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Review: Super Bomberman R

Alexander Schneider, 23.03.2017

2

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Schaut man sich das dürftige Launch-Lineup der Nintendo Switch an, dann stößt man dabei auf viele Portierungen bereits existenter Titel. Der neben The Legend of Zelda bekannteste Name unter den Startspielen dürfte allerdings Bomberman sein, wenn man allein die langjährige Tradition der Reihe ins Auge fasst. Mehr als dreißig Jahre hat die populäre Serie mittlerweile auf dem Buckel, seitdem Hudson Soft im Jahre 1983 das Debüt namens Bomberman, welches in Europa Eric and the Floaters hieß, veröffentlichte. Mit Super Bomberman R soll nun das dreiundreißigste Jubiläum gefeiert werden, und schon das kunterbunte Cover stimmt auf den bemerkenswerten Geburtstag ein. Doch wie spielt sich Bomberman im Jahre 2017, nachdem viele Jahre lang kein Konsolen-Ableger der Reihe erschienen ist und Konami das Franchise von Hudson Soft übernommen hat? Kann das Spiel auch im Singleplayer überzeugen oder bleibt es weiterhin ein reines Multiplayer-Freudenfest? Und in welchem Maße profitiert der neue Ableger von den Funktionen der Switch? All das und noch viel mehr möchte ich in den folgenden Absätzen klären, doch zuerst muss ich meine verbalen Bomben in Stellung bringen. Feuer frei!

Tradition in (nicht immer) neuem Gewand
Jahrelang herrschte rund um Bomberman Funkstille und die vielen Anhänger des gepflegten Bombenschmeißens fragten sich schon, ob in nächster Zeit überhaupt noch ein Titel aus der Welt des eifrigen Bombenlegers erscheinen würde - doch nun werden die Fans passend zum Release der Switch gerufen, um Bösewicht Buggler in Schach zu halten. Dieser möchte nämlich nichts anderes, als die Weltherrschaft an sich zu reißen, was die acht verschiedenfarbigen Bomberman-Krieger natürlich verhindern wollen. So sind tatsächlich acht unterschiedliche Charaktere spielbar, die vom gewöhnlichen weißen Bomberman bis hin zu seinem roten, blauen oder auch pinken Pendant reichen. Dabei haben die Protagonisten natürlich auch allesamt unterschiedliche Persönlichkeiten, was einen in den launigen Zwischensequenzen des Singleplayer-Modus' nicht nur ein Mal schmunzeln lässt. Die verschworene Gemeinschaft macht sich in der simplen Story jedenfalls auf, um Bugglers Plan von der Eroberung des Sternensystems zu vereiteln und damit die Welt zu retten, womit die schlichte Erzählung auch bereits abgehandelt ist.

Solltet ihr ein Multiplayer-Spektakel wie dieses tatsächlich allein spielen müssen, dann könnt ihr euch gleich in die fünfzig verschiedenen Level stürzen, die euch Super Bomberman R innerhalb von fünf aufeinanderfolgenden Welten kredenzt. Beachtet dabei aber, dass jede Welt zuerst mit acht normalen Spielabschnitten aufwartet, ehe die beiden letzten Level einen ausgedehnten Bosskampf bereithalten. Trotz der kristallklaren Optik, mit der das Spiel versucht zu bestechen, kommen die spielerischen Innovationen dabei merklich zu kurz - am grundlegenden Spielprinzip hat sich nämlich nicht wirklich viel geändert. Das allerdings könnte bei einigen Traditionalisten aber durchaus auch auf Gegenliebe stoßen, was ich angesichts des bewährten Fundaments absolut verstehen kann. Super Bomberman R wirft euch noch immer in diverse Arenen, die einem Schachbrett ähnlich aufgebaut sind und zahlreiche Gegner beherbergen. Zudem stellen sich euch natürlich auch umherstehende Blöcke in den Weg, welche ebenso wie die zu meidenden Kontrahenten weggesprengt werden müssen. Darüber hinaus empfiehlt es sich, die nach der Sprengung herumliegenden Items einzusammeln, denn die Kampfstärke eurer Bomben richtet sich auch nach den eingesammelten Upgrades und kommt euch insbesondere in den Bosskämpfen, aber natürlich auch im Multiplayer zugute.

