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Kurztest: Fitness Boxing

Denis Wewetzer, 28.12.2018

2

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Die Weihnachtstage sind vorbei und der ein oder andere wird wieder festgestellt haben: Irgendwie hat man die letzten Tage doch ganz gut gegessen. Bei den ganzen Festtagsessen achtet man schonmal nicht darauf, dass es die ganze Zeit über schon fast an Völlerei grenzt. Und man setzt sich glatt mal wieder den guten Vorsatz für das nächste Jahr, ein wenig mehr Sport zu treiben. Und wer dann auch noch Videospielen zugeneigt ist, hat seit kurz vor Weihnachten die Option, zu Fitness Boxing zu greifen, um ein wenig Unterstützung bei der täglichen Bewegung zu bekommen. Wii Fit hat dieses Konzept bereits demonstriert und war damit sogar recht erfolgreich – kann der neue Titel damit konkurrieren oder sollte man sich doch lieber in einem richtigen Fitness-Studio anmelden? Mein Trainingsplan musste zur Beantwortung dieser Frage mal ein wenig umgestellt werden.

Ready?
Wie es sich für ein Fitness-Spiel gehört, wird nicht lang gefackelt und nach kurzer Einweisung in die Steuerung geht es gleich ans Eingemachte: Das Tages-Workout wird vorgestellt und man bekommt sofort ein Gefühl dafür, was einen erwartet. Und wie man vom Titel bereits ablesen kann, geht es hier rein um das Boxen. Mit anderen Worten: Während man von seinem Trainer oder seiner Trainerin motivierende Worte zugesprochen bekommt, gilt es Jabs, Straights, Hooks und Uppercuts im richtigen Rhythmus zur im Hintergrund laufenden Melodie auszuführen. Hierbei handelt es sich zwar um bekannte Songs, größtenteils der letzten fünf bis zehn Jahre, allerdings ohne Vocals. Je nachdem, wie gut das eigene Timing ist, werden diese Schläge dann mit Perfekt, Gut oder Daneben bewertet, was sich am Ende des Tagestrainings auf die Bewertung im Form eines Sport-Alters widerspiegelt. Dieses bewegt sich zwischen 18 und 69 und, ihr ahnt es vielleicht, 18 ist hierbei die „beste“ Einschätzung.

Boom boom boom boom
Was genau im Tages-Workout für einen ausgewählt wird, kann man in gewissen Maßen beeinflussen – man hat hierfür nämlich die Möglichkeit, unterschiedliche Ziele zu setzen. Möchte man ein Vollkörper-Training oder sich doch auf die Waden konzentrieren? Oder vielleicht doch lieber den Rücken? Je nachdem, was man auswählt, bekommt man andere Workouts vorgeschlagen. Es kommt einem aber trotzdem so vor, als würde man dennoch durch alle vorhandenen schalten, da gefühlt jedes Workout für alles zu sein scheint. Dem ist nicht so, doch es scheint tatsächlich keinen großen Unterschied zu machen. Außerdem kann man die Länge der täglichen Einheit bestimmen, wobei das auch eher ein Plusminus-Wert ist. Ich zum Beispiel habe stets das 30-Minuten-Workout gewählt, habe dann allerdings alles von 24 ½ Minuten bis hin zu 36 Minuten serviert bekommen. Ein wenig merkwürdig, dass das so in den Algorithmus passt, aber was soll's. Selbst nach dem Abschluss der Tageseinheit darf man sich allerdings noch weiter am Training versuchen und auch so lange dabei bleiben, wie man möchte. Hierfür kann man sich jedes Workout und den dazugehörigen Song frei auswählen, sobald man sie denn freigespielt hat. Zudem ist es möglich, diese auch mit Freunden zu bewältigen – wahlweise sogar nur mit einem Joy-Con pro Nase, denn dann übernimmt halt jede Person nur die Tätigkeiten einer Hand.

