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Kurztest: Has-Been Heroes

Tjark Michael Wewetzer, 10.05.2017

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Was macht man eigentlich so als Held, wenn alle Oberschurken in die Flucht geschlagen wurden, sämtliche Prinzessinnen sicher in ihren Schlössern verweilen und allgemein Frieden herrscht? Dann müssen sie sich schon mal anders verdingen – etwa als Eskorte für junge Königstöchter auf ihrem Weg zur Schule. Das ist das Schicksal der Has-Been Heroes aus dem Hause Frozenbyte. Auf den Preview-Events sorgte das neue Spiel der Trine-Macher in unseren Reihen dank des höchst ungewöhnlichen Gameplays für ziemliche Verwirrung. Aber an Herausforderungen wächst man bekanntlich und für lustige Szenarien bin ich immer zu haben, weswegen ich mich prompt in die Vollversion des Spiels stürzte und schnell merkte, dass hier allem voran der Roguelike-Gedanke im Vordergrund steht.

Sterben macht Spaß!
Ach ja, der Frieden, den ich eingangs ansprach? Natürlich mehr Schein als Sein, denn kaum hat sich die dreiköpfige Heldentruppe bestehend aus einem Ritterveteranen, einem alten Magier und einer jungen Diebin zusammen mit den zwei örtlichen Königstöchtern auf den Schulweg gemacht, strömen schon die Heerscharen des Bösen herein. In dem vorher stattfindenden Prolog gibt es zunächst jedoch eine kleine Einführung ins ungewöhnliche Gameplay, das mehr von einem Puzzlespiel als einem RPG hat. Prinzipiell müssen die zu eskortierenden Prinzessinnen auf insgesamt drei Spuren verteidigt werden, wobei jeder Held auf einer Platz nimmt. Drückt man die der Spur korrespondierende Taste, lässt sich ein Angriff auslösen, sofern die Bereitschaftsanzeige des Charakters gefüllt ist. Klingt soweit simpel, wird aber mit einigen Tricks garniert. So verfügen viele Gegner über eine Ausdaueranzeige, die zunächst runtergearbeitet werden muss. Entspricht die Anzahl der Angriffe – jeder Held schlägt unterschiedlich oft mit einer Aktion zu – der der verbleibenden Ausdauer-Einheiten, dann ist der Gegner betäubt und offen für einen schmerzhaften Schlag in die Magengrube. Trick Nummer 2: Nach einer Attacke kann ein anderer Charakter seine Position mit der des angreifenden Helden austauschen und selbst nachsetzen. Es gilt also, im Angesicht der Feindesscharen stets einen kühlen Kopf zu bewahren und seine Einheiten munter durch die Reihen springen zu lassen, um die Gegner geschwind in die Knie zu zwingen. Immerhin pausiert das Spiel nach jeder Aktion automatisch, sodass ihr in Ruhe euren nächsten Zug überdenken könnt.

Sollte bei dem Versuch übrigens auch nur ein Held das Zeitliche segnen, gilt die Partie mitsamt aller gesammelten Upgrades und Zauber als verloren – ganz nach klassischer Roguelike-Manier eben. Der Tod ist allerdings noch lange nicht das Ende. Besiegte Gegner hinterlassen nämlich Seelen, die nach dem Ableben neue Objekte für kommende Runden freischalten. Das steigert die Überlebenschancen beim Reiseneuantritt, die tatsächliche Wirkung der Items muss allerdings experimentell herausgefunden werden – erst nach einmaligem Auflesen verrät euch das Spiel, was beispielsweise ein altes Gebiss oder eine Schriftrolle mit einer Fontänenzeichnung bewirken. Dementsprechend fühlt es sich des öfteren leider so an, als wäre das Vorankommen eher vom Zufall als vom Können des Spielers abhängig. Dass die zu durchquerenden Areale, die über eine simple Karte am Bildschirmrand angesteuert werden, ebenfalls zufällig generiert werden, stützt dieses Gefühl umso mehr. Tatsächlich habe ich jedoch bemerkt, wie ich mit dem Kernspielsystem vertrauter wurde und nach einigen Anläufen problemlos Bosse erlegen konnte, die mir zuvor wie unüberwindbare Hindernisse vorkamen. Trotzdem waren insgesamt 17 Anläufe nötig, bis mir überhaupt der erste Sieg gelang – nur um mir einen von vielen freischaltbaren Charakteren vorzulegen und in der nächsten Runde den Schwierigkeitsgrad dank neuer Skelett-Arten Gegner-Gattungen und einer zusätzlichen Stufe am Ende der Reise noch einmal hochzuschrauben. Aber wie sagt man so schön: Nur die Harten kommen in den Garten!