Leichte Kost, die schwer im Magen liegt
Wie man es von Bomberman seit jeher gewohnt ist, wirft das Gameplay eigentlich keine Fragen auf - ran an die Joy-Cons uns los geht's! Und dennoch unterscheiden sich Einzelspieler-Kampagne und Mehrspielermodus natürlich deutlich voneinander, wenn man allein das Tempo des Spielablaufes betrachtet. Während im Singleplayer stets bestimmte Bedingungen zu erfüllen sind, um den Sieg zu erringen, setzt der Multiplayer auf pure Action. Sollte man allein unterwegs sein, dann wird einem meist abgefordert, alle Feinde des jeweiligen Levels zu besiegen, wenngleich es zuweilen auch andere Anforderungen an euch gibt. So kann es durchaus mal sein, dass ihr die Schlüssel des Abschnittes finden oder gewisse Schalter bedienen müsst, um zum nächsten Level voranzuschreiten. Rein strategisch fordern die Missionen nicht wirklich, auch wenn jedes Mal ein anderes Vorgehen und ein neuer Plan nötig ist. Muss man einfach alle Gegner aus dem Weg sprengen, dann kann man sicherlich unbedarfter vorgehen als beim Suchen von Schlüsseln, das das Ableben der Gegner nicht zwingend erforderlich macht. Ein wenig Abwechslung schaffen zumindest die Eigenschaften der umherstehenden Blöcke, die in manchen Fällen sogar verbunden sind und in einer Kettenreaktion hochgehen, sobald ihr auch nur einen von ihnen in die Luft jagt. Verglichen mit dem wesentlich rasanteren Multiplayer ist das Spiel, sollte man wirklich keine Freunde zur Hand haben, leider nur eine graue Maus - zwar unterscheiden sich die Welten optisch voneinander, spielerisch ist aber beim besten Willen keine wirkliche Herausforderung oder gar Vielfalt zu erkennen. Erst recht, wenn dann noch die Mängel hinzukommen.

Optische und spielerische Perspektivlosigkeit
Auch wenn die Zwischensequenzen vor Humor nur so strotzen und die Charaktere allesamt mit ganz persönlichen Eigenschaften daherkommen, so kann der Klamauk nicht über die Schwächen des vorliegenden Materials hinwegtäuschen. So erfrischend die moderne Optik von Super Bomberman R auf Screenshots auch wirken mag, oftmals ist sie wahrlich eher Fluch als Segen. Natürlich schaut das alles ganz hübsch aus, doch die Isometrie sorgt letztlich für viele Momente der Frustration: Nicht immer lässt sich erahnen, wo die gelegte Bombe am Ende landet, wenn man seine eigene Position oft gar nicht mehr wirklich einschätzen kann. Klar, dass man in solchen Fällen nur noch den Bildschirmtod findet und das Tablet entnervt beiseite legt - da könnte man doch glatt die Floskel bemühen, dass weniger manchmal eben mehr ist. Immerhin haben es die früheren Bomberman-Ableger, die mittlerweile fast aus der Zeit gefallen zu sein scheinen, doch auch geschafft, ohne einen solchen Makel auszukommen! Mit der Zeit passt man sich zwar an die Gegebenheiten an, angenehm wird die gebotene Perspektive aber nie.

Immerhin: Habt ihr eine Welt vollständig geschafft, dann werdet ihr mit Münzen belohnt und könnt diese im Shop des Spieles eintauschen. Insbesondere die zusätzlichen Maps sind absolut lohnenswert, der virtuelle Laden wertet also tatsächlich den Multiplayer auf und steigert die Motivation zumindest ein wenig, nachdem sie vorher schon fast auf dem Nullpunkt angekommen war. Übrigens könnt ihr im Shop auch einige Blickfänge erstehen, mit denen ihr das Aussehen eures Schützlings nach euren Wünschen gestalten und es letztlich sogar im Online-Multiplayer präsentieren könnt. Und auch die Bosskämpfe, die jede Welt beschließen, können überzeugen. Während ihr euch in der ersten Phase des Fights der ursprünglichen Variante des Endgegners entgegenstellt, verwandelt sich diese nach ihrer Niederlage in ihre vollkommene Form, die euch natürlich ordentlich unter Beschuss nimmt. Im Grunde die einzigen Höhepunkte des Singleplayers, auch wenn es in den Bosskämpfen zuweilen etwas hastig zugeht. Vielleicht sollten sich die Entwickler von sich selbst inspirieren lassen, um beim nächsten Titel durchgängig zu unterhalten?