It's heating up in here
Jetzt möchte ich aber die wichtigste Frage für ein Fitness-Spiel beantworten: Ist es ein geeignetes Workout? Und wie es leider so ist, kann ich dies nur mit einem klaren „Jein“ beantworten. Als jemand, der sein eigenes Trainingsprogramm bereits seit Jahren verfolgt, kann ich dem ganzen leider nicht viel abgewinnen. Selbst das forderndste Programm hat mich nur leicht ins Schwitzen gebracht und am Ende hatte ich auch nicht gerade das Gefühl, dass es mir großartig etwas gebracht hat, sodass ich mein eigenes Training danach noch dazu ohne Problem weiterführen konnte. Es wirkte daher für mich eher wie ein „Feel-Good-Workout“ um das Gewissen zu beruhigen – man hat den Tag über etwas getan. Gleichermaßen kann ich mir allerdings vorstellen, dass es Menschen, die ihren Körper normalerweise nicht so viel bewegen wie meine Wenigkeit das tut, etwas mehr Tatendrang bringt und vielleicht auch für ein wenig mehr Energie sorgt – vorausgesetzt natürlich, man spielt das Spiel so, wie es das haben möchte.

Dies ist nämlich ein Problem, das die Steuerung via zwei bewegungssensitiven Joy-Cons mitbringt. Solange die Bewegung auch nur ansatzweise so abläuft, wie sie vom Spiel gedacht ist, wird sie akzeptiert. Das kann sehr kleine, nicht gerade anstrengende Bewegungen mit einschließen. Zusätzlich bringt die Bewegungssteuerung in den Händen ein weiteres Problem mit sich: Jedwede Fußbewegung muss über diese kontrolliert werden. Dadurch entsteht das unpassende Problem, dass bei Vorwärts- oder Rückwärts-Steps die Arme mit bewegt werden müssen – was eigentlich nicht der Fall sein darf. Insgesamt bin ich persönlich von dem „Boxen“-Aspekt stark unbeeindruckt. Das Vermitteln der Techniken geschieht nämlich ausschließlich in Textform und wird einem nicht am Trainer demonstriert, was wesentlich mehr Sinn ergeben würde. Zudem gibt das Spiel kein Feedback über die Gesamthaltung, denn wie gesagt erfolgt die gesamte Steuerung über die zwei Controller in den Händen. Sowas ist auf diese Weise nicht möglich, doch wenn man sich schon mit Box-Fertigkeiten auseinandersetzt, sollte das bitte auch richtig getan werden. Ich möchte nun auch lieber nicht damit anfangen zu diskutieren, wie sinnvoll ein paar der gebotenen Kombinationen eigentlich für das Boxen sind. Es soll schließlich nur Fitness sein und kein richtiges Box-Training.

Get into your basic stance.
Ein Aspekt, der mir noch sehr am Herzen liegt, sind die Trainer: Für ein ordentliches Training können gute Trainer Wunder bewirken. Sie können motivieren, uns anschreien, korrigieren und loben. All diese Eigenschaften haben die sechs gebotenen virtuellen Trainer leider nicht. Tatsächlich ist der Wortschatz jedes Trainers so begrenzt, dass man denselben Satz etwa jede Minute einmal zu hören bekommt. Gleiches gilt für das Intro jedes Workouts, dass einem jedes. Mal. Erklärt. Wie. Ich. Zu. Stehen. Habe. Wenn man sich schon mit dem Profi-Workout befasst (Wie es im Spiel selbst genannt wird), möchte ich erwarten können, dass sowas wie die Stellung bekannt ist und nicht wieder. Und wieder. Und wieder. Und wieder. Und wieder erklärt wird. Einziger Trost ist die Tatsache, dass man die Stimme der Trainer komplett leise drehen kann. Das ändert nur leider nichts daran, dass die Erklärung natürlich trotzdem nicht wegfällt.

