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Asterix & Obelix XXL 2

Kurztest: Asterix & Obelix XXL 2

Tjark Michael Wewetzer, 08.06.2019

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Panik! Was macht man, wenn ein großer neuer Kinofilm zu einer bekannten Comic-Marke ansteht, für ein passendes Videospiel jedoch schlichtweg keine Zeit ist? Richtig: Man legt einfach Altware neu auf. Das Remastern von gefühlt willkürlich herausgepickten Titeln liegt momentan schließlich voll im Trend und ist auch alles andere als unwillkommen – schließlich gibt es so einige verborgene Schätze, die eine weitere Runde im Rampenlicht verdienen. Asterix & Obelix XXL 2 wäre mit Sicherheit gerne ein solcher und hat auch durchaus seine Fans. Das unkomplizierte Vertrimmen von Comic-Römern gepaart mit tonnenweise Anspielungen auf diverse Videospiele hat nämlich seinen Reiz. Doch in der vom französischen Publisher Microids veröffentlichten Neuauflage machen sich einige alte Schwächen bemerkbar, zu denen sich sogar ein paar wenige neue hinzugesellen.

Verrat im Park
Was stört also dieses Mal den Frieden im vom Römer-Haupt Julius Cäsar belagerten gallischen Dorf? Hochverrat! Zum einen hat nämlich der sonst so gewissenhafte Druide Miraculix drei seiner Arbeitskollegen an Rom verkauft, zum anderen steht nun der römische Spion Sam Schiffer im Hause des Gallier-Chefs Majestix und berichtet über den merkwürdigen Vorfall. Weder der kleine Kämpfer Asterix noch sein runder Kumpel Obelix trauen dem Braten und brechen gemeinsam mit dem an einen gewissen Splinter Cell-Agenten erinnernden Römer nach Lasvegum auf, wo Miraculix zuletzt gesichtet worden sei. Und von da an geht es innerhalb der kaum sechs bis acht Stunden langen Hauptgeschichte durch das Vergnügungsresort, welches mit einer Vielzahl zu vertrimmender Soldaten und kleinen Puzzles aufwartet. Leider erweist sich die Erzählung insgesamt als ziemlich flach und selbst große Lacher bleiben weitestgehend aus. Dies dürfte jedoch auch zum Teil an der deutschen Sprachausgabe liegen, die mehr durch ihre eher mäßige Regie auffällt. Ein Comedy-Feuerwerk solltet ihr hier nicht erwarten.

Vielmehr dürft ihr euch auf ausgiebige Kloppereien in den sechs Arealen des Spiels einstellen. Euer Weg ist dabei weitestgehend linear, auch wenn euch Asterix & Obelix XXL 2 zumindest eingangs noch eine breit gefächerte Spielwelt mit reichlich Rückmarschzwang und einer Art Hub-Areal vorgaukelt. Das Höchste der Gefühle sind Räumlichkeiten, in denen ihr mehrere Schalter in ausschweifenden Nebenrouten ausfindig machen müsst und diese in beliebiger Reihenfolge angehen könnt. Das ist jedoch auch nicht sonderlich tragisch, denn auf diese Weise hält das Spiel wenigstens ein konstantes Tempo, ohne unnötig gestreckt zu wirken. Den Job übernehmen stattdessen die ausgiebigen Kloppereien mit Horden von Römern. Nur zu gerne schließt euch der Brawler gerade zu Beginn in eine kleine Kammer ein, bis ihr eine gewisse, schnell bedrohlich nah an den dreistelligen Bereich kommende Zahl der Sandalenträger vom Bild geputzt habt. Haut ihr dabei zu Beginn noch fast ausschließlich auf die Y-Taste, bringen euch Tutorials und Kombo-Aufgaben schnell die Finessen des überraschend fordernden Kampfsystems bei. Führt ihr beispielsweise bestimmte Manöver an mit Geschenkanzeigen markierten Gegnern aus, winken Multiplikatoren auf erbeutete Römerhelme (die Währung in Lasvegum), Lebensenergie-Booster und in extrem seltenen Fällen auch mal ein Zaubertrank.

Ich habe doch schon geduscht…
Die Umsetzung dieser Kombos ist jedoch nicht immer einfach: Zu gerne überrennen euch die römischen Legionäre, von denen gewisse Gattungen als besonders nervig auffallen. Die an Super Marios Sunshine-Auftritt erinnernden Wasserwerfer schubsen euch ständig mit ihrer Fernwaffe herum, Zenturios blocken alle eure regulären Angriffe und müssen mit Kontermanövern erlegt werden, Street Fighter-Römer nehmen euch mit Feuerbällen und Nahkampfkombos aufs Korn… Da verliert man im Gewimmel schnell mal den Überblick und beißt selbst auf normaler Schwierigkeitsstufe gerne ins Gras, bis man die Kunst des Handgemenges intus hat. Dank fair gesetzter, regelmäßiger Checkpoints kommt immerhin selten Frust auf. Anders sieht es da bei den Bossen aus, die insgesamt ziemlich einfallslos und teils unnötig gestreckt wirken. Immerhin wird durch die Gegnervielfalt sowie diverse Sonderziele wie das Abwerfen bestimmter Zielscheiben mit als Projektil missbrauchten Römern selbst in den sonst recht gleichströmigen Gefechten für Abwechslung gesorgt.

