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Asterix & Obelix XXL: Romastered

Review: Asterix & Obelix XXL: Romastered

Nicola Hahn, 11.11.2020

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Publisher Microïds und Entwickler OSome Studio kehren mit Asterix & Obelix XXL: Romastered zurück und vervollständigen damit die Asterix & Obelix XXL-Reihe auf der Nintendo Switch - sowie auf allen anderen Plattformen auch, denn das Original hat schon 17 Jahre auf dem Buckel. 2003 erschienen, bot das Spiel erstmals ein 3D-Action Adventure. Die ersten beiden Ableger wurden damals noch vom Entwickler Étranges Libellules in der wohlbekannten RenderWare-Engine entwickelt und dann von OSome Studio mit einem Remaster zum zweiten Teil (zum Test) und dem neu entwickelten dritten Teil beerbt. In diesem Test kläre ich, wie sich das Romastered zum Ursprungstitel (wortwörtlich) schlägt!



Cäsar triumphiert …
Damit hätte wohl niemand gerechnet: Während die beiden Gallier Asterix und Obelix sowie der Hund Idefix in den Wald zur Wildschweinjagd aufbrechen, nähern sich die römischen Legionen dem Dorf, das bisher der Belagerung durch diese dank eines mysteriösen Zaubertrank des Druiden Miraculix trotzen konnten. Die Bewohner werden durch den Angriff überrascht und Cäsar lässt sie in die entlegensten Orten des römischen Reichs entführt. So verbleibt Miraculix in Gallien, dem heutigen Frankreich, der Fischverkäufer Verleihnix und der Schmied Automatix werden in die Normandie entführt, in die bereits die Wikinger eingefallen sind und mit den Römern zusammenarbeiten. Der alte Methusalix und die schöne Falbala werden dagegen in Griechenland untergebracht, der Barde Troubadix kommt nach Helvetien, der heutigen Schweiz, und der Häuptling Majestix nach Rom. Die drei Helden treten natürlich unverzüglich die Rettung ihrer Freunde an und bekommen Hilfe von einem ehemaligen römischen Spion, der die Seiten gewechselt hat und auch in Teil 2 unter dem Namen Sam Schiffer zu unterstützen weiß.

Ihre erste Reise führt sie durch das beschauliche Gallien, das neben dem heimischen Zuhause auch noch kleine Lichtungen und einen Strand bietet. Hier lassen sich erste Gameplaymechaniken erlernen, wie das Einsammeln von als Währung fungierenden Römerhelmen, das Verschieben massiver Steinblöcke und der Wechsel zwischen Asterix und Obelix. Denn beide Helden verfügen über unterschiedliche Fähigkeiten wie das Zerstören eiserner Kisten als Obelix oder das Betreten schmaler Gänge als Asterix. Dieser Tausch findet automatisch an bestimmten Stellen durch das Spiel statt, wenn beispielsweise Asterix von Obelix über eine an ein Seil gehängte Plattform durch das Level gezogen werden muss. Die Kopfbedeckungen der Invasoren lassen sich übrigens entweder in einem der in den Levels verteilten Shops gegen neue Angriffskombos und Lebensauffrischungen tauschen oder dienen als Währung auf der Übersichtskarte für Bonusmaterial in Form von Artworks der ursprünglichen Entwickler. Zu Sammeln gibt es außerdem noch goldene Lorbeerkränze, die etwas besser als die Helme versteckt sind und hin und wieder auch für das Lösen kleiner Rätsel oder für besonders erfolgreiche Rutschpartien vergeben wird. Bei Letzterem springt Asterix auf den Bauch von Obelix und zusammen rutschen sie einen Abhang hinunter, wobei möglichst viele Helme eingesackt werden sollten. Am Ende entscheidet Sam ob die Leistung einem weiteren Kranz gerecht wurde.



… doch Prügel gibt es trotzdem!
Ein besonders großen Teil des Spielvergnügens nimmt natürlich das Vermöbeln der römischen Legionäre ein, die entweder vereinzelt die Gruppe angreifen, sich in eine Schildkrötenformation zurückziehen oder sich auf moderne Kriegsgeräte verlassen. Hin und wieder helfen auch Wikinger, Piraten und Gladiatoren samt Wildtiere mit um die Gallier von der Rettungsmission abzuhalten. Meist stürmen aber mehrere Einheiten auf die Helden zu, die sich mit ihren Fäusten zurückschlagen können. Wird der Gegner lang genug bearbeitet, fliegt er regelrecht aus seinen Latschen und gilt als besiegt. Etwas stärkere Gegner setzen als Verteidigung noch ihren Schild ein, doch auch dieser lässt nach genügender Bearbeitung nach und der Feind lernt das Fliegen. Gegen größere Horden an Angreifern nützen die bereits genannten Kombos, die sich im Shop kaufen lassen. Sobald durch genügend verteilte Schläge der linke Balken gefüllt ist, kann eine Tastenkombination eingegeben werden, um die Römer mit mächtigen Fähigkeiten durch die Gegend zu wirbeln oder um Idefix die Soldaten entwaffnen zu lassen. Da besonders in den späteren Levels die Anzahl der zu besiegenden Gegnern schnell ansteigt, sollte definitiv in so manche Spezialattacke investiert werden - besonders wenn einer der beiden höchsten Schwierigkeitsgrade in Anspruch genommen wird. Von den vier Abstufungen vergeben die höheren nämlich mehr Lebenspunkte und mehr Angriffsschaden an die Feinde, sodass eine Kombination aus Ausweichen, Schaden verteilen und Kombos ausführen der Schlüssel zum Erfolg ist.