Fazit:
Nach etwas über zwei Wochen, in denen ich mich mit Fitness Boxing nun beschäftigt habe, möchte ich es nun auf einen recht einfachen Punkt bringen: Wer bereits seinen eigenen Fitness-Plan hat und diesem auch schon seit längerer Zeit nachgeht, kann das Programm getrost ignorieren. Man bekommt nichts erklärt, das man sich nicht auch anlesen könnte, wenn man mal etwas neues ausprobieren möchte. Wer jedoch eine Alternative sucht, im eigenen Haus Sport zu machen, ein wenig einfallslos ist oder einfach sonst mit Bewegung nicht viel am Hut hat, es aber ausprobieren will, dem könnte das Spiel doch etwas bringen - aber auf keinem Fall für den Preis von 50 Euro. Dafür ist die Anzahl der gebotenen Workouts zu gering, die Songs zu unpassend zum Training, die Trainer sind mit zu wenig Sätzen ausgestattet und die Switch ist einfach nicht das System, um ein ganzheitliches Training zu ermöglichen. Und natürlich geht vieles von der eigenen Motivation aus. Lediglich dieses Programm dafür gekauft zu haben wird jemanden, der sonst nur faul in der Ecke sitzt, auch nicht plötzlich dazu bringen durch die eigenen vier Wände zu tanzen.

Geht doch lieber am Sandsack boxen: Denis Wewetzer für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes!

Leserwertung:

Super
Deine Wertung:

-
Etwas schwaches Training mit dürftigem Box-Hintergrund, dem gerade Sportler nicht viel abverlangen können.

Wertung

20 Songs zur Auswahl…

Gute Bewegungssteuerung…

…die mit Boxen aber nicht viel am Hut haben

…die nicht für alle geforderten Bewegungen geeignet ist

Nicht gerade anstrengend

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2 Kommentare

profil 80 comments
[29.12.2018 - 11:02 Uhr]
AsukaSeitou:
Ehm.. Habt ihr das richtig gespielt..? Das ist so was von anstrengend wenn man das mehr als 5 Minuten und richtig macht! Und dann gibt es ja auch noch weitere Schwierigkeitsstufen.
Also ich habe das Game nur in der Demo getestet, 4 Tage ab Stück und ich habe auch einiges an Muskelkater bekommen und geschwitzt ebenso! Ich fand das Training echt gut, und dabei war das nur die Demo. Aber die wenigen Songs finde ich auch nicht zu prikelnd. Und manchmal nervt mich die inakkurate Bewegungssteuerung. Aber bei Taiko no Tatsujin ist es wesentlich schlimmer.
profil 17 comments
[29.12.2018 - 15:36 Uhr]
Azure Denis Wewetzer
Wie geschrieben liegt es vermutlich gerade an meinem sportlichen Hintergrund, aber ich kam da wirklich nicht allzu sehr ins Schwitzen. ^^' Es gibt zwei Schwierigkeitsstufen und nach der Eingewöhnung am ersten Tag habe ich ausschließlich auf der höheren gespielt und wie geschrieben jeden Tag das 30-Minuten-Training absolviert - und danach noch ein weiteres Training zum schnelleren Freispielen der restlichen Trainings. Zwei Wochen lang.

Vielleicht bin ich damit einfach nicht in der Zielgruppe, aber da es sich auch natürlich um eine subjektive Note handelt: Bei Fitness brauche ich persönlich wesentlich mehr, als mir dieses Spiel gibt. Wenn du mir jetzt allerdings sagen kannst, dass es bei dir gut gewirkt hat (und das bereits in der Demo), habe ich zumindest einen besseren Eindruck von jemand anderen - so konnte ich schließlich nur meinen Körper fragen. ^^
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Spielname:
Fitness Boxing

Typ:
eShop Spiel

Jetzt Bestellen:
Zum Shop
Publisher:
Nintendo

Developer:
Imagineer

Genre:
Simulation

Release:
21.12.2018 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

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