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Rayman Legends: Definitive Edition

Review: Rayman Legends: Definitive Edition

Sebastian Mauch, 12.05.2019

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Rayman war schon immer eines der größten Steckenpferde des französischen Publishers Ubisoft. Schon lange bevor die verrückten Raving Rabbids für Unruhe sorgten, mischte der arm- und beinlose Held kunterbunte Welten auf und überzeugte mit Charme und knackigem Gameplay. Lange Zeit war es dann aber doch etwas ruhig um den Helden, bis man mithilfe des UbiArt Frameworks einen neuen Anlauf wagte und mit Rayman Origins weltweit überzeugte. Den Nachfolger mit dem Beinamen „Legends“ gibt es zwar nun schon eine ganze Weile – vor allem für andere Systeme – doch ist dieser als Rayman Legends: Definitive Edition nun auch schon ein Weilchen für die Switch erhältlich. Das mag jetzt kein taufrischer und zeitaktueller Test sein, allerdings habe ich durch meinen Vater das Spiel vor kurzem wieder für mich entdeckt und ausgiebig gezockt, weshalb ich euch meine zahlreichen Eindrücke nicht vorenthalten möchte. Soviel sei aber vorweggenommen: „Definitive“ ist hier nicht nur ein Schlagwort um Kunden anzulocken, man bekommt es hier wirklich mit einer geballten Ladung Rayman zu tun. Was damit genau gemeint ist, lest ihr im folgenden Test.

Malerische Spielwelten voller Unholde
Wer mit Rayman bislang nicht vertraut war, brauch sich vor einem Einstieg mit diesem Titel keineswegs zu fürchten. Eine großartige Story oder sonst dergleichen gibt es nämlich nicht. Viel eher präsentiert Ubisoft in Legends haufenweise feinste Jump-‘n‘-Run-Kost, die sich selbst vor Genre-Primus Mario nicht zu verstecken braucht. Im Gegenteil, das Gameplay ist punktgenau und vielseitig genug, dass es mich deutlich mehr an die Switch gefesselt hat, als das ebenfalls sehr gute New Super Mario Bros. U Deluxe (zum Test).

In der Haut des blonden Helden hüpft, rennt und haut man sich vorbei an allerlei fiesen Gegnern und Hindernissen, und hat dabei zudem noch jede Menge Verstecktes zu entdecken. Da wären etwa die Kleinlinge, magische Winzlinge, die von den bösen Vertretern ihrer Art in zahlreiche Welten verschleppt und dort versteckt wurden. In jedem regulären Level gibt es acht davon zu entdecken, plus jeweils eine Königin und einen König, die nochmal jeweils einen Miniabschnitt bieten. Dabei lässt sich immer vorbildlich anhand der Anzeige erkennen, wie früh oder spät im Level man einen dieser Knirpse übersehen hat. Oft macht das erneute Erkunden eines Abschnitts sogar Spaß, da man immer wieder mit neuen Aha-Momenten konfrontiert wird.

Diese normalen Stages machen zwar den Großteil des Inhalts aus, sind jedoch trotzdem nur die Spitze des Eisbergs. Dazu gesellen sich nämlich noch allerlei Abwandlungen wie Boss-Level, Welten in denen man in Auto-Scrolling-Manier vor einer Feuerwand oder einem bösen Etwas flüchten muss, und, und, und. In diesen meist wesentlich kürzeren, aber dafür intensiveren Abschnitten warten immerhin nur drei Kleinlinge auf den Spieler. Weiter geht es mit den Spezial-Welten der Gattung „Murfys Berührung“. Diese basieren auf der Touch-Unterstützung der Konsole, lassen sich ergo nur im Handheld-Modus spielen. Da empfiehlt es sich zudem die Joy-Cons zu entfernen, da man nicht selten relativ hektisch herumtippen oder sogar das ganze Tablet drehen muss. Die Steuerung über die Spielfigur übernimmt dabei der Computer, man selber bedient mit dem Finger den munteren Feen-Frosch und aktiviert Hindernisse wie Plattformen, zerschneidet Seile und Ähnliches. Hier muss man sich zwar zunächst etwas eingrooven, nach kurzer Eingewöhnung macht Murfys Berührung aber unheimlich viel Spaß.

Halt, stopp! Das war es aber noch lange nicht. Weiter geht es mit der mit Abstand am witzigsten geratenen Art: den Musikwelten. Hier rennt man ebenfalls in einem automatisch scrollenden Abschnitt, dieses Mal jedoch mit vorgegebener Geschwindigkeit um stets im Takt zu bleiben. Hindernisse wie Ketten zum entlangrutschen oder Sprungpilze sind dabei so punktgenau platziert, dass quasi jedes Element auf eine auszuführende Aktion und einen Ton im Lied hinweist. Dabei wird man sogar bekannte Titel wie das berühmte „Eye of the Tiger“ aus den Rocky Balboa-Filmen wiedererkennen. Gerade diese Stages vermitteln ein unglaublich gutes Gefühl beim Spielen. Das waren noch längst nicht alle Details dazu, doch um den Rahmen nicht zu sprengen springe ich flugs zur letzten Gattung.

