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Sakuna: Of Rice and Ruin

Review: Sakuna: Of Rice and Ruin

Denis Wewetzer, 09.11.2020

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Wenn man an Harvest Moon oder Story of Seasons denkt, kommt einem sofort ein entspanntes Bild in den Kopf: Ruhiges Farmleben, das Aufbauen eines neuen Bauernhofs mit diversen Erzeugnissen, Tieren und natürlich darf ein wenig Romanze auch nicht fehlen. Ein vollkommen anderen Bild bekommt man, wenn man an Spiele wie Odin Sphere oder Muramasa: The Demon Blade denkt, die für ihre rasante Sidescrolling-Action bekannt sind. Und wie würde es wohl aussehen, wenn diese Spiele miteinander verbunden werden? Dann kommt sowas wie Sakuna: Of Rice and Ruin heraus, der von Marvelous entwickelte Hybrid dieser besagter Titel, was damit schon ein wenig an Rune Factory erinnert. Aber eines möchte ich euch hier gleich vorweg nehmen: Es spielt sich grundsätzlich anders, als diese Spielereihe. Aber eins nach dem anderen.

Im Himmel ist die Hölle los
Das Spiel beginnt im Himmelsreich, in dem es sich die titelgebende Heldin und Göttin der Ernte Sakuna gerade bei einem Bankett richtig gut gehen lässt. In einem Moment betrunkenen Frohsinns genehmigt sie sich einen kleinen Spaziergang vor die Pforte des Himmelsreiches und trifft dort auf eine Gruppe Menschen, die sich auf unerklärliche Art und Weise hierhin verirrt hat und von einem Banditen angegriffen wird. Nachdem sie diesen allerdings kurzerhand von der Brücke sendet (mit einem Drop-Kick, wohlgemerkt) erwähnt sie hierbei das gerade stattfindende Bankett, was die verirrten und erschöpften Menschen dazu bringt, sogleich der kleinen Gottheit durch die Pforte in die Stadt der Götter zu folgen – ungefragt, versteht sich. Noch immer angeschwippst versucht Sakuna vergebens die menschliche Gruppe aufzuhalten, nur um dabei aus Versehen die Opfergabenkammer der großen Gottheit, Lady Kamuhitsuki, anzuzünden und damit alles verbrennen zu lassen.

Erzürnt über das Verhalten von Sakuna werden sie und die ebenfalls verantwortlichen Menschen auf die Dämoneninsel verbannt – die einzige Insel, die bisher noch nicht zum Reich der großen Gottheit gehört – und bekommen den Auftrag, sie von den finsteren Schergen zu befreien. Um dies zu erreichen müssen Mensch und Gott lernen, zusammen zu arbeiten. Obwohl dies nun nach einem relativ ernsten Unterfangen klingt, ist die Geschichte alles andere als ernst aufgebaut – sowohl die fünfköpfige Gruppe Menschen, als auch Sakuna selbst haben alle ihre Eigenheiten und schaffen es auf unterschiedliche Art und Weise, die Story ein wenig aufzulockern. Auch sehr gut gelungen ist der Entwicklung der Charaktere über Zeit. Gerade bei unserer Heldin ist dies schnell erkennbar, denn ich persönlich konnte sie anfangs nicht leiden, aber inzwischen sind sie und auch die anderen Bewohner der Insel mir regelrecht ans Herz gewachsen. Erwartet allerdings keine allzu tiefgründige Geschichte, Dreh- und Angelpunkt des Spiels sind eher die Interaktionen zwischen den Charakteren sowie das Gameplay an sich. Man sollte jedoch über ausreichende Englischkenntnisse verfügen, über eine deutsche Lokalisation verfügt das Spiel nämlich nicht. Aber genug der langen Rede, jetzt wird in die Hände gespuckt!

