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Kurztest: Pinball FX3: Williams Pinball Volume 1 (DLC)

Tjark Michael Wewetzer, 11.12.2018

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Zuvor war Zen Studios' Pinball FX3 eigentlich für kreative, virtuelle Flipper bekannt. In diesem Jahr ändert sich dies jedoch etwas, denn nun hat das Team die Lizenz für reale Flipper-Tische des WMS-Labels in der Tasche – und somit Zugriff auf das ruhmreiche Sortiment von Williams und Bally! Die erste Schippe digitaler Nachbauten echter Pinball-Automaten ist vor einigen Monaten mit Williams Pinball Volume 1 auf der Switch und anderen Plattformen gelandet. Und auch wenn sich die Tische aufgrund ihrer Herkunft deutlich anders spielen als Zens übliches Programm, weiß die Startauswahl definitiv zu gefallen.

„Sie haben uns unsere Flipperautomaten geraubt!“
Der vermutlich schwächste Tisch des Trios dürfte wohl Junk Yard sein, wobei dies keineswegs bedeuten soll, dass der Flipper schlecht sei. Hier geht es darum, dass man auf einem Schrottplatz eingepfercht wurde und nun wieder raus will – und dazu baut man sich aus herumliegendem Müll allerlei wilde Gerätschaften, mit deren Hilfe es schlussendlich ins All geht. Das Konzept allein ist schon herrlich Banane, die Umsetzung jedoch erstaunlich simpel. So lassen sich die notwendigen Gerätschaften über relativ einfache Missionen erbeuten, die wiederum größere und lukrativere Abenteuer-Modi freischalten. Dann muss man schon mal mit seiner Badewannen-Karre Kontrollpunkte abfahren, indem man gewisse Rampen auf dem Tisch abgeht. Auch nett: Hat man die Zeitmaschine freigeschaltet, spielt man einen zufälligen Modus von ausgewählten anderen Williams- und Bally-Tischen wie beispielsweise die UFO-Jagd von Attack from Mars. Dadurch kommt eine gewisse Portion Wahnwitz ins Spielerlebnis, die auf jeden Fall fesselt.

Nur ein bisschen weniger verrückt geht es bei Medieval Madness zu Gange. Hauptziel an diesem Tisch: Den King of Payne stürzen! Wie tut man das? Indem man die ihm und seinem Gefolge unterstehenden Burgen erobert! Also arbeitet ihr euch systematisch durch die imaginäre Fantasy-Landschaft und stürmt die am oberen Spielfeldrand ersichtliche Festung. Ein paar Klopfer, um die Zugbrücke herunterzulassen und das Tor zu öffnen, nur um dann mit einem gezielten Schuss das motorisierte Schloss-Modell zum Zittern und Stürzen zu bringen. Auch digital ein zufriedenstellendes Erlebnis! Abseits des Hauptteils gibt es natürlich ebenfalls einiges zu erleben. So wollen im Football-Stil moderierte Ritterspiele gewonnen, Prinzessinen aus den Klauen von Drachen befreit und wütende Dörfler angestachelt werden. Die Meisterung dieser Modi ergänzt Modifikatoren zum großen Multiball-Madness-Modus, bei dem es entsprechend eurer vorherigen Leistungen Kugeln und Jackpots hagelt. Dadurch kommt ein enorm abwechslungsreiches und nicht selten urkomisches Spiel zustande, das dem Wahnsinnselement des Titels mehr als gerecht wird.

„Wie groß war er?“
Wesentlich bodenständiger wird es dann beim letzten Teil des Pakets. The Getaway: High Speed II macht heiße Verfolgungsjagden mit Polizisten zum Thema und zu diesem Zweck muss zu Beginn erst einmal Tempo aufgebaut werden. Der äußere Orbit erhöht dabei die Drehzahl eures Flitzers und mit der Abschuss-Taste wird bei entsprechend hohem Wert geschaltet. Dann winken potenziell höhere Punktzahlen und natürlich auch Zugriff auf weitere Modi. All dies kulminiert dann im Duell mit dem Gesetz, wo ihr richtig Gummi geben und mit gezielten Flipper-Schlägen den Polizisten entkommen müsst – bei Erfolg hagelt es geradezu Punkte. Tempo ist das Kernelement von The Getaway und das macht sich auch beim Kugelverhalten bemerkbar. Nicht selten flitzt die Silbersphäre im Eiltempo über den Tisch und prallt an allen möglichen Zielen ab. Ein rundum schöner Flipper, der vor allem nach dem eher mäßigen V12 von Zen selbst einen ordentlichen Automaten mit Auto-Thema zum Pinball FX3-Sortiment hinzufügt.

