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Katamari Damacy Reroll

Kurztest: Katamari Damacy Reroll

Tjark Michael Wewetzer, 29.12.2018

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Zu keinem denkbar schlechteren Zeitpunkt als den Rekease des heiß ersehnten Super Smash Bros. Ultimate schickte Bandai Namco das Revival einer der schrägsten Marken der Generation PlayStation 2 ins Rennen. Das grenzt fast schon an mutwillige Sabotage, denn Katamari Damacy Reroll hat definitiv besseres verdient! Das HD-Remake des einstigen PS2-Spiels hat nämlich auch heute, gesalzene 14 Jahre später, nichts von seinem bizarren Reiz verloren und bringt euch das wohl fröhlichste Spiel auf die Switch, das im Jahre 2018 den europäischen eShop beehrte.

Sonne, Mond und… Wo sind die Sterne hin?
Allein die Handlung bereitet euch darauf vor, auf was für einen Irrsinnstrip ihr euch hier einlasst: Im alkoholbedingten Vollrausch hat der mächtige König des Kosmos mal eben so den Himmel leergefegt. Nun sind die Sterne weg und Ersatz muss her. Aber da sich ein König nie selbst die Hände schmutzig macht und gute Eltern bekanntermaßen brav alle Pflichten auf ihre Zöglinge abwälzen – auch wenn der Regent öffentlich etwas anderes behauptet –, müsst nun ihr in der Rolle des Prinzen ran und mit der klebrigen Katamari-Kugel allerlei Dinge aufrollen, die dann als Material für einen neuen Stern dienen sollen. Ihr merkt schon, allzu genau darüber nachdenken sollte man nicht, sondern sich einfach auf den gepflegten Wahnsinn einlassen, der hier aufgetischt wird.

Jede Stufe des rund fünf bis sieben Stunden umfassenden Spiels gibt euch dabei ein festes Ziel vor. In der Regel müsst ihr einfach nur innerhalb des vorgegebenen Zeitlimits einen größtmöglichen Katamari rollen, bei den Sternenbild-Herausforderungsleveln bekommt ihr es jedoch mit Sonderaufgaben zu tun. Dann wollen beispielsweise Schwaneneier für das Sternenbild Schwan eingesammelt werden oder ihr habt für den Polarstern zu schätzen, wann eure Kugel auf 10 Meter Durchmesser kommt. Langweilig wird dies jedoch selbst bei den gleichartigen „Roll' einfach alles auf“-Missionen nicht – dafür sorgen die Stages an sich. Zu Beginn treibt ihr euch noch in einer einfachen, japanischen Wohnung herum und kassiert herumliegende Spielsteine, Radiergummis oder anderen Kleinkram ein. Mit wachsender Katamari-Größe könnt ihr jedoch auch stetig größere Objekte und sogar Lebewesen an euren Ball kleben, völlig unabhängig davon, ob sie vorher schreiend das Weite suchen oder gebannt herumstehen und ihr Schicksal hinnehmen. Dieses stetige Wachstum ist auch einer der Hauptreize von Katamari Damacy: Einige Stages sind in mehrere Etappen unterteilt und legen durch Erreichen gewisser Kugeldurchmesser neue Gebiete mit weiterem aufrollbaren Zeug frei. Und das Erlebnis, sich dann dort auszutoben, nur um später für ein paar Aufräumarbeiten mit seiner 10-Meter-Kugel in das Startgebiet zurückzukehren, wo man gerade mal 30 Zentimeter gemessen hat, wird nie alt.

Schade ist lediglich, dass Katamari Damacy Reroll trotz dieser Elemente innerhalb seiner ohnehin recht kurzen Spieldauer auch noch fleißig Areale wiederverwertet. Die wirklich einzigartigen Karten kann man an einer Hand abzählen, sie werden lediglich in Folgemissionen stetig durch neue Ecken für größere Katamaris erweitert. Dass dies trotzdem nicht langweilig wird, verdankt das Spiel dem enormen Detailreichtum in der Gestaltung. Auch wenn die Gebiete gleich bleiben, warten in den unterschiedlichen Missionen stets andere Objekte auf euch, die nicht selten in amüsanten Konstellationen aufgestellt sind. So vergöttern beispielsweise eine Staffel Winkekatzen ein gekröntes Lebendexemplar, an anderer Stelle stört ihr ein Straßenfest und wieder anderorts turnen Tauben in Menschenschuhen herum. An schrägem Humor mangelt es jedenfalls nicht, was auch für die kurzen Zwischensequenzen aus dem Blickpunkt einer ganz normalen Familie sowie die ständigen Reden des King of All Cosmos gilt. Schmunzler garantiert!