Unter Freunden ein Fest
So monoton Super Bomberman R in völliger Einsamkeit auch erscheinen mag, so durchschlagend punktet es in Gesellschaft von Freunden. Der Multiplayer lässt sich sowohl kooperativ als auch kompetitiv angehen - ein Umstand, der schnell erklärt ist: Ihr könnt euch entweder zusammen mit einem Freund in den Storyverlauf stürzen oder aber gegen mehrere Freunde antreten, was vom ersten Augenblick an das typische Bomberman-Feeling aufkommen lässt. Im lokalen Multiplayer funktioniert dies sowohl an einer einzigen Konsole als auch mit mehreren Exemplaren, wobei insgesamt bis zu acht Spieler teilnehmen können - und dieses Freudenfest der Bombenlegung lässt sich sogar im Online-Modus spielen, was den ohnehin gelungenen Mehrspielermodus gekonnt abrundet. Viele Worte muss ich sicherlich nicht mehr verlieren, wenn es um den lokalen Multiplayer geht, da das Prinzip aus Jahrzehnten der Videospielhistorie bekannt ist und hier auch wieder die gewohnte Vogelperspektive zum Tragen kommt. Ärgerlich ist lediglich die deutlich zu intelligente KI, die den Spielerpool bei Bedarf auffüllt, denn den Schwierigkeitsgrad kann man im Multiplayer nicht anpassen. Weitere Kritik muss verloren werden, wenn es um den anfänglichen Bestand an Maps geht, denn hier bietet man dem Spieler zu Beginn lediglich acht Stück, wovon beileibe nicht alle überzeugen können. Zwar bieten einige von ihnen taktischen Spielraum und Hindernisse wie Verstecke und Bombenmagneten, insgesamt aber lässt die Kreativität im Mapdesign durchaus zu wünschen übrig. Möchte man noch mehr Karten freischalten, dann muss man sich alleine oder zu zweit in den Story-Modus wagen, selbst wenn einem dieser nicht zusagt.

Da beißt sich die Katze durchaus in den Schwanz, wie eine Redensart sagt, denn viele Spieler kaufen Super Bomberman R sicherlich nur wegen des Multiplayers und werden nun dazu gezwungen, im Singleplayer Vorarbeit zu leisten, um den vollständigen Genuss überhaupt erst entfalten zu können. Ein paar Worte noch zum Online-Modus, da dieser euch mit dem Liga-Kampf und dem Freien Kampf gleich zwei Spielmodi kredenzt: In den freien Kämpfen geht es schlicht und ergreifend um lockere Partien nach dem üblichen Schema, während euch die Liga-Kämpfe mit Sicherheit ein wenig mehr fordern werden. Beginnend mit der Baby-Liga könnt ihr euch hier nämlich hocharbeiten und Punkte sammeln, um in höhere Ligen aufzusteigen, während ihr durch Niederlagen Punkte einbüßt. Leider beklagen die Spieler im Online-Modus momentan trotz erstem Patch noch nervige Verzögerungen nach jeder Eingabe, was die Freude über den eigentlich gelungenen Multiplayer ein wenig trübt, doch Konami möchte hier immerhin weiter nachbessern.

Volle Kontrolle? Von wegen!
Bis dato meinte ich eigentlich immer, mit der Switch alles unter Kontrolle zu haben, wenn es um die Handhabung meiner Spiele ging. Weit gefehlt, wenn wir von Super Bomberman R reden! Verteilt man nämlich seine Joy-Cons unter den Mitspielern, dann müssen sie mit der unpräzisen und hakeligen Steuerung der Tasten und des Analog-Sticks Vorlieb nehmen. Kaum eine Eingabe funktioniert hier wie gewünscht. Da kann es durchaus schon mal passieren, dass ein Schritt um die Ecke einer Map nicht klappt und man sich selbst ins Totenreich befördert, oder dass man gegnerischen Bomben aller Mühe zum Trotz nicht ausweichen kann. Es war sicherlich nicht das Ansinnen der Entwickler, unfreiwillige Missgeschicke herbeizuführen, doch negativ muss man dieses virtuelle Selbstmordkommando sicherlich anmerken.

Technik
Die an frühere Zeichentrickserien angelehnten Zwischensequenzen habe ich ja bereits ausgiebig gelobt, denn diese lockern den tristen Alltag der belanglosen Einzelspieler-Kampagne erfreulicherweise merklich auf. Die kleinen Filmchen sind aufwändig gestaltet, verleiten den Spieler nicht selten zu ausgiebigen Lachern und haben vor allem eines: Charme. Darüber hinaus sind die Clips vollständig auf Englisch vertont, deutsche Untertitel inklusive. Auch Sonderwünsche werden erfüllt, denn die Optionen lassen euch das gesamte Spiel auf Japanisch stellen. Bemerkenswert ist auch der fetzige Soundtrack, der mit seinen Ohrwurm-Qualitäten an frühere Zeiten erinnert und bestens zu Bomberman passt. Und zumindest im Bezug auf die Grafik darf ich sogar den Einzelspieler-Modus loben, da dieser mit seiner kristallklaren Optik und ansehnlichen Lichteffekten punktet. Zwar ist das Leveldesign nicht sonderlich einfallsreich, allerdings fordert die Technik die Hardware hier bedeutend mehr als im Multiplayer - ohne dabei aber Glanzpunkte zu setzen. Im Mehrspielermodus hingegen orientiert sich Super Bomberman R etwas mehr an den besten Tagen der Serie, was sicherlich auch der etwas minimalistischeren Grafik und dem gewohnteren Blickwinkel zuzuschreiben ist.

