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Kurztest: Claybook

Sebastian Mauch, 28.03.2019

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Simulationen sind schon was Tolles. Sei es realistisch dargestelltes Wasser oder Schlamm beziehungsweise Schnee, der sich unter den Füßen verformt, halbwegs korrekt umgesetzte Physik in Videospielen begeistert. Aber jetzt mal Butter bei die Fische: Wer braucht denn bitte Wasser und Schnee, wenn man Knete haben kann? Das dachte sich wohl auch Damen und Herren von Second Order, die mit Claybook mal eben einen anständigen Knete-Simulator zusammengebaut haben. Wer als Kind gern mit Knete gespielt hat oder es heute noch tut, darf nun also aufhorchen. Was man von dem kleinen bunten Spielchen zu erwarten hat, das erkläre ich euch im folgenden Kurztest. Auf die Knete, fertig, los!

Ein Buch voller Knete
Liest man sich die Produktseite auf Nintendos Website oder im eShop mal so durch, könnte man erstmal denken, dass hier ziemlich viel Spaß aufkommt. In der Realität geht es dann aber doch etwas gemächlicher zu. Grob gesagt teilt sich die Software in zwei Teile. Zum einen hat man da den Abenteuermodus, der den Spielern und Spielerinnen 20 von den Entwicklern gebaute Levels verteilt auf fünf „Bücher“ präsentiert. Zum anderen wären da der Editor und die damit einhergehenden Community-Features. Den Editor schauen wir uns im nächsten Abschnitt mal an, zunächst aber erstmal ein paar Worte zu den mitgelieferten Levels. Jedes der bereits angesprochenen Bücher stellt vier verschiedene Abschnitte mit stets wechselnden Zielen zur Verfügung. Thematische Abwechslung kommt hier leider so gut wie nie auf, da man sich stets auf einem Tisch voller Knete befindet. Prinzipbedingt verändert sich also nur die Aufbauten und die Formen, über die man letztlich als kleines Kind im Hintergrund die Kontrolle übernimmt. Ferngesteuerte Knete ist echt mal was Neues!

Um zumindest ein wenig Abwechslung in die Sache zu bringen, hat man mit jedem geschafften Abschnitt immerhin neue stets durchwechselnde Ziele. So muss man beispielsweise an einer Stelle mit seinem Knetkorpus alle in der Welt verteilten Schokostückchen „aufessen“, über diverse Checkpoints möglichst schnell in Ziel rollen oder etwa eine Flüssigkeit in bestimmte Behälter umlenken. Davon abgesehen gibt es noch ein wenig mehr Variationen, wirklich Spannung kommt aber nie auf. Der Reiz entsteht eher dadurch, dass sich die Welt unter seinem Knetkorpus dynamisch verformt. Brettert man so etwa zu unvorsichtig über eine schmale Planke, ist diese beim nächsten Versuch komplett ruiniert und damit unpassierbar. Da kommt dann das Zurückspulen und Stempeln ins Spiel, was durchaus eine nette Idee ist. Per Knopfdruck kann man nach einem Fehler so etwa zurückspulen und etwas erneut versuchen. Die Welt bleibt dabei allerdings unverändert, es handelt sich also nicht um eine Zeitreise-Funktion. Wenn man es denn so möchte, kann man auch einen „Abdruck“ seiner aktuellen Form hinterlassen, und so durch gezieltes Abstürzen etwa einen Weg zu einem höhergelegten Ziel bauen. Durch diese Features lassen sich allerlei Dinge ausprobieren, man hat aber auch die Wahl, einfach geschickt und bedacht vorzugehen und mit den Eigenheiten des Levels auszukommen.

Wie man es auch hält, die Ziele sind allesamt recht anspruchslos. Knifflig wird es jedoch, wenn man die Welten mit einer 3-Sterne-Wertung perfektionieren möchte. Hier muss man den Denkapparat dann doch mal anwerfen oder einfach kreativ vor sich hin stempeln. Wer auf solche Dinge steht, kann dies auch gegen die Uhr tun und seine Bestzeiten mit anderen Spielern – sogar anderer Plattformen – vergleichen. Leider versucht das Spiel dadurch auch jederzeit eine Online-Verbindung zu halten, was kombiniert mit der recht detaillierten Optik den Akku der Switch geradezu leersaugt. Versetzt man die Konsole ins Standby und weckt sie danach wieder auf, wird man zudem jedes Mal mit einer Fehlermeldung begrüßt, was schon echt nerven kann.