Origins? Auch dabei!
Während man sich so durchhangelt, muss man nicht nur die bereits erwähnten Kleinlinge sammeln, sondern auch etliche fliegende Leuchtwesen namens Lums, die am ehesten mit Münzen aus Super Mario vergleichbar sind. Die verstecken sich auch quasi in jeder Ecke und werden optimalerweise sogar in einer vorgegebenen Reihenfolge eingesammelt. Dann färben die Lums sich nämlich der Reihe nach lila und zählen doppelt. Das ist insofern hilfreich, da man über jedem Level-Gemälde auch immer noch einen goldenen Lum-Pokal freispielen kann. Außerdem spielt man so die begehrten Rubbellose frei.

Diese überschütten den Spieler dann nämlich mit allerlei Gewinnen. Neben eher lahmen Dingen wie einen Zusatz-Kleinling oder ein paar hundert Lums auf den Zähler, schaltet man auch Kuscheltiere zum täglichen ernten von Lums oder sogar gänzlich neue „alte“ Levels frei. Diese sind zahlenmäßig nicht gerade wenige und entstammen allesamt dem bereits erwähnten Vorgänger Rayman Origins. Fasst man das alles zusammen, kommt man auf eine sehr, sehr stattliche Zahl an Welten. Und weil das Spiel so genial gestaltet und umgesetzt ist, fühlt es sich ausnahmsweise mal nicht wie eine Strafe an, die 100 Prozent anzupeilen. Gerade die kleinen flotten Abschnitte gegen die Zeit bringen auch erfahrene Spieler gegen Ende noch ordentlich ins Schwitzen.

Mit dabei sind auch unzählige von Raymans Freunden (und Feinden). Diese lassen sich durch das Anhäufen von Lums oder in Sonderlevels nach und nach in einer Galerie freischalten und spielen sich haargenau so wie der Held selbst. Diese Skins kommen aber dafür auch mit sehr interessanten Anspielen daher. So kann man etwa mit Ubisoft-eigenen Rayman-Kostümen im Stile des Prince of Persia, Splinter Cell oder wahlweise mit Anlegung an Nintendos Ikonen Mario und Luigi. Aber auch alte Bekannte aus Raymans Gefilden sind spielbar, wie etwa Kleinlinge in vielen Formen, oder eine weibliche Kriegerin und ihre Schwestern, und natürlich auch der gute alte Moppel Globox.

Die Mehrspieler-Komponenten
Macht man mal eine kurze Zwischenrechnung, kann man sich an den bereits erläuterten Inhalten schon eine ganze Weile aufhalten. Aber auch im Umgang mit anderen Spieler hat die Rayman Legends: Definitive Edition einiges zu bieten. Da wäre etwa der Kung Foot-Modus. Hier tritt man, leider nur lokal, gegen Freunde an und haut sich mit Raymans eingängigem Moveset einen Fußball um die Ohren. Tritt man besonders hart zu wird der Ball zudem immer schneller und fängt sogar Feuer. Das Ganze lässt sich nicht nur in einzelnen Partien angehen, sondern sogar im Turnierformat. Auch wenn das nach wenig Substanz klingen mag, ist Kung Foot erstaunlich spaßig, vor allem mit Freunden – eben als netter Modus anzusehen.

Alles andere, etwa gesammelte Lums, Kleinlinge, Bestzeiten und sogar Sprünge oder Fehlschläge lassen sich in Online-Ranglisten mit anderen vergleichen. Dabei hat man stets schön visualisiert, wo man sich selbst mit seinen Leistungen eingruppiert. Sie können sogar verschieden sortiert werden, beispielsweise nach Heimatland, weltweit, oder nur die absoluten Spitzenreiter. Man kann sich theoretisch sogar im Spiel selbst Freunde machen, was sogar an die Freunde des Switch-Profils gekoppelt ist, doch ist diese Funktionen leider sehr fehlerbehaftet und wird seit Ewigkeiten trotz vieler Support-Tickets und Diskussion im Ubisoft-Forum gekonnt ignoriert. Bis dato wurde nicht gepatcht, dass einige Spieler ihre Switch-Freunde in Rayman Legends nicht angezeigt bekommen. Kurioserweise wird beispielsweise meinem Vater bis ins kleinste Detail jede meiner Leistungen angezeigt. Mir jedoch bleiben seine Bestwerte komplett verborgen. Das dämpft den Wetteifer zwischen Familienmitglieder und Freunden oder Fremden ungemein, und das Drumherum wirft außerdem ein schlechtes Licht auf ein an sich grandioses Spiel.