Wenn ich schon mal dabei bin, spreche ich an dieser Stelle auch gleich noch den vierten Williams-Tisch an: Fish Tales! Dieser ging zeitgleich mit den obigen dreien online, ist jedoch kostenlos für alle Spieler verfügbar. Und die Gratis-Zugabe wurde gut ausgewählt. Das eher langweilig klingende Angel-Thema wurde äußerst unterhaltsam umgesetzt und geizt auch nicht an Humor. So könnt ihr beispielsweise das Boot im Zentrum der Spielfläche durch gezielte Schüsse zum (lediglich im Punktmatrix-Display sichtbaren) Schwanken bringen und durch weitere Treffer massiv Punkte einstreichen. Und habt ihr mal einen Fisch an Land gezogen, gebt ihr über das Drehziel auf der linken Bahn die Größe an – und dabei steht Flunkern an der Tagesordnung! Mit etwas Glück sackt ihr dabei mehrere Millionen ein. Insgesamt ein ziemlich simpel wirkender Automat, der einen jedoch unweigerlich einholt, wenn man sich darauf einlässt.

Frischzellenkur für Klassiker
Soweit schön und gut, doch wer mit Flippern allgemein vertraut ist, fragt sich eine wichtige Sache: Wie sieht es mit der Physik aus? Immerhin fühlt sich Zens gewöhnliches Programm deutlich anders an als reale Tische es tun. Tatsächlich haben die Entwickler an sowas gedacht und gleich drei Modi eingebaut. Das Standard-Spiel mit passiven Punkteboostern und Wizard-Kräften greift dabei auf Zens übliche Physik zurück und spielt sich entsprechend freundlicher, wenngleich etwas behäbiger als für die Automaten normal. Klassik-Arcade bietet euch hingegen genau das, was ihr am realen Vorbild kriegen würdet: Ein anständiges Gewicht der virtuellen Kugel, das dem Spielgeschehen ein angenehmes, wenn auch nicht unschaffbar wirkendes Tempo verleiht. Wer es noch härter mag, schaltet den Klassik-Turnier-Modus ein, bei dem die Kugel durch den steileren Tischwinkel noch schneller nach unten rollt und diverse Helfer wie Extra-Kugeln deaktiviert werden. Die Optionen haben es jedenfalls in sich! Völlig separat davon kann man zudem noch ein paar Zen-typische Grafikeffekte für jeden Tisch hinzuschalten – dann wird beispielsweise der Drache bei Medieval Madness vollständig animiert und ein Angler bei Fish Tales schaukelt beim Trubel auf dem Boot stilecht auf dem Holzkahn herum. Leider schleicht sich hierbei auch ein kleiner Makel herein: Sind Punkte-Popups aktiviert, folgen diese stets der Kugel – und das nervt tierisch bei Drehzieltreffern, die kontinuierlich kleine Punkte-Boni gewähren. Außerdem sind die Tische aus altersfreigabegründen nur in ihrer angepassten Family-Version verfügbar – somit fehlen beispielsweise bei Medieval Madness ein paar Video-Animationen im Punktmatrix-Display.

Fazit:
Ich muss zugeben, dass mich die Ankündigung von Williams Pinball Volume 1 gleichermaßen begeistert wie zweifelhaft gestimmt hat. Zens Flipper ist nun mal eine ganz andere Hausnummer als das, was echte Tische bieten. Sie sind nicht darauf getrimmt, dem Spieler die Centstücke aus der Tasche zu ziehen. Sie fühlen sich vom Kugelverhalten her komplett anders an. Doch das Team hat das Kunststück vollbracht, die realen Automaten sauber umgesetzt und dabei schönere Tische auf die Switch gezaubert, als es die Kollegen von FarSight bei The Pinball Arcade getan hätten. Die liebevollen 3D-Nachbauten werden im Remaster-Grafikmodus um charmante, animierte Elemente ergänzt, die Audioqualität ist dem Quellmaterial entsprechend gut und alles wirkt durch die Bank authentisch. Mit den ersten drei Bezahltischen und einem gelungenen Gratis-Flipper traf man zudem direkt zum Start eine äußerst gute Auswahl. Speziell Medieval Madness war bei The Pinball Arcade schon einer meiner Favoriten und in Pinball FX3 hat der abgedrehte Mittelalter-Trip nichts von seinem wilden Reiz verloren. Aber auch der nicht minder absurde Junk Yard-Tisch oder das flotte The Getaway können überzeugen und haben mich bereits für viele Stunden an die Switch fesseln können. Wer ein Herz für Flipper hat, kommt um das erste Williams-Paket einfach nicht herum!

Kann keine ruhige Kugel mehr schieben: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetSwitch.de

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Grandioses Paket großer Flipper-Klassiker, von denen gerade Medieval Madness durch sein wildes Spielkonzept heraussticht.

Wertung

Saubere Umsetzungen der realen Vorlagen

Abwechslungsreiches Themenpaket

Schmucke Remaster-Grafiken

Nur im geschnittenen Family-Modus spielbar

Punkte-Popups können bei Drehzieltreffern nerven

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Spielname:
Pinball FX3

Typ:
eShop Spiel

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Publisher:
Zen Studios

Developer:
Zen Studios

Genre:
Sonstiges

Release:
12.12.2017 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

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