Doch auch beim Plattformer-Teil hinterlässt Asterix & Obelix XXL 2 eher gemischte Gefühle. Auf der einen Seite bietet Lasvegum durchweg solide gestaltete Stufen, deren Bewältigung Laune macht. Sei es nun die Suche nach Geheimgängen, um versteckte Fackelschalter zu finden, oder auch nur der simple Marsch auf ein an den Arcade-Klassiker Donkey Kong erinnerndes Gerüst mit herunterrollenden Fässern – man bekommt einiges zu sehen. Leider machen Details wie fehlende Schatten der Spielfiguren präzise Sprünge schwer und das langwierige Verschieben von Kessel-Bomben mit Bomberman-Gesicht, welches gerne mal in größeren, verwinkelten Arealen geschieht, zieht den Spielfluss spürbar runter. Wenn man dann auch noch mit der Kamera ringt, die sich eher behäbig lenkt und aus irgendwelchen Gründen über eine extrem empfindliche Zoom-Funktion auf die Y-Achse des rechten Sticks verfügt, kommt gerne mal Frust auf.

Alter Stoff in neuen Tüchern
Immerhin sind Microids mit der Neuauflage von Asterix & Obelix XXL 2 weiter gegangen, als es für derartige Projekte üblich ist. So gibt es nun drei jederzeit wählbare Schwierigkeitsstufen, die sich in der Praxis jedoch kaum unterschiedlich anfühlen, und einige der Umgebungstexturen hat man gehörig überarbeitet. Beispielsweise wurden Atari-Logos (fast) komplett durch Microids-Äquivalente ausgetauscht und der zweite Boss kämpft nun mit rotem Teppich statt schmuckloser Kisten unter den Füßen. Die aus dem Original bekannten Postkarten – reine Sammelobjekte zum Spaß an der Freude – sind zudem nun in den Leveln versteckt, mit den Römerhelmen kauft man sich stattdessen diverse Upgrades für das Gallier-Duo. Nicht zuletzt bietet jede Stage zwei Herausforderungsmissionen, bei denen ihr innerhalb eines Zeitlimits drei Gegnerwellen auf die Matte zu schicken habt. Blöderweise sind mir jedoch genau diese als nervig im Gedächtnis geblieben, da man sie während der Abschlusssequenz versehentlich erneut aktivieren kann. Und dann muss man eine komplette weitere Runde durchstehen, weil sie sich nicht abbrechen lassen – ärgerlich! Ähnliches gilt übrigens auch für die Technik, die zwar größtenteils einen ordentlichen Eindruck macht, im von mir maßgeblich gespielten Handheld-Modus gerne jedoch zu kleineren Framerate-Einbrüchen tendiert. Im TV-Modus läuft alles größtenteils stabiler, aber immer noch nicht perfekt. Zudem sind die vorgerenderten Zwischensequenzen qualitativ grausig in die Neuauflage gerettet worden und sehen zum Teil extrem verwaschen aus - im TV-Betrieb gibt es sie nicht einmal in Vollbild! Nicht zuletzt wurden gewisse Grafikeffekte beim Aufhübschen über Bord geworfen. Farbcodierte Flammen für eine Reihe von Schaltertüren zu Beginn fehlen komplett und auch die eigentlich animierte Lemmings-Wand in einem bestimmten Areal bleibt regungslos.



Fazit:
Asterix & Obelix XXL 2 ist der lebende Beweis dafür, dass man deutlich mehr als eine Wagenladung Anspielungen auf Teile der Popkultur braucht, um für ein rundes Erlebnis zu sorgen. Tetris-Wände und Pikmin-Statuen sorgen bei Kennern vielleicht für einen nostalgischen Schmunzler, doch auf Dauer unterhält das nicht. Immerhin haben die Macher das auch gemerkt, denn unter der simplen Oberfläche bieten die Kampfmechaniken einiges an Tiefe. Nur kann man diese leider kaum nutzen, da alles irgendwie in einem wilden Römerwust untergeht und gewisse Gegnergattungen das gezielte Ausüben der Manöver ungemein erschweren. Auch machen die Level an sich schon Laune, doch immer wieder machen sich kleinere Design-Schnitzer bemerkbar, die einem das Erlebnis versauern. Ferner hatte ich mir irgendwie mehr Lacher erhofft, wo doch das Konzept von Lasvegum an sich genug Stoff für Schabernack hergibt. Dafür empfand ich die Länge des Spiels mit seinen sechs bis acht Stunden als genau passend – nicht zu kurz, aber auch nicht zu lang und somit perfekt für erneute Runden. Falls ihr Lust auf einen halbwegs fordernden, leicht angestaubten Brawler mit Comic-Charme habt, ist der Trip mit Asterix und Obelix zumindest für den schmalen Euro eine Überlegung wert. Für den nun geplanten Nachfolger verfeinert Microids aber hoffentlich noch die Zaubertrank-Formel.

Spaßbremse: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetSwitch.de

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Solider und überraschend fordernder Brawler, der sich jedoch etwas hakelig spielt und wenig aus seinem Szenario macht.

Wertung

Spaßige Kloppereien…

Ideale Länge mit abwechslungsreichen Gegenden

Gespickt mit Videogame-Anspielungen (von vor 15 Jahren)

…trotz teils extrem nerviger Gegnergattungen

Flache Handlung und noch flacherer Humor

Könnte flüssiger laufen

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Spielname:
Asterix & Obelix XXL 2

Typ:
Switch-Spiel

Jetzt Bestellen:
Zum Shop
Publisher:
Microids

Developer:
OSome

Genre:
Action Adventure

Release:
29.11.2018 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

eShop Preis:
49,99 €

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