Besonders einfach lassen sich die Backpfeifen allerdings mit dem Zaubertrank verteilen: Hier und da kann Asterix den Trunk einsammeln und hat dann einige Sekunden Zeit als unbesiegbarer Teufelskerl die Legionen zu zerschlagen. Auch bei den Schildkrötenformationen hilft ein kräftiger Schluck, denn diese können einem ungeübten Spieler schnell gefährlich werden. Es gilt ein bestimmtes Timing oder Schwachstelle in dem Knäuel aus Schilden und Speeren zu erkennen und entsprechend zuzuschlagen. Bei den Kriegsmaschinen, die meist als Bosskämpfe herhalten, ist es oft zielführend die Schrauben ins Visier zu nehmen um mit gezielten Treffen das Ungetüm in seine Einzelteile zu zerlegen. Aber auch hier liegt eine der Schwächen des Spiels: Die Bosse, die ab dem zweiten Land die Gefangenen bewachen, unterscheiden sich in ihrer Variation kaum. Lediglich eine oder zwei kleine Änderungen am Ablauf des Kampfes sorgen für ein wenig Abwechslung, insgesamt wäre da aber mehr drin gewesen, sogar für ein Remaster!



Doch nun ein Wort zur Technik
Und da ich jetzt bei den Negativpunkten angelangt bin, geht es sogleich mit dem Elefanten im Raum weiter: Da das Spiel nicht nur visuell einige Aufhübschungen spendiert bekommen hat, haben sich die Entwickler nicht lumpen lassen auch eine Option einzubauen, mit der man zwischen dem Original und der Remaster-Version per Knopfdruck zu wechseln. Dies lässt das Spiel mit mehr Details, schönerer Grafik und neuer Hintergrundmusik erstrahlen. Das große Problem an der Umsetzung ist jedoch, dass man den Unterschied zwischen den beiden Modi öfters nicht auf den ersten Blick erkennt, da viele Umgebungstexturen oft unverändert bleiben oder nur marginal aufgehübscht wurden. Zu allem Überfluss gehen die Frames pro Sekunde deutlich in den Keller wenn die neue Grafik sichtbar ist und auch das ursprüngliche Spiel läuft in der studioeigenen OEngine mehr als fragwürdig. Selbst auf anderen Plattformen scheinen sich die Probleme mit der Technik des Spiels zu häufen, besonders aber wenn es um die Lichtstimmung geht. Die verbesserte Version setzt bei verschiedenen Gebieten auf unterschiedliche Lichtgebungen. So ist das Bild in dunklen Höhlen eher bläulich getauft, doch sobald ein Wechsel an die frische Luft stattfindet, ist der Übergang so deutlich sichtbar, dass man mit ein paar Schritten rückwärts die neu erzeugten Schatten wieder verschwinden sehen kann. Bugs sind leider auch keine Seltenheit, besonders fällt die Wegfindung auf, die an einer Stelle Obelix im Bosskampf in eine Sackgasse lotste und ich im nächsten Bereich dann die Kontrolle über einen ausgeschlossenen Obelix übernehmen durfte, für den das Game Over der einzige Ausweg blieb. Glücklicherweise blieben sogenannte „gamebreaking bugs“, also Spielfehler, die zur Unspielbarkeit führten, die Seltenheit und oft hat beispielsweise geduldiges Warten in Cutscenes geholfen, sodass irgendwann diese abgespielt werden konnte. Zuletzt verschwindet auch die Hintergrundmusik gerne beim Wechsel zwischen den beiden Modi und manche UI-Elemente werden in der einen Sicht ausgeblendet, aber bleiben in der anderen Ansicht dauerhaft mitten im Bildschirm sichtbar.