Ich fühle den Kosmos!
Dabei hilft auch der einzigartige Stil des Spiels. Auch wenn es sich bei Katamari Damacy Reroll um ein HD-Remake eines PS2-Spiels handelt, hat Bandai Namco in optischer Hinsicht keine großartigen Verbesserungen vorgenommen. Alle Charaktere und Objekte sehen immer noch extrem kantig aus und die Texturen sind zwar stets scharf, dies jedoch im selben, bei Details recht pixeligen Look, den man von damals kennt. Trotzdem gehört dies irgendwie zur bizarren Welt von Katamari Damacy, sodass dieses alters- und budgetbedingte Manko nicht ganz so stark wiegt. Die gelegentlichen Ruckler im Handheld-Modus hätten aber ruhig behoben werden können. Auch werden großartige Boni vermisst, denn die angepriesene Zwei-Spieler-Komponente beschränkt sich leider nach wie vor auf einen simplen Versus-Modus. Ein kleines Extra gibt es in der Switch-Version dennoch: Die Bewegungssteuerung mit den Joy-Cons. Die funktioniert sogar erstaunlich gut, spielt sich praktisch aber kaum anders als die gewöhnliche Dual-Analog-Konfiguration, die nach etwas Übung enorm sauber von der Hand geht. Was hingegen keineswegs neu ist, wohl aber einmalig und auf jeden Fall Erwähnung verdient, ist der Soundtrack. Katamari Damacy hat abwechslungsreiche, stimmige Musikstücke, die eine ungemeine Fröhlichkeit ausstrahlen und die Level über zum Mitpfeifen oder gar -singen animieren. Und das ist auch gut so, da die Stages gerne mal zehn bis 20 Minuten in Anspruch nehmen!



Fazit:
Es gibt Tage, da braucht man keine tiefgründigen Abenteuer mit komplexen Handlungen, knackigen Herausforderungen oder vielschichtigen Charakteren. Manchmal reicht auch eine einfache Packung gute Laune in Videospielform. Und genau das ist Katamari Damacy Reroll. Das HD-Remake mag nun gegenüber seines nie in Europa veröffentlichten PS2-Originals nichts weltbewegend neu machen, doch das muss es auch gar nicht. Die simple Sternenrollerei, bei der man mit einer stetig wachsenden Kugel alles mitnimmt, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, nur um dann später mitsamt des Baumes trotzdem einkassiert zu werden, reißt sofort mit. Daran ist sicherlich auch der erstklassisge Soundtrack mit seinen vielfältigen Tunes nicht ganz unschuldig. Klar besteht für die Steuerung mit den beiden Analogsticks eine gewisse Einspielzeit, doch sobald man diese Hürde nach ein paar Probeläufen überwunden hat, rollt man Katamaris wie ein Profi. Und wenn man sich dann doch durch die recht überschaubare Anzahl an Stufen gekämpft hat, geht man die Sache direkt von vorne an – einfach nur, um mit dem nächsten Anlauf noch größere Kugeln zu rollen oder den Objekt-Katalog mit seinen teils sehr unterhaltsamen Gegenstands-Kurzprofilen zu vervollständigen. Ein großartiger, schräger Spaß, den man zumindest ein Mal in seinem Leben ausprobiert haben sollte!

Beendet 2018 mit einem breiten Grinsen im Gesicht: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetSwitch.de

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Seine Majestät der König des Kosmos lässt verkünden: Wir sind zu Tränen gerührt. Katamari Damacy Reroll ist das perfekte Gute-Laune-Spiel für zwischendurch.

Wertung

Schnell erlerntes, eingängiges Spielkonzept

Abwechslungsreiche Herausforderungs-Missionen

Wunderschön schräger Humor

Überschaubare Anzahl an Arealen

Gelegentliche Ruckler im Handheld-Modus

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Spielname:
Katamari Damacy Reroll

Typ:
eShop Spiel

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Zum Shop
Publisher:
Bandai Namco

Developer:
Bandai Namco

Genre:
Geschicklichkeit

Release:
07.12.2018 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

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