Aller Anfang ist schwer
Ohne feste Nahrungsquelle hat man es schwer und man möchte natürlich auch möglichst etwas haben, das lange hält. Da einer der Menschen, Tauemon, allerdings zufälligerweise Reissamen dabei hat, entschließen sie sich diesen in einem Feld anzupflanzen.Glücklicherweise hat ihre Niederlassung, das frühere Haus von Sakunas Mutter, alles vor Ort, um die besten Möglichkeiten für dieses Vorhaben zu schaffen. So ist bereits ein geeignetes Feld vor Ort, es gibt eine Quelle mit fließendem Wasser und das Werkzeug ist auch da – was könnte denn schief gehen? Nun, Sakuna hat natürlich keine Ahnung, wie man selbst Reis pflanzt, geschweige denn von allen anderen Bedingungen für eine ordentliche Ernte. Tauemon hingegen ist sich sehr bewusst, was getan werden muss, hat allerdings die metaphorischen zwei linken Hände und ist eigentlich für nichts handwerkliches zu gebrauchen. Selbst ist die Göttin daher und muss Sakunas, also der Spieler, selbst Hand anlegen.

Insgesamt bestehen die Aufgaben dabei aus der Bodenauflockerung, dem Pflanzen, Ernten, zum Trocknen aufhängen, Dreschen, Enthülsen, Sortieren und anschließenden Keimlingen züchten. Jeder Schritt ist anfänglich ziemlich zeitaufwendig und benötigt zudem ein wenig Geschick – gerade beim Pflanzen kam es mir immer etwas komisch vor, dass ich gefühlt das Hinterteil unserer kleinen Protagonistin gesteuert habe. Mit der Zeit schaltet man allerdings immer mehr Fähigkeiten frei, die einem beim Arbeiten helfen. So ist es später zum Beispiel möglich drei Reispflanzen gleichzeitig auf das Feld zu bringen (bei bis zu 500 Samen). Das braucht dann zwar immernoch recht viel Zeit, es hat aber auch keiner behauptet, dass Reis anbauen ein leichtes Unterfangen sei. Jeder Schritt kann dabei auch in die Hände von Tauemon gelegt werden, wie vorher beschrieben wird das Endergebnis dadurch allerdings schlechter. Und das möchte man nicht, denn nicht nur wird der Reis natürlich in der Zukunft als Nahrungsquelle benutzt (zu deren genauen Nutzen ich später komme), sondern als Göttin der Ernte ist die Stärke Sakunas auch abhängig davon, wie gut der Reis geworden ist. Jeder Arbeitsschritt beeinflusst dabei das Ergebnis auf andere Art, um bei der Ernte im Abschluss die Statuswerte der Protagonistin zu steigern. Und nicht nur das: Auf diese Art lernt sie zudem weitere Fähigkeiten, die zum Erkunden der Insel und Besiegen der Dämonen äußerst hilfreich sind.

Wie ein Wirbelwind
Und damit kommen wir auch gleich zum etwas anderen Teil des Spiels: Das Erkunden der Dämoneninsel. Im Gegensatz zu der Umgebung rund um das Haus von Sakunas Mutter, die in drei Dimensionen begangen werden kann, handelt es sich bei allen anderen Levels um Sidescrolling-Abschnitte. Und das Hauptaugenmerk hier liegt im Kampf gegen diverse Bestien und natürlich die vorher beschriebenen Dämonen. Sakuna ist allerdings alles andere als unbewaffnet – wenn sie für den Kampf auch eher zu umfunktionierten Gartenutensilien greift. Für den Kampf kann sie zwei leichte Waffen und gleichzeitig eine schwere Waffe ausrüsten. Unabhängig von der Art der eigentlichen Bewaffnung (leichte sind unter anderem Sicheln oder kleine Hämmer, während schwere Waffen Harken oder ähnliches sind) verändert sich der Umgang mit diesen allerdings nicht. Jede Waffenart hat eine Standard-Kombo, wobei zwischen leichten und schweren Attacken frei hin und her gewechselt werden kann. Zudem können anderen Angriffsarten durch das Betätigen der Richtungstasten ausgelöst werden.