Hat schon jemand Knete erwähnt?
Neben den spaßigen Hauptlevels gibt es zudem noch einen waschechten Editor, mit dem man (zumindest theoretisch) solch Abschnitte wie die der Entwickler zaubern kann. In der Praxis ist die Bedienung aber dermaßen fummelig und uneindeutig, dass man fixe Ideen schnell wieder verwirft und sich eher bei den bereits von der Community erstellen Inhalten bedient. Doch auch dort tritt schnell Ernüchterung auf, da es praktisch kaum kreative Kreationen gibt. Vieles wird einfach komplett unfertig hochgeladen und funktioniert oft sogar nicht mal. Kurioserweise enthielt selbst das am besten bewertete User-Level nur ein paar wenige Strukturen und ein denkbar simples Ziel. Hier ist definitiv noch Luft nach oben, denn in der Theorie könnte man mit den Möglichkeiten des Editors unzählige spannende und vor allem fordernde Welten erschaffen und mit anderen teilen. Andere Titel wie das von Pewdiepie bis zum Erbrechen beworbene Animal Super Squad (kurz A.S.S.) zeigen hingegen, wie es richtig geht.

Loben muss man aber immerhin das technische Grundgerüst. Zwar läuft Claybook meist mit nur knapp 30 Bildern pro Sekunde, dafür kann man sich diese aber sogar anzeigen lassen. Auch die Stärke der Bewegungsunschärfe lässt sich ganz nach dem eigenen Geschmack anpassen. Der Soundtrack dudelt so vor sich hin und trägt zur Entspannung bei, ist aber auch nicht sonderlich außergewöhnlich. Auch die Auflösung ist ganz anständig ausgefallen. Zwar muss man bei der Geometrie oft sehr zackige Kantenverläufe in Kauf nehmen - vor allem bei bewegten Objekten -, dafür verformt sich die Welt aber in Echtzeit, Flüssigkeit wird halbwegs realistisch dargestellt, und es sind auf der Knete sogar klare Rillen von Fingern (!) erkennbar – nettes Detail.

Fazit:
Claybook ist definitiv mal etwas anderes. In der bunten Knetwelt herum zu wüten und sich den Zielen zu verschreiben macht, auch bei der geringen Zahl der Levels, durchaus Laune. Hier und da hätte es aber ruhig etwas abwechslungsreicher zugehen dürfen. Sind die Aufgaben zum Fortschreiten noch recht einfach zu bewältigen, muss man sich für eine Bestwertung schon richtig ins Zeug legen. Im Editor können Fans der Kneterei ihrer Kreativität freien Lauf lassen, allerdings nur soweit es die fummelige Bedienung oder die eigene Geduld zulässt. Auch anderen schien es da ähnlich wie mir zu gehen, da der Community-Marktplatz noch recht überschaubar ist und selbst die wenigen Kreationen nicht gerade mit Qualität überzeugen. Technisch läuft dafür sonst alles recht rund. Die Optik ist ansehnlich und sogar etwas konfigurierbar, die Musik passend sowie unaufdringlich und die Steuerung abgesehen vom Editor auch sehr eingängig. Wer einfach neugierig ist und auf Geschicklichkeit à la Snake Pass steht, sollte sich Claybook trotz geringen Umfangs für seine 15 Euro ruhig mal anschauen. Wer einfach nur neugierig ist kann aber auch getrost bis zur nächsten Rabattaktion warten, vielleicht gibt es dann auch schon ein paar spielenswerte User-Kreationen mehr.

Kreatives Wortspiel bitte hier einfügen: Sebastian Mauch [Paneka] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an UberStrategist für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes

Leserwertung:

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Deine Wertung:

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Kreative und neuartige Knet-Sandbox, die leider etwas hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt.

Wertung

Knet-Simulation funktioniert toll

Ansehnliche Optik

Plattformübergreifende Online-Funktionen

Umständlicher Level-Editor…

…und dadurch bislang zu wenig User-Inhalte

Wenig Abwechslung

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Spielname:
Claybook

Typ:
eShop Spiel

Jetzt Bestellen:
Zum Shop
Publisher:
Second Order

Developer:
Second Order

Genre:
Geschicklichkeit

Release:
12.03.2019 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 0 Jahre

eShop Preis:
14,99 €

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