In technischer Hinsicht beweist Has-Been Heroes dank der comichaften Optik definitiv Stil. Freund wie Feind sind sauber animiert, die Schlagkombos wirken kraftvoll, Zaubereffekte ebenso. Leider fallen die Gegnerscharen nicht unbedingt durch optische Abwechslung auf. Zwar gibt es die gelegentlichen Golems oder Fleisch fressenden Pflanzen, hauptsächlich vermöbelt ihr jedoch Skelette in allen Formen und Farben. Schade, denn der Fantasy-Comic-Stil hätte sicherlich Optionen für vielfältigere Feinde offen gelassen. Auch der Soundtrack wirkt insgesamt ziemlich generisch, passt aber immerhin zu der ach so heroischen Mission, mit der ihr es hier zu tun habt.

Fazit:
Has-Been Heroes ist ein harter Brocken – und das sowohl als Spiel an sich als auch in der Bewertung. Ich sollte anmerken, dass mir Roguelikes eigentlich so gar nicht liegen und mir die fehlende, dauerhafte Charakterentwicklung entsprechend anfangs den Spaß nahm. Nach einigen Runden konnte ich mich aber doch für das ungewöhnliche Spielkonzept erwärmen. Statt es wie ein Rollenspiel anzugehen, habe ich das Kampfsystem eben – wie zuvor erwähnt – mehr als Puzzlespiel aufgefasst, bei dem mehr ein gutes Auge und der richtige Zug zum richtigen Moment gefragt ist. Dabei stellt sich schnell ein ziemlich mitreißender Spielfluss ein, bei dem ein gewagtes Manöver das Nächste jagt und man ein Auge auf alle seine Ladebalken für Fähigkeiten hat, während langsam aber sicher die knochige Gefahr auf die drei Helden zustapft. Die zufällig auftauchenden Objekte und Zauber ermöglichen zudem viele Strategien, während die Basis-Fähigkeiten der Charaktere zumindest bis zum Endboss der ersten Runde ein ausreichend gutes Fundament zur Bewältigung aller Kämpfe liefern. Dadurch verbrachte ich deutlich mehr Zeit mit Has-Been Heroes, als ich es erwartet hätte! Trotz allem Lob sei jedoch gesagt, dass die merkwürdige Roguelike-Abwandlung wirklich nur etwas für hartgesottenere Spieler ist und einiges an Willen zum Durchbeißen voraussetzt. Denn sowohl die überwältigenden Gegnermassen, als auch das teils ziemlich langatmige Gameplay können schon ziemlich auf die Motivation drücken, wenn man nicht darauf eingestellt ist.

Im Heldenruhestand: Tjark Michael Wewetzer [Alanar] für PlanetSwitch.de

Leserwertung:

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Ungewöhnliche Roguelike-Abwandlung für Spieler mit viel Geduld und Durchhaltevermögen.

Wertung

Spannendes Spielkonzept

Knifflige Kämpfe…

Viele freischaltbare Items und Zauber

Langgezogene Gefechtsphasen

…die ziemlich überwältigen können

Viel zu viele Skelette im Gegnerlager

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Spielname:
Has-Been Heroes

Typ:
Switch-Spiel

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Publisher:
GameTrust

Developer:
Frozenbyte

Genre:
Strategie

Release:
28.03.2017 (erschienen)

Multiplayer:
nicht vorhanden

Altersfreigabe:
Frei ab 12 Jahre

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