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Kurztest: Blades of Time

Sebastian Mauch, 06.06.2019

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Es gibt Spiele, die sehen eigentlich recht vielversprechend aus, fallen dann aber doch bei vielen durchs Raster und tristen ein klägliches Dasein. So ging es zumindest mir persönlich damals mit dem Action-Adventure X-Blades und dessen Nachfolger Blades of Time. Um Letzteren soll es heute gehen, da Entwickler Gaijin Entertainment (nur echt mit der Schnecke) den Titel auf die Switch portiert hat. Erneut schlüpft man in die Haut der Schatzjägerin Ayumi, die allerlei Tricks im Repertoire hat und sich ihren Weg durch das sagenumwobene Dragonland bahnen muss. Ob sich der Trip lohnt oder man besser einen Bogen um das Spiel machen sollte, das erfahrt ihr im nachfolgenden Kurztest.

Eine Heldin ohne Rüstung
Hach ja, Klischees… Wer kennt es nicht: Man wirft ein Rollenspiel ein, oder wie in diesem Fall ein Action-Adventure mit leichten Rollenspielanleihen, und die weibliche Protagonistin steht da wie frisch aus dem Ei gepellt. So ergeht es auch der hübschen Heldin Ayumi, die mit allen ihren weiblichen Attributen nicht geizt und trotzdem ordentlich einstecken kann – ja sogar eine gewisse „Körperteil-Physik“ bietet das Spiel an. Wer braucht schon funktionale, schützende Rüstungen, richtig? Ayumi jedenfalls nicht, und das obwohl sie aus irgendwelchen Gründen auf einmal im Dragonland landet und von ihrem Kollegen Zero getrennt wurde. Nur eine mysteriöse Präsenz und ein magischer Kompass weisen ihr den Weg.

Auf diesem Pfad begegnet man natürlich allerlei gefährlicher Fauna und anderen Widersachern wie anderen gestrandete Menschen oder gepanzerte Einheimische. Bewaffnet ist de Reckin stets mit einer Feuerwaffe für den Fernkampf, sowie ein Paar Schwerter für den Nahbereich. Beides lässt sich im Laufe des Spiels durch in Schatztruhen gefundene Beute austauschen. Das gilt auch für die Amulette, die nochmal ein wenig passive Unterstützung mit ins Gefecht bringen. So kann man durch spezielles Loot etwa eher einen Fokus auf Feuermagie setzen, auf rohe Gewalt, oder sogar auf den reinen Fernkampf. So wirklich große Auswirkungen scheint das aber nicht zu haben, da die Waffen keinen Stärkewert mitbringen. Man kann sich erwiesenermaßen also auch ganz einfach mit dem Startequipment durchschlagen.

Man verbringt also schon mal eher wenig Zeit mit dem Management der Ausrüstung. Mehr Zeit für die Story, heh? Nun, diese fällt leider denkbar linear aus. Zwar gibt es am Wegesrand hier und da mal eine versteckte, oder gar unsichtbare, nur mit Magie sichtbar zu machende Truhe, doch sind diese nicht wirklich gut versteckt. Der bereits erwähnte Kompass zeigt nämlich nahezu unübersehbar an, wenn sich etwas frisches Loot in der Nähe verbirgt und weist sogar noch den Weg. Und wieder eine Ablenkung weniger. Was bleibt ist eine Story voller Schlauchlevel, mit Rätseln die selbst für ABC-Schützen kein Problem darstellen dürften. Wirklich spannend wurde es in den ersten paar Kapiteln jedenfalls nicht, bis etwas Erschreckendes geschah…

Technisch nicht das Gelbe vom Ei
Gerade mal fünf Stunden im Spiel gelangte ich an einen Punkt, der eine ziemlich frustrierende Begegnung mit üblen Schergen bereithielt. Nach etlichen Toden war es dann endlich geschafft, doch dann stürzte das Spiel kurzerhand ab. Ein zweites Mal versucht den Spielstand zu laden: Crash. Ein drittes Mal: Crash. Damit ist dann nicht nur Ayumi einmal den digitalen Tod gestorben, sondern wurde direkt mein ganzer Fortschritt von üblen Code-Mächten zerstört. Traurigerweise war dieser Gamebreaker nicht das erste Erlebnis dieser Art, denn schon im Vorfeld stürzte das Spiel gerne mal ab, einmal sogar beim Beenden der Software! Das letzte Backup aus der Nintendo Switch Online-Cloud lag aus irgendwelchen genialen Gründen ganze zwei Tage zurück, war also weitaus weniger fortgeschritten – welch ein Dilemma. Läuft das etwas betagte Spiel denn auf moderner Hardware wenigsten flüssig? Leider nein. Von der Performance im Dock fange ich besser gar nicht an. Im Handheld-Modus war es aber zumindest einigermaßen spielbar. Doch auch hier hat man über weite Strecken mit Rucklern, sowie regelrechten Slowdowns zu tun, die auch einen spürbaren Inputlag hinzufügen – so macht Kämpfen Spaß.