Fazit:
Man möchte es ja wirklich mögen! Super Bomberman R ist fraglos einer der besten Launchtitel für Nintendos neue Konsole - was aber dadurch relativiert wird, dass es zum Start kaum nennenswerte Software gibt. Und dass ein Spiel, welches so viele offensichtliche Mängel hat, schon fast als einzige Alternative zu Breath of the Wild bezeichnet werden muss, das sollte selbst den uneinsichtigsten Optimisten zu denken geben! Losgelöst von allen Diskussionen rund um das Spieleangebot zum Beginn der neuen Ära ist und bleibt der aktuelle Bomberman-Ableger erwartungsgemäß ein reines Multiplayer-Freudenfest, doch auch hier muss ich leider Einschränkungen machen. Wenngleich man dem Spiel seine unbestrittenen Qualitäten in der Gesellschaft von Freunden nicht streitig machen kann, so nerven Mängel wie die unpräzise Steuerung, die lieblosen Maps und die bald hoffentlich beseitigten Eingabeverzögerungen doch immens. Auch der Umfang lässt zu wünschen übrig, da weitere Karten erst aufwändig freigeschaltet werden müssen. Über den Singleplayer-Modus, der bis auf die für Bomberman-Verhältnisse gute Technik und viel Humor nichts zu bieten hat, braucht man eigentlich kaum ein Wort zu verlieren. Und so bleibt nur der wie immer spaßige Multiplayer, der unterhält und gleichsam frustriert, wenn dann mal wieder etwas ungewollt schiefgeht. Ob das reicht, um einen Kauf zu rechtfertigen? Fans dürfen gerne reinschauen, alle anderen sollten auf niedrigere Preise warten oder lieber gleich Abstand nehmen. Schade um das verschenkte Potenzial!

Findet nicht gerade Gefallen daran, sich selbst in die Luft zu sprengen: Alexander Schneider [Gardevoir ex] für PlanetSwitch.de

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Allein ein Trauerspiel, mit Freunden immerhin gesellig wie eh und je - doch auch im bombigen Multiplayer wütet der Fehlerteufel.

Wertung

PARTYFAKTOR:

9.0

DAUERMOTIVATION:

4.0

TECHNIK:

5.0
60
von 100

Im Multiplayer noch immer ein Partyknaller…

Fordernder Online-Modus…

Teilnahme von bis zu acht Spielern

Opulente Bosskämpfe sorgen für Abwechslung

Humorvolle Zwischensequenzen im Storymodus

Niedliche Gegnermassen

Eingängiger und passender Soundtrack

…mit anfangs zu wenigen und kreativlosen Maps

…der aktuell noch mit Eingabeverzögerungen zu kämpfen hat

Unpräzise Steuerung führt zu Frust

Demotivierender und abwechslungsarmer Singleplayer

Mühsame und zwanghafte Münzanhäufung für mehr Maps

Isometrische Perspektive erschwert Erkennung von Höhenunterschieden

Nicht wirklich umfangreich

Wie werten wir?

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2 Kommentare

profil 38 comments
[23.03.2017 - 22:11 Uhr]
Venne:
Steuerung ist längst behoben im neusten Update. Das hätte heute nicht mehr in den Test gedurft. Multiplayer läuft nun auch viel besser.
profil 102 comments
[23.03.2017 - 22:15 Uhr]
Gardevoir ex Alexander Schneider
Ansichtssache. Es läuft nun zwar etwas besser, in unserem Fall aber gibt es dennoch noch immer Probleme, wenngleich sie ein bisschen weniger geworden sind. Verbesserungen sind durchaus eingetreten, ein Ende der Lags aber noch nicht. Und das sehen auch andere Spieler so, wenn man sich im Internet ein wenig umschaut.
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Spielname:
Super Bomberman R

Typ:
Switch-Spiel

Jetzt Bestellen:
Zum Shop
Publisher:
Konami

Developer:
Konami

Genre:
Action

Release:
03.03.2017 (erschienen)

Multiplayer:
1-8 Spieler, auch online

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

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