Test mögen: Weitersagen:

Es ist Zeit zu sterben – ein Satz, den man in so manchen Filmen gerne mal vom Bösewicht an den Kopf geworfen bekommt. Doch wenn man auf eine bestimmte Reihe von From Software schaut, wird genau das zum Alltag. Dark Souls ist inzwischen in der Videospielindustrie zu einem Meme herangewachsen, sodass man diverse Titel als „Das Dark Souls der XYZ“ bezeichnet. Seit Mai ist auch die aktuelle Konsolengeneration mit dem Remaster bestückt worden – mit einer kleinen Ausnahme. Switch-Fans mussten leider noch fünf Monate warten. Diese Zeit haben wir aber nun auch rumgekriegt und endlich können wir uns auch auf Nintendos Hybriden in unzählige Tode zu stürzen. Als Veteran der Reihe oblag es dabei mir herauszufinden, ob sich das Warten gelohnt hat oder ob der Port alles andere als gelungen ist.

Die Geschichte, die ich suche
Dark Souls ist, was seine Story angeht, ziemlich subtil. Wie subtil? Wenn man nicht gerade ein großer Freund davon ist, sich Gegenstandsbeschreibungen durchzulesen, bekommt man gerade so mit Ach und Krach die Haupthandlung zusammen, die recht simpel gestrickt ist: Das Land Lordran ist verflucht und Untote wandeln durch die Städte. Unter den Untoten gibt es die Legende, dass einer dazu auserkoren ist, den Fürsten Gwyn zu stürzen, die Macht des Feuers an sich zu reißen und damit dem Land wieder zu neuem Leben zu verhelfen. Viel mehr als das bekommt man tatsächlich auch gar nicht gesagt sofern man nicht explizit danach sucht, sodass das Ende irgendwann recht plötzlich kommen könnte. Doch wenn man zwischen den Zeilen liest (und, wie bereits erwähnt, diverse Beschreibungen studiert), bekommt man die Geschichte einer Welt, die durch diverse interessante Kleinigkeiten genau zu dem geworden ist, was man im Spiel vorfindet. Manchmal muss man eben für seine Story richtig arbeiten. Sei es die tragische Geschichte der Hexe von Izalith oder warum Neu-Londo unter Wasser steht, alles hat seinen Grund und man fühlt sich in gewisser Hinsicht bereits belohnt, wenn man einfach nur dieses Hintergrundwissen erfährt.

Das Dark Souls unter den Dark Souls
Jetzt kommt allerdings das wichtigste des Spiels: Das Gameplay! Nachdem man sich durch ein kurzes Tutorial-Areal geschlagen und dabei vielleicht schon feststellen konnte, dass das kein einfacher Waldspaziergang wird, geht es erst ans Eingemachte. Nach der Ankunft am Feuerband-Schrein darf man seine neue Umgebung vollständig auf eigene Faust erkunden. Allerdings sollte dies mit Vorsicht getan werden, ab diesem Zeitpunkt kann nämlich jeder falsche Schritt den Tod nach sich ziehen. Aber glücklicherweise ist man den ganzen Hindernissen nicht schutzlos ausgeliefert. Allem voran gilt es natürlich, auf dem Weg zum nicht großartig näher bestimmten Ziel nicht durch die sich auf dem Weg befindlichen Feinde ein vorzeitiges erneutes Ableben zu finden.