Wesentlich interessanter wird es allerdings durch das Verwenden ihrer göttlichen Bänder, mit denen Sakuna in der Lage ist sich an Gegner heran oder um sie herum zu ziehen. Sobald der Stand von ihnen gebrochen ist, kann man Feinde zudem an sich heranziehen, um diese auch nach dem Wegschleudern noch weiter zu traktieren. Noch wichtiger werden allerdings die Fähigkeiten. Hierbei gibt es normale Waffenfähigkeiten sowie solche für die Bänder. Beide verbrauchen SP bei der Verwendung, allerdings regenerieren sich diese Punkte nach kurzer Zeit automatisch. Mit den Waffenfertigkeiten lassen sich zumeist gute Kombos ausführen oder aber Gegner auch einfach noch weiter wegschleudern. Gerade das Schleudern erweist sich manchmal als sehr wichtig, denn trifft man mit einem Gegner einen anderen, erleiden beide dabei eine große Menge Schaden. Die Fähigkeiten der Bänder hingegen erweisen sich meist nützlich zum bestimmten Platzieren oder auch zum Debuffen von Feinden. Insgesamt lässt sich das Kampfsystem als leicht zu erlernen, schwer zu meistern beschreiben. Anfänglich wird man noch einige Probleme damit haben, gute Kombinationen zu finden und mit der Zeit und sobald man Fähigkeiten bekommen hat, die einem gefallen, fliegen die Gegner nur so über den Bildschirm.

Micromanagement leicht gemacht
Das Fortschreiten der Story wird ausschließlich durch das Erkunden der Insel und somit durch den Kampf erreicht. Möchte man weiterkommen muss man nämlich den eigenen Erkundungs-Level steigern, und das passiert durch das Erfüllen von Aufgaben in den unterschiedlichen Arealen. Das Anbauen des Reises ist lediglich für das Steigern von Sakunas Fähigkeiten, wodurch es insgesamt eine gute Balance schafft. Gleichzeitig ist es so auch möglich, einfach ein wenig Farmarbeit mehr zu betreiben, um am Ende stärker gegen zu harte Gegner anzutreten. Mit der Zeit schaltet man auch immer mehr Möglichkeiten frei, um an Ressourcen zu kommen um so zum Beispiel die eigene Ausrüstung zu verbessern (neben den Waffen kann man zudem einen Hut, eine Maske und ein Gewand anlegen, die unterschiedliche Fähigkeiten auslösen). Nachdem sich ein Hund zum Beispiel an die Einwohner angebändelt hat, kann man einen der Menschen während der eigenen Erkundungszeit ebenfalls an unterschiedliche Orte schicken, damit sie dort eigenständig nach Gegenständen suchen. Wo wir gerade bei Zeit sind: Wie es sich für ein Spiel mit Landwirtschaft gehört, vergeht natürlich auch hier die Zeit. Aufgeteilt ist es in die vier Jahreszeiten, wobei jede einzelne lediglich drei Tage umfasst. Das klingt nach wenig, allerdings reicht das auch vollkommen aus, um in einem guten Tempo voranzukommen.

Ein weitere großer Aspekt für die Stärkung um Kampf ist das Essen. Jeden Abend hat man die Möglichkeit ein Menü auszuwählen und jedes Essen löst andere Eigenschaften aus – jedoch ausschließlich für den nächsten Tag und auch nur so lange, bis Sakuna wieder hungrig wird. Da hierunter allerdings unter anderem automatische Lebensregeneration ist (die nicht unwichtig ist), sollte stehts eine Mahlzeit eingenommen werden, bevor man Dämonen jagt. Und apropos Abend: Hat man vor, in der Nacht auf Erkundungstour zu gehen, sollte man sich erst recht stärken, denn alle Gegner bekommen des nachts einen ordentlichen Boost, sodass mit ihnen nicht mehr zu spaßen ist.