Die meiste Zeit habe ich also im Originalmodus verbracht um ein möglichst flüssiges Spielerlebnis zu bekommen, was insbesondere in Kämpfen wichtig ist um den Angriffen besser auszuweichen und um selbst Treffer zu landen. Doch leider verpasse ich dadurch eine wirklich schön gestaltete Umgebung mit neuen Details, wie ihr sie auf den Vergleichsbildern auch sehen könnt. Außerdem ist die neue Musik wirklich hörenswert, da hier eine viel größere Bandbreite an Tönen abgespielt wird und die Stücke dadurch deutlich runder und moderner klingen. Wer mag kann in den Einstellungen übrigens bestimmte Änderungen am Remaster- oder Retromodus ein- und ausschalten: So lässt sich der 4:3-Bildschirmausschnitt in der Originalfassung auf 16:9 stellen oder die Musik auch im Remaster auf den Originalsoundtrack umstellen. Außerdem haben die Entwickler im Remaster Stehlen in den Levels verteilt, die in bestimmten Bereichen den Spielern durch verschiedene Aufgaben herausfordern: So gilt es in einer Challenge innerhalb eines Zeitlimits alle verteilten Münzen einzusammeln, doch manche Münzen können nur im Remaster- oder im Retro-Modus eingesammelt werden. Oder es muss ein Ziel innerhalb einer bestimmten Zeit erreicht werden.



Fazit:
Da ich das Originalspiel von Asterix & Obelix XXL: Romastered gerne gespielt habe, war ich entsprechend vorfreudig endlich eine aufgehübschte Version auf der Switch zocken zu können. Die Entwickler hatten bis dahin ein schönes Remaster zum zweiten Teil auf die Beine gestellt und auch wenn Teil 3 plötzlich in eine komplett andere Richtung abbog, war ich doch verhältnismäßig positiv gestimmt, besonders nachdem ich die hübschen Screenshots zu diesem Ableger gesehen habe. Als sich dann aber in den ersten Spielminuten die Performanceprobleme abzeichneten und mit dem weiteren Spielen auch die übrige Misere deutlich wurde, war ich doch schon sehr enttäuscht. Natürlich sehe ich auch die Mühen der Entwickler das damalige Spielerlebnis unverfälscht wiederzugeben und auch auf so vielen Plattformen wie möglich anzubieten, doch dass stellenweise Bugs mit der Wegfindung auftreten, die es vorher nicht gab, und dass die Framerate bei der neuen Fassung ins unspielbare abgleitet und der ursprünglich nett gemeinte Originalmodus damit zur Pflicht wird, ist leider kein guter Weg in die Fußstapfen eines Titels zu treten. Immerhin gibt es nun Autosaves, einen kleinen Speedrun-Timer, kleine Anpassungen um das Gameplay fairer zu gestalten sowie mehr Kisten, Gegner und Shops und auch die Einstellungsmöglichkeiten am Remaster- und Retromodus sind keine Selbstverständlichkeit. Doch insgesamt kann dieser Titel mich nicht überzeugen und ich rate deswegen auch allen, egal ob Fan oder Neuling der Reihe, von einem Kauf für Nintendo Switch zum aktuellen Vollpreis ab. Stattdessen sollte man sich eher die PC-Version anschauen oder gleich zum zweiten Teil greifen, der im Test zwar ebenfalls nicht glänzen konnte, aber immerhin flüssig läuft. Wer dennoch einen Blick ins Spiel wagen möchte, der kann sich gerne meinen kompletten Spieldurchlauf in der Playlist über dem Fazit anschauen!

Begleitet Asterix & Obelix beim Verprügeln der Römer lieber in den Comics: Nicola Hahn [501.legion] für PlanetSwitch.de

Vielen Dank an Microïds für die freundliche Bereitstellung des Reviewcodes.

Leserwertung:

Noch keine
Deine Wertung:

-
Technisch schwaches Remaster zu einem spaßigen Action-Adventure im Asterix-Universum.

Wertung

UMFANG:

6.0

SPIELSPAß:

5.0

TECHNIK:

2.0
43
von 100

Hübsche Grafik mit einigen netten Details …

Wechsel zwischen Original und Remaster mit nur einem Knopfdruck ...

Neu aufgelegter Soundtrack

Einige gute Änderungen am Gameplay

… die sich aber oft erschreckend wenig vom Original unterscheidet

… was die Performanceunterschiede deutlich macht

Nur in der alten Grafik lässt sich weitestgehend flüssig spielen

Neue Bugs, die oft nervig und manchmal fortschrittsverhindernd sind

Lichtübergänge sind oft deutlich sichtbar

Wie werten wir?

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1 Kommentar

profil 682 comments
[17.11.2020 - 22:08 Uhr]
Regnat:
Ich denke, dass es da wahrscheinlich für meine bessere Hälfte und mich da wohl besser ist zu warten, bis die Collection erhältlich ist. Ich denke, dass es damit dann in Bezug auf das Preis-Leistungsverhältnis wesentlich vertretbarer ist.
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Spielname:
Asterix & Obelix XXL: Romastered

Typ:
Switch-Spiel

Jetzt Bestellen:
Zum Shop
Publisher:
Microids

Developer:
OSome Studio

Genre:
Action

Release:
22.10.2020 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 6 Jahre

eShop Preis:
39,99 €

Spiel mögen:

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