Hier kommt das ins Spiel, was Dark Souls so beliebt bei vielen Spielern gemacht hat: Die freie Auswahl der eigenen Werkzeuge um die gegnerischen Lebenspunkte vor den eigenen auf Null sinken zu lassen. Geht man als klassischer Ritter, bewaffnet mit einem Einhandschwert und einem Schild durch die Gegend und nutzt die eigene Verteidigung intelligent, um im passenden Moment einen Konter zu starten? Vertraut man auf geringes Gewicht, weniger Schutz aber dafür auf die schnellere Ausweichrolle, um hinter die Kontrahenten zu gelangen und so zurück zu schlagen? Oder lässt man Schwert und Schild gleich ganz beiseite, greift zum Zauberstab und feuert aus der Ferne? Seien es nun diese klassischen Möglichkeiten bei dem Aufbau des eigenen Charakters, Mischungen aus diesen oder ganz andere, verrückte Ideen wie zum Beispiel ein Anlauf nur mit Schilden – der eigenen Freiheit ist hier keine Grenzen gesetzt. Bei Dark Souls zählt nämlich nur eines: Die eigenen Überlebensfähigkeiten. Gerade bei den imposanten Bossen ist die richtige Strategie der Schlüssel zum Sieg. Doch das wird nicht immer gelingen…

Ihr seid gestorben
Eine Nachricht, die einem früher oder später garantiert einmal über den Bildschirm flimmern wird. Es wird behauptet, das Spiel verzeiht einem Fehler nicht, doch das dahintersteckende System ist eigentlich recht großzügig. Durch das Besiegen von Gegnern erhält man Seelen, die sowohl als Währung bei den unterschiedlichen Händlern dienen, als auch als Erfahrungspunkte verwendet werden können, um im Level aufzusteigen. Durch das eigene Ableben verliert man diese Seelen – jedoch zunächst nicht für immer. An dem Ort, an dem man gestorben ist bleiben nämlich die eigenen Überreste liegen und wenn man es beim nächsten Anlauf genau dorthin noch einmal schafft, kann man ohne Probleme die Seelen, die man verloren hat, wieder aufsammeln. So einfach ist das ganze aber leider nicht, denn alle zuvor besiegten Gegner leben wieder und müssen überwunden werden, um an seine Seelen zu kommen. Zudem wird man an dem letzten Leuchtfeuer wiederbelebt, an dem man gerastet hat. Diese sind nämlich eine Art Checkpoint, an dem die eigenen Zauber und Heilungsgegenstände wieder auf eine bestimmte Anzahl aufgefüllt werden. Zudem erhalten sie über den Verlauf des Spiels noch weitere Funktionen, wie der Zugang zu einem separaten Inventar, damit das eigene Menü nicht mit Gegenständen volläuft. Sollte man nun also auf dem Weg zum eigenen Leichnam erneut das Zeitliche segnen, verschwinden die zuerst fallen gelassenen Seelen für immer. Vorsicht ist also angesagt, besonders wenn man gerade eine große Menge verloren hat.

Du bist nicht allein
Ein weiteres Feature, durch das sich Dark Souls extrem großer Beliebtheit erfreut hat, ist der Multiplayer. Sobald man mit einem bestimmten NPC gesprochen hat, erhält man den so genannten Weißen Speckstein. Dieser Gegenstand ist der Schlüssel zum Multiplayer – sobald man ihn benutzt, hinterlässt man nämlich seine Signatur auf dem Boden. Dies bewirkt, dass andere Spieler, die sich auch gerade in dem gleichen Areal befinden, diese sehen und sie damit in ihre Welt beschwören können. Einzige Voraussetzung dafür ist, dass der rufende Spieler in seiner menschlichen Form ist. Dies wird durch das Darbieten von Menschlichkeit an einem Leuchtfeuer erreicht, aber wieder aufgehoben, sobald man stirbt. Neu für die Remastered-Version des Spiels ist dabei, dass nicht nur drei Freunde in die eigene Welt gerufen werden können, denn durch die Verwendung des Gegenstandes Getrocknete Finger können bis zu sechs Leute zusammen spielen. Die Phantome der anderen Spieler bleiben dabei so lange in der eigenen Welt, bis sie entweder sterben oder aber bis die Truppe den Boss des Areals bezwungen hat. In diesem Fall bekommen alle gerufenen Spieler eine Belohnung in Form von Menschlichkeit, die sie ihrerseits wieder verwenden können um zum Beispiel Spieler in ihre Welt zu rufen und damit ein schwieriges Gebiet zu meistern.

