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Kurztest: Full Metal Furies

Tjark Michael Wewetzer, 08.11.2018

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Es werden mal wieder Titanen gejagt! Dies aber zur Abwechslung nicht in pseudo-deutschen Fantasy-Welten oder der griechischen Mythenwelt, sondern im Weltkriegsszenario. Wobei die Heldinnen von Full Metal Furies eigentlich genau einen solchen Weltkrieg vor seinem tatsächlichen Ausbruch verhindern wollen und sich viele Figuren zumindest Namen aus dem Mythologie-Katalog geborgt haben. Mit dem fetzigen Brawler versprechen die Macher des Indie-Hits Rogue Legacy (zum Switch-Test) waschechte Koop-Action, bei der Zusammenarbeit auch wirklich Pflicht und nicht nur schmückendes Beiwerk ist. Inwiefern das gelungen ist, kläre ich im Folgenden.

Lässig im Krieg
Das Szenario habe ich ja bereits grob umrissen, genauer gesagt macht das titelgebende Kämpferinnen-Quartett zu Beginn Jagd auf den Minotauren-Titan Menoitios, der gerade inmitten einer verschneiten Landschaft wütet. Obwohl dieser Handlungsrahmen eine ernste Erzählweise vermuten lässt, ist Full Metal Furies praktisch durch und durch auf Humor getrimmt. Die kurzen Dialogsequenzen, die von gelegentlichen Tippfehlern abgesehen ordentlich ins Deutsche übersetzt wurden, triefen nur vor komischen Bemerkungen der selbsternannten Furien und auch die Schurkenriege lässt sich nur zu gerne auf herrlich unsinnige Gespräche ein. Da lässt Menoitios beispielsweise über (nur hörbaren) Funk seine Muskeln spielen und erst hinterher fragen sich die Heldinnen, wie sie das überhaupt sehen konnten. Natürlich ist Humor eine subjektive Angelegenheit, ich für meinen Teil hatte jedoch enorm viel Spaß mit den aberwitzigen Wortgefechten.

Nur ist die Geschichte bei einem Action-Titel nicht unbedingt das schwerwiegendste Kriterium, was auch die optionale Abschaltbarkeit der Zwischensequenzen beweist. Viel wichtiger ist, was auf dem Schlachtfeld vonstatten geht. Jede Stufe folgt dabei im Prinzip einem simplen Muster: Ihr schlagt euch durch eingegrenzte, häufig einfach strukturierte Areale, werdet hin und wieder von auftauchenden Feinden aufgehalten und plagt euch am Ende in einer Arena mit einigen Gegnerwellen herum. Dass dies nicht langweilig wird, verdankt Full Metal Furies den abwechslungsreichen Elementen einer jeden Stage. So wollen an einer Stelle etwa Geschütztürme umgangen werden, während man sich anderorts durch ein Minenfeld bewegt oder durch ein feindliches Lager schleicht, ohne die übermächtige Streitmacht versehentlich aufzuwecken. Dies alles mit Freunden zu koordinieren läuft zudem noch eine ganze Ecke kniffliger, doch das ist nichts, was sich nicht mit guter Absprache regeln ließe. Ganz aufmerksame Zocker entdecken übrigens noch versteckte Steintafeln und Truhen, für die manchmal sogar überraschend knifflige Rätsel geknackt oder besondere Herausforderungen überwunden werden müssen. Leider sind die Fundort-Hinweise nicht immer eindeutig – nur zu gerne verstecken die Macher sowas hinter unsichtbaren Wänden, auf die sonst praktisch gar nichts deutet. Reichlich Geduld zur ausgiebigen Absuche der Stufen ist also durchaus notwendig, wenn ihr alles haben möchtet.

