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Kurztest: Party Hard

Sebastian Mauch, 14.12.2018

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Einst mussten Videospiele sich ungemein vor dem Zorn aufgeregter Elternteile fürchten, wenn diese einen gewissen Gewaltgrad festellten. Heute ist die Lage in dieser Hinsicht zum Glück etwas entspannter und selbst ein Counter-Strike mit Bomben und Terroristen ist längst im Mainstream angekommen. Doch gibt es hier und da auch mal wieder Titel, die als zu gewaltverherrlichend gelten und zwar erlaubt und ungeschnitten, aber gesellschaftlich verpönt sind. Unser heutiges Testopfer Party Hard aus dem Hause tinyBuild ist zum Glück keines dieser Spiele, geht dennoch aber mit der Thematik Gewalt und Mord ziemlich locker um. Ob das gut gegangen ist und auch noch spielerisch überzeugen kann? Das versuche ich für im Folgenden aufzuklären.

Feiern bis zum Umfallen (kein Witz)
Der Plot von Party Hard ist denkbar flach, aber doch irgendwie interessant. Man schlüpft statt in die Rolle des Helden oder des Opfers dieses Mal doch tatsächlich direkt in die Haut des Täters: Ein massenmordender Bilderbuch-Soziopath. Oder wie es im Spiel verharmlost beschrieben wird: Ein Typ, der einfach mal in Ruhe schlafen will. Scheinbar wird nahe der Wohnung des Antihelden nämlich nicht selten ausgiebig bis in die Morgenstunden gefeiert. Die einfachste Lösung ist aus der Sicht der Spielfigur, mal eben alle abzumurksen, die ihn um seinen kostbaren Schönheitsschlaf bringen.

Total unauffällig maskiert, platzt man in über zehn verschiedenen Szenarien in eine riesige Party, auf der sich allerlei verschiedene Menschen herumtreiben und gehen lassen. Die Aufgabe: Ausnahmslos jedes Leben vor Ort ausknipsen. So makaber und schrecklich das auch klingen mag, spielerisch ist es dafür umso interessanter. Einfach so durchrennen und alle mit dem Messer bekannt machen ist nämlich nicht drin, aber das ist auch gut so. Oft gerieten Spiele dieser Art nämlich ins Kreuzfeuer, weil sie den Akt des Tötens zu einfach realisiert und damit glorifiziert haben. In Party Hard ist das Erreichen des Ziels, also das Eliminieren aller Gäste, aber alles andere als leicht. Das Spiel geht sogar so weit, den Knöpfchendrücker nach einer kurzen schön erzählten Story-Sequenz ohne jegliches Tutorial vor der Feier abzusetzen. Wie alles funktioniert, muss man sich also durch ausprobieren und kleine als Zeitungen getarnte Tipps aneignen.

Die dunkle Seite stark in dir ist
Der Schwierigkeitsgrad ist dabei aber so „hard“, dass ich beispielsweise schon im ersten Level an meinen Fähigkeiten zweifelte und nach unzähligen Festnahmen entnervt das Spiel zur Seite legte. Nach einer gewissen Eingewöhnung kommt man jedoch in den Flow und lernt immer mehr Kniffe kennen, die sich in späteren Szenarien auch gern mal wiederholen. So kann man neben dem üblichen Messerstich auch Pixelmenschen vom Dach oder in einen Ventilator stoßen, die Bowle oder Drinks vergiften, elektrische Geräte oder Fahrzeuge zum Explodieren bringen oder vor Trunkenheit schlafende Subjekte einfach auf die Straße legen. Den Rest erledigt die auch nicht ganz vorbildliche Ingame-Polizei und überrollt beim nächsten Einsatz die nichtahnenden Schnarchnasen.

Beherrscht man die Kniffe dann, hangelt man sich auch irgendwann recht fix von Level zu Level, muss sich dabei jedoch auch trotz wiederholender Elemente immer wieder auf neue Situationen gefasst machen. So wird das Ganze entgegen anfänglicher Vermutungen doch recht unterhaltsam und ist gar nicht mal so eintönig. Im Laufe vieler gecrashter Partys wird die Geschichte in einer Art Rückblende im Verhör des zur Zeit der Morde ermittelnden Detectives erzählt, was durchaus mitzureißen vermag. Wem das nicht reicht, der kann sogar ein paar Taler in die Hand nehmen und noch einige (etwas realitätsfernere) Abschnitte im eShop dazukaufen. Ob diese Szenarien allerdings gameplaytechnisch nur recycelt sind oder auch wieder eigene Elemente mitbringen, konnte ich mangels DLC-Code leider nicht prüfen. Ein vorab im Hauptspiel freigeschaltetes Bonus-Level lässt aber vermuten, dass es auch im DLC reichlich rund geht.

Technisch ist das Spiel auch voll auf der Höhe. Präsentiert wird die Gräueltat in einem Hotline-Miami nicht ganz unähnlichen, groben Pixel-Look, der durchaus zur Geltung kommt und die Gewaltdarstellung zwar spürbar macht, aber es auch nicht übertrieben detailliert abzeichnet. Trotzdem ist der Titel angemessener Weise nur für Spieler ab 18 Jahren freigegeben. Auch der Soundtrack geht absolut ins Ohr und passt zur Thematik des Spiels. Zum Steuerungsschema muss man hingegen keine großen Worte verlieren, außer: Passt.

Fazit:
Party Hard ist definitiv nichts für Leute, die mit Gewalt nichts anfangen können. Das Spiel nimmt kein Blatt vor den Mund und steckt den Spieler direkt in die Haut des Mörders. Wer das nicht gut findet kann direkt einen großen Bogen um Party Hard machen. Trotz der zugegebenermaßen sehr makaberen Prämisse ist das Spektakel spielerisch jedoch ziemlich interessant. Irgendwie schaffen es die Entwickler nämlich, dem Entziehen der Staatsgewalt und dem Umbringen harmloser Partygäste einen gewissen Reiz anzuheften. Mit abwechslungsreichen Szenarien kommt zudem auch für den Preis eine recht angenehme Spiellänge zustande, wobei das natürlich auch immer auf die Vorgehensweise des Spielers ankommt, anspruchsvoll ist der Titel nämlich ohne Frage und das ist auch gut so!

Fragt sich, wie dieses Spiel vor 10 Jahren angekommen wäre: Sebastian Mauch [Paneka] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an tinyBuild für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

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-
Fordernde Metzelorgie, die kein Blatt vor den Mund nimmt, aber doch auf eine verschrobene Art Laune macht.

Wertung

Zahlreiche interessante Party-Szenarien

Kreatives Vorgehen steht auf dem Plan

Charmante Präsentation (in Sachen Bild und Ton)

Kein richtiges Tutorial…

…was den Einstieg recht schwierig gestaltet

Einen Tick zu mord-/ gewaltverherrlichend

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Spielname:
Party Hard

Typ:
eShop Spiel

Jetzt Bestellen:
Zum Shop
Publisher:
tinyBuild

Developer:
Pinokl Games

Genre:
Strategie

Release:
22.11.2018 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 18 Jahre

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