Das Menschsein birgt jedoch auch Gefahren mit sich: Neben der sehr freiwilligen Interaktion mit anderen Spielern kann es auch zu Unfreiwilligen kommen – in Form von Invasoren. Dabei handelt es sich um Spieler, die sich selbst in andere Welten beschwören und darauf aus sind, den Herrscher dieser Welt zu bezwingen. Oder kurz gesagt: Sie wollen den anderen Spieler umbringen. Wenn man sich also in menschlicher Form bewegt sollte man aufpassen, dass man nicht eine böse Überraschung erlebt. Leider waren mir diese Features zum Zeitpunkt des Tests versperrt, da die Server noch nicht zu Verfügung stehen, daher kann ich kein genaueres Urteil über die Funktionalität auf der Switch geben.

Wenn dich die Steuerung umbringt
Wie eben bereits erwähnt, wurde für Remastered so ein wenig was geändert. Neben der Anzahl der Multiplayer-Partner wurden weitere Kleinigkeiten wie das etwa Balancing angepasst, was jedoch nur auffällt, wenn man direkte Vergleiche anstellt. Gerade auf der Switch ist mir jedoch etwas ins Auge gestochen, was mich sehr geärgert hat: Die Steuerung. Diese wurde nämlich eins zu eins von den anderen Konsolen übernommen, was ein kleines Problem ergibt. PS4 oder XBOX-Controller bestätigen Eingaben nämlich mit dem untersten Knopf des Tastenkreuzes – X oder A. Auf der Switch befindet sich A aber auf der rechten Seite und Switch-Spieler sind es entsprechend gewohnt, mit dieser Taste zu bestätigen. Nicht so bei Dark Souls, hier sind A und B quasi „vertauscht“, sodass mit B bestätigt und A zurückgegangen wird. Dies ist etwas, was im Spielgeschehen selbst umgestellt werden kann (also Interaktionen und so weiter können auf A gestellt werden und das Laufen, Rollen und Springen lässt sich auf B legen), in den Menüs ist dies jedoch nicht möglich – und das obwohl die Optionen diesen Umstand anzeigen, lässt es sich nicht ändern. In meinen ersten Stunden hat dies noch zu einiger Verwirrung gesorgt (obwohl ich auf der PS3 absolut keine Probleme habe) und leider auch zu dem ein oder anderen Tod. Ich kann es einfach nicht verstehen, dass dies so fest gemacht wurde, ohne einem die Möglichkeit zu geben, es wieder zu ändern.

Wenigstens sieht es noch gut aus
Trotz dieser Kritik speziell für die Switch-Version muss ich sagen, dass ich ausgesprochen zufrieden mit der Präsentation des Spiels bin. Extreme Framrate-Einbrüche, wie es sie auf der PS3 noch gegeben hat – zum Beispiel in Schandstadt oder im Kampf gegen die Hydra – bleiben mit einer Ausnahme in der Anfangssequenz von Anor Londo fast gänzlich aus und man muss sich keine Sorgen darum machen, aus solch blöden Gründen zu sterben. Zugegeben, die Grafik ist heutzutage etwas überholt, allerdings stelle ich da keine allzu hohen Ansprüche. Gleiches gilt für die musikalische und atmosphärische Darbietung, die grundsätzlich genau so gegeben ist, wie sie im Original bestand - mit einem sehr auffälligen Makel: Augenscheinlich wurde der Sound schlecht komprimiert, wodurch er insgesamt dumpfer klingt. Der Allgemeinen Spielqualität tut dies keinen Abbruch, es ist aber schon schade, dass Switch-Spieler hier ein wenig benachteiligt werden. Zudem besteht weiterhin das Problem mit den verzögerten Audio-Wiedergaben, wenn einige Effekte aufeinanderprallen, wie zum Beispiel das Zerspringen von Kisten mit den Angriffen auf Gegnern.