So. Viele. FARBEN
Sakuna: Of Rice and Ruin ist ein sehr schönes Spiel. Die Cel-Shading-Grafik passt unfassbar gut zum gesamten Setting und lässt das Spiel wahrlich glänzen. Nicht zuletzt weißt es eine unglaubliche Farbpalette auf, die sich gerade in den frühen Abendstunden richtig zeigen. Es fällt allerdings auf, dass die Bildrate bei zu viel Reis auf dem Bildschirm einknickt – interessanter Weise ausschließlich bei zu viel Reis. Dies ist in keinen anderen Moment passiert. Die Sidescrolling-Areale sind alle auch wunderschön gestaltet und man kann die Detailverliebtheit richtig spüren. Der Soundtrack ist recht vielfältig und abwechslungsreich gestaltet, sticht allerdings in den meisten Momenten nicht allzu sehr heraus.

Nur ein kleiner Aspekt, aber ich möchte es unbedingt anmerken: Mit der Zeit siedeln sich nicht nur Hunde, sondern auch Katzen, Enten und hin und wieder Kappas im Gebiet der eigenen Behausung an. Sowohl die Hunde, als auch die Katzen können gestreichelt und getragen werden. Ich glaube ich habe in kaum einen Spiel eine dermaßen süße Animation gesehen, wie wenn die Tiere getragen werden.

Fazit:
Mit den ganzen Sequels, Prequels, Spin-Offs usw. ist es immer wieder schön ein komplett neues Spiel in den Händen zu halten. Nachdem ich im letzten Jahr bereits die Möglichkeit hatte, mir auf der gamescom ein Bild von Sakuna: Of Rice and Ruin zu machen, konnte ich es kaum abwarten das fertige Produkt auszuprobieren. Und ich wurde nicht enttäuscht: Das Gameplay ist flüssig und es ist einfach nur ein fantastisches Gefühl, eine ordentliche Kombo zu lange um gleich mehrere Feinde quer über den Bildschirm zu schicken. Der landwirtschaftliche Aspekt ist interessant aufgebaut und es fühlt sich auch hier gut an, immer schneller mit den einzelnen Schritten zu werden und am Ende nicht nur eine bessere, sondern auch eine quantitativ größere Ernte einzufahren – trotzdem muss man sich etwas durch den Anfang kämpfen. Die Charaktere habe ich alle bereits ins Herz geschlossen, lediglich die Story im allgemeinen kommt mir ein wenig kurz. Die Grafik ist insgesamt einfach wunderbar, leider auf Kosten kleinerer Framerate-Probleme im Bereich der eigenen Behausung. Die Musik ist stimmig für das gesamte Geschehen, wenngleich ihr ein paar Tracks, die so richtig im Kopf hängen bleiben, gut tun würden. Alles in Allem ist die Kombination der Spielelemente sehr gut gelungen und wer nach einem guten Sidescroller sucht, bei dem man zwischendurch auch einfach ein wenig entspannt am Reis arbeiten kann, ist hier goldrichtig.

Genießt das Leben als Gott der Ernte: Denis Wewetzer [Azure] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an Marvelous für die freundliche Bereitstellung des Rezensionscodes

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Ein guter Mix aus Reisanbau und Action, mit liebevollen Charakteren und einer wunderschönen Grafik macht Sakuna: Of Rice and Ruin zu einem Hybriden, den man definitiv mal ausprobieren sollte.

Wertung

GAMEPLAY:

9.0

STORY:

8.0

FARM-ERLEBNIS:

6.0
87
von 100

Flüssiges Kampfsystem

Entspannter Reisanbau…

Viele Individualisierungsmöglichkeiten

Wunderschöne Grafik

Stimmiger Soundtrack

Man kann die Tiere streicheln

Liebevolle Charaktere

Humorvolle Interaktionen

Kleinere Bildraten-Sprünge

…der einen anfänglich sehr langwierig vorkommt

Story etwas auf der Strecke geblieben

Keine deutsche Lokalisation

Wie werten wir?

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Spielname:
Sakuna: Of Rice and Ruin

Typ:
Switch-Spiel

Jetzt Bestellen:
Zum Shop
Publisher:
Marvelous

Developer:
Edelweiss

Genre:
Rollenspiel

Release:
20.11.2020 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

eShop Preis:
39,99 €

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