Gerede die täglichen und wöchentlich wechselnden Herausforderungen nach Schema „Komme möglichst weit“ oder „Sammle so schnell wie möglich 150 Lums“ regen zum Wetteifern an. Diese stehen zudem in extremen Varianten zur Verfügung, die schon ordentlich Biss haben können und ungemein süchtig machen. Sogar Geister von Freunden (wenn denn Freunde angezeigt werden) oder Fremden, oder seine eigenen Bestläufe kann man sich anzeigen lassen und so nach immer besseren Anläufen streben.

Die Technik:
Zu guter Letzt möchte ich noch ein paar Takte zum sonstigen Gerüst des Spiels loswerden. Zusammengefasst könnte man sagen: Eins mit Sternchen. Die handgezeichneten Grafiken mit mehreren scrollenden Ebenen und den unendlich vielen Details wirken einfach unheimlich stimmig. Dazu gesellen sich witzige Soundeffekte, großartige musikalische Untermalung und eine einwandfreie Steuerung ohne jeden Makel. Da das Ganze ein 2D-Spiel ist, läuft die Action in 1080p am Fernseher und 720p mobil auch stets flüssig, lediglich die Ladezeiten dürften etwas kürzer sein. Diese wurden aber geschickt verpackt, denn dort kann man sich einer schwarz-weißen Miniwelt fortbewegen und sogar nach einem extra Treffer haschen. So ist man immerhin beschäftigt, während man auf die eigentliche Welt wartet. Ruckler oder sonst dergleichen sind mir höchstselten aufgefallen.

Fazit:
Ohne Frage: Rayman Legends: Definitive Edition ist ein Meisterwerk. Ob jung oder alt, versiert oder eher „casual“ veranlagt, mit diesem Spiel kann sich jeder für mittlerweile vergleichsweise wenig Geld unzählige Stunden beschäftigen. Die Online-Komponente motiviert ungemeinen, ist aber leider von einem nervigen Bug geplagt, der bis dato nicht behoben wurde. Auch lokal an derselben Switch oder drahtlos kann mit Kung Foot unheimlich viel Freude haben. Die Touch-Level und die ganze Sammelei rund um die normalen Welten laden immer wieder zu ein paar Anläufen ein und werden auch nach stunden nicht wirklich langweilig. Selten kommt es vor, dass man als Spieletester wirklich arg nachdenken muss, um etwas für die „Kontra“-Sektion zu finden. Doch bis auf diesen einen Fehler mit der Freundenliste fällt mir auch nach etwa 30 Spielstunden noch nichts nennenswertes Negatives ein. Mein Vater hat nun schon über 200 (!) Stunden auf dem Tacho und darf sich Lum-Millionär nennen, und es ist kein Ende in Sicht. Wenn ein Spiel solange jemanden fesselt, der sonst nicht die Geduld für umfangreiche Spiele hat, dann hat das schon was zu heißen! Lange Rede kurzer Sinn: absolute Kaufempfehlung mit Appell an Ubisoft, auch noch das letzte Quäntchen-Perfektion in den Titel zu patchen – Amen. Wer das Spiel übrigens ersmtal ausprobieren möchte, findet im eShop übrigens eine Demo.

Hat Rayman nach Jahren wieder für sich entdeckt: Sebastian Mauch [Paneka] für PlanetSwitch.de

Leserwertung:

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Großartiges Jump-‘n‘-Run mit sympathischer Aufmachung, massig Umfang und einem Wiederspielwert, der seinesgleichen sucht.

Wertung

UMFANG:

10

GAMEPLAY:

9.0

ABWECHSLUNG:

9.0
91
von 100

Grandioser malerischer Artstyle

Viele Spielmodi und Level

Fetziger Humor

Reichlich Abwechslung

Online-Ranglisten und wechselnde Herausforderungen (auch ohne Switch Online)

An Charme nicht zu übertreffen

Freundesliste verbuggt und keine Lösung in Sicht

KI in Touch-Levels teils strohdumm

Kein nennenswerter Plot

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Spielname:
Rayman Legends: Definitive Edition

Typ:
Switch-Spiel

Jetzt Bestellen:
Zum Shop
Publisher:
Ubisoft

Developer:
Ubisoft

Genre:
Jump 'n' Run

Release:
12.09.2017 (erschienen)

Multiplayer:
1-4 Spieler

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

eShop Preis:
39,99 €

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