Fazit:
Ich bin ein Fan der Reihe und als solcher konnte ich es mir nicht entgehen lassen, Dark Souls Remastered nun auch auf der Switch zu zocken. Und ich kann nicht viel weiter sagen, als man es sich nicht schon denken könnte: Es ist eben Dark Souls. Weiterhin ein durchaus forderndes, aber immer fair bleibendes Spiel mit unfassbarer Tiefe – auf das man sich allerdings einlassen können muss. Es ist ein Spiel, das gelernt werden möchte, gleichermaßen schafft es aber eine großartige Befriedigung in einem auszulösen, wenn man es nach diversen Toden endlich geschafft hat, einen schweren Boss in die Knie zu zwingen. Durch die unterschiedlichen Möglichkeiten des Charakteraufbaus machen auch mehrere Durchläufe Spaß und man kann immer wieder andere Ansätze versuchen – wie meine Wenigkeit, der für Review-Zwecke ohne Schild unterwegs war, sich am Parieren übte und (wenn auch nicht ganz freiwillig) alleine Lordran durchstreifte. Wer den ersten Teil vielleicht verpasst hat und ihn immer schon nachholen wollte, kann unbesorgt auf die Switch-Version zugreifen. Wer neu in die Reihe einsteigen will wird vermutlich zunächst den ein oder anderen Tod aufgrund der Steuerung sterben, ich kann Dark Souls Remastered trotzdem jedem Spieler empfehlen, der eine Herausforderung sucht und nicht davor scheut, nach der Story suchen zu müssen. Ein wenig Frustrationsresistenz ist allerdings absolute Voraussetzung.

Schildlos in Lordran: Denis Wewetzer [Azure] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Review-Codes.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Das fordernde Action-Rollenspiel – nun auch auf der Switch! Knackiges Gameplay, viele Anpassungsmöglichkeiten und die gute Hintergrundgeschichte machten Dark Souls zurecht zu einem beliebten Titel, der jetzt auch unterwegs genossen werden kann.

Wertung

GAMEPLAY:

9.0

SCHWIERIGKEITSGRAD:

8.0

PRÄSENTATION:

8.0
80
von 100

Interessante Story…

Fordernder und doch fairer Schwierigkeitsgrad

Viele Anpassungsmöglichkeiten

Stimmige Atmosphäre

Grandioser Soundtrack...

Famose Boss-Kämpfe

…wenn man sie findet

Merkwürdiges Steuerungsschema für Switch

Leicht überholte Grafik

Kleinere Sound-Bugs

...der für Switch schlecht komprimiert wurde

Wie werten wir?

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2 Kommentare

profil 32 comments
[20.10.2018 - 13:17 Uhr]
Luux:
Bitte erwähnt zudem die deutlich schlechtere Audioqualität, über die sich derzeit sehr viele Spieler beschweren! Diese ist eben NICHT "noch genau so gegeben, wie sie im Original bestand", sondern deutlich schlechter:

https://www.reddit.com/r/darksouls/comments/9pke04/dark_souls_remastered_switch_please_give_us/

https://www.reddit.com/r/NintendoSwitch/comments/9pjfpg/dark_souls_remastered_not_only_has_worse_sound/
profil 16 comments
[20.10.2018 - 15:39 Uhr]
Azure Denis Wewetzer
Da ist mir tatsächlich ein Missgeschick passiert. Anfangs, als ich über das Spiel mit meinem Bruder gesprochen habe, habe ich sogar noch mit ihm darüber diskutiert, dass der Sound schlechter komprimiert worden sei. Schätze über die Stunden habe ich mich einfach daran gewöhnt.

Hab's aber nun im Text noch geändert und bin mit den Punkten nochmal entsprechend runtergegangen. Allerdings aufgrund der Tatsache, dass ich mich daran gewöhnen konnte, nicht in einem drastischen Ausmaß.
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Spielname:
Dark Souls Remastered

Typ:
Switch-Spiel

Jetzt Bestellen:
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Publisher:
Bandai Namco

Developer:
From Software

Genre:
Action Adventure

Release:
19.10.2018 (erschienen)

Multiplayer:
1-6 Spieler, auch online

Altersfreigabe:
Frei ab 16 Jahre

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