Immerhin ist das Kampfsystem an sich zumindest ein Lichtblick. Hier metzelt man sich nämlich ähnlich wie in einem klassischen God of War oder wie bei Bayonetta ziemlich behände durch die Gegnerscharen. Die können aber auch ordentlich austeilen, weshalb man sich durch über Zeit oder durch Kombos generierte Heilungspunkte wieder stärken muss. Das Zielen mit der Fernkampfwaffe stellt sich mangels Gyro-Steuerung als Herausforderung dar, immerhin kann man die Gegner ab Anvisieren. Einer der wichtigsten Fähigkeiten von Ayumi ist außerdem, die Zeit zu manipulieren. Per Druck auf die L-Taste spult man die Zeit etwa um ein paar Sekunden zurück. Statt sich selbst – Ayumi behält ihre aktuelle Position bei – wird allerdings ein Doppelgänger erstellt. Das ist anfangs noch etwas verwirrend, wird im Verlauf des Spiels aber geschickt in Kämpfen und Rätseln eingesetzt. Weiterhin bekommt die tatkräftige Abenteurerin am Wegesrand auch oft neue Skills aus magischen Schreinen. So kann man sich ganz nach eigenen Vorlieben sein eigenes Skill-Set aufbauen und so den Gegnermassen Einhalt gebieten.

Wo wir zum nächsten und letzten Kritikpunkt kommen: Weder Ausrüstung noch Skills sind vom Multiplayer-Modus getrennt. Dieser macht dafür aber (zumindest eine Zeit lang) ziemlich Spaß. In einer MOBA-artigen Arena schlägt man sich 1-Gegen-1 von seinem eigenen Spawnpunkt zu dem des Gegners durch. Auf den Weg dahin wird man allerdings von Türmen und computergesteuerten Minions aufgehalten. Das macht Laune und funktionierte erstaunlicherweise oder Disconnects, Abstürze oder großartige Ruckler. Zudem gibt es Levelsystem und einen Shop, in dem man sich mit durch Matches und Fortschritt in der Geschichte erspielte Diamanten mit neuem Equipment ausstatten kann. Wie bereits angeschnitten, wäre jedoch eine Trennung vom Inventar des Story-Modus aus meiner Sicht die klügere Wahl gewesen, da man sich so durch exzessives Konsumieren des Online-Modus halbwegs die Herausforderung im Hauptteil zunichtemachen kann. Eine Funktion, mit Freunden Matches bestreiten zu können, ist mir nicht aufgefallen.

Fazit:
Es ist ja per se nicht verkehrt, wenn immer mehr betagte Titel ihren Weg auf eine moderne Plattform finden. Allerdings sollte man dann doch schon erwarten dürfen, dass diese eigentlich nicht so anspruchsvollen Titel butterweich laufen. Leider ist das nicht immer der Fall, wie Blades of Time leider mal wieder zeigt. Während ein ähnlich geartetes Spiel wie Bayonetta bei noch hübscherer Optik und schnellerer Action auf angenehme 60 Bilder pro Sekunde kommt, hat die mobile Hardware hier leider arg Schwierigkeiten, überhaupt konstant die Hälfte davon zu erreichen. Davon ab spielt sich die eher belanglose Geschichte extrem linear, die Sprecher wirken beinahe unheimlich übermotiviert und Abstürze gibt es hier und da gratis dazu. Das ging irgendwann sogar soweit, dass der Spielstand sich komplett verabschiedete. Mit anderen Worten könnte man es auch so ausdrücken: Man merkt dem Titel sein hohes Alter an und der Port gehört nicht zu den qualitativ besten. Man muss aber durchaus anmerken, dass das schnelle Gemetzel und die zahlreichen Fähigkeiten gepaart mit der Zeitspul-Mechanik durchaus Laune machen. Die Rätseleinlagen sind ganz nett, wiederholen sich aber recht schnell und fordern nicht wirklich. Auch der spaßige Mehrspieler-Modus fließt positiv mit in die Wertung ein, wenngleich dieser auch ruhig vom Story-Modus abgekapselt sein dürfte. Trotz des netten Leveldesigns und der an sich spaßigen Action bleibt jedoch leider unterm Strich nicht sonderlich viel übrig. So reicht es gerade noch für eine Zweier-Wertung. Mit anständiger Performance und weniger Abstürzen hätte aber auch eine solide 4 drin sein können, oder zumindest eine 3. Nach Auftreten des Gamebreakers kann ich jedoch nur davon abraten, sich Blades of Time für die Switch zuzulegen. Schade.

Ausgebrannt im Drachenland: Sebastian Mauch [Paneka] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an Plan of Attack für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

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-
Actionreicher Trip ins Drachenland mit cleverer Zeitreise-Mechanik, aber auch geplagt von gravierenden technischen Problemen.

Wertung

Ansprechende Spielwelt

Komplett deutsch vertont

MOBA-artiger Online-Multiplayer

Performance sehr instabil (inkl. Abstürzen und defektem Spielstand)

Extrem linearer Spielablauf

Übereifrige Synchronsprecher

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Spielname:
Blades of Time

Typ:
eShop Spiel

Jetzt Bestellen:
Zum Shop
Publisher:
Gaijin Entertainment

Developer:
Gaijin Entertainment

Genre:
Action Adventure

Release:
14.05.2019 (erschienen)

Multiplayer:
1-2 Spieler, online

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

eShop Preis:
19,99 €

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