Herrscherin über das Chaos
Und das solltet ihr, denn gerade die freischaltbaren Ausrüstungsobjekte erweisen sich schnell als unverzichtbare Helfer in den kniffligen Kämpfen. Häufig verstrickt euch Full Metal Furies in Konflikte mit fiesen Gegnerkombinationen, für die man vielleicht schon mal mehrere Anläufe braucht. Dank gut gesetzter Checkpoints hält sich dabei zumindest der Frust in Grenzen. Jede der vier spielbaren Figuren bringt dabei eigene Fertigkeiten an den Tisch. So ist die Schildträgerin Triss etwa dank ihres schützenden Plattenstücks für Einsteiger recht gut geeignet, verfügt dafür jedoch über praktisch keine Reichweite. Das genaue Gegenteil davon wäre Sniperin Meg, die tödliche Langstreckenschüsse abfeuert und Minen auslegen kann, auf der anderen Seite aber nicht viel einstecken kann und Pausen zwischen Angriffen in Kauf nehmen muss. Mit den erwähnten Ausrüstungsobjekten lassen sich diese Aktionen in Bezug auf ihre Attribute anpassen, wobei das Spiel definitiv zum Experimentieren ermuntert – die Charaktere sammeln nämlich auch Erfahrung im Umgang mit den Werkzeugen, die in Werteboni resultiert. Und da die allein nicht reichen, können die Furien mit erbeutetem Gold allgemein gestärkt werden. Äußerst cool: Nach Erhalt eines bestimmten Artefakts erhalten andere Charaktere desselben Profils Rabatte im Shop, wodurch man diese einfacher hochziehen kann – eines der Elemente, wodurch Full Metal Furies die Motivation für mehrere Spielanläufe und Koop-Partien aufrecht erhält.

Leider wirkt die Koop-Komponente im Kampf teilweise künstlich erzwungen. So verfügen diverse Gegner über unterschiedlich gefärbte Energieschilde, die nur von bestimmten Figuren geknackt werden können. Natürlich tauchen nur die Farben auf, die ihr auch ausschalten könnt, doch einen wirklich guten Grund für die bunten Blasen gibt es eigentlich nicht. Sie tauchen übrigens auch auf, wenn ihr allein spielt – in diesem Fall dürft ihr nämlich zwei Spielfiguren auswählen, zwischen denen mit der ZR-Taste gewechselt wird. Aber auch ohne die Schilde wäre es ratsam, sich Unterstützung ins Boot zu holen. Die teils überwältigenden Gegnermengen lassen sich mit mehreren Leuten deutlich besser unter Kontrolle bringen, zumal sie ihre Aufmerksamkeit dann auch alle Teilnehmer aufteilen. Koop-Partien sind dabei sowohl an derselben Konsole als auch im drahtlosen Lokal-Spiel sowie online möglich, mangels Spieler vor Release konnte ich die Internet-Kapazitäten jedoch noch nicht ausprobieren.

Fazit:
Full Metal Furies sah auf den ersten Blick eigentlich nicht nach etwas für mich aus, wo ich es eher weniger mit Kriegsszenarien habe. Letztenendes bin ich aber doch froh, dem Titel eine Chance gegeben zu haben. Allein die herrlich schrägen Dialoge haben mich in Windeseile für sich gewinnen können und das locker-flockige Gameplay tat schnell sein Übriges. Trotz der simpel wirkenden Struktur bietet der eShop-Download enorm viel Abwechslung und fordert in seinen hitzigen Gefechten auch ordentlich. Die vier Furien ergänzen sich dabei wunderbar und sind gleichermaßen spaßig spielbar, sodass man sich den Trip auch gerne mehrmals gibt – idealerweise natürlich mit Freunden, denn im kooperativen Multiplayer blüht der Brawler erst richtig auf. Mir stößt höchstens sauer auf, dass der Schwierigkeitsgrad manchmal gefühlt etwas zu scharf ansteigt und einige Gefechte deswegen unnötig frustrierend ausfallen können. Außerdem fühlen sich die bunten Energieschilde mehr wie eine billige Methode an, die Spieler auf die Gegner aufzuteilen. Doch diese kleinen Stolpersteine ändern nichts daran, dass ich unheimlich viel Freude mit den Furien hatte. Eine definitive Empfehlung für Freunde flotter Sidescroll-Beat-'em-Ups im Stile von Castle Crashers und Co.!

Mal wieder Titanenjäger: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an Cellar Door Games für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

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Kurzweiliger Koop-Kracher mit abwechslungsreichen Leveln, fordernden Gefechten und reichlich Pixel-Explosionen fürs Geld.

Wertung

Durchdachtes Charakter-Quartett

Vielfältige Level

Riesenspaß im Koop

Nervige Farbschilde

Teils fiese Sprünge im Schwierigkeitsgrad

Manche Geheimnisse sind etwas ZU gut versteckt

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Spielname:
Full Metal Furies

Typ:
eShop Spiel

Jetzt Bestellen:
Zum Shop
Publisher:
Cellar Door Games

Developer:
Cellar Door Games

Genre:
Action

Release:
06.11.2018 (erschienen)

Multiplayer:
1-4 Spieler, auch online

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

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